Giovanni Lanfranco (Maler)

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Selbstbildnis von Giovanni Lanfranco, 1628 und 1632, Columbus Museum of Art

Giovanni Lanfranco (* 26. Januar 1582 in Parma; † 30. November 1647 in Rom) war ein italienischer Maler und Zeichner. Er war vor allem ein bedeutender Vertreter der Freskenmalerei des frühen Barock. Daneben ist er auch für seine Altargemälde und Madonnenbildnisse bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lanfrancos Kuppelfresken in der Cappella di San Gennaro im Dom zu Neapel

Lanfranco studierte in Bologna bei Agostino Carracci und in Rom bei dessen Bruder Annibale Carracci. Dieser verschaffte Lanfranco verschiedene Aufträge zur Ausgestaltung eines Palazzo der Familie Farnese. Später lebte und wirkte Lanfranco in seiner Heimatstadt und in Piacenza, danach kehrte er nach Rom zurück. Hier verschaffte ihm sein wachsender Ruf zahlreiche Bestellungen. Das große Kuppelgemälde die Himmelfahrt Maria mit der Engelsglorie fand besonders großen Beifall. Es stellt einen unermesslichen Raum des Himmels dar und endigt mit einer Glorie, deren Licht sich von der Hauptfigur, dem ewigen Vater, aus ergießt. Er wurde zum Ende seines Wirkens mit Auftragswerken überhäuft und malte viele Bilder in flüchtiger Manier.

Nach Vollendung einer Mosaiktafel auf dem Altar della Navicella im Petersdom Petrus, mit Christus auf dem Meer wandelnd folgte Lanfranco 1634 einem Ruf der Jesuiten nach Neapel zur Ausmalung der Ordenskirche Gesù Nuovo; da die Kuppel einige Jahrzehnte später bei einem Erdbeben einstürzte, sind diese Fresken leider nicht erhalten. Er blieb etwa 10 Jahre in Neapel, wo er eine Reihe weiterer bedeutender und vielbewunderter Fresken in anderen Kirchen malte: die Kuppel in der berühmten Capella del Tesoro di San Gennaro im Dom, und die Deckenfresken in der Certosa di San Martino und in Santi Apostoli.

Lanfranco stand bei den Päpsten Paul V. und Urban VIII. in hoher Gunst. Sein letztes Werk war das Apsisfresko der Kirche San Carlo ai Catinari in Rom.

Im Alter von 65 Jahren starb Lanfranco am 30. November 1647 in Rom.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lanfrancos größte Leistung liegt in seinen Fresken, die von Correggio beeinflusst sind. Seine Ölgemälde zeigen eine kühne Phantasie und glänzende Farbe; neben großartigen Meisterwerken finden sich jedoch auch unbedeutende Werke. Er bildet den Übergang von der Schule der Carracci zur Manier des Pietro da Cortona. Seine Bildmotive waren vor allem religiös und mythologisch. Es sind über fünfzig Zeichnungen erhalten, meist Figuren- und Detailstudien in schwarzer Kreide auf graubraunem oder bläulichem Papier.

Rosenkranzmadonna, 1638, Chiesa del Rosario, Afragola
  • Ausmalung des Palazzetto des Kardinals Odoardo Farnese in Rom (1602 – 1603) gemeinsam mit Annibale Carracci und Domenichino.[A 1]
  • Ausmalung der Sala regia (Salone delle Feste) und der Cappella dell'Annunziata, mit Guido Reni, Quirinalspalast, Rom, 1616[1]
  • Glorie des Paradieses, Sant’Andrea della Valle, Rom, 1621–1625 (andere Quellen: 1624–28), Fresken in der Vierungskuppel
  • Paradies, Fresken, 1635–1636, Gesù Nuovo, Neapel (verloren)[2]
  • Fresken in der Certosa di San Martino, Neapel[2]
  • Kuppelfresko der Cappella di San Gennaro (Kathedrale von Neapel), 1643
  • Die Auffahrt des Hl. Karl Borromäus, San Carlo ai Catinari, Chorapsis, Rom, 1647[2]
  • Altarbild Der reuige Petrus, Dresden, Galerie[2]
  • Altarbild Vision der heiligen Margareta von Cortona, Florenz, Galleria Pitti[2]
  • Altarbild Abschied der Apostel Petrus und Paulus, Paris, Louvre[2]
  • Venus mit Putti, Öl auf Leinwand (tela romana), ca. 1627–32, 93 × 110 cm, Privatbesitz
  • Venus mit Harfe, ca. 1630, Rom, Galleria Nazionale d'Arte Antica (Palazzo Barberini)
  • Rosenkranzmadonna, 1638, Chiesa del Rosario, Afragola
  • Die Ankunft der Zitrusfrüchte im Golf von Neapel, 1639–1644, Berlin, Kupferstichkabinett[3]

Abbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Giovanni Lanfranco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teile dieser Fresken wurden beim Abriss des Palazzetto in die benachbarte Kirche Santa Maria dell’Orazione e Morte übertragen: Paulus von Theben, Symeon Stylites und Antonius der Große

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.treccani.it Dizionario Biografico degli Italiani: Lanfranco, Giovanni, Istituto dell’Enciclopedia italiana (2004). Eintrag von Erich Schleier. Aufgerufen am 18. August 2013.
  2. a b c d e f Lanfranco - Kunst-Lexikon der Weltkunstgeschichte (Memento vom 24. Juli 2008 im Internet Archive), auf infobitte.de
  3. Werke von Giovanni Lanfranco (Maler). Bei Zeno.org. Aufgerufen am 18. August 2013.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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