Kanadische Fußballnationalmannschaft

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Kanada
Canada
Fed canada.svg
Spitzname(n) The Canucks, Les Rouges (The Reds)
Verband Canadian Soccer Association
Konföderation CONCACAF
Technischer Sponsor Nike
Cheftrainer EnglandEngland John Herdman (seit 2018)
Co-Trainer Kanada Michael Findlay
Kapitän Atiba Hutchinson
Rekordtorschütze Cyle Larin (24)
Rekordspieler Atiba Hutchinson (94)
Heimstadion BMO Field
FIFA-Code CAN
FIFA-Rang 38. (1479 Punkte)
(Stand: 31. März 2022)[1]
Heim
Auswärts
Ausweich
Bilanz
411 Spiele
157 Siege
92 Unentschieden
162 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
Australien Australien 3:2 Kanada Kanada 1921
(Brisbane, Australien; 7. Juni 1924)
Höchster Sieg
Cayman Islands Cayman Islands 0:11 Kanada Kanada
(Bradenton, Vereinigte Staaten; 29. März 2021)
Höchste Niederlage
Mexiko Mexiko 8:0 Kanada Kanada
(Mexiko-Stadt, Mexiko; 18. Juni 1993)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 1986)
Beste Ergebnisse 1. Runde, 1986
Nord- und Zentralamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 17 (Erste: 1977)
Beste Ergebnisse Sieger 1985, 2000
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2001)
Beste Ergebnisse 1. Runde 2001
(Stand: 27. März 2022)

Die kanadische Fußballnationalmannschaft repräsentiert die Canadian Soccer Association (CSA) als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene bei Spielen gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände. Sie nahm bislang einmal (1986) an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Länderspiel bestritten die Kanadier am 28. November 1885 gegen die USA in Newark (New Jersey). Es wurde mit 1:0 gewonnen und ist als inoffizielles Spiel zu werten. Am 19. September 1888 spielte eine kanadische Mannschaft in Schottland und verlor 0:4. Das erste offizielle Spiel fand am 7. Juni 1924 in Brisbane, Australien gegen die Nationalmannschaft Australiens statt. Die Kanadier verloren dieses mit 3:2.

International haben die kanadischen Fußballer bis heute nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Den ersten und bislang einzigen Auftritt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft hatte das kanadische Nationalteam 1986 in Mexiko, wobei man jedoch nach Spielen gegen Frankreich (0:1), Ungarn (0:2) und die UdSSR (0:2) ohne Punkt- und Torerfolg bereits in der Vorrunde ausschied.

Den neben der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1986 größten Erfolg feierte Kanada mit dem überraschenden Gewinn des CONCACAF Gold Cup im Jahr 2000. Seitdem erreichte man noch dreimal (2002, 2007 und 2021) das Halbfinale. Im Jahre 1985 konnte die Nationalmannschaft bereits die CONCACAF Championship, den Vorläufer des Gold Cups, gewinnen.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nationalstadion der Kanadier ist das National Soccer Stadium in Toronto, Ontario, das als BMO Field bekannt ist, wenn der kanadische Major-League-Soccer-Vertreter Toronto FC dort spielt. Frühere Nationalstadien oder Ausweichorte sind u. a. das Swangard Stadium in Burnaby, British Columbia, das Commonwealth Stadium in Edmonton, Alberta und das Complexe sportif Claude-Robillard in Montreal, Québec.

Teilnahmen an den Olympischen Spielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1900 nicht teilgenommen
1904 in St. Louis Olympiasieger

Nach 1904 hat die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen und den Qualifikationsspielen dazu teilgenommen. 1976 nahm Kanada als Ausrichter mit einer Olympiamannschaft teil, scheiterte aber in der Vorrunde. 1984 erreichte die kanadische Olympiamannschaft das Viertelfinale, in dem sie gegen die Brasilianische Olympiamannschaft im Elfmeterschießen verlor.

Teilnahmen an Fußball-Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Kanada bereits seit 1913 FIFA-Mitglied ist, nahm die Mannschaft erstmals an der Qualifikation für die WM 1958, dann wieder bis 1966 nicht, aber seitdem an allen Qualifikationen teil. Sie konnte sich aber erst einmal für eine Endrunde qualifizieren. Dort wurden alle Spiele verloren. In der ewigen Tabelle der WM-Endrundenteilnehmer belegt Kanada den 71. Platz und konnte wie vier andere Mannschaften noch kein WM-Tor erzielen.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[2] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen
1934 Italien nicht teilgenommen
1938 Frankreich nicht teilgenommen
1950 Brasilien nicht teilgenommen
1954 Schweiz nicht teilgenommen
1958 Schweden nicht qualifiziert
1962 Chile nicht teilgenommen
1966 England nicht teilgenommen
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an den USA gescheitert, die sich ebenfalls nicht qualifizieren konnten.
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an den Mexiko gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde wieder an Mexiko gescheitert.
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation im Finalturnier als Gruppendritter an El Salvador und Honduras gescheitert.
1986 Mexiko Vorrunde Frankreich, Ungarn, UdSSR 24. Tony Waiters Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden.
1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Vorausscheidungsrunde an Guatemala gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der interkontinentalen Qualifikation in der ersten Runde an Australien nach Elfmeterschießen gescheitert. Australien verlor dann in der 2. Runde gegen Argentinien.
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Finalrunde als Gruppenletzter von sechs Teilnehmern gescheitert.
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Zwischenrunde an Trinidad und Tobago und Mexiko gescheitert, von denen sich Trinidad und Tobago ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Costa Rica und Guatemala gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Honduras und Mexiko gescheitert.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation scheiterte Kanada in der 3. Runde an Honduras und Panama.
2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 4. Runde an Mexiko und Honduras gescheitert.
2022 Katar qualifiziert In der Qualifikation traf Kanada in der ersten Runde auf Aruba, Bermuda, die Cayman Islands und Suriname. Die Mannschaft wurde mit vier Siegen Gruppensieger und qualifizierte sich somit für die zweite Runde. In der zweiten Runde traf die Mannschaft auf Haiti; nach zwei Siegen qualifizierte sich die Mannschaft für die dritte Runde.
2026 Kanada/Mexiko/USA qualifiziert Als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert.

CONCACAF Gold-Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

bis 1991 als CONCACAF Championship

  • 196373 – nicht teilgenommen
  • 1975 – nicht ausgetragen
  • 1977 – 4. Platz
  • 1981 – 4. Platz
  • 1985Sieger
  • 1989 – nicht teilgenommen
  • 1991 – Vorrunde
  • 1993 – Vorrunde
  • 1996 – Vorrunde
  • 1998 – zurückgezogen nach Qualifikation
  • 2000Sieger
  • 2002 – Dritter
  • 2003 – Vorrunde
  • 2005 – Vorrunde
  • 2007 – Halbfinale
  • 2009 – Viertelfinale
  • 2011 – Vorrunde
  • 2013 – Vorrunde
  • 2015 – Vorrunde
  • 2017 – Viertelfinale
  • 2019 – Viertelfinale
  • 2021 – Halbfinale

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand 14. Juli 2013) Die meisten Spiele bestritt Kanada gegen die USA (32) und Mexiko (29). Die erfolgreichste Bilanz gegen ein anderes Land mit mehr als einem Spiel besitzt Kanada gegenüber Trinidad und Tobago (7 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen). Die meisten Siege errang Kanada gegen die USA (8 aus 32 Spielen), die meisten Niederlagen erlitten die Kanadier gegen Mexiko (17 aus 29 Spielen). Gegen die USA gab es auch die meisten Unentschieden (11 aus 32 Spielen).

Insgesamt bestritt Kanada bis zum 14. Juli 2013 327 Spiele, errang 113 Siege, 74 Unentschieden und erzielte 362 Tore. Die Gegner Kanadas gewannen 140 Spiele und schossen 465 Tore.

Bilanz gegen deutschsprachige Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft
1. 7. Oktober 1973 Luxemburg Luxemburg Luxemburg 0:2 Kanada Kanada
2. 9. Oktober 1974 Frankfurt (Oder) Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR 2:0 Kanada Kanada
3. 29. Juli 1975 Toronto Kanada Kanada 0:3 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR
4. 31. Juli 1975 Ottawa Kanada Kanada 1:7 Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR
5. 8. Juni 1989 Ottawa Kanada Kanada 0:2 Belgien Belgien
6. 8. Juni 1994 Toronto Kanada Kanada 0:2 Deutschland Deutschland
7. 15. Mai 2002 St. Gallen Schweiz Schweiz 1:3 Kanada Kanada
8. 1. Juni 2003 Wolfsburg Deutschland Deutschland 4:1 Kanada Kanada
9. 16. November 2005 Hesperingen Luxemburg Luxemburg 0:1 Kanada Kanada
10. 1. März 2006 Wien Osterreich Österreich 0:2 Kanada Kanada

Bisher gab es keine Begegnungen gegen Liechtenstein.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Nat Von bis
Don Petrie Kanada 1957 1968
Peter Dinsdale EnglandEngland 1968 1970
Frank Pike Kanada 1970 1973
Bill McAllister 1973
Eckhard Krautzun Deutschland Bundesrepublik 1973 1975
Bill McAllister 1975 1975
Eckhard Krautzun Deutschland Bundesrepublik 1975 1977
Barrie Clarke 1979
Tony Waiters EnglandEngland 1981 1986
Bob Bearpark EnglandEngland 1986 1987
Tony Taylor Schottland 1988
Bob Lenarduzzi Kanada 1989 1990
Tony Waiters EnglandEngland 1990 1991
Bob Lenarduzzi Kanada 1992 1997
Bruce Twamley (interim) Kanada 1998 1998
Holger Osieck Deutschland 1999 2003
Colin Miller (interim) Kanada Frühjahr 2003 Frühjahr 2003
Frank Yallop Kanada 2004 Juni 2006
Stephen Hart (interim) Trinidad und Tobago Juli 2006 Juni 2007
Dale Mitchell Kanada Juni 2007 März 2009
Stephen Hart (interim) Trinidad und Tobago April 2009 Dezember 2009
Stephen Hart Trinidad und Tobago Dezember 2009 Oktober 2012
Tony Fonseca KanadaPortugal Oktober 2012 Dezember 2012
Colin Miller KanadaSchottland Januar 2013 Juli 2013
Benito Floro SpanienSpanien August 2013 September 2016
Michael Findlay Kanada September 2016 März 2017
Octavio Zambrano Ecuador März 2017 Januar 2018
John Herdman EnglandEngland Januar 2018

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 27. März 2022, Quelle: rsssf.com[3] und canadasoccer.com[4]

Rekordspieler
Spiele Spieler Zeitraum Tore
94 Atiba Hutchinson 2003– 9
89 Julian de Guzmán 2002–2017 4
84 Paul Stalteri 1997–2010 7
82 Randy Samuel 1983–1997 0
81 Dwayne De Rosario 1998–2015 22
77 Mark Watson 1991–2004 3
66 Lyndon Hooper 1986–1997 3
65 Alex Bunbury 1986–1997 16
63 Kevin McKenna 2000–2012 10
61 Nick Dasovic 1992–2004 2
61 Colin Miller 1983–1997 5
61 Tosaint Ricketts 2011– 17
61 Mike Sweeney 1980–1993 1
61 Samuel Piette 2012– 0
Rekordtorschützen
Tore Spieler Zeitraum Spiele
24 Cyle Larin 2014– 49
22 Dwayne De Rosario 1998–2015 81
20 Jonathan David 2018– 29
19 John Catliff 1984–1994 44
19 Dale Mitchell 1980–1993 55
17 Tosaint Ricketts 2011– 61
16 Alex Bunbury 1986–1997 64
16 Lucas Cavallini 2012– 30
15 Ali Gerba 2005–2011 29
14 Junior Hoilett 2015– 44
11 Carlo Corazzin 1994–2004 59
11 Igor Vrablić 1984–1986 35

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kanadische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 31. März 2022, abgerufen am 31. März 2022.
  2. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930–2010 (Memento des Originals vom 22. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.fifa.com (PDF; 200 kB)
  3. Roberto Mamrud: Canada - Record International Players (englisch) rsssf.com. 17. Februar 2022. Abgerufen am 28. März 2022.
  4. Canada Soccer's Men's National Team (englisch) canadasoccer.com. Abgerufen am 28. März 2022.