Checea

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Checea
Ketscha
Kőcse, Nagykőcse
Keča
Checea führt kein Wappen
Checea (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 45′ N, 20° 50′ OKoordinaten: 45° 45′ 10″ N, 20° 50′ 5″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 68 m
Fläche: 57,07 km²
Einwohner: 1.830 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307102
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[2])
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Checea
Bürgermeister: Dorin-Liviu Birdean (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 184,
loc. Checea, jud. Timiș, RO–307102
Website:
Lage von Checea im Kreis Timiș

Checea [ˈketʃea] (deutsch Ketscha, ungarisch Kőcse und Nagykőcse, kroatisch Keča, serbisch-kyrillisch Кеча) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș, in der Region Banat, im Südwesten Rumäniens.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Checea liegt im äußersten Westen des Kreises Timiș, an der Grenze zu Serbien.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jimbolia Lenauheim Cărpiniș
Radojevo Nachbargemeinden Beregsău Mic
Cenei Uivar Hetin

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde ein Ort namens Kocse 1470 erstmals als Eigentum der Familie Blasiusz Szati erwähnt. Im Jahr 1717 hatte Ketsche acht Häuser und war im Besitz des römisch-katholischen Erzbistums Zagreb. 1890 gehörten Kőcse (deutsch Kroatisch Ketscha, kroatischHrvatska Keča) und Nagykőcse (deutsch Rumänisch Ketscha, rumänisch Checea Română) zum Komitat Torontal. 1910 wurden die beiden Ortsteile Kroatisch Ketscha und Rumänisch Ketscha zusammengeschlossen.

Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich (1867) wurde das Banat dem Königreich Ungarn innerhalb der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn angegliedert. Anfang des 20. Jahrhunderts fand das Gesetz zur Magyarisierung der Ortsnamen (Ga. 4/1898) Anwendung.[3] Der amtliche Ortsname war Nagykőcse. Die ungarischen Ortsbezeichnungen blieben bis zur Verwaltungsreform von 1923 im Königreich Rumänien gültig, als die rumänischen Ortsnamen eingeführt wurden.

Nach der Dreiteilung des Banats infolge des Vertrags von Trianon wurde der kroatische Teil des Dorfes dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugeteilt und der rumänische Teil dem Königreich Rumänien zugesprochen. Infolge einer Grenzregulierung von 1924 wurde das Dorf wieder zusammengeschlossen. Seitdem ist die amtliche Bezeichnung Checea.

Infolge des Waffen-SS Abkommens vom 12. Mai 1943 zwischen der Antonescu-Regierung und Hitler-Deutschland wurden alle deutschstämmigen wehrpflichtigen Männer in die deutsche Armee eingezogen. Noch vor Kriegsende, im Januar 1945, fand die Deportation aller volksdeutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und Männer im Alter von 16 bis 45 Jahrennzur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt statt. Das Bodenreformgesetz vom 23. März 1945, das die Enteignung der deutschen Bauern, als ehemalige Angehörige der Deutschen Volksgruppe in Rumänien, vorsah, entzog der ländlichen Bevölkerung die Lebensgrundlage.

Am 18. Juni 1951 fand die Deportation in die Bărăgan-Steppe unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit statt. Zu diesem Zweck wurde von der rumänischen Regierung ein Plan zur Säuberung des Grenzgebiets zu Jugoslawien „von politisch unzuverlässlichen Elementen“ entworfen. Als die Bărăganverschleppten 1956 heimkehrten, bekamen sie die 1945 enteigneten Häuser und Höfe zurück, der Feldbesitz wurde jedoch kollektiviert.

Checea war bis 1972 eine Gemeinde, wurde dann Cenei eingemeindet und ist erst seit 2004 wieder eine selbständige Gemeinde.

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählung[4] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Kroaten
1880 2645 1723 33 223 666
1910 2478 1376 76 167 859
1930 3045 1509 392 221 923
1977 2274 1270 275 42 687
2002 1931 1131 136 16 648
2011[1] 1838 966 106 14 30 (52 Serben)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  3. Gerhard Seewann: Geschichte der Deutschen in Ungarn, Band 2 1860 bis 2006, Herder-Institut, Marburg 2012
  4. kia.hu (PDF; 982 kB), E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Timiș laut Volkszählungen von 1880 - 2002