Schömberg (Landkreis Calw)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schömberg
Schömberg (Landkreis Calw)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schömberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 47′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 650 m ü. NHN
Fläche: 37,22 km²
Einwohner: 7987 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75328
Vorwahlen: 07084; 07235
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 065
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenstraße 7
75328 Schömberg
Webpräsenz: www.schoemberg.de
Bürgermeister: Matthias Leyn
Lage der Gemeinde Schömberg im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
Über dieses Bild

Schömberg ist eine Gemeinde und staatlich anerkannter Heilklimatischer Kurort und Kneippkurort im Nordschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schömberg liegt auf der Enz-Nagold-Platte zwischen den beiden Flüssen Enz und Nagold. Die Enz-Nagold-Platte gehört zu den Randplatten des Schwarzwaldes. Diese werden hauptsächlich von den Schichten des oberen Buntsandstein gebildet. Breite Quellmulden und tief eingeschnittene Haupttäler zerschneiden die Platten. Nach Osten hin öffnet sich in Schömberg die Quellmulde des Eulenbachs, der in Unterreichenbach in die Nagold mündet. Das Schömberger Gemeindegebiet entwässert einerseits in Richtung Osten in das Nagoldtal, andererseits in Richtung Westen in das Enztal. Die Höhendifferenz liegt zwischen 400 m ü. NN im Eulenbachtal und 724 m ü. NN auf der Langenbrander Höhe. Die Höhe der Kerngemeinde selbst schwankt zwischen 600 m ü. NN in der Talstraße und 680 m ü. NN auf dem Bühl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden und Orte grenzen – im Uhrzeigersinn genannt und von Norden beginnend – an Schömberg: Engelsbrand (Enzkreis), Unterreichenbach, Bad Liebenzell, Oberreichenbach, Bad Wildbad, Höfen (alle Landkreis Calw) und Neuenbürg (Enzkreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schömberg besteht aus Schömberg mit den Wohnplätzen Bühlhof und Charlottenhöhe und den Ortsteilen Bieselsberg, Langenbrand, Oberlengenhardt und Schwarzenberg. Die Ortsteile sind zugleich Ortschaften im Sinne der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg mit einem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als Vorsitzendem. Alle eingemeindeten Orte gehören zum Landkreis Calw.

Ortsteil Eingemeindung Einwohner[2] zugehörige Wohnplätze
Bieselsberg 1975 1.019 Untere Mühle
Langenbrand 1975 1.320
Oberlengenhardt 1975 523
Schwarzenberg 1971 856 Schwarzenberger Sägmühle

Bieselsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Bieselsberg.png

Der Ortsteil Bieselsberg liegt auf einer Anhöhe in 570 m.ü. NN. Durch die Tannenwälder der Umgebung führen Wanderwege zu den beliebten Ausflugszielen. Der Ortsteil ist durch die Buslinie nach Pforzheim an Schömberg angebunden (Linie 743), sie verkehrt etwa stündlich an Werktagen.[3]

Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Schwarzenberg liegt in 620 m.ü. NN inmitten ausgedehnter Tannenwälder mit zahlreichen Wanderwegen.

Schwarzenberg hat Busverbindungen nach Schömberg, Calw, Bad Wildbad und Pforzheim. Am westlichen Ortseingang befindet sich ein sehenswerter Steinkreis. Er wurde 1993 von Kunsterzieher Werner Neumann im Rahmen eines Schulprojektes nach megalithischen Vorbildern errichtet. Vermutlich ist er mit 21,6 m Durchmesser der größte in Deutschland.

Langenbrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luftkurort Langenbrand erstreckt sich auf einer Höhe von 673–730 m ü. NN im Norden Schömbergs. Sehenswert ist die alte Dorfkirche mit ihren mittelalterliche Malereien und dem Ostchorturm aus dem 11.–12. Jahrhundert. Der 148 m hohe Sendeturm Langenbrand, der von allen Anhöhen des Nordschwarzwalds zu sehen ist, steht auf der Gemarkung des Ortsteils.

Der öffentliche Nahverkehr bietet Busverbindungen nach Pforzheim, Bad Wildbad, Neuenbürg und Calw.

Oberlengenhardt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Oberlengenhardt liegt auf 670 m ü. NN und ist von Wäldern mit ebenen Wanderwegen umgeben. Es ist eines der letzten, in seiner traditionellen Siedlungsstruktur erhaltenen Waldhufendörfer. Bei klarem Wetter eröffnet sich von hier aus die Fernsicht zum Hohenzollern („Zollernblick“) und der Schwäbischen Alb.

Omnibusverbindungen bestehen nach Calw, Pforzheim und Bad Wildbad.

Charlottenhöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Charlottenhöhe ist kein eigentlicher Ortsteil, sondern ein ehemaliges, im Wald gelegenes Lungensanatorium, das zur Gemarkung Schömberg gehört und 1907 als Volksheilstätte eingerichtet wurde. Namensgeberin war Königin Charlotte von Württemberg. Außerdem stehen hier sechs Einfamilienhäuser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schömberg wird 1177 erstmals urkundlich in einer Schenkungsurkunde des Klosters Hirsau unter dem Namen Schamberg erwähnt. Erst 1603 verkauft der Markgraf Georg Friedrich von Baden das Amt Liebenzell, zu dem auch Schömberg gehörte, an Herzog Friedrich von Württemberg. Seitdem ist Schömberg württembergisch. Lange Zeit war Schömberg wie viele andere Schwarzwaldorte auch ein unbedeutendes Waldhufendorf. Land- und Forstwirtschaft prägten das tägliche Leben. Erst nachdem der Erfurter Fabrikantensohn Hugo Römpler 1884 eher zufällig das gute Klima Schömbergs entdeckte und selbst von seinen Lungenleiden geheilt wurde, begann der rasante Aufstieg Schömbergs zum weit über die Region hinaus bekannten Kurort. Bereits 1888 erwarb Hugo Römpler das Gasthaus zum Hirsch und richtete das Erste Luftkurhaus Schömbergs mit 15 Zimmern ein. Mit der Berufung des Arztes Dr Baudach begann die Professionalisierung des Kurbetriebs. In Württemberg entstand so das erste Lungensanatorium. Bis 1902 erfuhr das Sanatorium umfangreiche Anbauten und erhielt den Namen S1.[4] Parallel dazu entstand unter Römplers erstem Chefarzt Dr Baudach 1898 die Neue Heilanstalt am Ortsrand Richtung Bad Liebenzell. Diese wurde seit 1899 bis 1942 von Dr. Schröder dann als Waldsanatorium Dr. Schröder geführt. Auch Privatpersonen richteten Zimmer zur Vermietung ein, sodass es in der Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu 2500 Gästebetten in Schömberg gab.[5]

Räumliche Entwicklung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Schwarzenberg nach Schömberg eingemeindet. Am 1. Juli 1974 wurde der Ort Tannmühle von Schömberg nach Calmbach, heute Bad Wildbad, umgemeindet. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Schömberg, Bieselsberg, Langenbrand und Oberlengenhardt neu gebildet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche in Schömberg

In jedem Ortsteil befindet sich eine evangelische Kirche, im Ortsteil Schömberg zusätzlich die katholische Kirche St. Josef und eine neuapostolische Kirche.[6]

Im Ortsteil Schwarzenberg befindet sich neben einer evangelischen Kirche und einer evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde auch das Haus des Heils, die Bildungsstätte der Gemeinde der Christen Ecclesia, einer Gliedkirche des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 1. März 2015 erreichte Matthias Leyn (CDU) im zweiten Wahlgang 55,6 % der abgegebenen gültigen Stimmen und tritt damit die Nachfolge von Bettina Mettler an. [7]

Rathaus Schömberg

Amtsträger seit 1848[8]

  • 1848–1856: Christian Rentschler
  • 1856–1882: Jakob Dittus
  • 1883–1907: Matthäus Rentschler
  • 1907–1945: Gustav Hermann
  • 1945–1949: Gustav Bäuerle
  • 1949–1975: Walter Brenner
  • 1975–1991: Manfred Brugger
  • 1991–2007: Gerhard Vogel
  • 2007–2015: Bettina Mettler
  • seit 2015: Matthias Leyn

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab bei einer Wahlbeteiligung von 47,3 % folgende Sitzverteilung:[9]

CDU 41,7 % +6,5 7 Sitze +1
FWG 31,9 % −2,5 6 Sitze +/−0
SPD 26,4 % -3,9 5 Sitze −1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über dem dreimal von Silber und Blau wellenförmig geteilten Schildfuß erhebt sich ein grüner Dreiberg. Aus der mittleren Kuppe steigt eine rote Sonne mit elf Strahlen empor. Auf den äußeren Kuppen steht jeweils eine grüne Tanne. Die Flaggenfarben sind Grün und Weiß.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 waren nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes von den 7.968 Einwohnern Schömbergs 2.859 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon waren 2.067 Personen Pendler, die außerhalb Schömbergs arbeiteten (rund 72 %). Gleichzeitig gab es 900 Einpendler, sodass man in Schömberg auf 1.692 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze kam. 166 Menschen waren arbeitslos gemeldet, also rund 2,1 %.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schömberg hat auf gesamtem Gemeindegebiet sechs Kindertagesstätten, davon zwei in Schömberg. Jeder Teilort verfügt über jeweils eine Kindertagesstätte. Mit der Ludwig-Uhland-Schule verfügt Schömberg über eine Grund- und Werkrealschule.

Berufsförderungswerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Berufsförderungswerk Schömberg bietet seit über 50 Jahren Umschulungs- und Rehabilitationsmaßnahmen an. Wer seinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, dem werden durch eine Umschulungs- oder Weiterbildungsmaßnahme neue Perspektiven eröffnet. Die Anfänge des Berufsförderungswerkes gehen auf die Arbeit mit Tuberkulosekranken in der Heilstätte Charlottenhöhe zurück. Bereits 1938 entstand durch das Engagement Dr. Dorns die Arbeitsheilstätte auf dem Bühl, wo das Berufsförderungswerk bis heute beheimatet ist. Seit 1964 wurde es dann als Rehabilitationszentrum unter dem Namen Berufsförderungswerk erweitert. Nach mehreren Erweiterungen und Sanierungen bietet das Berufsförderungswerk heute ca. 600 Menschen in sechs verschiedenen Fachrichtungen die Möglichkeit, beruflich neue Wege einzuschlagen. Dazu gehören Umschulungen im kaufmännischen Bereich, in Konstruktion, Fertigung, Qualitätswesen, Elektronik und IT. In den letzten 50 Jahren haben rund 18 000 Menschen an Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen des Berufsförderungswerkes teilgenommen.[11] Das Berufsförderungswerk Schömberg ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke.

Kliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Celenus Klinik Schömberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Celenus Klinik Schömberg besteht seit 1974. Sie ist eine psychosomatische Fachklinik für die Rehabilitation im Rahmen von seelischen Leidenszuständen wie Angstzuständen, Depressionen oder Belastungsstörungen. Die Celenus Klinik verfügt über 229 Betten in Einzelzimmern.[12] Untergebracht ist die Klinik im 1898 erbauten Gebäude der ehemaligen Lungenheilanstalt Neue Heilanstalt, ab 1949 Waldsanatorium Dr. Schröder. Die Celenus Klinik Schömberg GmbH ist Teil des Verbundes Celenus Kliniken GmbH mit Sitz in Offenburg.

Kinderklinik Schömberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kinderklinik Schömberg besteht seit 1972. Sie ist ein Fachkrankenhaus in gemeinnütziger Trägerschaft für Patienten mit neurologischen Problemen. Zur ganzheitlichen Versorgung der Patienten wurde das sogenannte Schömberger Modell entwickelt, das unterschiedliche Arbeitsbereiche gleichwertig verknüpft. Dazu gehören ärztliche Kompetenzen, Pflegekompetenzen, therapeutische Kompetenzen und psychologisch-pädagogisch-sozialmedizinische Kompetenzen. Für die Patienten steht ein eigener Klinikkindergarten und eine Klinikschule zur Verfügung. Die Kinderklinik kann bis zu 60 Patienten stationär aufnehmen. Der letzte Erweiterungsbau wurde im September 2011 eingeweiht.[13] Seit Juni 2010 hat Frau Herta Däubler-Gmelin die Schirmherrschaft für die Klinik übernommen.[14] Die Kinderklinik Schömberg gGmbH ist eine Tochtergesellschaft der Reha-Südwest für Behinderte gGmbH in Karlsruhe.

Reha-Zentrum Schömberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reha-Zentrum Schömberg ist eine Fachklinik zur Rehabilitation mit den Schwerpunkten Orthopädie und Innere Medizin in Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Klinik Schwarzwald verfügt über 244 Betten in Einzelzimmern.[15] Das Reha-Zentrum ist in den Gebäuden der ehemaligen Römerberg-Klinik untergebracht, die von 1961 bis 1983 unter Trägerschaft der Bundesbahnversicherungsanstalt dort untergebracht war.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den jeweiligen Lokalteilen berichten sowohl die Pforzheimer Zeitung als auch der Schwarzwälder Bote über Schömberg. Außerdem werden die kostenlosen Anzeigenblätter PZ-Extra, Große Wochenzeitung WOM (beide mittwochs) und die Pforzheimer Wochenzeitung (samstags) verteilt. Das amtliche Mitteilungsblatt Schömbergs ist seit 1956 der Bürgerfreund, der freitags zugestellt wird.

Kultur und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schömberg liegt am Mittelweg, dem Fernwanderweg, der von Pforzheim nach Waldshut an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

„Glücksgemeinde“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2009 ist Schömberg amtlich eingetragene „Glücksgemeinde“. Ziel des sich selbst auferlegten Glückskonzeptes ist es, nachhaltig die Zufriedenheit und Erfüllungsglück der Bürger sicherzustellen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Schömberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Schömberg, Blick in den Altarraum

Der Grundstein für die Schömberger Kirche wurde am 22. Mai 1832 gelegt. Die alte Kirche, die etwas unterhalb stand, war zu klein und baufällig geworden. Das Grundstück musste die Kirchengemeinde für 800 Gulden erwerben, die Baukosten in Höhe von rund 16 000 Gulden trug das Königreich Württemberg. Einweihung war am 15. September 1833. Ursprünglich war der Kirchenraum nach Süden ausgerichtet und bot ca. 1000 Menschen Platz. Der Altar und die Kanzel befanden sich in der Mitte der südlichen Querseite. Dort ist bis heute die Sakristei. Erste große Veränderungen gab es 1928. Die Ostempore wurde abgebrochen und der Innenraum in diese Richtung ausgerichtet. Das Gestühl wurde erneuert und die Westempore verlängert. Darunter entstanden zwei Gemeindesäle, die durch eine Holzschiebewand vom Kirchenraum abgetrennt waren. Den Altarraum schmückte nun ein Gemälde, auf dem Jesus als Heiland und Retter für hilfesuchende Menschen dargestellt war. Über die gesamte Breite war in Großbuchstaben zu lesen: Kommet her zu mir alle die ihr mühselig und beladen seid. 1959 erfolgte eine weitere Umgestaltung des Kircheninneren. Von Rudolf Yelin dem Jüngeren wurde ein neues Wandgemälde gestaltet, welches das himmlische Jerusalem darstellt. Das Kruzifix aus der alten Kirche, das vermutlich bereits im 15. Jahrhundert entstanden ist, fand einen zentralen Platz im Altarraum. 2002 wurde dann der steinerne Taufstein durch einen beweglichen, hölzernen ersetzt. Die Holzschiebewände unter der Westempore wurden entfernt und starre Glaswände eingebaut. [16]

Katholische Kirche St. Joseph[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Joseph

Im Jahr 1927 überlässt Schömberg der katholischen Kirchengemeinde unentgeltlich einen Bauplatz. Dadurch konnte bereits am 5. Juli 1929 der erste Spatenstich für die Kirche erfolgen. Der Architekt Hans Herkommer aus Stuttgart wurde mit dem Bau beauftragt. Die Baukosten betrugen 110 000 Reichsmark. Am 29. Mai 1930 wurde die Kirche durch Weihbischof Franz Joseph Fischer geweiht. Die erste aufwändige Innensanierung fand 1980 ihren Abschluss. Im Jahr 1999 wurde der Innenraum abermals umgestaltet. Dabei wurde an der Decke der ursprüngliche Farbton wieder freigelegt bzw. erneuert. In den darauffolgenden beiden Jahren waren auch außen Renovierungsarbeiten fällig. In die äußere Gestalt wurde dabei jedoch nicht eingegriffen.[17]

Ulrichskirche Langenbrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vermutlich älteste Kulturdenkmal in Schömberg ist die Ulrichskirche in Langenbrand. Der untere, massiv gemauerte Teil des Turms bis auf 12 m Höhe hat Merkmale der Romanik und kommt daher etwa aus der Zeit des 11. oder 12. Jahrhunderts und war wohl am Anfang eine Kapelle. Der obere Teil mit Glockenstube erhielt seine heutige Form im 18. Jahrhundert. Die Innenmaße des heute als Chorraum genutzten Turms betragen 5,33 x 5,23 m. 1404 wurde Langenbrand eine selbständige Kirchengemeinde mit Filialen. Dafür wurde an die vorhandene Kapelle ein Kirchenschiff mit 6 m Länge angebaut, die Westwand der Kapelle (Turm) aufgebrochen und ein gotischer Chorbogen eingebaut. Die Ost- und Westseite der Kapelle erhielten gotische Fenster und das gotische Kreuzgewölbe. Das Kreuzgewölbe ruht auf vier freistehenden romanischen Säulen. Die Decken und Seiten sind mit schönen Fresken geschmückt, die 1962-64 wieder freigelegt wurden. In den Jahren 1792–1793 erhielt das Kirchenschiff seine heutige Form mit einer Größe von 19,3 x 10,1 m. In den Jahren 1962 bis 1964 erfolgte eine grundlegende Neugestaltung des Innenraumes.

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1925 wurde der Grundstein für das Rathaus in der Lindenstraße gelegt. Es sollte das alte Rathaus in der Talstraße ablösen. Im Rathaus war sowohl Amtswohnung für den Bürgermeister, Polizeiposten und Notariat untergebracht. Das führte zu immer größerem Raummangel. Deshalb wurden für das Notariat 1967 eigene Räume außerhalb geschaffen. Die Amtswohnung wurde 1971 zuletzt von Bürgermeister Brenner aufgegeben. Durch die Verwaltungsreform 1975 und die Schaffung der Gemeinde Schömberg wurde noch mehr Platz benötigt. Ein Erweiterungsbau wurde aber erst 1991 fertiggestellt. In diesem Zuge wurde auch der Lindenplatz neu gestaltet. Sieger der Ausschreibung war das Architekturbüro Wick und Partner aus Stuttgart.

Kurhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Foyer des Kurhauses befinden sich Wand- und Deckengemälde des Künstlers Hermann Finsterlin (1887–1973) von 1957. Die Gemälde wurden 1979/1980 mit einer schweren Velourstapete überklebt und erst 1999 wieder freigelegt und restauriert.[18]

Sendeturm Langenbrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender Langenbrand wurde 1964 errichtet und hat eine Höhe von 143 Meter. Er wird von der Deutschen Telekom AG betrieben.

Windkraftanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 wurde das Windrad auf Langenbrander Gemarkung errichtet. Es wird von Prowind betrieben und hat eine Leistung von 0,75 MW.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Juli findet in Schömberg die Glückswoche statt.
  • Im September findet in Bieselsberg die Schwarzwälder Spezialitäten-Wanderung statt.
  • Im Dezember findet in Schömberg das Schömberger Weihnachtsglück statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Römpler, Gründer des Sanatoriums Schömberg S1
  • Georg Schröder (1870–1942), Chefarzt des Waldsanatoriums Dr. Schröder
  • Gustav Hermann (1907–1945), Bürgermeister
  • Fritz Keser (1874–1954), Direktor des Waldsanatoriums Dr. Schröder
  • Karl-Heinz Bertsch, Schneidermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Bürger Schömbergs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Martow (1873–1923), russischer Politiker
  • Neven Subotic (* 1988), Fußballspieler, lebte als Kind in Schömberg, wo er beim dortigen TSV Schwarzenberg von der F-Jugend bis zur D-Jugend spielte.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schömberg (Landkreis Calw) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Stand der Bevölkerungszahlen: 30. September 2014, abgerufen am 27. August 2015
  3. Fahrplan der Linie 743 (PDF; 107 kB)
  4. Karl-Heinz Bertsch: Geschichte unseres Heimatortes Schömberg in Wort und Bild. Druckhaus Müller, Neuenbürg 1993, S. 19-26
  5. Karl-Heinz Bertsch: Geschichte unseres Heimatortes Schömberg in Wort und Bild. Druckhaus Müller, Neuenbürg 1993, S. 29
  6. www.schoemberg.de
  7. offizielle Homepage der Gemeinde, http://www.schoemberg.de/wahldat/235065m-010315.htm abgerufen am 1. März 2015
  8. Schömberg. Im Spiegel historischer Postkarten und Bilder aus über einem Jahrhundert; Printsystem Medienverlag, Heimsheim 2002, S. 164, ISBN 3-9808123-1-6
  9. http://www.statistik-bw.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2014/GTabelle.asp?235065
  10. Schömberg. Im Spiegel historischer Postkarten und Bilder aus über einem Jahrhundert; Printsystem Medienverlag, Heimsheim 2002, S. 32, ISBN 3-9808123-1-6
  11. Homepage des Berufsförderungswerkes, abgerufen am 28. August 2015
  12. Homepage der Celenus Klinik, abgerufen am 28. August 2015
  13. Homepage der Kinderklinik, abgerufen am 28. August 2015
  14. Homepage der Kinderklinik, abgerufen am 28. August 2015
  15. Homepage der Klinik Schwarzwald, abgerufen am 28. August 2015
  16. Festschrift 175 Jahre Schömberger Kirche, rollerdruck 2008, S. 36-49.
  17. Homepage der Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph Schömberg, abgerufen am 4. Oktober 2015
  18. "Finsterlin & Schömberg - Hermann Finsterlin - Ein Werkquerschnitt", Katalog zur Ausstellung anlässlich der Renovierung des Kurhauses Schömberg und Freilegung der Fresken vom 18.9.1999 - 12.10.1999 und 10.12.1999 - 31.01.2000, herausgegeben von Reinhard Döhl, ISBN 3-929030-61-6
  19. -Es-begann-in-SchwarzenbergNeven-Subotic-von-Borussia-Dortmund-_arid,67913.html Es begann in Schwarzenberg...Neven Subotic von Borussia Dortmund,www.pz-news.de vom 26. September 2008.