Google DeepMind

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Google DeepMind ist ein Unternehmen, das sich auf die Programmierung einer Künstlichen Intelligenz (KI) spezialisiert hat. DeepMind wurde im September 2010 gegründet und 2014 von Google Inc. übernommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DeepMind Technologies war ein britisches Start-up, gegründet 2010 von Demis Hassabis, Shane Legg und Mustafa Suleyman.[1] Zu den ersten Geldgebern gehörten die Venture-Capital-Unternehmen Horizons Ventures und Founders Fund sowie der Business Angel Scott Banister.[2] 2014 wurde das Unternehmen mit dem „Company of the Year“ Award durch das Cambridge Computer Laboratory ausgezeichnet.[3]

Am 26. Januar 2014 gab der US-Konzern Google die Übernahme von DeepMind Technologies bekannt und damit das ebenfalls an DeepMind interessierte Facebook ausgestochen zu haben – es war die bis dahin größte Übernahme der Kalifornier in Europa. Der Preis blieb geheim, Branchenkenner gingen von einem Kaufpreis von etwa 500 Millionen Dollar (365 Millionen Euro) aus.[4][5][6] Mehrere Milliardäre hatten bereits in DeepMind investiert, darunter Elon Musk, CEO des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX und Elektroautohersteller Tesla Motors, Paypal-Gründer und ursprünglicher Facebook-Geldgeber Peter Thiel, der Skype-Mitgründer Jaan Tallinn sowie der Hongkonger Magnat Li Ka-shing von Horizon Ventures, einer der mächtigsten Männer Asiens.[7]

Nach Übernahme firmierte man das Unternehmen in Google DeepMind um. Google setzte auch einen Ethikrat ein, der sicherstellen soll, dass die Technologie von DeepMind nicht missbraucht wird. Die Struktur des Ethikrates blieb unklar.[8]

2015 veröffentlichte das Unternehmen die Ergebnisse eines Forschungsprojektes, bei der die Künstliche Intelligenz alte Atari-Spiele selbstständig erlernen sollte. Nach Angaben von Google DeepMind gelang es der KI, sowohl die Spielregeln zu erlernen als auch Erfolgstaktiken selbstständig zu entwickeln.[9]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das offizielle Unternehmensziel von Google DeepMind ist, Intelligenz zu verstehen („Solve Intelligence“).[1] Im Gegensatz zu anderen Künstlichen Intelligenzen wie beispielsweise Deep Blue von IBM hat Google DeepMind kein vordefiniertes Ziel und ist somit flexibler in der Anwendung für verschiedene Probleme.[10] Google DeepMind unterscheidet sich ebenfalls in der grundsätzlichen Strukturierung der Künstlichen Intelligenz. Statt ausschließlich auf ein neuronales Netz zu setzen, erweiterte man die KI mit einem Kurzzeitspeicher, um somit die Fähigkeit eines künstlichen Gedächtnisses zu simulieren.[11] Die Entwickler von Google DeepMind bezeichnen die Künstliche Intelligenz deshalb auch als „neuronale Turingmaschine“ und nicht als neuronales Netz.[12]

AlphaGo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: AlphaGo

Bei DeepMind wurde AlphaGo entwickelt, ein Computerprogramm, das ausschließlich das Brettspiel Go spielt. Im Oktober 2015 besiegte es den mehrfachen Europameister Fan Hui.[13] Es ist damit das erste Programm, das unter Turnierbedingungen einen professionellen Go-Spieler schlagen konnte. Zwischen dem 9. und 15. März 2016 trat AlphaGo gegen den südkoreanischen Profi Lee Sedol, 9. Dan, an. Das Programm gewann nach fünf Runden mit 4:1.[13]

Gesundheitsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2016 gab die Firma bekannt, dass es in Großbritannien mit der Gesundheitsbehörde National Health Service zusammenarbeitet, um eine iPhone-App mit dem Namen „Streams“ zu entwickeln, allerdings sei es noch zu früh, um sagen zu können, wo KI angewandt werden könnte.[14] Diese soll dabei helfen, Patienten zu überwachen, die an einem „Nierenschaden“ leiden.[15] April 2016 veröffentlichte das Fachmagazin „New Scientist“ Details der Vereinbarung, demnach erhält Google den Zugriff auf die Daten von 1,6 Millionen NHS-Versicherten, die jährlich in den drei Krankenhäusern – Barnet, Chase Farm and the Royal Free – des Royal Free NHS Trust behandelt werden.[16] Die weitreichende Vereinbarung erlaubt einen Datenaustausch weit über das bekannt gegebene hinaus.[17] Enthalten sind die Daten von HIV-positiven Patienten, Drogenabhängigen oder Frauen, die Abtreibungen vornehmen ließen. Eine Opt-Out-Möglichkeit (Möglichkeit der Verweigerung) für Patienten gab es nicht. Neben den pathologischen und radiologischen Ergebnissen werden die Daten der Intensivmedizin und der Notfallabteilungen übertragen, sowie die vollständigen Tagesaktivitäten der Kliniken, der Zustand und die Unterbringung der Patienten und die Krankenhausbesuche (wer und wann) werden übermittelt. Darüber hinaus bedeutet der Datenzugang auf die zentralen Aufzeichnungen aller NHS-Krankenhaus-Behandlungen in Großbritannien, dass es auf historische Daten der vergangenen fünf Jahre zurückgreifen kann – zusätzlich zu den neu auflaufenden Daten.

Kritiker fürchten dabei um die Intimsphäre und den Datenschutz. Das Personal von Google soll aber nicht in der Lage sein, bestimmte Patienten zu identifizieren und die Daten sollen nicht mit Google-Konten oder Produkten verbunden werden, erklärte Mustafa Suleyman, Leiter des Bereichs „Angewandte KI“ bei DeepMind.[18][19][20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Google DeepMind Unternehmens Website.
  2. "DeepMind Technologies Investors" (abgerufen am 12. März 2015).
  3. "Hall of Fame Awards: To celebrate the success of companies founded by Computer Laboratory graduates." von Cambridge University (abgerufen am 12. März 2015).
  4. "DeepMind: Google kauft Start-up für künstliche Intelligenz", Spiegel.de, 27. Januar 2014
  5. "Google Acquires Artificial Intelligence Startup DeepMind For More Than $500M", TechCrunch, abgerufen am 12. März 2015.
  6. "Google buys UK artificial intelligence startup Deepmind for £400m", The Guardian, abgerufen am 12. März 2015.
  7. https://www.wired.de/collection/latest/ausgabe-0715-den-tiefen-von-googles-superhirn
  8. https://www.theinformation.com/Google-beat-Facebook-For-DeepMind-Creates-Ethics-Board
  9. "Google KI DeepMind erlernt selbstständig alte Spieleklassiker", Bluemind.tv, 10. März 2015.
  10. Playing Atari with Deep Reinforcement Learning, arxiv:1312.5602v1
  11. "Google DeepMind: Die künstliche Intelligenz" von Bluemind.tv (abgerufen am 12. März 2015)
  12. Neural Turing Machines, arxiv:1410.5401
  13. a b Google-Software besiegt Go-Genie auch im letzten Match. FAZ, 15. März 2016, abgerufen am 13. September 2017.
  14. http://www.zdnet.de/88261245/googles-ki-abteilung-geht-medizinprojekt-an/
  15. https://www.wired.de/collection/latest/google-s-ki-spezialisten-von-deepmind-wollen-klinikpersonal-mit-neuen-technologien
  16. https://www.newscientist.com/article/2086454-revealed-google-ai-has-access-to-huge-haul-of-nhs-patient-data
  17. https://www.newscientist.com/article/2086454-revealed-google-ai-has-access-to-huge-haul-of-nhs-patient-data
  18. http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/03/controversy-as-google-given-access-to-nhs-patient-data/
  19. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Grossbritannien-Google-Tochter-DeepMind-darf-Millionen-Patientendaten-auswerten-3197137.html
  20. http://02elf.net/headlines/gesundheit/datenexperten-warnen-elektronische-gesundheitskarte-voellig-ungeeignet-fuer-geplante-funktion-963679