Fußball-Weltmeisterschaft 1994

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FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 1994
FIFA World Cup 94
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Anzahl Nationen 24 (von 143 Bewerbern)
Weltmeister BrasilienBrasilien Brasilien (4. Titel)
Austragungsort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Eröffnungsspiel 17. Juni 1994 (Chicago)
Endspiel 17. Juli 1994 (Pasadena)
Spiele 52
Tore 141 (⌀: 2,71 pro Spiel)
Zuschauer 3.587.538 (⌀: 68.991 pro Spiel)
Torschützenkönig RusslandRussland Oleg Salenko und
BulgarienBulgarien Christo Stoitschkow
(je 6 Tore)
Bester Spieler BrasilienBrasilien Romário
Bester Torhüter BelgienBelgien Michel Preud’homme
Gelbe Karten 228 (⌀: 4,38 pro Spiel)
Gelb-Rote Karten (⌀: 0,13 pro Spiel)
Rote Karten (⌀: 0,15 pro Spiel)

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 (englisch FIFA World Cup) war die 15. Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 17. Juni bis zum 17. Juli 1994 erstmals in den USA statt.

Weltmeister wurde Brasilien im Finale gegen Italien, wobei erstmals ein Elfmeterschießen die Entscheidung brachte. Titelverteidiger Deutschland scheiterte im Viertelfinale und verpasste somit erstmals seit 1978 das Finale. Vize-Weltmeister Argentinien schied im Achtelfinale aus, dessen Kapitän Diego Maradona vor dem letzten Gruppenspiel positiv auf Drogen getestet und vom Turnier ausgeschlossen wurde.[1] Mit den USA schied der Gastgeber erstmals bereits im Achtelfinale aus. Torschützenkönig wurden Oleg Salenko und Christo Stoitschkow mit jeweils 6 Toren, wobei Salenko 5 Tore im Gruppenspiel Russland gegen Kamerun erzielte und damit einen Rekord aufstellte, Russland jedoch bereits nach der Gruppenphase ausschied.[2] Im selben Spiel erzielte Roger Milla im Alter von 42 Jahren den einzigen Treffer für Kamerun, was ihn zum ältesten Torschützen der WM-Geschichte macht.[3]

Obwohl Fußball in den USA zur damaligen Zeit nur eine Nischensportart war, erwies sich die Weltmeisterschaft als Zuschauermagnet; es war die WM mit sowohl den bisher meisten Zuschauern pro Spiel sowie den meisten Zuschauern insgesamt, obwohl anschließend die Anzahl der teilnehmenden Nationen von 24 auf 32 erhöht wurde.[4]

Die Weltmeisterschaft wurde von drei Tragödien begleitet. Während der Qualifikation kamen bei einem Flugzeugabsturz am 27. April 1993 insgesamt 30 Menschen ums Leben, darunter die Sambische Fußballnationalmannschaft auf dem Weg zum Qualifikationsspiel im Senegal.[5] Knapp einen Monat vor Beginn des Turniers starb der erfolgreiche brasilianische Automobilrennfahrer Ayrton Senna nach seinem tödlichen Unfall beim Großen Preis von San Marino 1994. Brasilien widmete ihm den WM-Titel: Direkt nach dem Abpfiff hielten alle Spieler ein Plakat in die Kameras, auf dem die Widmung zu lesen war.[6] Noch während der WM wurde der Kolumbianer Andrés Escobar, der durch sein Eigentor gegen die USA die Mannschaft aus dem Wettbewerb geschossen hatte, beim Verlassen einer Medellíner Nachtbar erschossen. Eine Verbindung zwischen dem Mord und dem Eigentor konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.[7][8]

Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vergabe fand am 4. Juli 1988 auf dem FIFA-Kongress in Zürich statt. Die USA setzten sich mit zehn Stimmen gegen die Mitbewerber Marokko (sieben Stimmen) und Brasilien (zwei Stimmen) durch.[9]

Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in neun Stadien in neun verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten ausgetragen. Die Kapazität der Stadien bezieht sich auf die Zeit zur Fußball-WM 1994. Mit dem Spiel USA – Schweiz fand im Pontiac Silverdome erstmals ein WM-Spiel in einem voll überdachten Stadion statt.[10] Dort wurden noch drei weitere Gruppenspiele ausgetragen.

Chicago Dallas Pasadena[Anm. 1]
Soldier Field Cotton Bowl Rose Bowl Stadium
Kapazität: 67.000 Kapazität: 67.000 Kapazität: 91.000
Soldier Field Cotton Bowl Rose Bowl
Pontiac[Anm. 2]
Fußball-Weltmeisterschaft 1994 (USA 48)
Pasadena (Los Angeles)
Pasadena (Los Angeles)
Pontiac (Detroit)
Pontiac (Detroit)
Palo Alto (San Francisco)
Palo Alto (San Francisco)
East Rutherford (New York)
East Rutherford (New York)
Foxborough (Boston)
Foxborough (Boston)
East Rutherford[Anm. 3]
Silverdome Giants Stadium
Kapazität: 80.000 Kapazität: 77.000
Pontiac Silverdome Giants Stadium
Foxborough[Anm. 4] Palo Alto[Anm. 5] Orlando Washington, D.C.
Foxboro Stadium Stanford Stadium Florida Citrus Bowl Robert F. Kennedy Memorial Stadium
Kapazität: 61.000 Kapazität: 80.000 Kapazität: 70.000 Kapazität: 56.000
Foxboro Stadium Stanford Stadium Citrus Bowl Robert F. Kennedy Memorial Stadium
  1. In vielen Quellen wird als Spielstätte das nahe Los Angeles genannt.
  2. In vielen Quellen wird als Spielstätte das nahe Detroit genannt.
  3. In vielen Quellen wird als Spielstätte das nahe New York genannt.
  4. In vielen Quellen wird als Spielstätte das nahe Boston genannt.
  5. In vielen Quellen wird als Spielstätte das nahe San Francisco genannt.
Statistik
Stadt Stadion Spiele Kapazität Gesamt-
zuschauerzahl
Schnitt Spiel mit den meisten Zuschauern Spiel mit den wenigsten Zuschauern
Chicago Soldier Field 5 67.000 312.725 62.545 Bulgarien – Griechenland
(Vorrunde) 63.160
Deutschland – Belgien
(Achtelfinale) 60.246
Dallas Cotton Bowl 6 67.000 352.152 58.692 Deutschland – Südkorea und Argentinien – Bulgarien
(Vorrunde) 63.998
Nigeria – Bulgarien
(Vorrunde) 44.132
Pasadena Rose Bowl Stadium 8 91.000 740.807 92.601 Brasilien – Italien
(Finale) 94.194
Rumänien – Argentinien
(Achtelfinale) 90.469
Pontiac Silverdome 4 80.000 283.598 70.900 Brasilien – Schweden
(Vorrunde) 77.217
Rumänien – Schweiz
(Achtelfinale) 61.428
East Rutherford Giants Stadium 7 77.000 515.828 73.690 Saudi-Arabien – Marokko
(Vorrunde) 76.322
Mexiko – Bulgarien
(Achtelfinale) 71.030
Foxborough Foxboro Stadium 6 61.000 324.130 54.022 Argentinien – Griechenland
(Vorrunde) 54.456
Griechenland – Nigeria
(Vorrunde) 53.001
Palo Alto Stanford Stadium 6 80.000 490.424 81.737 Brasilien – USA
(Achtelfinale) 84.147
Russland – Kamerun
(Vorrunde) 74.914
Orlando Florida Citrus Bowl 5 70.000 306.329 61.266 Belgien – Niederlande
(Vorrunde) 62.387
Marokko – Niederlande
(Vorrunde) 60.578
Washington, D.C. Robert F. Kennedy Memorial Stadium 5 56.000 261.545 52.309 Spanien – Schweiz
(Achtelfinale) 53.121
Niederlande – Saudi-Arabien
(Vorrunde) 50.535

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

143 Nationen meldeten ihre Teilnahme an der Qualifikation zur WM 1994. Die USA als Gastgeber und Deutschland als Titelverteidiger waren bereits automatisch qualifiziert, wodurch 129 Nationen um insgesamt 22 freie Plätze spielten. Mit Griechenland, Nigeria, Russland und Saudi-Arabien qualifizierten sich vier Nationalmannschaften erstmals für eine WM-Endrunde.

13 aus Europa BelgienBelgien Belgien BulgarienBulgarien Bulgarien DeutschlandDeutschland Deutschland GriechenlandGriechenland Griechenland IrlandIrland Irland
ItalienItalien Italien NiederlandeNiederlande Niederlande NorwegenNorwegen Norwegen RumänienRumänien Rumänien RusslandRussland Russland
SchwedenSchweden Schweden SchweizSchweiz Schweiz SpanienSpanien Spanien
4 aus Südamerika ArgentinienArgentinien Argentinien BolivienBolivien Bolivien BrasilienBrasilien Brasilien KolumbienKolumbien Kolumbien
2 aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik MexikoMexiko Mexiko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
3 aus Afrika KamerunKamerun Kamerun MarokkoMarokko Marokko NigeriaNigeria Nigeria
2 aus Asien Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien Korea SudSüdkorea Südkorea
Weltkarte der Teilnehmer mit deren Platzierungen

Auslosung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auslosung fand am 19. Dezember 1993 im Convention Centre in Las Vegas statt.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topf 1 enthielt die erfolgreichsten Mannschaften plus Gastgeber USA. Diese sechs Mannschaften bildeten die sechs Gruppenköpfe, die allesamt auf die erste Position in den sechs Gruppen gesetzt wurden. Ungewöhnlich war die Tatsache, dass die Zuordnung der endgültigen Gruppen-Nummern aus kommerziellen Gründen (A-F) erst nach kompletter Auslosung in einer geheimen Besprechung von einem FIFA-Gremium vorgenommen wurde. Gezogen wurden die Mannschaften jedoch in der oben aufgeführten Reihenfolge, also Deutschland zuerst und die USA zum Schluss. Topf 2 enthielt die amerikanischen und afrikanischen Mannschaften. Bolivien und Kolumbien durften nicht zu den südamerikanischen Gruppenköpfen Argentinien und Brasilien gelost werden, Mexiko nicht zu den USA. Topf 3 enthielt sechs europäische Mannschaften, die frei zugelost wurden. Aus Topf 4 bekamen Argentinien, Brasilien und USA gezielt eine europäische Mannschaft zugelost, damit in jeder Gruppe mindestens zwei europäische Mannschaften spielten. Die beiden asiatischen Mannschaften Saudi-Arabien und Südkorea kamen somit zwangsläufig in eine Gruppe mit einem europäischen Gruppenkopf.

Töpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topf 1: Deutschland (C), Brasilien (B), Argentinien (D), Belgien (F), Italien (E), USA (A)
  • Topf 2: Kamerun, Kolumbien, Bolivien, Nigeria, Marokko, Mexiko
  • Topf 3: Spanien, Russland, Bulgarien, Niederlande, Irland, Rumänien
  • Topf 4: Südkorea, Schweden, Saudi-Arabien, Griechenland, Norwegen, Schweiz

Daraus ergaben sich nach der Auslosung folgende Gruppen:

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D Gruppe E Gruppe F
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA BrasilienBrasilien Brasilien DeutschlandDeutschland Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien ItalienItalien Italien BelgienBelgien Belgien
SchweizSchweiz Schweiz RusslandRussland Russland BolivienBolivien Bolivien GriechenlandGriechenland Griechenland IrlandIrland Irland MarokkoMarokko Marokko
KolumbienKolumbien Kolumbien KamerunKamerun Kamerun SpanienSpanien Spanien NigeriaNigeria Nigeria NorwegenNorwegen Norwegen NiederlandeNiederlande Niederlande
RumänienRumänien Rumänien SchwedenSchweden Schweden Korea SudSüdkorea Südkorea BulgarienBulgarien Bulgarien MexikoMexiko Mexiko Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 24 Teilnehmer wurden in sechs Vorgruppen mit je vier Mannschaften eingeteilt. Die beiden ersten jeder Gruppe sowie die vier besten Drittplatzierten qualifizierten sich für das Achtelfinale. Ab dem Achtelfinale wurde das Turnier im K.-o.-System ausgetragen. Erstmals wurden bei einer Weltmeisterschaft für einen Sieg drei Punkte vergeben (bisher zwei), bei Unentschieden weiterhin ein Punkt. Allerdings hatte dies keine Auswirkungen auf die Platzierungen. Bei der alten Zwei-Punkte-Wertung, die noch bei der WM-Qualifikation zu dieser WM galt, wären alle Achtelfinal-Paarungen die gleichen gewesen.

Vorrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppe A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. RumänienRumänien Rumänien  3  2  0  1 005:500  ±0 06
 2. SchweizSchweiz Schweiz  3  1  1  1 005:400  +1 04
 3. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  3  1  1  1 003:300  ±0 04
 4. KolumbienKolumbien Kolumbien  3  1  0  2 004:500  −1 03
18. Juni 1994, 11:30 Uhr (17:30 Uhr MESZ) in Pontiac
USA Schweiz 1:1 (1:1)
18. Juni 1994, 19:30 Uhr (19. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
Kolumbien Rumänien 1:3 (1:2)
22. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Pontiac
Rumänien Schweiz 1:4 (1:1)
22. Juni 1994, 19:30 Uhr (23. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
USA Kolumbien 2:1 (1:0)
26. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Pasadena
USA Rumänien 0:1 (0:1)
26. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Schweiz Kolumbien 0:2 (0:1)

In der Gruppe A belegte das von Pelé als Geheimfavorit[8] eingestufte Kolumbien den letzten Platz und schied trotz namhaften Spielern wie Valderrama, Asprilla, Rincón und dem damaligen Bayern-Stürmer Adolfo Valencia schon in der Vorrunde aus. Die Schweiz, deren halbe Stammelf aus Bundesliga-Spielern bestand, verbuchte einen deutlichen Erfolg gegen Rumänien, das mit Gheorghe Hagi den Gastgeber schlug und als Gruppensieger ins Achtelfinale einzog. Die USA galten trotz ihres Heimvorteils bei vielen als Außenseiter, was sich nicht bestätigte. Sie besiegten das von vielen favorisierte Kolumbien, was durch ein Eigentor von Andrés Escobar zustande kam. Dabei wurde spekuliert, dass Escobar vermutlich aufgrund dieses Eigentores wenige Tage später vor einer Bar in Medellín erschossen wurde, eine Verbindung konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.[7]

Gruppe B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. BrasilienBrasilien Brasilien  3  2  1  0 006:100  +5 07
 2. SchwedenSchweden Schweden  3  1  2  0 006:400  +2 05
 3. RusslandRussland Russland  3  1  0  2 007:600  +1 03
 4. KamerunKamerun Kamerun  3  0  1  2 003:110  −8 01
19. Juni 1994, 19:30 Uhr (20. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
Kamerun Schweden 2:2 (1:1)
20. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Brasilien Russland 2:0 (1:0)
24. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Brasilien Kamerun 3:0 (1:0)
24. Juni 1994, 19:30 Uhr (25. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pontiac
Schweden Russland 3:1 (1:1)
28. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Russland Kamerun 6:1 (3:0)
28. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Pontiac
Brasilien Schweden 1:1 (0:1)

In der Gruppe B dominierte der dreifache Weltmeister Brasilien mit dem Sturmduo Romário und Bebeto. Dennoch wurde Trainer Parreira wegen seines eher nüchternen Stils, Fußball spielen zu lassen, in der Heimat oft kritisiert.[11] Gegen Russland und Kamerun hatte die Mannschaft von Carlos Alberto Parreira wenig Mühe, im letzten Gruppenspiel sollten die taktisch disziplinierten und defensiv ausgerichteten Schweden den Brasilianern etwas mehr Schwierigkeiten bereiten. Schweden startete durchwachsen ins Turnier, konnte aber aufgrund einer starken Besetzung in der Offensive neben der traditionell starken Defensive das Achtelfinal-Ticket lösen. Russland zeigte nur im letzten Gruppenspiel, was es zu bieten hatte. Dabei traf Oleg Salenko als erster und bis jetzt einziger Spieler der WM-Geschichte fünfmal in einem Spiel ins Tor.[2] Dennoch, für die Russen endete die erste WM nach dem Zerfall der Sowjetunion bereits nach der Vorrunde. Kamerun konnte nicht an die Leistungen der WM von 1990 anknüpfen. Altstar Roger Milla sollte aber wenigstens noch für den zweiten Rekord innerhalb des für den Rest des Turniers letztlich unbedeutenden Spiels zwischen Kamerun und Russland sorgen. Mit seinen 42 Jahren ist er der älteste Torschütze der WM-Geschichte (Stand: WM 2014).[3]

Gruppe C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. DeutschlandDeutschland Deutschland  3  2  1  0 005:300  +2 07
 2. SpanienSpanien Spanien  3  1  2  0 006:400  +2 05
 3. Korea SudSüdkorea Südkorea  3  0  2  1 004:500  −1 02
 4. BolivienBolivien Bolivien  3  0  1  2 001:400  −3 01
17. Juni 1994, 15:00 Uhr (21:00 Uhr MESZ) in Chicago
Deutschland Bolivien 1:0 (0:0)
17. Juni 1994, 19:30 Uhr (18. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Dallas
Spanien Südkorea 2:2 (0:0)
21. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Chicago
Deutschland Spanien 1:1 (0:1)
23. Juni 1994, 19:30 Uhr (24. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Foxborough
Südkorea Bolivien 0:0
27. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Chicago
Bolivien Spanien 1:3 (0:1)
27. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Dallas
Deutschland Südkorea 3:2 (3:0)

Deutschland konnte als erster Titelverteidiger überhaupt das Eröffnungsspiel für sich entscheiden. Zwei Siege reichten zum Weiterkommen, wobei die Halbzeitführung gegen Südkorea von drei Toren Differenz noch auf ein Tor Differenz schrumpfte. Spanien startete mit einem Unentschieden gegen Südkorea, konnte sich mit einem weiteren Unentschieden gegen den Weltmeister und einem Sieg über Bolivien qualifizieren. Südkorea blieb bei letztlich erfolglosen Aufholphasen in den Spielen gegen Spanien und Deutschland auch bei der vierten WM-Teilnahme sieglos. Beim Spiel Boliviens gegen Südkorea ließ der schottische Schiedsrichter Mottram 13 Minuten nachspielen.[12]

Stefan Effenberg wurde von Berti Vogts nach Hause geschickt, nachdem er den deutschen Fans bei seiner Auswechslung im Spiel gegen Südkorea den gestreckten Mittelfinger zeigte.[13]

Gruppe D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. NigeriaNigeria Nigeria  3  2  0  1 006:200  +4 06
 2. BulgarienBulgarien Bulgarien  3  2  0  1 006:300  +3 06
 3. ArgentinienArgentinien Argentinien  3  2  0  1 006:300  +3 06
 4. GriechenlandGriechenland Griechenland  3  0  0  3 000:100 −10 00
Bulgarien durch direkten Vergleich vor Argentinien Gruppenzweiter
21. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Foxborough
Argentinien Griechenland 4:0 (2:0)
21. Juni 1994, 19:30 Uhr (22. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Dallas
Nigeria Bulgarien 3:0 (2:0)
25. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Foxborough
Argentinien Nigeria 2:1 (2:1)
26. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Chicago
Bulgarien Griechenland 4:0 (1:0)
30. Juni 1994, 19:30 Uhr (1. Juli, 01:30 Uhr MESZ) in Foxborough
Griechenland Nigeria 0:2 (0:1)
30. Juni 1994, 19:30 Uhr (1. Juli, 01:30 Uhr MESZ) in Dallas
Argentinien Bulgarien 0:2 (0:0)

Argentinien startete gut ins Turnier, vor allem dank seiner Superstars Maradona und Caniggia. Am Tag des letzten Gruppenspiels gegen Bulgarien wurde Maradonas Ausschluss vom Turnier aufgrund einer positiven Doping-Probe bekanntgegeben.[1] Die Verunsicherung und das fehlende spielerische Element war den Argentiniern schon jetzt deutlich anzumerken. Bulgarien hatte in der Qualifikation Frankreich hinter sich gelassen und hatte den wohl stärksten Kader der bulgarischen Fußball-Geschichte. Nach dem misslungenen Start gegen Nigeria ließen sie das ihre Gegner merken. Besonders beeindruckend war die technisch starke Offensivabteilung der Mannschaft. Nigeria hatte schon damals eine Mannschaft mit vielen, meist noch jungen Hoffnungsträgern. Viele dieser Spieler sollten sich zwar später in den europäischen Top-Ligen nicht durchsetzen können, dennoch war diese WM der Anfang der Erfolgsgeschichte des nigerianischen Fußballs, nach der sie lange als stärkste Mannschaft Afrikas gelten sollten. Griechenland, einer von drei WM-Neulingen (neben Nigeria und Saudi-Arabien), war chancenlos in dieser Gruppe. Das beste Spiel zeigten sie zum Schluss der Gruppenphase gegen Nigeria, aber deren individuelle Klasse sollte sich durchsetzen. Ohne Erfahrung und ohne große Einzelkönner schied Griechenland sang- und klanglos in der Vorrunde aus.

Gruppe E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. MexikoMexiko Mexiko  3  1  1  1 003:300  ±0 04
 2. IrlandIrland Irland  3  1  1  1 002:200  ±0 04
 3. ItalienItalien Italien  3  1  1  1 002:200  ±0 04
 4. NorwegenNorwegen Norwegen  3  1  1  1 001:100  ±0 04
Irland durch direkten Vergleich vor Italien Gruppenzweiter
18. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
Italien Irland 0:1 (0:1)
19. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Norwegen Mexiko 1:0 (0:0)
23. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
Italien Norwegen 1:0 (0:0)
24. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Mexiko Irland 2:1 (1:0)
28. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in East Rutherford
Irland Norwegen 0:0
28. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Italien Mexiko 1:1 (0:0)

Italien erwischte einen Fehlstart in die WM, als Irland sich für die Viertelfinal-Niederlage vier Jahre zuvor revanchieren konnte. Die Squadra Azzura konnte den Kopf nochmal aus der Schlinge ziehen. Norwegen wurde mit einem großen Kraftaufwand besiegt. Nachdem Torhüter Pagliuca die Rote Karte gesehen hatte, nahm Trainer Sacchi Superstar Roberto Baggio vom Feld, um einen neuen Torwart einzuwechseln. Zu zehnt gewann Italien das Spiel, ehe gegen Mexiko wieder eine leichte Ernüchterung folgte. Irland spielte erneut eine starke WM. Obwohl den kampfstarken und mannschaftlich geschlossenen Iren im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen trotz klarer Überlegenheit kein Tor gelang, reichte es zum Weiterkommen. Mexiko schaffte es erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft außerhalb des eigenen Landes, die Vorrunde zu überstehen. Norwegen traute nach der überraschend starken Qualifikation das Weiterkommen zu, obwohl es für sie seit 56 Jahren die erste WM-Teilnahme war. Das Tor des defensiven Mittelfeldspielers Rekdal im Spiel gegen Mexiko blieb jedoch ihr einziges bei dieser WM. Praktisch ohne Sturm konnten sie das Achtelfinale nicht mehr erreichen. In dieser ausgeglichensten WM-Gruppe in der Geschichte entschieden letztlich nur die erzielten Tore und der direkte Vergleich zwischen Irland und Italien über die Platzierungen zugunsten der Mexikaner und Iren.

Gruppe F[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. NiederlandeNiederlande Niederlande  3  2  0  1 004:300  +1 06
 2. Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien  3  2  0  1 004:300  +1 06
 3. BelgienBelgien Belgien  3  2  0  1 002:100  +1 06
 4. MarokkoMarokko Marokko  3  0  0  3 002:500  −3 00
Niederlande durch direkten Vergleich vor Saudi-Arabien Gruppensieger
19. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Belgien Marokko 1:0 (1:0)
20. Juni 1994, 19:30 Uhr (21. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Niederlande Saudi-Arabien 2:1 (0:1)
25. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Belgien Niederlande 1:0 (0:0)
25. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in East Rutherford
Saudi-Arabien Marokko 2:1 (2:1)
29. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Marokko Niederlande 1:2 (0:1)
29. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Belgien Saudi-Arabien 0:1 (0:1)

Neuling Saudi-Arabien sollte in allen drei Vorrundenspielen positiv überraschen. Nur ein Torwartfehler drei Minuten vor Schluss ließ sie an einem Unentschieden gegen Titel-Mitfavorit Niederlande vorbeischrammen. Danach gelang ein Sieg gegen das etwas stärker eingeschätzte Marokko und ein Sieg gegen Belgien, durch ein bemerkenswertes Solo-Tor von Said al-Uwairan. Marokko schied punktlos aus, obwohl sie alle drei Spiele stets offen halten konnten. Es fehlte schlussendlich die internationale Erfahrung und die Cleverness, die die Niederländer wiederum besaßen. Die Auswahl von Dick Advocaat konnte sowohl gegen Saudi-Arabien wie gegen Marokko kurz vor Schluss noch das wichtige Siegtor erzielen. Belgien war nach dem Erfolg im Prestigeduell gegen die Niederlande bereits für das Achtelfinale qualifiziert, die Niederlage gegen Saudi-Arabien schmerzte nicht mehr besonders.

Rangliste der Gruppendritten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. ArgentinienArgentinien Argentinien  3  2  0  1 006:300  +3 06
 2. BelgienBelgien Belgien  3  2  0  1 002:100  +1 06
 3. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  3  1  1  1 003:300  ±0 04
 4. ItalienItalien Italien  3  1  1  1 002:200  ±0 04
 5. RusslandRussland Russland  3  1  0  2 007:600  +1 03
 6. Korea SudSüdkorea Südkorea  3  0  2  1 004:500  −1 02

Finalrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achtelfinale Viertelfinale Halbfinale Finale
                           
           
  A1: RumänienRumänien Rumänien  3
  D3: ArgentinienArgentinien Argentinien  2  
  RumänienRumänien Rumänien  2 (4)
    SchwedenSchweden Schweden  22 (5)2  
  F2: Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien  1
  B2: SchwedenSchweden Schweden  3  
  SchwedenSchweden Schweden  0
    BrasilienBrasilien Brasilien  1  
  B1: BrasilienBrasilien Brasilien  1
  A3: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA  0  
  BrasilienBrasilien Brasilien  3
    NiederlandeNiederlande Niederlande  2  
  F1: NiederlandeNiederlande Niederlande  2
  E2: IrlandIrland Irland  0  
  BrasilienBrasilien Brasilien  20 (3)2
    ItalienItalien Italien  0 (2)
  C1: DeutschlandDeutschland Deutschland  3
  F3: BelgienBelgien Belgien  2  
  DeutschlandDeutschland Deutschland  1
    BulgarienBulgarien Bulgarien  2  
  E1: MexikoMexiko Mexiko  1 (1)
  D2: BulgarienBulgarien Bulgarien  21 (3)2  
  BulgarienBulgarien Bulgarien  1
    ItalienItalien Italien  2   Spiel um Platz drei
  D1: NigeriaNigeria Nigeria  1
  E3: ItalienItalien Italien  221  
  ItalienItalien Italien  2   SchwedenSchweden Schweden  4
    SpanienSpanien Spanien  1     BulgarienBulgarien Bulgarien  0
  A2: SchweizSchweiz Schweiz  0
  C2: SpanienSpanien Spanien  3  

1 Sieg nach Verlängerung
2 Sieg im Elfmeterschießen

Achtelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlande gegen Irland im Citrus Bowl in Orlando, Florida am 4. Juli 1994
2. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Chicago
DeutschlandDeutschland Deutschland BelgienBelgien Belgien 3:2 (3:1)
2. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
SchweizSchweiz Schweiz SpanienSpanien Spanien 0:3 (0:1)
3. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Dallas
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien SchwedenSchweden Schweden 1:3 (0:1)
3. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in Pasadena
RumänienRumänien Rumänien ArgentinienArgentinien Argentinien 3:2 (2:1)
4. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Orlando
NiederlandeNiederlande Niederlande IrlandIrland Irland 2:0 (2:0)
4. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in Palo Alto
BrasilienBrasilien Brasilien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 1:0 (0:0)
5. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Foxborough
NigeriaNigeria Nigeria ItalienItalien Italien 1:2 n.V. (1:1, 1:0)
5. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in East Rutherford
MexikoMexiko Mexiko BulgarienBulgarien Bulgarien 1:1 n.V. (1:1, 1:1), 1:3 i.E.

Im Spiel Deutschland gegen Belgien zeigte der Titelverteidiger seine beste Turnierleistung, dennoch hatten die Deutschen noch Glück, da den Belgiern ein klarer Elfmeter verwehrt wurde. Garant für den deutschen Sieg war vor allem das Sturmduo Völler/Klinsmann.

Den Schweizern wurden im Spiel gegen Spanien durchaus Chancen auf das Erreichen des Viertelfinals eingeräumt. Ein frühes Tor der Spanier sorgte für die Vorentscheidung, die mit zwei Toren in der zweiten Halbzeit zur Gewissheit wurde.

Die Überraschungsmannschaft aus Saudi-Arabien zeigte gegen Schweden eine engagierte Leistung, ihr fehlten jedoch die Mittel, um die routinierten Schweden in Bedrängnis zu bringen. Nach dem Anschlusstreffer Saudi-Arabiens in der 85. Minute zum 2:1 wurde nur drei Minuten später durch ein Tor des Schweden Kennet Andersson das Endergebnis hergestellt.

Die Niederlande gewannen ihr Achtelfinale problemlos mit 2:0 gegen die Iren. Die beiden Tore für die Elftal fielen schon in der Anfangsphase und die Iren waren danach chancenlos.

Argentinien, das nur einen Tag Pause hatte, musste ohne den gesperrten Diego Maradona und den verletzten Claudio Caniggia antreten und konnte die Niederlage gegen Rumänien nicht verhindern. Rumänien stand erstmals in einem WM-Viertelfinale, für Argentinien war es das schlechteste Abschneiden seit 1970.

Brasilien stand gegen die Heimmannschaft der USA als Favorit unter Druck und musste nach einem Platzverweis gegen Leonardo mehr als eine Halbzeit lang mit zehn Mann spielen. Spanien-Legionär Bebeto erzielte das Tor des Tages 15 Minuten vor Abpfiff.

Nigeria ging im Spiel gegen Mitfavorit Italien in Führung. Die junge, unerfahrene Mannschaft musste kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich hinnehmen. Ausgerechnet der viel gescholtene Roberto Baggio schoss seine Mannschaft in die Verlängerung, in der er zusätzlich das Siegtor erzielte.

Bulgarien komplettierte das Viertelfinale. Die beiden Tore im Spiel gegen Mexiko zum 1:1 nach regulärer Spielzeit fielen bereits in den ersten 18 Minuten. Die übrigen 100 Minuten verliefen, bis auf zwei Platzverweise, einen auf jeder Seite, ohne nennenswerte Höhepunkte. Das darauf folgende Elfmeterschießen konnten die Bulgaren für sich entscheiden.

Viertelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Matthäus verwandelt einen Elfmeter gegen Bulgarien
9. Juli 1994, 12:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in Foxborough
ItalienItalien Italien SpanienSpanien Spanien 2:1 (1:0)
9. Juli 1994, 14:30 Uhr (21:30 Uhr MESZ) in Dallas
BrasilienBrasilien Brasilien NiederlandeNiederlande Niederlande 3:2 (0:0)
10. Juli 1994, 12:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
BulgarienBulgarien Bulgarien DeutschlandDeutschland Deutschland 2:1 (0:0)
10. Juli 1994, 12:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
RumänienRumänien Rumänien SchwedenSchweden Schweden 2:2 n.V. (1:1, 0:0), 4:5 i.E.

Roberto Baggio und Dino Baggio sorgten im Spiel gegen Spanien für einen Erfolg der Italiener und den Einzug ins Halbfinale.

Im Viertelfinale zwischen Brasilien und den Niederlanden konnten die Niederländer eine 2:0-Führung der Brasilianer ausgleichen. Ein Freistoßtor von Branco in der 83. Spielminute sorgte für die Entscheidung zugunsten der Südamerikaner.

Die Überlegenheit der deutschen Mannschaft im Spiel gegen Bulgarien zahlte sich nach 47 Minuten durch einen verwandelten Elfmeter von Lothar Matthäus aus. Nach einem zu Recht nicht anerkannten Tor von Rudi Völler konnten die Bulgaren das Spiel durch ein Freistoßtor von Christo Stoitschkow und ein Kopfball-Tor des damaligen HSV-Spielers Jordan Letschkow für sich entscheiden. In einer letzten gefährlichen Situation vor dem bulgarischen Tor blieb Thomas Strunz glücklos. Der in den letzten 30 Minuten statisch agierende amtierende Weltmeister schied somit aus dem Turnier aus.

Die Partie Rumänien gegen Schweden wurde zum Ende der regulären Spielzeit und in der Verlängerung dramatisch. Nach knapp 80 Minuten gingen zunächst die Schweden in Führung, ehe die Rumänen noch den Ausgleich erzielen konnten. In der Verlängerung ging Rumänien in Führung, ehe die Schweden ihrerseits ausglichen. Im Elfmeterschießen wurde der schwedische Torhüter Thomas Ravelli mit zwei Paraden zum Gewinner der Partie.

Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13. Juli 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
BulgarienBulgarien Bulgarien ItalienItalien Italien 1:2 (1:2)
13. Juli 1994, 16:30 Uhr (14. Juli, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
SchwedenSchweden Schweden BrasilienBrasilien Brasilien 0:1 (0:0)

Nachdem Bulgarien mit Deutschland den Titelverteidiger bezwungen hatte, wurde ein schweres Spiel für die Italiener erwartet. Die Italiener, und besonders Roberto Baggio, waren jedoch immer besser ins Turnier gekommen, so dass es zum Finaleinzug reichte. Roberto Baggio schoss beide Treffer für eine italienische Mannschaft, die sich in diesem Spiel viele Torchancen erarbeiten konnte.

Brasilien beherrschte die Schweden deutlich, vergab jedoch viele Torchancen. Ein später Treffer von Romário entschied letztlich das Spiel.

Spiel um Platz 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

16. Juli 1994, 12:30 Uhr (21:30 Uhr MESZ) in Pasadena
SchwedenSchweden Schweden BulgarienBulgarien Bulgarien 4:0 (4:0)

Die Bulgaren gaben nach der deutlichen Niederlage gegen Schweden zu, ihr gutes Abschneiden bei dieser WM schon zu ausgiebig gefeiert zu haben und deshalb nicht topfit für das Spiel um Platz 3 gewesen zu sein. Es wurde gemunkelt, dass Christo Stoichkov Torschützenkönig werden und er unbedingt ein weiteres Tor schießen sollte, und somit Torchancen für andere Spieler ausgelassen wurden, was mit dazu beigetragen haben könnte, dass die Bulgaren trotz einiger Chancen überhaupt kein Tor erzielt haben. Für Schweden war es das beste Abschneiden seit der Vize-Weltmeisterschaft von 1958 im eigenen Land.

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brasilien Italien Aufstellung
BrasilienBrasilien
Finale
17. Juli 1994 in Pasadena (Rose Bowl)
Ergebnis: 0:0 n.V., 3:2 i.E.
Zuschauer: 94.194
Schiedsrichter: Sándor Puhl (UngarnUngarn Ungarn)
Spielbericht
ItalienItalien
Aufstellung Brasilien gegen Italien
Cláudio Taffarel - Aldair, Márcio Santos, Mauro Silva - Jorginho (21. Cafu), Carlos Dunga (C)Kapitän der Mannschaft, Branco - Mazinho, Zinho (106. Viola) - Bebeto, Romário
Trainer: Carlos Alberto Parreira
Gianluca Pagliuca - Franco Baresi (C)Kapitän der Mannschaft - Antonio Benarrivo, Roberto Mussi (35. Luigi Apolloni), Paolo Maldini - Nicola Berti, Demetrio Albertini, Dino Baggio (95. Alberigo Evani), Roberto Donadoni - Roberto Baggio, Daniele Massaro
Trainer: Arrigo Sacchi
Elfmeterschießen

Elfmeter verschossen Pagliuca hält gegen Márcio Santos

Elfmeter verwandelt 1:1 Romário

Elfmeter verwandelt 2:2 Branco

Elfmeter verwandelt 3:2 Dunga
Elfmeter verschossen Baresi schießt über das Tor

Elfmeter verwandelt 0:1 Albertini

Elfmeter verwandelt 1:2 Evani

Elfmeter verschossen Taffarel hält gegen Massaro

Elfmeter verschossen R. Baggio schießt über das Tor
Gelbe Karten Mazinho, Cafu Gelbe Karten Apolloni, Albertini

Ein von Taktik geprägtes Finale konnten die Brasilianer letztlich im Elfmeterschießen für sich entscheiden. Mit Roberto Baggio und Franco Baresi verschossen zwei italienische Fußball-Legenden. Brasilien gewann damit sein erstes WM-Finale seit 24 Jahren.

Ehrungen der Platzierten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romário wurde zum Weltfußballer des Jahres gewählt und Cafu zu Südamerikas Fußballer des Jahres. Daniele Massaro wurde als Italiens Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Roberto Baggio und Paolo Maldini belegten hinter Christo Stoitschkow die Plätze 2 und 3 bei der Wahl zum Europas Fußballer des Jahres.

Beste Torschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torschützenkönige des Turniers und gemeinsam mit dem goldenen Schuh ausgezeichnet wurden der Russe Oleg Salenko und der Bulgare Christo Stoitschkow. Ein silberner Schuh wurde nicht vergeben. Den bronzenen Schuh erhielten gemeinsam der Schwede Kennet Andersson und der Brasilianer Romário.

Rang Spieler Tore
1 RusseRusse Oleg Salenko 6
BulgareBulgare Christo Stoitschkow 6
3 SchwedeSchwede Kennet Andersson 5
ItalienerItaliener Roberto Baggio 5
DeutscherDeutscher Jürgen Klinsmann 5
BrasilianerBrasilianer Romário 5
7 ArgentinierArgentinier Gabriel Batistuta 4
SchwedeSchwede Martin Dahlin 4
RumäneRumäne Florin Răducioiu 4
10 BrasilianerBrasilianer Bebeto 3
NiederländerNiederländer Dennis Bergkamp 3
SpanierSpanier José Luis Caminero 3
SchwedeSchwede Tomas Brolin 3
RumäneRumäne Gheorghe Hagi 3
Rang Spieler Tore
15 BelgierBelgier Philippe Albert 2
SaudiSaudi Fuad Amin 2
NigerianerNigerianer Daniel Amokachi 2
NigerianerNigerianer Emmanuel Amuneke 2
ItalienerItaliener Dino Baggio 2
ArgentinierArgentinier Claudio Caniggia 2
RumäneRumäne Ilie Dumitrescu 2
MexikanerMexikaner Luis García Postigo 2
SpanierSpanier Jon Andoni Goikoetxea 2
NiederländerNiederländer Wim Jonk 2
SchweizerSchweizer Adrian Knup 2
BulgareBulgare Jordan Letschkow 2
SüdkoreanerSüdkoreaner Hong Myung-bo 2
KolumbianerKolumbianer Adolfo Valencia 2
DeutscherDeutscher Rudi Völler 2

Darüber hinaus gab es 51 Spieler mit einem Treffer. Hinzu kam ein Eigentor.

Vermarktung, Spielball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Briefmarke von 1994 zur Fußball-WM

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 1994 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter Burghardt: Fußball-WM: Dopingfall Diego Maradona. In: sueddeutsche.de. 26. Juni 2014, abgerufen am 7. September 2015.
  2. a b Torschützenkönig 1994: Salenko & Stoitchkov – sportschau.de. In: www1.sportschau.de. Abgerufen am 7. September 2015.
  3. a b Goal.com: Die Helden der WM-Teilnehmer – Kameruns Roger Milla: Der älteste WM-Spieler und Torschütze - Goal.com. In: goal.com. 2. April 2010, abgerufen am 7. September 2015.
  4. Rp Online: WM 2014: Nur 1994 in den USA kamen mehr Zuschauer. In: rp-online.de. 14. Juli 2014, abgerufen am 7. September 2015.
  5. 'Faulty plane' killed Zambia team. In: news.bbc.co.uk. 28. November 2003, abgerufen am 7. September 2015.
  6. Markus Stier: Fußballspiel und Gottesdienst für Senna. In: auto-motor-und-sport.de. 22. April 2004, abgerufen am 7. September 2015.
  7. a b Sonja Peteranderl: Ermordeter Fußballstar: Todesstrafe für ein Eigentor. In: Spiegel Online. 1. Juli 2013, abgerufen am 7. September 2015.
  8. a b Abendzeitung, Germany: Kolumbien und die WM 1994: Ein Eigentor und sechs Schüsse: Der Mord an Andrés Escobar - Abendzeitung München. In: abendzeitung-muenchen.de. Abgerufen am 7. September 2015.
  9. Host announcement decision.
  10. Sven Flohr: In Detroit verfällt ein 80.000-Zuschauer-Stadion. In: welt.de. 20. Mai 2014, abgerufen am 27. September 2015.
  11. Trainer - Schlicht absurd. In: Der Spiegel. Nr. 29, 1994 (online).
  12. Wenn die Nachspielzeit ewig währt. In: mainpost.de. 7. September 2015, abgerufen am 7. September 2015.
  13. Christoph Heymann: Mein WM-Erlebnis: 1994: Andreas Möller: Es ging immer um die Spielerfrauen. In: zeit.de. 7. Juni 2010, abgerufen am 7. September 2015.
  14. Die Magie der Bälle. In: tagesspiegel.de. 2. Juni 2010, abgerufen am 7. September 2015.
  15. Fundstück WM-Flipper. In: rund-magazin.de. 24. Mai 2010, abgerufen am 7. September 2015.