Ein Fisch namens Wanda

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Filmdaten
Deutscher TitelEin Fisch namens Wanda
OriginaltitelA Fish Called Wanda
ProduktionslandUSA
Großbritannien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1988
Länge108 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
JMK 16[2]
Stab
RegieCharles Crichton
DrehbuchJohn Cleese
Charles Crichton
ProduktionMichael Shamberg
MusikJohn Du Prez
KameraAlan Hume
SchnittJohn Jympson
Besetzung
Synchronisation
Chronologie

Nachfolger →
Wilde Kreaturen

Ein Fisch namens Wanda ist eine Filmkomödie von Charles Crichton und John Cleese aus dem Jahr 1988, in der ein gelungener Raubüberfall haarsträubende Verwicklungen für die vier Protagonisten und weitere Betroffene auslöst. In Entstehung und Besetzung ein britisch-amerikanisches Gemeinschaftswerk, spielt der Film auch souverän mit bestimmten Klischeevorstellungen von den Differenzen beider Kulturen, so in einigen der Running Gags, die Wandas Ruf als Kultklassiker mitbegründeten.

Zahlreiche Preise bedeuteten auch Wertschätzung durch fachkundige Juroren, so bei den BAFTA, Golden Globe und Academy Awards 1989. Oscar-Gewinner als bester Nebendarsteller wurde Kevin Kline. Oscar-Nominierungen erfolgten in zwei weiteren Kategorien – eine für das beste Originaldrehbuch, das Cleese und Crichton in mehrjähriger Gemeinschaftsarbeit entwickelt hatten, die andere in der Sparte beste Regie für Crichton allein, der zuvor 23 Jahre lang als Spielfilmregisseur „pausiert“ hatte. Ein Fisch namens Wanda wurde sein größter Erfolg und sein letzter Film zugleich.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bizarres Quartett findet sich in London zusammen, um millionenschwere Beute zu machen: der selbstgefällige Rädelsführer der Juwelenräuber George, der ihm willig ergebene, stotternde Tierliebhaber Ken, die attraktive US-Amerikanerin Wanda und ihr Begleiter (angeblich ihr Bruder), der Kampfsport und Waffen liebende Pseudointellektuelle Otto. Nach gelungenem Überfall beginnt das Ringen um die Beute. Die durchtriebene Wanda, die mit ihren Reizen und den beschränkten Männern spielt, scheint die Fäden in der Hand zu halten. Per anonymem Anruf bei der Polizei bootet sie zunächst George aus und ist im Begriff, auch Otto kaltzustellen, nachdem der den Tresor geknackt hat, in dem die geraubten Diamanten deponiert waren. Der Tresor jedoch ist leer; George hat das Diebesgut an einen anderen Ort verbracht. Wanda besucht ihn, Mitgefühl heuchelnd, in U-Haft, doch er traut ihr nicht, und noch weniger Otto. Er schaltet seinen Gehilfen Ken ein, der den Safeschlüssel in einer kleinen Schatulle in seinem Aquarium versenkt. Wanda wiederum beobachtet ihn dabei und versteckt den Schlüssel im Anhänger ihrer Halskette. Wo der dazugehörige Safe sich befindet, weiß sie freilich ebenso wenig wie Ken.

Um dies in Erfahrung zu bringen, setzt sie, getarnt als Jurastudentin, nun ihre Verführungskünste gegenüber Georges Verteidiger Archie ein. Der nach Lob und Liebe hungernde Mann einer völlig ignoranten Gattin verfällt ihrem Charme im Nu. Es folgt eine Reihe von Verwicklungen. Bei einem Besuch in seinem Haus verliert Wanda ihren Anhänger; Archies unerwartet auftauchende Frau reklamiert ihn als Geschenk für sich; Otto, der eifersüchtig über jeden Schritt Wandas wacht, demütigt Archie, worauf sie von ihrem Kompagnon verlangt, sich umgehend zu entschuldigen; zurück in Archies Haus, entdeckt Otto einen Einbrecher und schlägt ihn nieder, muss aber entsetzt feststellen, dass es kein anderer als Archie selbst ist, der den Einbruch fingiert hatte, um den Anhänger, den seine Frau nicht wieder herausgeben wollte, für Wanda zurückzuerobern. Währenddessen hat George erneut Kens Dienste in Anspruch genommen, um sich der einzigen Belastungszeugin, die ihn in der Nähe des Tatorts gesehen hatte, zu entledigen. In Erwartung eines Freispruchs beauftragt er Ken mit dem Kauf von Flugtickets und vertraut ihm an, wo der Safe sich befindet. Die Verhandlung endet in einem Tumult, nachdem Archie sich versehentlich als Wandas Liebhaber geoutet und sie, als Kronzeugin der Verteidigung, George ein zweites Mal ans Messer geliefert hat.

Der Showdown beginnt in Georges Apartment. Otto hat Ken an einen Stuhl gefesselt und verspeist einen nach dem andern seiner Aquariumsfische – am Ende sogar dessen Liebling namens Wanda –, um aus ihm den Standort des Safes herauszupressen. Dass es das Cathcart Towers Hotel in der Nähe von Heathrow ist, erfährt kurz darauf auch Archie, der beschlossen hat, sich mit Wanda und der Beute nach Südamerika abzusetzen. Er befreit Ken, muss jedoch für die Weiterfahrt nach Heathrow mit dessen Scooter vorlieb nehmen, da Otto sein Auto samt Wanda gekapert hat. Auf dem Flughafen düpiert Wanda ihren „Bruder“, schlägt ihn bewusstlos und entkommt mit den Diamanten. Wieder bei Sinnen, stößt Otto auf Archie, überlistet ihn und ist im Begriff, ihn zu erschießen, will ihn aber zuvor partout noch einmal demütigen, indem er ihn auf dem Rollfeld in ein Fass mit Altöl steigen lässt und verspottet. Auch Ken verhöhnt er, der rachelüstern mit einer riesigen Dampfwalze direkt auf ihn zusteuert; zu spät bemerkt er, dass er in einer frischen Betonschicht feststeckt, und wird überrollt. Archie eilt zur Maschine nach Rio und gesellt sich zu Wanda. Durchs Fenster sieht man den wunderbarerweise wiederauferstandenen, grimmig dreinschauenden Otto, der schließlich, besiegt vom Fahrtwind, den Flieger und das Paar ziehen lassen muss, das laut Abspann in der neuen Heimat eine große Familie mit 17 Kindern gründet.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Cleese und Charles Crichton, die Co-Autoren des Drehbuchs und de facto auch Co-Regisseure, standen schon 1969 kurz davor, gemeinsam einen Film zu realisieren. Als sie dann mehr als ein Jahrzehnt später den Auftrag erhielten, Lehrvideos für das Business Management zu entwickeln, nutzten sie die Gelegenheit, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, und sammelten mittels Brainstorming Ideen für einen Spielfilm. Nach erfolgversprechendem Beginn einigten sie sich auf einen festen Rhythmus: Einer gemeinsamen Arbeitswoche ließen sie zwei Wochen Pause folgen, in denen sie sich unabhängig voneinander neuen Ideen öffnen wollten. Crichton lobte diese Form der Kooperation mit der Begründung, dass so jeder sein spezielles Talent habe einbringen können.[3][4][5]

Zu ihrer individuellen Handschrift kam noch ihre spezifische Prägung durch zwei ganz unterschiedliche „Schulen“ des britischen Humors hinzu: Crichton war in den Nachkriegsjahren einer der Pioniere der in den Londoner Ealing Studios entstandenen Komödien, Cleese eine Generation später Gründungsmitglied von Monty Python. Crichtons bekanntester Film aus jener Zeit war Das Glück kam über Nacht. Allein schon dessen Genre – ein Heist-Movie im Gewand einer Komödie – signalisiert, dass Ein Fisch namens Wanda auf vertrautem Boden gedieh. Zumindest ihm, so Cleese, sei das erst in dem Moment bewusst geworden, als er nach Wandas Verwandtschaft mit der Ealing-Komödie gefragt wurde – und sie spontan bestätigte, wie Crichton auch.[6][4]

Die Idee für das Grundgerüst der Hauptfiguren schöpfte Cleese aus einem Theatererlebnis, das ihn 1962 zum Lachen brachte wie kein anderes zuvor und danach. Es war ein Stück mit vier (unterschiedlich) komischen Charakteren – eine Konstellation, die an so viele Kombinations- und Interaktionsmöglichkeiten denken ließ, dass Langeweile ausgeschlossen schien. Cleese übertrug das Modell auf Wanda. Den Part, den er sich selbst zudachte, entwarf er schon mit Blick auf das US-amerikanische Publikum: den Anwalt Archie Leach als das Klischeebild dessen, was man dort als „typisch britisch“ sah. Mit Michael Palin gewann er einen seiner engsten Mitstreiter von Monty Python. Kevin Kline stellte er in Aussicht, den „bösesten Mann der Welt“ spielen zu dürfen, und ließ ihn bei näherer Beschäftigung mit seiner Rolle selbst zu der Erkenntnis kommen, dass der, der sich für ein Genie hält, im Grunde doch ziemlich „dämlich“ ist. Dass das Quartett durch eine Frau komplettiert werden würde, stand von vornherein fest; dass sie, wie Kline, aus den USA stammte, verdankte Cleese seiner Tochter Cynthia, die ihn auf Jamie Lee Curtis aufmerksam machte.[6]

Das Schreiben des Drehbuchs und der produktionsvorbereitende Prozess dauerten insgesamt rund fünf Jahre und kosteten ca. 150.000 US-Dollar, für die Cleese persönlich aufkam. Den Dreharbeiten gingen zwei Wochen voraus, in denen geprobt wurde. Cleese ermutigte die Schauspieler, eigene Ideen einzubringen. Curtis sprang darauf besonders an, wovon die Figur der Wanda, die sie selbst spielte, naturgemäß am meisten profitierte. (Aus einer sexuell schamlosen, eiskalten, geldgierigen Person machte sie eine Frau, die selbst nicht recht weiß, was sie will, und zugleich Spaß daran hat, Leute zu manipulieren und auszutricksen.) Curtis war voll des Lobes über die gemeinschaftliche Anstrengung – eine für sie neue Erfahrung –, und Palin honorierte ihren persönlichen Anteil daran, indem er ihr ein T-Shirt schenkte mit der Aufschrift Wait, I have an idea.[7][4][6]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1987 konnten die Dreharbeiten beginnen. Dem 77-jährigen Crichton die alleinige Regie zu übertragen, hielt man allerdings aus Sicht von Metro-Goldwyn-Mayer für nicht ganz unbedenklich. Sein Alter war nur das eine; schwerer noch wog seine lange Abstinenz von dem, wofür man ihn engagierte: Die letzten 23 Jahre hatte er zwar noch Fernsehshows und Kurzdokus gemacht, aber keinen Spielfilm. Man entschied daher, Cleese als Co-Regisseur einzusetzen (ohne Nennung), damit er, wiewohl selbst ein „Greenhorn“, im Notfall einspringen konnte. Dieser Fall trat nicht ein. Ihre schon beim Drehbuchschreiben gut funktionierende Arbeitsteilung (Cleese mehr auf die Sprache, Crichton mehr auf das Visuelle achtend) setzten beide am Set fort: Cleese übernahm die Kommunikation mit den Schauspielern, Crichton bestimmte über den praktischen Ablauf. Als Regisseur hatte er nichts verlernt. Seine zügige, ökonomische Arbeitsweise verriet, dass er genau wusste, was er wollte. Er sorgte für einfache Aufbauten, vermied extravagante Kameraschwenks und machte keinen zweiten oder dritten Take, wenn der erste gelang.[4][6]

Dass man das Ende drei Mal drehte, hatte tiefer liegende Gründe. Testläufe der Erstfassung vor US-amerikanischem Publikum hatten ergeben, dass man den Film zwar mochte, aber die Lovestory samt Happyend vermisste. In der Tat deutet der ursprüngliche Schluss unmissverständlich das Gegenteil an, indem die Kamera Wandas Haifischschuhe fixiert und dem Zuschauer zu verstehen gibt: In Rio angekommen, macht sie mit Archie ebenso kurzen Prozess wie mit Otto. Curtis bestätigte, Wanda sei eindeutig „viel dunkler“ angelegt gewesen; sie hätten den ganzen Film über in dem Bewusstsein gespielt, es handle sich um eine Schwarze Komödie. Dass man den kritischen Einwand des Testpublikums ernst nahm und der Neufassung nun einen „emotionalen Kern“ einpflanzte, bedeutete ein Reshooting einzelner Szenen, die geeignet waren, die Romanze zwischen Wanda und Archie glaubhaft zu machen.[6][7]

Gedreht wurde der Film in 10 Wochen (beginnend am 13. Juli 1987) in den Twickenham Studios sowie an verschiedenen Orten in London und Oxford. Die Produktionskosten beliefen sich auf 7,3 Millionen US-Dollar.[7]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand zur Kinopremiere bei der Berliner Synchron nach Synchronregie und Dialogbuch von Arne Elsholtz, der ebenfalls Otto seine Stimme lieh.[8]

Die deutsche Version ist an einer Stelle in den Dialogen abgemildert worden. So tönt Otto in einer Szene, dass die Engländer ohne amerikanische Hilfe im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen besiegt worden wären und sich ständig Marschmusik anhören müssten. In der deutschen Fassung imitiert er Geräusche von Blasinstrumenten und Trommeln, während er in der Originalversion die erste Zeile des Deutschlandliedes, „Deutschland, Deutschland über alles“, singt.

Rolle Schauspieler Dt. Synchronstimme
Archie Leach John Cleese Thomas Danneberg
Wanda Gershwitz Jamie Lee Curtis Uta Hallant
Otto Kevin Kline Arne Elsholtz
Ken Pile Michael Palin Michael Nowka
Wendy Leach Maria Aitken Kerstin Sanders-Dornseif
George Thomason Tom Georgeson Peer Augustinski
Mrs. Coady Patricia Hayes Tilly Lauenstein
Richter Knott Geoffrey Palmer Edgar Ott
Hutchinson, Flugpassagier Stephen Fry Eberhard Prüter
Davidson Roger Brierley Hans Nitschke
Percival Michael Percival Reinhard Kuhnert

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der 71-jährige dänische Arzt Ole Bentzen lachte sich buchstäblich zu Tode, als er sich 1989 Ein Fisch namens Wanda ansah. Die medizinische Erklärung für sein „Herzversagen aus Fröhlichkeit“ besagte, dass sein Lachen die Kontraktion der Herzmuskeln so stark beschleunigt haben soll, dass das Organ daran gehindert wurde, genügend Blut ins Gehirn zu pumpen.[7]
  • Beiden Drehbuchautoren gelang es, eine Szene in den Film zu implementieren, die sie „schon immer einmal“ hatten realisieren wollen: Charles Crichton die von jemand, den eine Dampfwalze überrollt, und John Cleese die eines Stotterers, der in einer Hochdrucksituation unbedingt etwas mitteilen möchte, die verrücktesten Versuche startet und x-mal scheitert, bis es irgendwie klappt und ihm gleich darauf, aus Erleichterung, auch das blockierte Wort herausrutscht... So ließ Cleese die Szene denn auch drehen (worin Ken Archie mitteilen will, wo sich der Safe befindet), aber sie hätte die Geduld des Zuschauers wohl überstrapaziert, weshalb man sich für eine weitaus kürzere Version entschied.[4][9]
  • Michael Palin, der den stotternden Ken spielte, war prädestiniert für die Rolle, weil er aus familiären Erfahrungen schöpfen konnte: Sein Vater litt zeitlebens unter dieser Krankheit. 1993 nutzte Palin dann die Chance auf „Wiedergutmachung“, indem er, einer Anfrage folgend, betroffenen Kindern bot, was seinem Vater verwehrt geblieben war: das Leiden zu behandeln, wenn nicht gar zu heilen. Er gründete das Michael Palin Centre for Stammering Children – eine Einrichtung, die inzwischen auch Erwachsenen offensteht und über ein Therapeutenteam in zweistelliger Zahl verfügt. Palin nennt sie das „unerwartetste Vermächtnis“, was der Film bewirkt habe.[10]
  • Inspiriert zur Figur des Otto, mit der Kevin Kline seinen Oscar erspielte, wurde Cleese durch ein doppelseitiges Inserat in einer US-amerikanischen Zeitschrift, in der ein Guru für ein Wochenendseminar mit dem Slogan warb: Buddhism gives you the competitive edge. (Der Buddhismus verschafft dir den Wettbewerbsvorteil)[6]
  • Einer der zahlreichen Running Gags rund um die Figur des Otto geht auf Kline selbst zurück, der während der Vorgespräche mit Cleese gelegentlich zurückfragte: What was the middle thing? (Was war das im Mittelteil?) Klines Kommentar: „Vielleicht bin ich ja Otto.“[6]
  • Ab und an erschien Crichton am Set in einem T-Shirt, das Cleese ihm geschenkt hatte und die Aufschrift trug: Age and treachery will always overcome youth and skill. (Alter und Verrat finden immer Wege, Jugend und Können zu überwinden)[6]
  • Die Schlusseinstellung der ursprünglichen Filmfassung, die einen von Wandas Schuhen mit einem sehr diskreten Haifischmotiv zeigt, ist das Coverfoto der DVD-Edition von Zweitausendeins.
  • Der Name des Anwalts „Archie Leach“ ist eine Hommage an den 1986 verstorbenen Schauspieler Cary Grant, dessen bürgerlicher Name Alexander Archibald Leach lautet. Nach dem Einbruch in sein eigenes Haus lässt Archie Leach seine Frau überstürzt mit dem Hinweis zurück, er müsse dringend zu einer Konferenz. Dies ist eine Anspielung auf Cleese’ Film Clockwise. Die Schlussbemerkung, der zufolge Otto nach Südafrika geht und dort Justizminister wird, spielt auf den im Jahr zuvor erschienenen Anti-Apartheid-Film Schrei nach Freiheit an, in dem Kevin Kline ebenfalls einen (allerdings eindeutig positiven) Hauptcharakter verkörperte. Otto bietet George beim Gefängnisbesuch außerdem an, einen gewissen Kevin Delaney umzubringen: Kevin Delaney ist der vollständige Vorname (Vor- und Mittelname) von Kline. 1997 arbeitete die Besetzung des Films erneut zusammen für den Film Wilde Kreaturen; dort gibt es zahlreiche Anspielungen auf Ein Fisch namens Wanda: beispielsweise nennt John Cleese Jamie Lee Curtis in der letzten Szene „Wanda“ statt „Willa“, wie sie dort eigentlich heißt.
  • In der Szene, in der Otto und Wanda zusammen ins Bett gehen, versteckte Jamie Lee Curtis ihr Gesicht die ganze Zeit in einem Kissen, um nicht über Klines Grimassen lachen zu müssen. In der gleichen Szene sagt Otto beliebige Phrasen auf Italienisch auf, um Wanda zu betören. In der italienischen Synchro spricht er stattdessen auf Spanisch (z. B. „Francisco Franco“ statt „Benito Mussolini“). Wandas Brüste bezeichnet Otto in der Bettszene auf Italienisch als „le due cupole grande della cattedrale di Milano“ („die zwei großen Kuppeln des Mailänder Doms“); ein zweifelhaftes Kompliment, da der Mailänder Dom keine Kuppeln hat, sondern ein Satteldach. Bei der Beerdigung der Hunde singen zwei Chorknaben: „Miserere domine, canis mortuus est“ („Erbarme dich, Herr, der Hund ist tot“)
  • Archies Tochter Portia wird von John Cleese’ Tochter Cynthia gespielt – im Abspann unter Caylor, dem Familiennamen ihrer Großmutter. Gegen Ende des Films hat der englische Schauspieler und Regisseur Stephen Fry einen kurzen Gastauftritt als Flugpassagier Hutchison, der sein Ticket von Otto abgenommen bekommt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [11]
Publikum [11]
Metacritic
Kritiker [12]
Publikum [12]
IMDb [13]

James Berardinelli meinte auf ReelViews, dass in Bezug auf Komiker jeder seinen Favoriten habe. Seiner sei John Cleese. Ein Fisch namens Wanda stelle den Höhepunkt in der Filmkarriere des Schauspielers dar und zeige nicht nur dessen komödiantische Begabung auf, sondern auch die der anderen Darsteller. Das Drehbuch beinhalte genug „urkomische“ Momente, damit sich das Publikum vor Lachen nicht mehr halten könne. Der Film sei „ungeheuerlich“, „anstößig“ und sogar „ein wenig krank“ – und gerade deshalb so amüsant.[14]

„Reichlich Situationskomik, ein überaus spielfreudiges Ensemble und eine gelungene deutsche Synchronisation der vielen Wortspiele sorgen für ein durch ein paar Derbheiten kaum getrübtes Filmvergnügen, in dem angelsächsisch-trockener und amerikanisch-temporeicher Witz aufeinander prallen.“

„Die Figurenkonstellation des von Crichton und Cleese gemeinsam entwickelten Scripts ist grandios angelegt und auch in der Besetzung überzeugend […] Die temporeiche Inszenierung gelang […] mit Bravour […] Die Zusammenarbeit der beiden [Crichton und Cleese] vereint Ealing-Tradition und Monty Python Talent zu einer komödiantischen Meisterschaft, die den Film schnell Kult-Status erringen ließ.“

Kerstin-Luise Neumann[16]

„Der große Pluspunkt des Drehbuchs ist zweifellos, dass es sowohl mit britischen als auch mit amerikanischen Klischees und den beiden doch sehr verschiedenen Kulturen jongliert und beide völlig ungeniert gegeneinander ausspielt.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989
  • Oscar in der Kategorie Bester Nebendarsteller (Kevin Kline)
    Weitere Oscar-Nominierungen in den Kategorien Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch
  • Golden-Globe-Award-Nominierungen in den Kategorien Bester Film – Comedy/Musical, Bester Hauptdarsteller – Comedy/Musical (John Cleese), Beste Hauptdarstellerin – Comedy/Musical (Jamie Lee Curtis)
  • BAFTA Awards in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (John Cleese) und Bester Nebendarsteller (Michael Palin)
    nominiert in sieben weiteren Kategorien
  • David di Donatello in der Kategorie Bester ausländischer Film
  • Goldene Leinwand in Deutschland für den Erfolg an den Kinokassen

Platz 21 auf der vom American Film Institute erstellten Liste der 100 besten englischsprachigen Komödien. Das British Film Institute wählte Ein Fisch namens Wanda im Jahre 1999 auf Platz 39 der besten britischen Filme aller Zeiten.

Editionen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Twentieth Century Fox, 2006 (DVD und Blu-ray). Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch. US-Trailer, 8-seitiges Booklet.
  • Zweitausendeins, 2010 (DVD). Sprachen: Deutsch, Englisch. Audiokommentar mit John Cleese, nicht verwendete und geänderte Szenen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Ein Fisch namens Wanda. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Oktober 2004 (PDF; Prüf­nummer: 60 970 V/DVD).
  2. Alterskennzeichnung für Ein Fisch namens Wanda. Jugendmedien­kommission.
  3. Myrna Oliver: Charles Crichton, British Director of Movie Comedies, in: Los Angeles Times, 16. September 1999 (englisch), abgerufen am 9. Juli 2018
  4. a b c d e Anna Green: 11 Fun Facts about A Fish Called Wanda, in: Mental Floss, 29. August 2017 (englisch), abgerufen am 9. Juli 2018
  5. Tom Vallance: Obituary: Charles Crichton, in: The Independent, 16. September 1999 (englisch), abgerufen am 9. Juli 2018
  6. a b c d e f g h John Cork: Making of A Fish Called Wanda. MGM Home Entertainment Inc., 2003.
  7. a b c d A Fish Called Wanda in der Datenbank vom American Film Institute (englisch), abgerufen am 9. Juli 2018
  8. Deutsche Synchronkartei: Deutsche Synchronkartei | Filme | Ein Fisch namens Wanda. Abgerufen am 19. April 2018.
  9. Aljean Harmetz: ‘Fish Called Wanda’ a Crichton keeper, in: The Milwaukee Journal, 26. März 1989 (englisch), abgerufen am 9. Juli 2018
  10. Michael Palin: ‘The King's Speech’ is my family's story, too, in: The Telegraph, 11. Januar 2011 (englisch), abgerufen am 9. Juli 2018
  11. a b Ein Fisch namens Wanda bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 6. März 2015
  12. a b Ein Fisch namens Wanda bei Metacritic, abgerufen am 6. März 2015
  13. Ein Fisch namens Wanda in der Internet Movie Database (englisch)
  14. Filmkritik von James Berardinelli
  15. Ein Fisch namens Wanda im Lexikon des internationalen Films, abgerufen am 4. November 2008
  16. in: Filmklassiker, Beschreibungen und Kommentare /hrsg. von Thomas Koebner […], Bd. 4: 1982–1994, Reclam, Stuttgart 1995 (Universal-Bibliothek; 9419), ISBN 3-15-009419-4, S. 260–263.
  17. Jens Adrian: Ein Fisch namens Wanda Filmkritik, 17. August 2003, abgerufen am 9. Juli 2018