Epfendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Epfendorf
Epfendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Epfendorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 15′ N, 8° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 572 m ü. NHN
Fläche: 29,68 km2
Einwohner: 3280 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78736
Vorwahl: 07404
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Adenauerstraße 14
78736 Epfendorf
Webpräsenz: www.epfendorf.de
Bürgermeister: seit 01. August 2017 vakant
Lage der Gemeinde Epfendorf im Landkreis Rottweil
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Über dieses Bild

Epfendorf ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg (Deutschland) und gehört zum Landkreis Rottweil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epfendorf liegt im Oberen Neckartal zwischen Oberndorf am Neckar und Rottweil.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Oberndorf, im Osten an die Stadt Rosenfeld im Zollernalbkreis, im Süden an Dietingen und Villingendorf und im Westen an Bösingen.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Epfendorf sowie den drei Ortsteilen Harthausen, Talhausen und Trichtingen.

Der Teilort Harthausen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das genaue Alter von Epfendorf ist nicht bekannt, der Ort wurde jedoch 994 erstmals urkundlich erwähnt. Damals lag Epfendorf im Herzogtum Schwaben. Bodenfunde deuten auf eine römische Siedlung hin, eine Römerstraße führte zur römischen Siedlung in Waldmössingen.[2]

Epfendorf – Holzbrücke über den Neckar

Epfendorf wechselte wiederholt den Besitzer und kam 1527 um 3716 Gulden an die Reichsstadt Rottweil. 1802 kam es zu Württemberg, dem Oberamt Oberndorf zugehörig, seit 1938 beim Landkreis Rottweil. Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Harthausen nach Trichtingen eingemeindet. Die Eingemeindung von Trichtingen erfolgte am 1. Januar 1975.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Trichtingen (zu der auch der Hauptort Epfendorf zählt) gehört zum Kirchenbezirk Sulz am Neckar der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Oberndorf am Neckar an.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

  1. CDU/FW 47,2 % (-4,7) 9 Sitze (-1)
  2. Freie Bürger 52,8 % (+4,7) 10 Sitze (+/- 0)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2011 wurde der Polizeibeamte Peter Boch im ersten Wahlgang mit 91,46 Prozent der Stimmen gewählt.[4] Im Mai 2017 wurde Boch im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Gert Hager zum neuen Oberbürgermeister von Pforzheim gewählt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot eine blau gefütterte goldene Herzogskrone mit Hermelinstulp.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epfendorf liegt am Neckartal-Radweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Wander- und Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epfendorf besitzt ein ausgedehntes Wanderwegenetz. Der Schlichemwanderweg endet in Epfendorf. Weniger geübte Wanderer können den Weg im Sommer mit dem Rad-Wander-Shuttle vom Startpunkt Tieringen aus in Etappen einteilen.[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit des Teilortes Harthausen befindet sich im Wald das Schloss Lichtenegg. Es ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Bei Epfendorf befindet sich auch der Rest der Burg Schenkenberg aus dem 14. Jahrhundert sowie die Anna Kapelle, die im Jahr 1657 eingeweiht worden ist.

Silberring von Trichtingen (Landesmuseum Württemberg)

Archäologische Fundstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trichtingen wurde in der Archäologie 1928 weit über die Landesgrenzen durch den Fund des Silberrings von Trichtingen bekannt.[7] Er steckte in der Wand eines Drainage-Grabens, ungefähr 60 cm unter der Oberfläche und wog 6,7 kg. Seine Datierung ist umstritten. Als Exponat des Landesmuseums wurde er in die Spätlatènezeit (1. Jh. v. Chr.) eingeordnet. Man vermutet, dass er im Rahmen einer Opferkulthandlung deponiert wurde.[8] Während die Gestaltung des Ringes auf Einflüsse aus dem Donauraum, nach Thrakien oder gar Persien weisen, deuten Vergleichsfunde auf eine Herstellung in Gallien. Der Ring ist heute im Landesmuseum Württemberg ausgestellt.

1976 gab die Deutsche Bundespost eine 50 Pfennig Wertmarke mit dem Motiv des Rings heraus. Sie trug die Aufschrift: Silberring. Halsring von Trichtingen. Abzeichen eines keltischen Fürsten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epfendorf liegt an der Bundesstraße 14 und an der Gäubahn (Stuttgart–Singen), ist derzeit aber ein Bahnhof ohne Personenverkehr. Der Bahnhof Epfendorf dient jedoch weiterhin als Betriebsbahnhof, wo unter anderem die Intercitys von Stuttgart nach Zürich kreuzen. Neben dem Bahnhof Epfendorf existiert ebenfalls ein Bahnhof ohne Personenverkehr im eingemeindeten Talhausen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über zwei Grundschulen, die jeweils im Ortsteil Trichtingen und Epfendorf stehen. Alle weiter führenden Schulen stehen in den nahe gelegenen Städten Oberndorf und Rottweil zur Verfügung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Webseite der Gemeinde Epfendorf.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 515 f.
  4. http://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/epfendorf/?sword_list[]=der&no_cache=1
  5. http://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/pforzheim/?sword_list[]=pforzheim&sword_list[]=boch&sword_list[]=wahl&no_cache=1
  6. Premiere. In: Schwarzwälder Bote. 28. April 2015.
  7. Franz Fischer, Bernhard Rüth: Der Silberring (weiterer Titel: Precaria Perahtoldi. Zur Ersterwähnung Trichtinges (793). Epfendorf 1993.
  8. R. Rademacher: Erste Siedlungsspuren und Altsiedelräume. In: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Landkreis Rottweil. 2. Auflage. Band 1. Ostfildern 2004, ISBN 3-7995-1365-5, S. 102.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Epfendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien