Fußball-Weltmeisterschaft 2026

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FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026
2026 FIFA World Cup
Anzahl Nationen 48
Austragungsort Kanada Kanada
Mexiko Mexiko
Vereinigte Staaten USA
Eröffnungsspiel 2026
Endspiel 2026
Spiele 80
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Die Endrunde der 23. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer (vom austragenden Verband als 2026 FIFA World Cup bzw. FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 bezeichnet) soll im Juni und Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen werden.[1] Die veranstaltenden Staaten wurden am 13. Juni 2018 auf dem FIFA-Kongress in Moskau gewählt.[2]

Bewerbungsverfahren und Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kongress der FIFA legte während seiner Sitzung in Bahrain am 11. Mai 2017 fest, dass das Interesse an der Ausrichtung bis zum 11. August 2017 hinterlegt werden müsse. Eine vorzeitige Vergabe an die bis dahin einzige Bewerbung (Kanada, Mexiko und Vereinigte Staaten) wurde abgelehnt.[3] Bis zum Stichtag erklärte auch Marokko sein Interesse an der WM-Ausrichtung.[4] Bis März 2018 mussten die vollständigen Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Diese wurden von der FIFA geprüft. Aufgrund des resultierenden Prüfberichts entschied der FIFA-Rat, beide Bewerbungen dem FIFA-Kongress zur Entscheidung vorzulegen, der erstmals anstelle des inzwischen aufgelösten FIFA-Exekutivkomitees über den Austragungsort abstimmen sollte. Bei dieser Abstimmung hatte jeder der 207 Verbände eine Stimme.[4]

Mitglieder des asiatischen und des europäischen Verbandes durften sich nach den derzeitigen FIFA-Regularien nicht bewerben, weil die Weltmeisterschaft 2022 in Katar und die WM 2018 in Russland ausgetragen wird und sich die Konföderationen der FIFA als Ausrichter abwechseln sollen. Erstmals spielte für die Vergabe die Menschenrechtslage in den Bewerberstaaten eine Rolle.[5]

Als Gastgeber der WM 2026 wurden von der FIFA am 13. Juni 2018 – dem Vortag des Eröffnungsspiels der WM 2018 – Kanada neben Mexiko und den Vereinigten Staaten („United 2026“[6]) bekannt gegeben. Sie setzten sich in der Wahl mit 134:65 Stimmen – bei drei Enthaltungen – gegen Marokko durch.

Reform des Spielmodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach sich für eine Aufstockung auf 48 teilnehmende Nationen aus und warb damit erfolgreich um Stimmen kleinerer nichteuropäischer Staaten für seine Wahl am 26. Februar 2016.[7] Die europäischen Fußballverbände waren gegen diese Aufstockung, die hauptsächlich außereuropäischen Verbänden zugutekäme.[8]

Am 10. Januar 2017 beschloss die FIFA, dass 48 Staaten in 16 Gruppen zu je drei Mannschaften teilnehmen werden.[9] Die Zahl der Vorrundenspiele bleibt damit gleich, da es zwar doppelt so viele Gruppen, aber pro Gruppe nur halb so viele Spiele gibt – drei statt sechs. Im K.-o.-System kommt ein Sechzehntelfinale hinzu; damit verdoppelt sich die Partienanzahl in der K.-o.-Phase.[10] Insgesamt werden 80 statt 64 Begegnungen ausgetragen; die Spielanzahl einer Mannschaft bis zum Finale bleibt jedoch bei sieben.

Während der Fußball-WM in Katar im Dezember 2022 berichteten mehrere Medien, dass dieser Spielmodus wegen der Gefahr von impliziten oder expliziten Spielabsprachen auch FIFA-intern umstritten war, weswegen sich die FIFA eine weitere Reform vorbehielt. Denkbar, so der FIFA-Chef für globale Fußballentwicklung, Arsène Wenger, und FIFA-Präsident Gianni Infantino, sei auch eine Austragung in 12 Gruppen mit je vier Mannschaften, von denen sich die Gruppenersten und -zweiten, sowie acht Gruppendritte für die Runde der letzten 32 qualifizieren. Eine weitere Variante würde vorsehen, dass die 48 Mannschaften zwei Vorrunden mit je 24 Teams – ebenfalls in Vierergruppen – ausspielen und sich erst die Sieger der beiden Hälften in einem Finale gegenüberstünden. Die beiden Hälften des Turnierbaums würden hier also bereits nach der Auslosung feststehen und nicht erst, wie in der anderen Vierergruppen-Variante, nach der Gruppenphase. Somit wäre es nicht mehr möglich, durch eine taktische Niederlage im abschließenden Gruppenspiel in die vermeintlich leichtere Turnierhälfte zu kommen.

In beiden Varianten mit Vierergruppen würde sich die Zahl der Spiele auf 104 erhöhen, und die Anzahl der Spiele einer Mannschaft bis zum Finale von sieben auf acht steigen. Dabei rechnet die FIFA mit erheblich höheren Einnahmen, allerdings müsste das Turnier wohl auch um mindestens eine Woche verlängert werden.[11][12][13]

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Startplätze für die Endrunde werden wie folgt vergeben:[14]

Konföderation Mitglieds-
verbände
Startplätze für das Turnier
(einschließlich Gastgeber)
Prozentuale Startplätze
für das Turnier
Gesamtplätze vor 2026
(ohne Gastgeber, einschließlich der halben Plätze)
AFC 46 8 17 % 4,5
CAF 54 9 17 % 5
CONCACAF 35 6 17 % 3,5
CONMEBOL 10 6 60 % 4,5
OFC 11 1 9 % 0,5
UEFA 55 16 29 % 13
Play-off-Turnier 2
Total 211 48 23 % 31 (+ Gastgeber)

Zwei weitere Startplätze werden bei einem Play-off-Turnier unter sechs Staaten ausgespielt, zu dem jede Konföderation außer der UEFA einen Teilnehmer entsendet und die ausrichtende CONCACAF einen weiteren Teilnehmer.

Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidung über die 16 Austragungsorte fiel am 16. Juni 2022.[15]

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vancouver, British Columbia[16] Toronto, Ontario[17]
BC Place Stadium BMO Field
Kapazität: 54.500 Kapazität: 30.000
BC Place 2015 Women's FIFA World Cup.jpg Bmo Field 2016 East Stand.jpg
Austragungsorte in Kanada

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metropolregion New York City[17] Metropolregion Dallas/Fort Worth/Arlington[17] Kansas City, Missouri[17] Houston, Texas[17]
MetLife Stadium
(East Rutherford, New Jersey)
AT&T Stadium
(Arlington, Texas)
Arrowhead Stadium NRG Stadium
Kapazität: 82.500
Kapazität: 80.000
Kapazität: 76.416
Kapazität: 72.220
Copa America game between Columbia vs Peru at the MetLife Stadium.jpg Cowboys stadium inside view 4.JPG Aerial view of Arrowhead Stadium 08-31-2013 crop.jpg Reliantstadium.jpg
Atlanta, Georgia[17]
Austragungsorte in den USA
Metropolregion Los Angeles[17][18]
Mercedes-Benz Stadium SoFi Stadium
(Inglewood, Kalifornien)
Kapazität: 71.000
Kapazität: 70.240
2017 Orlando City at Atlanta United MLS Game.jpg SoFi Stadium interior 2021.jpg
Philadelphia, Pennsylvania[17]
Lincoln Financial Field
Kapazität: 69.796
Philly (45).JPG
Seattle, Washington[17] San Francisco Bay Area[17] Metropolregion Boston[17] Metropolregion Miami[17]
Lumen Field Levi’s Stadium
(Santa Clara, Kalifornien)
Gillette Stadium
(Foxborough, Massachusetts)
Hard Rock Stadium
(Miami Gardens, Florida)
Kapazität: 69.000
Kapazität: 68.500
Kapazität: 65.878
Kapazität: 64.767
CenturyLink Field in soccer configuration from Stadium Place.jpg Entering Levi's Stadium.JPG Gillette Stadium (Top View).jpg Hard Rock Stadium 2017 2.jpg

In der Auswahl gescheitert:

Mexiko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mexiko-Stadt[17] Metropolregion Monterrey[17] Agglomeration Guadalajara[17]
Aztekenstadion Estadio BBVA Bancomer
(Guadalupe, Nuevo León)
Estadio Akron
(Zapopan, Jalisco)
Kapazität: 87.523 Kapazität: 53.500
Kapazität: 49.850
Soccer game at the Azteca Stadium.JPG Estadio BBVA Bancomer - Diciembre 2017.jpg Estadio Akron 02-07-2022 cabecera sur lado derecho.jpg
Austragungsorte in Mexiko

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turnier 2026: Fifa kündigt Fußball-WM für den Sommer an, Spiegel Online, 20. März 2015.
  2. Fifa fordert offenbar Steuervergünstigungen von WM-Gastgeber 2026, www.zeit.de, 15. März 2018.
  3. Vergabe der Mega-WM nun doch nicht im Hau-Ruck-Verfahren. In: www.sportschau.de. 11. Mai 2017, abgerufen am 21. Mai 2017.
  4. a b Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™: FIFA erhält Interessenserklärungen. (Nicht mehr online verfügbar.) de.fifa.com, 11. August 2017, archiviert vom Original am 13. August 2017; abgerufen am 12. August 2017.
  5. Football Governance: FIFA arbeitet bei Menschenrechtsstrategie mit Prof. John Ruggie zusammen. (Memento vom 4. Januar 2016 im Internet Archive) In: FIFA, 14. Dezember 2015.
  6. FIFA World Cup is coming! www.united2026.com, 13. Juni 2018, abgerufen am 19. Juni 2018 (englisch).
  7. Infantino würde WM auf 40 Teams aufstocken. In: sport.orf.at. Österreichischer Rundfunk, 10. November 2015, abgerufen am 10. Januar 2017.
  8. WM mit 40 Teams ist noch nicht vom Tisch. In: www.derwesten.de. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5. Dezember 2015, abgerufen am 10. Januar 2017.
  9. Sitzung in Zürich: Ab 2026 – FIFA beschließt WM mit 48 Teams. In: www.sportschau.de. Sportschau, 10. Januar 2017, abgerufen am 10. Januar 2017.
  10. Ab 2026: 48 Teams – Fifa vergrößert die WM. In: www.spiegel.de. Spiegel Online, 10. Januar 2017, abgerufen am 10. Januar 2017.
  11. FIFA vor Planänderung - WM 2026 vielleicht mit 104 Spielen. In: www.sportschau.de. ARD, 9. Dezember 2022, abgerufen am 16. Dezember 2022.
  12. FIFA überdenkt Modus für WM 2026. In: sport.orf.at. Österreichischer Rundfunk, 15. Dezember 2022, abgerufen am 16. Dezember 2022.
  13. Dreiergruppen 2026? "Das müssen wir nochmal diskutieren". In: kicker.de. Kicker Sportmagazin, 16. Dezember 2022, abgerufen am 16. Dezember 2022.
  14. FIFA-Council bestätigt: 16 WM-Startplätze für Europa ab 2026. In: www.dfb.de. DFB, 9. Mai 2017, abgerufen am 9. Mai 2017.
  15. FIFA announces 16 host cities for 2026 World Cup in Canada, Mexico and United States. In: RTE. 16. Juni 2022, abgerufen am 17. Juni 2022 (englisch).
  16. Update on FIFA World Cup 2026 candidate host city process. FIFA, 14. April 2022, abgerufen am 14. April 2022 (englisch).
  17. a b c d e f g h i j k l m n o United 2026 bid book. united2026.com, abgerufen am 30. April 2018.Vorlage:Cite web/temporär
  18. Los Angeles 2026.Vorlage:Cite web/temporär