Dornhan

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dornhan
Dornhan
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dornhan hervorgehoben

Koordinaten: 48° 21′ N, 8° 31′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 642 m ü. NHN
Fläche: 44,92 km2
Einwohner: 6006 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72175
Vorwahlen: 07455, 07423
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 012
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obere Torstraße 2
72175 Dornhan
Website: www.dornhan.de
Bürgermeister: Markus Huber
Lage der Stadt Dornhan im Landkreis Rottweil
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Über dieses Bild

Dornhan [ˈdɔrnhaːn] ist eine Kleinstadt im baden-württembergischen Landkreis Rottweil in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornhan liegt auf einer Hochebene im Schwarzwaldvorland über den Tälern von Neckar und Glatt. Nächstgelegene größere Städte sind Freudenstadt im Nordwesten, Rottweil und Oberndorf am Neckar im Südosten und Horb am Neckar im Nordosten. Das Stadtgebiet liegt in 450 bis 685 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornhan grenzt im Osten an Sulz am Neckar, im Süden an Oberndorf (beide Landkreis Rottweil), im Westen an Alpirsbach und Loßburg und im Norden an Glatten und Schopfloch (alle Landkreis Freudenstadt)

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Dornhan mit den Stadtteilen Bettenhausen, Busenweiler, Dornhan, Fürnsal, Leinstetten, Marschalkenzimmern und Weiden gehören neben der Stadt Dornhan 15 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Zum Stadtteil Busenweiler gehören das Dorf Busenweiler und der Weiler Aischfeld. Zum Stadtteil Dornhan gehören die Stadt Dornhan, die Weiler Dobel und Gundelshausen, die Höfe Friedrichshof und Oberhart und die Wohnplätze Brandeck und Braunhalden. Zum Stadtteil Fürnsal gehören das Dorf Fürnsal und der Wohnplatz Fürnsaler Sägmühle. Zum Stadtteil Leinstetten gehören das Dorf Leinstetten und der Weiler Kaltenhof. Zu den Stadtteilen Bettenhausen, Marschalkenzimmern und Weiden gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Im Stadtteil Dornhan liegt die abgegangene Burg Brandeck und im Stadtteil Leinstetten liegt die Burgruine Lichtenfels.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt Dornhan als „Turnheim“ im Jahre 777. Der genaue Zeitpunkt der Stadtwerdung ist unbekannt, doch steht fest, dass der Ort seit 1276 als „civitas“ (Stadt) bezeichnet wird.

Die Stadt Dornhan gehörte ursprünglich den Grafen von Sulz.[3] 1095 erhielt das Kloster Alpirsbach durch Schenkung in Dornhan gelegene Güter.[3] Das Kloster gewann im Laufe der Zeit immer mehr Einfluss in Dornhan und unterhielt einen Pflegehof zur Verwaltung des Besitzes. Der Abt des Klosters Alpirsbach ließ dreimal im Jahr ein Gericht in Dornhan abhalten, wobei er entweder persönlich und durch einen Stellvertreter den Vorsitz führte.[3] Dem Kloster oblagen allerdings nur Fälle mit Niedergerichtsbarkeit, für die Blutgerichtsbarkeit waren die Herzöge von Teck zuständig, welche das erbliche Vogteirecht des Klosters besaßen. Wegen seinen hohen Schulden trat Herzog Friedrich von Teck 1380 das Vogteirecht an Graf Eberhard den Greiner und somit an Württemberg ab.[3] Seit dieser Zeit übte ein württembergischer Schultheiß die Herrschaftsrechte aus.[3] Mit der Reformation des Klosters Alpirsbach 1534 fiel Dornhan endgültig an Württemberg und war seither als Amt Dornhan bis 1807 Sitz eines württembergischen Vogts.[3]

1807 kam Dornhan bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg zunächst zum Oberamt Sulz, 1808 zum Oberamt Alpirsbach und 1810 erneut zum Oberamt Sulz.[4]

Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Dornhan 1938 zum Landkreis Horb. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Stadt Dornhan in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

1973 erfolgte die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der Dornhan zum Landkreis Rottweil kam.

Die heutige Stadt wurde am 1. März 1972 durch Vereinigung der Stadt Dornhan mit den Gemeinden Bettenhausen, Fürnsal, Leinstetten und Marschalkenzimmern neu gebildet. Am 1. April 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Busenweiler eingemeindet. Die Eingemeindung von Weiden erfolgte am 1. Januar 1975.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalplatz mit Pflugbräuhaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 61,6 % (2014: 51,1 %) folgendes Ergebnis:[6]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2014 Ergebnis 2009
Wählervereinigung 63,6 % 12 (−1) 66,1 % 63,3 %
Bürgerliste 36,4 % 7 (+1) 33,9 % 36,7 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. November 2004 wurde Markus Huber mit 74 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister ab 1. Februar 2005 gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Günter Wößner (1973–2005) trat bei der Wahl nicht mehr an. Vorgänger von Wößner war Erich Blocher.

Am 11. November 2012 fand die nächste Bürgermeisterwahl statt, bei der Markus Huber als einziger Kandidat 98 Prozent der Wählerstimmen erhielt und somit eine weitere Amtsperiode Bürgermeister der Stadt Dornhan ist.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Dornhaner Wappens lautet: „In Gold auf einem schwarzen Dornzweig ein roter Hahn.“

Bis zur Eingemeindung führten auch die anderen Stadtteile eigene Wappen:[7]

Wappen Bettenhausen (Dornhan).png
Bettenhausen
In Rot ein auf einem durchgehenden belaubten silbernen (weißen) Zweig sitzender silberner (weißer) Waldkauz



Wappen Busenweiler.png
Busenweiler
In Blau ein silbernes (weißes) Haus mit Glockentürmchen, oben links ein sechsstrahliger silberner (weißer) Stern


Wappen Fuernsal.png
Fürnsal
Geteiltes Schild, oben in blau mit drei silbernen (weißen) Sternen, diagonaler silberner (weißer) Streifen und unten grün
Wappen Leinstetten.png
Leinstetten
In geteiltem Schild oben in Silber (Weiß) drei grün bestielte und grün besamte Blüten der Leinpflanze nebeneinander, unten in Rot ein silberner (weißer) Zickzackbalken


Wappen Marschalkenzimmern.png
Marschalkenzimmern
In Silber (Weiß) auf grünem Boden ein rechtshin schreitendes schwarzes Pferd


Wappen Weiden (Dornhan).png
Weiden
In Rot eine bewurzelte silberne (weiße) Weide, deren Stamm von zwei goldenen (gelben) Rosen begleitet ist

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 unterhält Dornhan partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Gemeinde Pont-de-Vaux in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zitzmannsbrunnenbachtal (auch Bettenhauser Tal genannt) zwischen Dornhan und Bettenhausen befindet sich das sogenannte Wasserhäusle, eine vollständig erhaltene Pumpstation aus dem Jahre 1889 die Ursprung und Teil der Dornhaner Wasserversorgung war.

Auf der Gemeindegemarkung befinden sich die Ruinen der Burg Lichtenfels, der Burg Brandeck und der Burg Leinstetten.

Im Ortsteil Weiden stehen eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert und das Geburtshaus Hermann Römpps sowie die Grundschule, welche bereits über 100 Jahre alt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schulzentrum Dornhans gibt es eine Grund- sowie eine Realschule. In den Stadtteilen Leinstetten, Marschalkenzimmern und Weiden befindet sich jeweils eine Grundschule. Gymnasien und weiterführende Schulen gibt in den nahe gelegenen Städten Oberndorf und Sulz.

Elektrizitätsversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Bettenhausen im Glatttal befindet sich ein aus dem Heimbach-Stausee bei Loßburg-Sterneck gespeistes Wasserkraftwerk, das ursprünglich auch als Pumpspeicherkraftwerk betrieben wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Frieder Breymayer: Dornhaner Predigten. Hrsg.: Gerd Fischer. Fischbach Verlag, Dornhan 2007, ISBN 978-3-932904-14-1.
  • Franz Mögle-Hofacker: Repertorien: Bestand H; 101,15 Weltliche Lagerbücher: OA Dornhan: (1471) 1527–1806 (1833). Hauptstaatsarchiv, Stuttgart 2005.
  • Gerda Wittmann-Zimmer: Dornhan neunundneunzig nullnull. Roseni, Hamm 2001.
  • Ingrid Schatz: Gundelshausen, Busenweiler, Fürnsal. Ein Streifzug durch die Vergangenheit. Geiger, Horb am Neckar 1993.
  • Wilhelm Ziegler: 25 Jahre Tennisclub Dornhan: 18. bis 20. August 1989. Dornhan 1989.
  • Horst-Herbert Grözinger: Dornhan – meine Heimat im Schwarzwald. Zum 25 jährigen Bestehen der Firma MADO – Maschinenfabrik Dornhan GmbH. Dornhan 1985.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüth, Bernhard (Hrsg.): Friedrich August Köhler. Stadt und Amt Dornhan. Eine historische Beschreibung aus dem Jahr 1839 (Documenta Suevia Bd. 12), Konstanz 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dornhan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 467–471
  3. a b c d e f Max Miller, Gerhard Taddey (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands Bd. 6, Baden-Württemberg (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 276). 2. verbesserte und erweiterte Auflage, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-520-27602-X, S. 151
  4. Geschichte von Dornhan Online bei Leo BW
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 515 f. und 530.
  6. Gemeinderatswahl Dornhan 2019. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  7. Wappenbeschreibungen auf www.dornhan.de (Memento des Originals vom 16. April 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dornhan.de
  8. Anton Reinhardt