Bernhard Stengele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Bernhard Stengele (* 23. April 1963 in Wangen im Allgäu) ist ein deutscher Schauspieler, Rezitator, Regisseur und Theaterleiter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stengele absolvierte seine Schauspielausbildung am Ecole Monika Pagneux et Philipp Gaullier in Paris. Nach Gastengagements am Teatro itinerante del sol (Düsseldorf/Bogotá), am Tanztheater Skoronel (Berlin), der Theaterwerkstatt Hannover und am Deutschen Schauspielhaus (Hamburg) wurde er 1992 festes Ensemblemitglied am Stadttheater Konstanz. 1996 wechselte er ans Saarländische Staatstheater in Saarbrücken, wo er auch mit ersten Regiearbeiten aufwartete. 2001 holte ihn Intendantin Dagmar Schlingmann als Schauspieler und Regisseur wieder ans Stadttheater Konstanz. Hier brachte Stengele seine beiden ersten Lyrikprogramme Sie haben nämlich Entenfüße und Hinter tausend Stäben mit großem Erfolg zur Uraufführung, mit denen er bis heute regelmäßig auftritt.

Von 2004 bis 2012 war er Schauspieldirektor am Mainfranken Theater Würzburg. 2012 bis 2017 wirkte er in gleicher Funktion an Theater & Philharmonie Thüringen in Altenburg und Gera.

Bernhard Stengele hat Koproduktionen mit Theatern in Burkina Faso, Griechenland, der Türkei und Israel erarbeitet, darunter Die Frauen von Troja (2014), eine von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Schauspielproduktion; Les Zéros-Morts – Die Schutzlosen (2014 und 2015) und Cohn Bucky Levy Der Verlust (2017) – ebenfalls gefördert von der Kulturstiftung des Bundes sowie von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft.

2007 gründete er zusammen mit Kai Christian Moritz, Ulrich Pakusch und Philipp Reinheimer das THEN-Quartett.

2017 übernahm er die Leitung des Sommertheaters Überlingen.

Anschließend arbeitete er als Chief Consultant bei einem mittelständischen Unternehmen.[1]

Bei der Thüringer Landtagswahl 2019 trat er als Direktkandidat des Wahlkreises 44 für Bündis90/Die Grünen an.

Am 25. Januar 2020 wurde er auf einer Landesdelegiertenkonferenz zusammen mit Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt zum Sprecher des Landesverbandes Bündnis 90/Die Grünen Thüringen gewählt.

Inszenierungen (Schauspiel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Warten auf Godot von Samuel Beckett am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)
  • 2000: Kleine Zweifel von Theresia Walser am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)
  • 2002: Herr Kolpert von David Gieselmann am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)
  • 2002: Was der Butler sah von Joe Orton am Stadttheater Konstanz (Großes Haus)
  • 2003: Hamlet von William Shakespeare am Stadttheater Konstanz (Großes Haus)
  • 2003: Cyrano von Joe Roets am Stadttheater Konstanz (Spiegelhalle)
  • 2004: Indien von Josef Hader und Alfred Dorfer am Stadttheater Konstanz (Großes Haus)
  • 2004: Romeo und Julia von William Shakespeare am Stadttheater Konstanz (Sommertheater Überlingen)
  • 2004: Wilhelm Tell von Friedrich Schiller am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2004: Endspiel von Samuel Beckett am Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)
  • 2005: Das Riesending von Pringewitz von Thilo Reffert am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken (Theater St. Arnual)
  • 2005: Triumph der Liebe von Pierre Carlet de Marivaux am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2006: 4.48 Psychose von Sarah Kane am Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)
  • 2006: Nora oder ein Puppenheim von Henrik Ibsen am Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)
  • 2006: Die Zaubertrommel von Johnny Lamprecht und Bernhard Stengele am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2007: Der Diener zweier Herren von Carlo Goldoni am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2007: Dantons Tod von Georg Büchner am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2007: Die Zaubertrommel von Johnny Lamprecht und Bernhard Stengele am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken
  • 2008: Disco Pigs von Enda Walsh am Mainfranken Theater Würzburg (Kammerspiele)
  • 2011: Les Funérailles du Désert – Die Stadt der Einsamen von Lilith Jordan, Paul Zoungrana und Bernhard Stengele – UA am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2012: Kasimir und Karoline von Ödön von Horvath an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2012: Die im Dunkeln von Bernhard Stengele und Mona Becker – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2012: Bezahlt wird nicht von Dario Fo an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2013: Ayana Rabenschwester von Bernhard Stengele und Mona Becker – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2013: Wenn es Nacht wird in Meuselwitz – Liederabend von Bernhard Stenegele – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2014: Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2014: Die Frauen von Troja nach Euripides an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2014 und 2015: Les Zéros-Morts – Die Schutzlosen von Paul Zoungrana und Bernhard Stengele – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2014: Tod eines Handlungsreisenden von Arthur Miller an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2015: Barbarossa ausgeKYFFt von Manuel Kressin und Olav Kröger – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2016: Das zweischneidige Schwert von Bernhard Stengele und Petra Paschinger – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2016: So machen's alle von Manuel Kressin und Olav Kröger – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2016: Zwei Männer ganz nackt von Sébastien Thiéry – DE an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2017: Der Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2017: Cohn Bucky Levy - Der Verlust von Mona Becker. Gaby Aldor, Mahmoud Abo Arisheh und Ensemble – UA an Theater und Philharmonie Thüringen
  • 2017: Ella von Herbert Achternbusch Sommertheater Überlingen

Inszenierungen (Oper, Operette, Musical)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2001: Struwwelpeter von Julian Crouch und Phelim McDermott am Stadttheater Konstanz (Großes Haus)
  • 2002: Blume von Hawaii von Paul Abraham am Stadttheater Konstanz (Sommertheater Meersburg)
  • 2005: Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2006: Singles, eine POPerette von Tobias Bücklein und Bernhard Stengele am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2007: Jekyll & Hyde (Musical) von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse am Saarländischen Staatstheater (Großes Haus)
  • 2008: Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus) im Rahmen des Mozartfest Würzburg 2008
  • 2010: Der Rosenkavalier von Richard Strauss am Mainfranken Theater Würzburg (Großes Haus)
  • 2018: Der Vogelhändler von Carl Zeller an Theater und Philharmonie Thüringen.

Darsteller (Auszüge)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Balladen, Lyrik, Poesie und Rezitation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003 – heute: Lyrische Programme mit Paul Amrod
  • 2004 – heute: Sie haben nämlich Entenfüße – deutsche Balladen
  • 2004 – heute: Hinter tausend Stäben – deutsche Lyrik
  • 2006: Das Zwischenstück mit dem Feigenblatt – deutsche Lyrik von Heinrich Heine und Bertolt Brecht
  • 2008 – heute: Deutschland. Ein Wintermärchen – deutsche Lyrik von Heinrich Heine (Produktion: THEN-Quartett)
  • 2013: Eine europäisch-afrikanische Hommage an Albert Schweizer mit Orgel, Trommeln und Darstellern von beiden Kontinenten
  • 2017: Wenn es Nacht wird in Überlingen (Produktion: THEN-Quartett für Sommertheater Überlingen)
  • 2017 – heute: Quand on n'a que l'amour – wenn uns nur Liebe bleibt – Poesie und Politik
  • 2019: "Vom guten Ton" – Musik, Moneten und Manieren – Beethoven und seine Vermieter – Beethoven bei uns, Berlin
  • 2019: Run to the Manger (Produktion: Konstanzer Kammerchor)

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Darstellerpreis der Sponsoren am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken für die Interpretation des Macbeth.
  • 2007: Sprachbewahrerpreis der Regionalgruppe 97 des Vereins deutsche Sprache.
  • 2010: Preis für die beste künstlerische Gesamtleistung (Bayerische Theatertage)
  • 2011: Einmaliger Sonderpreis für couragiertes Theater (Bayerische Theatertage)
  • 2013: Innovationspreis (Theater-Oskar TPT)
  • 2014: Beste Regie für Die im Dunkeln (Theater-Oskar TPT)
  • 2014: Theater des Jahres in Thüringen (Thüringer Landeszeitung)
  • 2015: Regisseur des Jahres (Thüringer Landeszeitung)
  • 2017: Ehrenmedaille für besondere Verdienste (Landkreis Altenburger Land)
  • 2017: Theaterpreis des Bundes für Theater und Philharmonie Thüringen[2]

Audio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Stengele . Theater und Philharmonie Thüringen. Abgerufen am 28. November 2018
  2. Begründung der Jury. 12. Juni 2017, abgerufen am 11. Juli 2017.