Eraclea

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Eraclea
Wappen
Eraclea (Italien)
Eraclea
Staat Italien
Region Venetien
Metropolitanstadt Venedig (VE)
Lokale Bezeichnung Eraclea
Koordinaten 45° 35′ N, 12° 41′ OKoordinaten: 45° 35′ 0″ N, 12° 41′ 0″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 99,05 km²
Einwohner 12.276 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 124 Einw./km²
Postleitzahl 30020
Vorwahl 0421
ISTAT-Nummer 027013
Volksbezeichnung Eracleensi
Schutzpatron Santa Maria Assunta
Website Eraclea

Eraclea ist eine italienische Gemeinde mit 12.276 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der Region Venetien. Der Urlaubsort liegt an der Adria in der Metropolitanstadt Venedig. Bis zum 4. November 1950 hieß die Stadt Grisolera. Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters erfolgte die Umbenennung per Dekret des italienischen Staatspräsidenten Luigi Einaudi in Eraclea, welches der Name einer antiken römisch-byzantinischen Siedlung war, die am Rande des Gemeindegebietes liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Untergang des weströmischen Reiches und dem Einfall „barbarischer“ Völker nach Italien beginnt die Geschichte Eracleas. Die Einwohner aus Städten wie Opitergium (heute Oderzo) oder Aquileia flohen auf die der Küste vorgelagerte Insel Melidisa. 638 siedelte die byzantinische Regierung aus Opitergium samt dem Bischof und der Adelsfamilien auf die Insel um.

Zu Ehren des oströmischen Kaisers Herakleios, der die langobardische Herrschaft über die Lagune verhindern konnte, nannten sie die neue Stadt Heracleia, in der ab 697 der angeblich erste Doge der Republik Venedig Anafestus Paulucius regierte. Im 7. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Glanzzeit. Stark befestigt, beherbergte Heracleia rund 90.000 Einwohner. Doch im 8. Jahrhundert wurde der Hauptort der Lagune nach Malamocco verlegt. Spätestens seit die Dogen 811 ihren Sitz auf den Rialto verlegt hatten, verlor Eraclea an Bedeutung.

In der Stadt wurde der wahrscheinlich erste Doge Venedigs, Orso Ipato, geboren (die Legende behauptet, auch der erste Doge stamme von dort und sei dort auch zum Dogen ausgerufen und beerdigt worden). Zu Orsos Zeit kam es immer wieder zu heftigen Kämpfen zwischen Eraclea und den Nachbarn in Jesolo. Unklar ist, ob der Doge ermordet wurde, weil er sich zu einseitig auf die Seite seiner Geburtsstadt gestellt hatte. Während in der Lagune nacheinander fünf magistri militum herrschten, unter denen der Hauptort der Lagune nach Malamocco verlegt wurde, erlangte um 742 der Sohn des ermordeten Dogen, Diodato Ipato, den Dogenstuhl. Doch wurde die Hauptstadt nicht wieder nach Eraclea zurückverlegt, sondern 810/11 nach Rialto.

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts lagen 70 % der Gemeindefläche unter Wasser. Ende des 18. Jahrhunderts wurden erste Versuche unternommen, die Sümpfe trockenzulegen, was ab 1900 mit dem Consorzio di Bonifica (Genossenschaft zur Trockenlegung) institutionalisiert wurde. Schleusen, Kanäle und Pumpen sind heute charakteristisch für die Landschaft um Eraclea.[2]

Anfang 1918 zerstörte Kirche in Grisolera nebst Glockenturm
Sandstrand

Der seit den 1950er Jahren stark aufkommende Tourismus spielt sich weitestgehend im Strandbad „Eraclea Mare“ ab, an einem drei Kilometer langen Strand, der in einen Pinienwald eingebettet ist. An der Gemeindegrenze zwischen Jesolo und Eraclea liegt die Laguna del Mort, eine von allen Seiten mit Dünen und Pinien umgebene Lagune, die ein Refugium für Vögel bildet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierluigi Tozzi: La scoperta di una città scomparsa, Eraclea veneta, Edizioni New Press, 1984.
  • Pierluigi Tozzi, Maurizio Harari: Eraclea Veneta. Immagine di una città sepolta, Grafica Step cooperativa, 1984.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eraclea – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bilder des Ersten Weltkriegs aus Grisolera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Comune di Eraclea, Il paesaggio della bonifica