Schloss Langenstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schloss Langenstein

Das Schloss Langenstein liegt im Hegau und ist im Besitz der Familie Graf Douglas. Es beherbergt ein Fasnachtsmuseum und ist durch den angegliederten Golf- und Countryclub über die Region hinaus bekannt.

Bauanlage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Langenstein liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Orsingen-Nenzingen südlich der Gemeinde Eigeltingen zwischen Stockach und Singen im Hegau. Die Ursprünge des Schlosses reichen bis ins Mittelalter zurück. Um 1100 wurde der heute noch als Untergeschoss bestehende Bergfried von der Abtei Reichenau auf einem langgestreckten Felsen aus Jurakalk errichtet. Langenstein war danach im 12. und 13. Jahrhundert Sitz von Dienstmannen des Klosters Reichenau, die sich nach der Burg benannten. Nachdem das Geschlecht derer von Langenstein zu Beginn des 14. Jahrhunderts ausgestorben war, waren in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche Adlige im Besitz der Burg, so auch Ritter Bilgeri von Heudorf.

Das Hauptgebäude der heutigen Schlossanlage wurde im Wesentlichen in der Zeit zwischen 1570 und 1605 um einen viereckigen Turm herum gebaut. Später wurde die Anlage durch das so genannte Neue Schloss erweitert und mit einem Zwischentrakt verbunden. Weitere Gebäude wie der Ludwigshof und der Reichenauer Zehntkeller runden die Anlage ab.

1826 kaufte Großherzog Ludwig von Baden das Schloss als Privateigentum. Nach dem Tod des Großherzogs 1830 erbte sein Sohn Graf Ludwig Wilhelm August von Langenstein und Gondelsheim (1820–1872) samt den anderen Besitzungen, die sein Vater privat im Hegau, Linzgau, im Donautal und im Kraichgau erworben und im Gräflich Langensteinischen Stammgut zusammengefasst hatte. Da die Mutter von Graf Ludwig August, die Statistin am Karlsruher Hoftheater Katharina Werner, nicht standesgemäß war, kam er für die Erbfolge der Großherzöge nicht in Frage. Zudem war er „vorehelich“ geboren.

Da Graf Ludwig Wilhelm August kinderlos blieb, erbte seine Schwester Luise von Langenstein und Gondelsheim (1825–1900) die Besitzungen und damit auch Schloss Langenstein. Sie heiratete 1848 den schwedischen Adligen Carl Israel Vilhelm Graf Douglas (1824–1898). Sein Urahn war Robert Graf Douglas (1611–1662), ein schottischer Feldmarschall, der während des Dreißigjährigen Krieges in schwedischen Diensten stand und der die schwedische Linie der Grafen von Douglas begründete, die mehrere bedeutende Politiker und Militärs hervorgebracht hat.

Schloss Langenstein dient der Familie Douglas seit 1906 als Hauptwohnsitz. Die Wohnräume der Grafen von Douglas befinden sich im ehemaligen Gasthof Ludwigshof.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wohnte der abgedankte Großherzog Friedrich II. von Baden mit seiner Frau, seiner Mutter Luise und seiner Schwester Viktoria, der damaligen Königin von Schweden, zeitweise als Gäste des Grafen Douglas auf Schloss Langenstein.

Das Schloss wird von Axel Graf Douglas bewohnt.[1]

Es verfügt über eine Schlosskapelle.

Golf- und Countryclub Schloss Langenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im zugehörigen Golf- und Countryclub werden die Sportarten Golf, Tennis und Reiten angeboten. Zum Club gehört auch ein Flintenparcours.

Fasnachtsmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Langensteiner Fasnachtmuseum wurde 1969 eröffnet. Die Ausstellungen konzentrieren sich auf Geschichte und Erscheinungsformen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Sie zeigt über 300 lebensgroße Narrenfiguren mit Fasnachtshäs und meist holzgeschnitzten Larven. Weitere Themen der Ausstellung sind „Fasnächtliche Elemente im Jahresbrauchtum“, „Mittelalterliches Narrentum“ und „Masken, Larven, Schemen“. Daneben wird seit 1975 eine Sammlung von Zizenhausener Terrakotten gezeigt, die durch die Schenkung Heinrich Wollheims (ehemaliger Violinist der Berliner Philharmoniker) ermöglicht wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Graf und Zietlow spielen Golf. In: Südkurier vom 26. Juli 2011

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Götz, Alois Beck: Schloss und Herrschaft Langenstein im Hegau (= Hegau-Bibliothek 22, ZDB-ID 515001-2). Verein für Geschichte des Hegaus, Singen 1972.
  • Arthur Hauptmann: Burgen einst und jetzt - Burgen und Burgruinen in Südbaden und angrenzenden Gebieten. Verlag Südkurier, Konstanz 1984, ISBN 3-87799-040-1, S. 60–63.
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden, Freiburg i. Br., 1887, Erster Band - Kreis Konstanz; S. 391–394 online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 47° 50′ 34″ N, 8° 54′ 10″ O