Cesena

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt; für den Schauspieler und Regisseur siehe Marcello Cesena.
Cesena
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltKein Wappen vorhanden.
Cesena (Italien)
Cesena
Staat Italien
Region Emilia-Romagna
Provinz Forlì-Cesena (FC)
Lokale Bezeichnung Zisèna
Koordinaten 44° 8′ N, 12° 14′ OKoordinaten: 44° 8′ 0″ N, 12° 14′ 0″ O
Höhe 44 m s.l.m.
Fläche 249,47 km²
Einwohner 96.758 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 388 Einw./km²
Postleitzahl 47023
Vorwahl 0547
ISTAT-Nummer 040007
Volksbezeichnung Cesenati
Schutzpatron Johannes der Täufer
Website http://www.comune.cesena.fc.it/
Cesena
Cesena

Cesena (in der Antike Caesena) ist eine Stadt in der italienischen Region Emilia-Romagna, südlich von Ravenna und nordwestlich von Rimini, am Fluss Savio mit 96.758 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015), und die zweitgrößte Stadt der Provinz Forlì-Cesena. Die Stadt liegt am Fuß der Apenninen, rund 15 Kilometer von der Adria entfernt.

Cesena ist der Geburtsort der Päpste Pius VI. und Pius VII. Pius VIII. war Bischof des am Ort befindlichen Bistums Cesena, weshalb sich Cesena die „Stadt der drei Päpste“ nennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piazza del Popolo
Biblioteca Malatestiana
Rocca Malatestiana
Abbazia di Maria del Monte

Cesena war ursprünglich eine umbrische Stadt, fiel im 4. Jahrhundert v. Chr. in die Hand der Gallier und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Römern übernommen. Erstmals wird es quellenmäßig im 1. Jahrhundert v. Chr. vom Redner Cicero genannt.[2] Plinius der Ältere führt das an der Via Aemilia gelegene Cesena als Oppidum an und erwähnt die Weine der Stadt wegen ihrer Qualität.[3] Im übrigen wird es von römischen Autoren der Republiks- und Kaiserzeit nur selten erwähnt.[4] Inschriften geben Auskunft über von Hadrian und Aurelian zugunsten Cesenas ergriffene Maßnahmen, Bäder und Kultzentren. Es war Municipium[5] und wurde im späten 5. Jahrhundert von Odoaker besetzt, fiel aber 493 in die Hände Theoderichs.[6] Erst im 6. Jahrhundert spielte es, insbesondere in den Gotenkriegen des Belisar und Narses, eine bedeutendere Rolle.[7] Bischofssitz wurde Cesena wahrscheinlich erst in der Mitte des 6. Jahrhunderts,[8] auch wenn das Bistum laut unzuverlässiger Überlieferung bereits im 1. Jahrhundert gegründet worden sein soll.

Ab der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gehörte Cesena zum Exarchat von Ravenna. 743 wurde es vom Langobardenkönig Liutprand erobert. Nach den Feldzügen Pippins des Jüngeren fiel es 754 an den Papst. Berengar II. verwüstete die Stadt im Jahr 961. Gregor V. bestätigte 998 den Erzbischof Gerbert von Ravenna (später Papst Silvester II.) im Besitz von Cesena, das nun Bischofsstadt blieb. Von 1183 bis 1198 war es eine freie Kommune und danach lange ein Streitpunkt zwischen den Kaisern und den Päpsten. Francesco II. Ordelaffi, Herr von Forlì, erhielt Cesena als päpstliches Vikariat. Die heldenhafte Verteidigung der Stadt durch seine Gattin Cia Ordelaffi gegen die Belagerung durch päpstliche Truppen des Kardinals Albornoz 1357 war letztlich erfolglos. Die Stadt erhob sich 1377 erneut während des Kriegs der Acht Heiligen und wurde diesmal durch die bretonischen Truppen des englischstämmigen Condottiere John Hawkwood unter dem Kommando von Robert de Genève, Kardinal von Genf, dem späteren Gegenpapst Clemens VII., zurückerobert, der als päpstlicher Legat Gregors XI. die Ermordung Tausender Zivilisten befahl. Die Gräueltat vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Regeln der Kriegsführung, die später mit der Bezeichnung „Blutbad von Cesena“ versehen wurde, begann am 3. Februar 1377 und währte drei Tage. Sie brachte ihm den Beinamen „Henker von Cesena“ ein.

Papst Urban VI. gab Cesena 1379 als Vikariat an Galeotto I. Malatesta. In der Folgezeit, von 1379 bis 1465, erholte sich die Stadt und blühte unter der Herrschaft der Malatesta auf, die die Burg über der Stadt (genannt Rocca Malatestiana) wiederaufbauten. Die im Auftrag von Domenico Malatesta, genannt Malatesta Novello, von 1447-52 errichtete Biblioteca Malatestiana in der Nähe der Burg mit einer Reihe von wertvollen Manuskripten ist ein gutes Beispiel einer Renaissance-Bibliothek – im Übrigen die einzige Renaissance-Bibliothek, die bis heute komplett unverändert geblieben ist. Sie umfasst 300.000 Bücher, darunter 1753 handgeschriebene. Als Malatesta Novello 1465 starb, fiel Cesena wieder an den Kirchenstaat. Papst Alexander VI. gab es 1500 seinem Sohn Cesare Borgia, nach dessen Tod (1507) es erneut zum Kirchenstaat kam, aber nur noch eine Stadt zweitrangiger Bedeutung war.

Am 30. März 1815 schlug Murat die Österreicher bei Cesena. Während der Aufstände von 1831, 1832 und 1859 war die Stadt ein Hauptherd des Widerstandes gegen die kirchliche Herrschaft. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich Cesena nahe der Gotenstellung und litt schwer unter Bombardements. 1992 wurde sie neben Forlì zur zweiten Hauptstadt der Provinz Forlì-Cesena erhoben.

Zeitgenössische Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Juli 2015 versammelten sich 1000 Musiker im Park Parco Ippodromo, um den Song "Learn to Fly" der Gruppe Foo Fighters zu spielen. Sie wollten damit die Band überzeugen, ein Konzert in der Stadt zu geben.[9][10] Dave Grohl, Sänger und Gitarrist der Band, antwortete in einer Videobotschaft, dass die Gruppe dort spielen werde.[11] Das Versprechen wurde von der Band am 3. November 2015 eingelöst.[12]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cesena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Cicero, Epistulae ad familiares 16, 27, 2.
  3. Plinius, Naturalis historia 3, 116 und 14, 67.
  4. Christian Hülsen: Caesena. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,1, Stuttgart 1897, Sp. 1306.
  5. CIL 11, 558
  6. S. Polica: Cesena. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 2, Artemis & Winkler, München/Zürich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 1640–1641 hier: Sp. 1640.
  7. Prokop, De bello Gothico 1, 1; 2, 11; 2, 19; 2, 29; 3, 6; Agathias, Historien 1, 20.
  8. G. A. Mansuelli: Caesena (Cesena) Emilia-Romagna, Italy. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3.
  9. https://www.youtube.com/watch?v=JozAmXo2bDE Video auf Youtube
  10. http://www.shz.de/nachrichten/deutschland-welt/leute/fuer-foo-fighters-konzert-in-italien-1000-musiker-spielen-learn-to-fly-id10348761.html Für Foo Fighters-Konzert in Italien: 1000 Musiker spielen „Learn to Fly“
  11. https://www.youtube.com/watch?v=txEUgZR-luU Videobotschaft von Dave Grohl
  12. Konzert in Italien: 1000 Fans haben gerufen, die Foo Fighters sind gekommen. In: Spiegel Online. 4. November 2015, abgerufen am 4. November 2015.