Neubulach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neubulach
Neubulach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neubulach hervorgehoben
48.6611111111118.6919444444444584Koordinaten: 48° 40′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 584 m ü. NHN
Fläche: 24,69 km²
Einwohner: 5420 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 75387,
75385 (Lautenbachhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07053
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 047
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 3
75387 Neubulach
Webpräsenz: www.neubulach.de
Bürgermeister: Walter Beuerle
Lage der Stadt Neubulach im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
Über dieses Bild

Neubulach ist ein Luftkurort im Nordschwarzwald, in der Nähe von Calw in Baden-Württemberg. Neubulach ist der erste Ort in Deutschland mit staatlich anerkanntem Heilstollen-Kurbetrieb.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Neubulach gliedert sich in die fünf Stadtteile Altbulach, Liebelsberg, Martinsmoos, Neubulach und Oberhaugstett. Der Stadtteil Altbulach ist wiederum in die vier untereinander nicht abgegrenzten Teilbezirke Altbulach, Seitzental, Kohlerstal und Station Teinach gegliedert. Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung wie auch die der Teilbezirke des Stadtteils Altbulach erfolgt in der Form „Neubulach – Stadtteil …“. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, wobei die Teilbezirke Seitzental, Kohlerstal und Station Teinach des Stadtteils Altbulach zusammen den Wohnbezirk „Talorte“ und der Teilbezirk Altbulach den Wohnbezirk „Altbulach“ bilden.[2]

Zum Stadtteil Altbulach gehören das Dorf Altbulach, die Weiler Kohlerstal und Seitzental und die Orte Elektrizitätswerk und Marmorwerk. Zum Stadtteil Liebelsberg gehören das Dorf Liebelsberg, das Gehöft Lautenbachhof und die Häuser Teinachtal. Zu den Stadtteilen Martinsmoos und Oberhaugstett gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Stadtteil Neubulach gehören die Stadt Neubulach und der Ort Lochsägmühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Altbulach wurde erstmals 1390 erwähnt, könnte aber bereits um 800 entstanden sein und erhielt die Vorsilbe Alt- im Ortsnamen zur Unterscheidung von der erst im 13. Jahrhundert entstandenen Stadt (Neu-)Bulach. Oberhaugstett wurde 1355 erstmals erwähnt, Liebelsberg 1374 und Martinsmoos 1423. Alle drei Orte sind aber sicher deutlich älter, Liebelsberg wurde als Waldhufendorf angelegt. Neubulach, bis 1799 meist nur Bulach genannt, ist eine besonders gut erhaltene kleine mittelalterliche Bergbaustadt und wurde 1275 erstmals erwähnt, der Silberbergbau 1286.[4] Im 13. Jahrhundert hatte der Bergbau offenbar seine große Blütezeit, die vielleicht bis ins 14. Jahrhundert andauerte. Dabei entstand wohl auch eine Bergbausiedlung, die vielleicht um 1274 von den Grafen von Hohenberg zur Stadt Bulach erhoben wurde. Gelegentlich wird vermutet, dass der Bergbau bereits vor dem 13. Jahrhundert eingesetzt haben könnte, dafür gibt es bisher aber keinerlei Hinweise. 1364 verkauften die Grafen von Hohenberg Stadt und Herrschaft Bulach einschließlich des Bergwerks an die Kurfürsten von der Pfalz, die sie 1440 an die Grafen von Württemberg weiterverkauften. Zu dieser Zeit hatte der Bergbau seine Blütezeit längst überschritten, weitere Versuche erfolgten um 1478, in den 1530er Jahren, 1551–1553, 1557–1563, 1567–1568, 1594–1608, 1656–1657, 1718–1727, 1747–1761, 1773–1790 (Auffahrung des Wasser-Stollens) und schließlich 1820–1831 (1822–1831 Auffahrung des Wilhelm-Stollen, heute Hella-Glück-Stollen genannt). Dabei wurde aber immer wieder festgestellt, dass die Lagerstätte bereits im Mittelalter so tiefreichend abgebaut worden war, dass keine gewinnbringenden Erze mehr vorhanden waren. 1916–1932 und 1937–1945 versuchten verschiedene Unternehmen untertage, vor allem aber aus den alten Halden Gold und Wismut zu gewinnen. Angeblich soll Neubulach um 1326 abgebrannt sein, ein zweiter Stadtbrand ereignete sich 1505. Im Bauernkrieg 1525 wurde Neubulach von den Bauern besetzt. Anders als gelegentlich behauptet, wurden dabei aber weder die Stadt in Brand gesetzt, noch das (vermutlich stillliegende) Bergwerk zerstört.
Die heutige Stadt wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Stadt Neubulach und der Gemeinden Altbulach, Liebelsberg, Martinsmoos und Oberhaugstett neu gebildet.

Wappen der früheren Gemeinden[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein rotbewehrter, rotbezungter und rotgekrönter schwarzer Adler, belegt mit einem silbernen Brustschild, darin schräggekreuzt ein roter Schlägel und ein roter Hammer.“

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

Unabhängige Wählervereinigung 50,0 % 10 Sitze -3
CDU 40,0 % 8 Sitze +1
Aktive Bürger 10,0 % 2 Sitze +2

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Neubulach und Oberhaugstett verläuft die Landesstraße 348 aus Richtung Calw nach Altensteig. Durch das Nagoldtal und damit über Neubulacher Gemarkung führt die Bundesstraße 463 von Horb nach Pforzheim. Die nächsten Autobahnanschlüsse an die A81 in etwa 25 km Entfernung sind in Herrenberg und Gärtringen.

Neubulach besitzt einen Bahnhof an der Nagoldtalbahn von Horb nach Pforzheim, der halbstündlich in beide Richtungen bedient wird. Der Bahnhof liegt etwa 5 km nordöstlich des Stadtkerns im Nagoldtal, daher werden die Stadtteile durch Busse erreicht, die im Anschluss an die meisten Zugankünfte vom Bahnhof aus abfahren. Darüber hinaus verkehren aus allen Stadtteilen direkte Busse nach Calw, Wildberg und Altensteig. Alle öffentlichen Verkehrsmittel in Neubulach sind in den kreisweiten Gemeinschaftstarif der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw integriert.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Maschinenfabrik Friedrich Duss wurde 1920 in Neubulach gegründet und ist heute einer der bekanntesten Hersteller von Bohrwerkzeugen.

Das Orgelbauunternehmen Johannes Rohlf stellte die Orgel der Baden-Badener Stiftskirche her.

Bildung[Bearbeiten]

Neubulach verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Darüber hinaus gibt es noch zwei reine Grundschulen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingang zum Besucherbergwerk Hella-Glück

Museen[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Großer Krämermarkt am Ostermontag
  • Herbst-Krämermarkt
  • Hallenfußballturnier Ende Dezember
  • Maibaumfest mit Maiwagenausstellung am 30. April in Altbulach
  • Maibaumstellen am 30. April in Martinsmoos
  • Jedes 2te Wochenende im Juli Dorffest in Martinsmoos
  • Wein- und Zwiebelkuchenfest Ende September in Altbulach, Freiwillige Feuerwehr
  • Fotofestival Neubulach im November (Früher Neubulacher Diatage)
  • Frühjahrskonzert des Musikvereins
  • Rettichfest des Musikvereins im Juli
  • Internationales Stabhochsprungmeeting des TV Oberhaugstett am Pfingstmontag
  • Schnitzelfest des DRK Ortsverein Neubulach im Juni

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Julius Heuß
  • Georg Friedrich Müller
  • Friedrich Duss
  • Dr. med. Heinrich Günzler
  • Friedrich Hermann
  • Friedrich Neuweiler
  • Dr. Albert Klein
  • Dr. med. dent. Hugo Wieland
  • Siegfried Luz

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lorenz, Sönke / Schmauder, Andreas (Hrsg.): Neubulach – Eine Stadt im Silberglanz. Neubulach 2003, ISBN 3-935129-12-2
  • Werner, Wolfgang / Dennert, Volker: Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald. Freiburg im Breisgau 2004, S. 147–163.
  • Neuweiler, Friedrich / Ohngemach, Georg: Neubulach Heimatgeschichte. Neubulach 1977.
  • Volz, Albert: Altbulacher Geschichten 1855–1990, Neubulach 1992.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neubulach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Neubulach vom 9. Dezember 2009 (PDF; abgerufen am 27. Januar 2014)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 488–490
  4. Alle Angaben zur Bergbaugeschichte nach Meyerdirks in Werner/Dennert, S. 156-162