Fußball-Weltmeisterschaft 2026

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Die Endrunde der 23. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell 2026 FIFA World Cup, offizielle deutsche Schreibweise „FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026“) soll im Juni und Juli 2026 ausgetragen werden.[1] Bisher wurden weder das veranstaltende Land bestimmt noch eine Bewerbungsfrist dafür festgelegt.[2] Erstmals soll für die Vergabe die Menschenrechtslage im Bewerberland eine Rolle spielen.[3] Mehrere Verbände haben ihr Interesse an einer Austragung der Sportveranstaltung bekundet.

Interessenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Bewerbungsfrist steht noch nicht fest. Den genauen Ablauf wollte die FIFA ursprünglich am 11. Juni 2015 vorstellen, über die Vergabe entschieden werden sollte im Mai 2017 in Kuala Lumpur.[2] Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre innerhalb des Verbandes wurden beide Termine auf unbestimmte Zeit verschoben.[4]

Mitglieder des asiatischen Verbandes dürfen sich nach den derzeitigen FIFA-Regularien nicht bewerben, weil die Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen wird und sich die Konföderationen der FIFA als Ausrichter abwechseln sollen. Folgende Verbände haben Interesse an einer Austragung bekundet:

Algerien und Tunesien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2014 berichteten algerische Medien über eine mögliche Bewerbung Algeriens zur Ausrichtung des Turniers 2026, gemeinsam mit dem Nachbarland Tunesien. Als Grund dafür wurden die massiven Bauvorhaben von zehn neuen Stadien in Algerien genannt.[5]

Australien und Neuseeland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. April 2015 hat der Vorsitzende der neuseeländischen Tourismusvereinigung, Martin Snedden, eine gemeinsame Bewerbung von Neuseeland und Australien vorgeschlagen.[6]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China hat Interesse an einer Austragung bekundet, darf sich jedoch, wie auch das ebenfalls der Asian Football Confederation angehörende Australien, nicht bewerben, weil die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Asien (Katar) vergeben wurde.[7]

Ecuador, Kolumbien und Peru[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Verbände des südamerikanischen Kontinentalverbandes bekunden Interesse an einer gemeinsamen Austragung. Dies sind die Andenstaaten Ecuador, Peru und Kolumbien. Im Falle einer Austragung wäre das die erste Weltmeisterschaft, die von drei Verbänden gleichzeitig ausgetragen wird. Für jeden der drei Verbände wäre es die erstmalige Austragung, Kolumbien hätte die Weltmeisterschaft 1986 ausrichten sollen, musste aber aufgrund von finanziellen Problemen absagen, wodurch Mexiko als Ausrichter einsprang. Der Präsident des peruanischen Sportinstitutes IPD, Arturo Woodman, schlug die Bewerbung vor. Kolumbiens damaliger Staatspräsident Álvaro Uribe Vélez meinte gegenüber der Tageszeitung El Espectador: „Die Austragung wäre ein positiver und konstruktiver Vorschlag, der vorstellbar erscheint“.[8][9]

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

England (UEFA-Mitglied) denkt ebenfalls über eine Bewerbung nach, stellte jedoch zuvor klar, die Bewerbung nur in Erwägung zu ziehen, wenn der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter nicht mehr im Amt sei. [10]

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor Montagliani, der Präsident des kanadischen Fußballverbandes Canadian Soccer Association bestätigte, sich Gedanken um eine Bewerbung zu machen. Als Grund gab er an, dass Kanada der einzige G7-Staat ist, der noch nie eine Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen hat.[11]

Kasachstan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kasachische Verbandspräsident hat Interesse an einer Austragung bekundet.[12]

Marokko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter sagte, die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013 könnte ein „echter Test“ für ein Großereignis in Marokko sein.[13]

Mexiko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mexiko, der Verband, der bereits die Weltmeisterschaft 1970 und Weltmeisterschaft 1986 ausgerichtet hat, bekundete Interesse an der Austragung, was durch den Verbandschef Justino Compean bekannt wurde. Mexiko wäre der erste Verband, der dreimal eine Weltmeisterschaft austrägt.[14]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Präsident des US-amerikanischen Fußballverbandes, Sunil Gulati stellte bei einem fairen und transparenten Bewerbungsverfahren eine Bewerbung für 2026 in Aussicht.[15]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während einer Pressekonferenz mit dem damaligen FIFA-Präsident Sepp Blatter am 20. Juli 2015 in Zürich stellte sich der britische Komiker Simon Brodkin als Reaktion auf die Korruption in der FIFA vor Sepp Blatter und legte ihm einen Bündel 1-Dollarnoten auf den Tisch. Mit dem Hinweis „Das ist für die WM 2026 in Nordkorea“ warf er, bevor er weggeführt wurde, weitere Scheine über Blatter in die Luft.[16]

Gianni Infantino, der Generalsekretär der UEFA und FIFA-Präsident, sprach sich für eine Aufstockung auf 40 teilnehmende Nationen aus. Infantino warb damit erfolgreich um Stimmen kleiner nichteuropäischer Nationen für die Wahl des FIFA-Präsidenten am 26. Februar 2016.[17] Die europäischen Fußballverbände sind gegen diese Aufstockung, die hauptsächlich außereuropäischen Verbänden zugute kommen würde.[18]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turnier 2026: Fifa kündigt Fußball-WM für den Sommer an, Spiegel Online, 20. März 2015
  2. a b Fußballweltmeisterschaft 2026: Fifa verschiebt Bewerbungen für WM 2026, Die Zeit, 10. Juni 2015
  3. Football Governance: FIFA arbeitet bei Menschenrechtsstrategie mit Prof. John Ruggie zusammen, FIFA, 14. Dezember 2015
  4. Korruptionsaffäre: Fifa verschiebt Vergabe der WM 2026, Spiegel Online, 10. Juni 2015
  5. La candidature Algérie-Tunisie pour la Coupe du monde 2026, l’autre rite de passage (Opinion), maghrebemergent.info, 3. Juli 2014 (französisch)
  6. NZ`s plan to host a FIFA World Cup (with Oz!), socceroos.com.au, 13. April 2015 (englisch)
  7. Kandidat für die WM 2026: China denkt über Bewerbung nach, Frankfurter Rundschau, 3. Dezember 2010
  8. Fußball WM: Drei Staaten wollen WM 2026 in die Anden holen, Handelsblatt, 15. Juli 2010
  9. Kolumbien will sich um Fußball-WM 2026 bewerben, Österreich Zeitung, 20. März 2010
  10. Fußball-WM 2026: England erwägt Bewerbung — wenn Blatter weg ist, Spiegel Online, 25. März 2015
  11. Kanada will sich für Fußball-WM 2026 bewerben, amerika-nachrichten.de, 12. Oktober 2013
  12. Präsident kündigt Bewerbung an: Kasachstan will WM 2026, Spox.com, 13. Dezember 2014
  13. Mögliche Ausrichtung der WM 2026: Blatter sieht Klub-WM als Test für Marokko, Rheinische Post, 21. November 2013
  14. Mexiko will die FIFA-WM 2026, Laola1.at
  15. Sunil Gulati says US Soccer will bid to host 2026 World Cup if FIFA clarifies process, New England Sports Network, 9. Oktober 2013 (englisch)
  16. Sepp Blatter Has Money Thrown At Him By Lee Nelson auf YouTube (englisch)
  17. Infantino würde WM auf 40 Teams aufstocken, sport.orf.at
  18. WM mit 40 Teams ist noch nicht vom Tisch, derwesten.de, 5. Dezember 2015