Fußball-Weltmeisterschaft 2026

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FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026
2026 FIFA World Cup
Anzahl Nationen 48
Eröffnungsspiel 2026
Endspiel 2026
Spiele 80

Die Endrunde der 23. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell 2026 FIFA World Cup, offizielle deutsche Schreibweise „FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026“) soll im Juni und Juli 2026 ausgetragen werden.[1] Bisher wurde das veranstaltende Land noch nicht bestimmt.[2]

Bewerbungsverfahren und Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des asiatischen Verbandes dürfen sich nach den derzeitigen FIFA-Regularien nicht bewerben, weil die Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen wird und sich die Konföderationen der FIFA als Ausrichter abwechseln sollen. Erstmals soll für die Vergabe die Menschenrechtslage im Bewerberland eine Rolle spielen.[3] Ursprünglich war geplant, dass die FIFA den genauen Ablauf am 11. Juni 2015 vorstellt. Über die Vergabe sollte im Mai 2017 in Kuala Lumpur entschieden werden.[2] Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre innerhalb des Verbandes wurden beide Termine zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.[4]

Der Kongress der FIFA legte schließlich am 11. Mai 2017 in Bahrain fest, dass das Interesse an der Ausrichtung bis zum 11. August 2017 hinterlegt werden muss. Eine vorzeitige Vergabe an die bis zu diesem Zeitpunkt einzige und gemeinsame Bewerbung von USA, Kanada und Mexiko wurde abgelehnt.[5] Bis zum Stichtag hinterlegte neben den USA, Kanada und Mexiko nur Marokko sein Interesse an der Ausrichtung.[6] Bis März 2018 müssen die interessierten Verbände ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen einreichen. Diese werden von der FIFA geprüft und ein Bericht erstellt. Aufgrund dieses Berichts wird der FIFA-Rat entscheiden, welche Bewerbungen dem FIFA-Kongress vorgelegt werden. Erstmals wird daraufhin der Kongress und nicht das Exekutivkomitee (heute FIFA-Rat) über den Austragungsort abstimmen.[6]

Die Vergabe soll am 13. Juni 2018, am Vortag des Eröffnungsspiels der WM 2018, in Moskau erfolgen.[6]

Bewerber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanada, Vereinigte Staaten und Mexiko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. April 2017 verkündeten die nationalen Fußballverbände Kanadas, der USA sowie Mexikos ihre gemeinsame Bewerbung auf einer Pressekonferenz in New York. Es wäre das erste Mal, dass eine Fußball-WM von drei Ländern gemeinsam ausgetragen wird. Für Kanada wäre es die erste Austragung, für die USA die zweite nach 1994 und für Mexiko die dritte nach 1970 und 1986.[7] In den USA sollen 60, in Mexiko und Kanada jeweils 10 Spiele ausgetragen werden. Das Organisationskomitee gab am 16. August 2017 bekannt, dass die WM an mindestens 12 Spielorten ausgetragen werden soll. Dazu wurde eine Liste mit 49 Stadien in 44 Städten veröffentlicht, die als Austragungsorte in Frage kommen. Alle Stadien auf der Liste verfügen über mindestens 40.000 Sitzplätze und erfüllen somit die von der FIFA geforderte Mindestanzahl. In den USA kommen demnach 34, in Kanada sieben und in Mexiko drei Städte in Betracht. Die Kandidaten mussten sich bis zum 5. September 2017 bewerben.[8] 41 Städte reichten ihre Bewerbung fristgerecht ein. Das Organisationskomitee entscheidet nun, mit welchen Gastgeberstädten man sich bewerben wird. In die offizielle Bewerbung sollen zunächst 20-25 Städte aufgenommen werden. Die zwölf Austragungsorte werden erst nach einer erfolgreichen Bewerbung benannt.[9]

Marokko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter sagte, die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013 könnte ein „echter Test“ für ein Großereignis in Marokko sein.[10] Am 11. August 2017 teilte der marokkanische Fußballverband Fédération Royale Marocaine de Football mit, dass man sich für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 bewerben werde.[11] Die von der FIFA geforderte Anzahl von mindestens 40.000 Plätzen erfüllen in Marokko sechs Stadien.[8]

Interessierte Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Verbände hatten im Vorfeld Interesse an einer Austragung bekundet, dieses jedoch nicht bis zum Stichtag am 11. August 2017 bei der FIFA hinterlegt. Eine Vergabe an folgende Nationen ist nicht mehr möglich:

Algerien und Tunesien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2014 berichteten algerische Medien über eine mögliche Bewerbung Algeriens zur Ausrichtung des Turniers 2026, gemeinsam mit dem Nachbarland Tunesien. Als Grund dafür wurden die massiven Bauvorhaben von zehn neuen Stadien in Algerien genannt.[12]

Australien und Neuseeland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. April 2015 hatte der Vorsitzende der neuseeländischen Tourismusvereinigung, Martin Snedden, eine gemeinsame Bewerbung von Neuseeland und Australien vorgeschlagen.[13]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksrepublik China hatte Interesse an einer Austragung bekundet, durfte sich jedoch, wie auch das ebenfalls der Asian Football Confederation angehörende Australien, nicht bewerben, weil die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Asien (Katar) vergeben wurde.[14]

Ecuador, Kolumbien und Peru[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Verbände des südamerikanischen Kontinentalverbandes bekundeten Interesse an einer gemeinsamen Austragung. Dies waren die Andenstaaten Ecuador, Peru und Kolumbien. Für jeden der drei Verbände wäre es die erstmalige Austragung, Kolumbien hätte die Weltmeisterschaft 1986 ausrichten sollen, musste aber aufgrund von finanziellen Problemen absagen, wodurch Mexiko als Ausrichter einsprang. Der Präsident des peruanischen Sportinstitutes IPD, Arturo Woodman, schlug die Bewerbung vor. Kolumbiens damaliger Staatspräsident Álvaro Uribe Vélez meinte gegenüber der Tageszeitung El Espectador: „Die Austragung wäre ein positiver und konstruktiver Vorschlag, der vorstellbar erscheint“.[15][16]

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

England (UEFA-Mitglied) dachte ebenfalls über eine Bewerbung nach, stellte jedoch zuvor klar, die Bewerbung nur in Erwägung zu ziehen, wenn der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter nicht mehr im Amt sei.[17]

Kasachstan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kasachische Verbandspräsident hatte Interesse an einer Austragung bekundet.[18]

Reformprozess der Spielmodi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gianni Infantino, der Generalsekretär der UEFA und FIFA-Präsident, sprach sich für eine Aufstockung auf 40 teilnehmende Nationen aus. Infantino warb damit erfolgreich um Stimmen kleiner nichteuropäischer Nationen für die Wahl des FIFA-Präsidenten am 26. Februar 2016.[19] Die europäischen Fußballverbände sind gegen diese Aufstockung, die hauptsächlich außereuropäischen Verbänden zugute kommen würde.[20]

Am 10. Januar 2017 beschloss die FIFA, dass 48 Mannschaften in insgesamt 16 Gruppen zu je drei Mannschaften teilnehmen werden.[21] Die Dauer der Vorrunde bleibt damit gleich, es kommt im K.-o.-System ein Sechzehntelfinale hinzu.[22]

Startplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Startplätze für die Endrunde wurden wie folgt vergeben:[23]

Zwei weitere Startplätze werden bei einem Play-off-Turnier unter sechs Nationen ausgespielt, zu dem jede Konföderation außer der UEFA einen Teilnehmer entsendet und die ausrichtende Konföderation einen weiteren Teilnehmer.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während einer Pressekonferenz mit dem damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter am 20. Juli 2015 in Zürich stellte sich der britische Komiker Simon Brodkin als Reaktion auf die Korruption in der FIFA vor Blatter und legte ihm ein Bündel Ein-Dollar-Noten auf den Tisch. Mit dem Hinweis „Das ist für die WM 2026 in Nordkorea“ warf er, bevor er weggeführt wurde, weitere Scheine über Blatter in die Luft.[24]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turnier 2026: Fifa kündigt Fußball-WM für den Sommer an, Spiegel Online, 20. März 2015
  2. a b Fußballweltmeisterschaft 2026: Fifa verschiebt Bewerbungen für WM 2026. In: Die Zeit, 10. Juni 2015
  3. Football Governance: FIFA arbeitet bei Menschenrechtsstrategie mit Prof. John Ruggie zusammen. In: FIFA, 14. Dezember 2015
  4. Korruptionsaffäre: Fifa verschiebt Vergabe der WM 2026. In: Spiegel Online, 10. Juni 2015
  5. Vergabe der Mega-WM nun doch nicht im Hau-Ruck-Verfahren. In: sportschau.de. 11. Mai 2017, abgerufen am 21. Mai 2017.
  6. a b c Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™: FIFA erhält Interessenserklärungen. FIFA.de, 11. August 2017, abgerufen am 12. August 2017.
  7. WM 2026 - Nordamerikas Bewerbung mit Irritationen. In: Tagesschau.de, 10. April 2017
  8. a b WM-Bewerber nennen Spielorte. Sport1.de, 16. August 2017, abgerufen am 18. August 2017.
  9. WM-Endspiel soll in Dallas steigen. Sport1.de, 8. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  10. Sport-Informations-Dienst: Mögliche Ausrichtung der WM 2026: Blatter sieht Klub-WM als Test für Marokko. In: rp-online.de. Rheinische Post, 21. November 2013, abgerufen am 10. April 2017.
  11. Kicker-Sportmagazin: Konkurrenz für Nordamerika-Bewerbung - Marokko bemüht sich um die WM 2026. In: kicker.de. Kicker-Sportmagazin, 11. August 2017, abgerufen am 13. August 2017.
  12. La candidature Algérie-Tunisie pour la Coupe du monde 2026, l’autre rite de passage (Opinion). In: maghrebemergent.info, 3. Juli 2014 (französisch)
  13. NZ’s plan to host a FIFA World Cup (with Oz!). In: socceroos.com.au, 13. April 2015 (englisch)
  14. Kandidat für die WM 2026: China denkt über Bewerbung nach. In: Frankfurter Rundschau, 3. Dezember 2010
  15. Fußball WM: Drei Staaten wollen WM 2026 in die Anden holen. In: Handelsblatt, 15. Juli 2010
  16. Kolumbien will sich um Fußball-WM 2026 bewerben. In: Österreich Zeitung, 20. März 2010
  17. Fußball-WM 2026: England erwägt Bewerbung – wenn Blatter weg ist. In: Spiegel Online, 25. März 2015
  18. Präsident kündigt Bewerbung an: Kasachstan will WM 2026. In: spox.com. Spox.com, 13. Dezember 2014, abgerufen am 13. April 2017.
  19. Infantino würde WM auf 40 Teams aufstocken. In: orf.at. Österreichischer Rundfunk, 10. November 2015, abgerufen am 10. Januar 2017.
  20. WM mit 40 Teams ist noch nicht vom Tisch. In: derwesten.de. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5. Dezember 2015, abgerufen am 10. Januar 2017.
  21. Sitzung in Zürich: Ab 2026 – FIFA beschließt WM mit 48 Teams. In: sportschau.de. Sportschau, 10. Januar 2017, abgerufen am 10. Januar 2017.
  22. Ab 2026: 48 Teams – Fifa vergrößert die WM. In: spiegel.de. Spiegel Online, 10. Januar 2017, abgerufen am 10. Januar 2017.
  23. FIFA-Council bestätigt: 16 WM-Startplätze für Europa ab 2026. In: dfb.de. DFB, 9. Mai 2017, abgerufen am 9. Mai 2017.
  24. Sepp Blatter Has Money Thrown At Him By Lee Nelson auf YouTube (englisch)