Großweikersdorf

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Großweikersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Großweikersdorf
Großweikersdorf (Österreich)
Großweikersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Tulln
Kfz-Kennzeichen: TU
Fläche: 43,41 km²
Koordinaten: 48° 28′ N, 15° 59′ OKoordinaten: 48° 28′ 21″ N, 15° 58′ 48″ O
Höhe: 211 m ü. A.
Einwohner: 3.159 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 73 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3701
Vorwahl: 02955
Gemeindekennziffer: 3 21 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
3701 Großweikersdorf
Website: www.grossweikersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Alois Zetsch (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
13
5
5
13 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Großweikersdorf im Bezirk Tulln
Absdorf Atzenbrugg Fels am Wagram Grafenwörth Großriedenthal Großweikersdorf Judenau-Baumgarten Kirchberg am Wagram Klosterneuburg Königsbrunn am Wagram Königstetten Langenrohr Michelhausen Muckendorf-Wipfing Sieghartskirchen Sitzenberg-Reidling St. Andrä-Wördern Tulbing Tulln an der Donau Würmla Zeiselmauer-Wolfpassing Zwentendorf an der DonauLage der Gemeinde Großweikersdorf im Bezirk Tulln (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Großweikersdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Tulln in Niederösterreich, Österreich mit 3159 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großweikersdorf liegt im südlichen Weinviertel am Ausgang des Tals der Schmida in das Tullnerfeld in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 43,32 Quadratkilometer. 8,54 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Ameisthal, Baumgarten am Wagram, Großweikersdorf, Großwiesendorf, Kleinwiesendorf, Ruppersthal und Tiefenthal.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2786 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2653 Einwohner, 1981 2555 und im Jahr 1971 2627 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 23 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, Liste FPÖ 5, SPÖ 5, andere keine Sitze.

Bürgermeister
  • bis 2009 Franz Otto (ÖVP)
  • 2009–2014 Leopold Spielauer (ÖVP)
  • seit 2014 Alois Zetsch (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptplatz: Fischer-von-Erlach-Kirche und Mariensäule.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großweikersdorf
  • Pfarrkirche Großweikersdorf: Die Pfarrkirche wurde von 1733 bis 1740 nach Plänen von Joseph Emanuel Fischer von Erlach im Stil des Frühklassizismus unter der Leitung des österreichischen Baumeisters Johann Baptist Martinelli erbaut. Somit ist diese Kirche (neben dem Weiterbau der Wiener Karlskirche und der Pfarrkirche von Safov in Südmähren) einer der drei Sakralbauten des berühmten Architekten "Fischer von Erlach der Jüngere". Die Großweikersdorfer Pfarrkirche Heiliger Georg weist den dritthöchsten Kirchturm Niederösterreichs auf, der aufgrund von Geldmangel jedoch erst rund 100 Jahre später in neo-barockem Stil nach Plänen von Leopold Ernst, der auch Dombaumeister zu St. Stephan in Wien war, fertiggestellt wurde. Auch der reich verzierte spätbarocke Tabernakelaufbau wurde nach einem Entwurf von Joseph Emanuel Fischer von Erlach angefertigt. Das Hochaltarbild Martyrium und Verklärung des heiligen Georg (signiert Martinus Altomonte 1734)[2] stammt von Martino Altomonte und war nach einer problematischen Restaurierung 1937 und wegen eines undichten Apsisfensters in beklagenswertem Zustand. Die ursprüngliche Leuchtkraft des bedeutenden Bildes wurde 2016 durch eine aufwendige Restaurierung im Auftrag der Erzdiözese Wien wiederhergestellt (Labor Josef Haspel und Margaritha Wolff Metternich). Das rechte Seitenaltarbild Brückensturz des heiligen Nepomuk ist von Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt (1749), das linke Altarbild Heiliger Ivo von Chartres stammt von Carl Aigen aus der Schule Paul Trogers (1740). Vor diesem linken Seitenaltarblatt befindet sich eine Nachbildung des Gnadenbildes der Brünner Madonna (1730), welches vom Financier der Kirche, Adrian Wenzel Graf Enckevoirt (1660–1738), gestiftet wurde.
    • Vor der Kirche befindet sich ein von Meister Johann Adam Kühn geschaffenes, kunstvoll ausgeführtes schmiedeeisernes Gittertor von 1740.
    • Das Heilige Theater, welches die Kreuzabnahme Christi samt heiligen Frauen und Johannes in einer Felsgrotte zeigt, wurde von einem Angehörigen der Künstlerfamilie Galli da Bibiena geschaffen, einer zur Zeit Maria Theresias bekannten Kulissenmalerfamilie. Von dieser Art Heiliger Theater existieren nur noch wenige in Österreich.
    • Die spätbarocke Kanzel mit Baldachinbekrönung stammt von Jakob Rechländer (1758).
    • Der aus 1725 stammende Taufstein wurde vom Eggenburger Bildhauer Johann Georg Schmutzer aus Marmor geschaffen.
    • Eine Steinerne Gedenktafel zeigt das Relief des am 16. Februar 1908 in Großweikersdorf geborenen und am 22. März 1945 in Wien hingerichteten römisch-katholischen Priesters, Pädagogen, Philosophen und Widerstandskämpfers Heinrich Maier.
  • Pleyel-Museum: das Pleyel-Museum wurde 1998 eröffnet und widmet sich dem Leben und Wirken des Komponisten der Wiener Klassik, Klavierfabrikanten, Musikers, Dirigenten und Verlegers Ignaz Josef Pleyel (1757–1831). Es finden auch regelmäßig Konzerte statt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 92, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 167. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1315. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 49,21 Prozent. Großweikersdorf gehört dem Weinbaugebiet Wagram an.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Großweikersdorf

Der Hauptort Großweikersdorf liegt sowohl an der Horner Straße B4, über die nach 18 km die Donauuferautobahn A22 nach Wien und die Stockerauer Schnellstraße S5 nach Krems zu erreichen sind, als auch an der Franz-Josefs-Bahn.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Baumgartner: Heimatbuch Großweikersdorf. Pfarramt Großweikersdorf, Großweikersdorf 1968.
  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): DEHIO Niederösterreich nördlich der Donau. Verlag Anton Schroll, Wien 1990.
  • Christian Fridrich, Josef Skopik: Unsere Pfarrkirche St. Georg. Kultur-Genuss Großweikersdorf, Großweikersdorf 2007, ISBN 978-3-9502397-1-3.
  • Herta Fridrich, Christian Fridrich: Großweikersdorf einst & heute. Mit Ameistal, Baumgarten, Großwiesendorf, Kleinwiesendorf, Ruppersthal und Tiefenthal. Heimat Verlag, Schwarzach 2010.
  • Adolf Ehrentraud (Hrsg.): Ignaz Joseph Pleyel - von Ruppersthal in die Welt. Der Versuch einer ersten biografischen Zusammenschau. 2. Auflage. IPG, Ruppersthal 2011, ISBN 978-3-9503176-0-2.
  • Marktgemeinde Großweikersdorf (Hrsg.): Heimatbuch der Marktgemeinde Großweikersdorf - Festschrift anlässlich der 900 Jahr-Feier, Großweikersdorf 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großweikersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften
  2. Fotodokumentation der Restaurierung 2016 im Labor Haspel und Wolff Metternich