Habkern

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Habkern
Wappen von Habkern
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Interlaken-Oberhasliw
BFS-Nr.: 0579i1f3f4
Postleitzahl: 3804
Koordinaten: 631452 / 174021Koordinaten: 46° 43′ 0″ N, 7° 51′ 0″ O; CH1903: 631452 / 174021
Höhe: 1055 m ü. M.
Fläche: 51,1 km²
Einwohner: 650 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.habkern.ch
Habkern

Habkern

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Habkern ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli des Kantons Bern in der Schweiz.

Neben der Einwohnergemeinde existiert eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde unter diesem Namen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Habkern bildet sich aus dem althochdeutschen Gattungswort habuh (Habicht, Sperber, Falken) und der Endung -arra (bedeutet das etwas in grosser Zahl vorkommt). Habkern ist also „der Ort, an dem es viele Habichte gibt“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habkern liegt im Berner Oberland an der Grenze zum Emmental, welche vom Hohgant gebildet wird. Die Nachbargemeinden von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind Schangnau, Flühli im Kanton Luzern, Oberried am Brienzersee, Niederried bei Interlaken, Unterseen, Beatenberg und Eriz. Der Ort besteht aus den Bäuerten Bohlseiten, Bort, Schwendi und Mittelbäuert, den eigentlichen Dorfkern. Im Untergrund der Gemeinde befindet sich die Siebenhengste-Hohgant-Höhle. Oberhalb von Habkern-Bolsite liegt das Augstmatthorn.

Im Lombachtal in der Nähe von Habkern liegt der Luegibodenblock, der grösste Findling der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1275 wurde Habcherron erstmals erwähnt, als König Rudolf mit Freiherr von Eschenbach einen Tausch vornahm. 1308 nach der Ermordung von König Albrecht I. von Habsburg fiel der Flecken an Habsburg-Österreich und später an das Kloster Interlaken. Die Bewohner Habkerns litten unter Raubzügen der Unterwaldner, dies besonders 1342; sie erhoben sich 1348 bis 1349 gegen das Kloster und gehörten 1445 dem Bösen Bund der Oberländer an. Die Reformation wurde 1528 nach nur kurzem Widerstand eingeführt, Habkern wurde Goldswil weggenommen und zur Kirchgemeinde Unterseen zugeteilt; diese kam 1529 zur Landvogtei Interlaken. Ab 1538 wurde einmal pro Monat in Habkern ein evangelisch-reformierter Gottesdienst gefeiert, 1565 eine Filialkirche eingerichtet. Mit dem Kirchenneubau 1666 wurde Habkern eine selbstständige evangelisch-reformierte Kirchgemeinde.

Alpwirtschaft mit Hartkäseproduktion und Viehexport waren seit dem Mittelalter Hauptarbeit und gute Einnahmequelle. Die Glashütte im Harzersboden trug 1720 bis 1778 zur Entwaldung des Gebiets bei, es folgte im 19. Jahrhundert die Milchzuckersiederei. 1828 erhielt Habkern erstmals eine befahrbare Strasse von Unterseen her, aber auch diese konnte Armut und Abwanderung Ende des 19. Jahrhunderts ins Unterland oder ins Ausland nicht verhindern, weil neue Methoden wie Pasteurisierung und Kühlung in der Milchverarbeitung die internationale Bedeutung des Hartkäses schmälerten.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Exekutive der Gemeinde Habkern, der Gemeinderat, besteht aus neun Mitgliedern. Gemeindepräsident ist Markus Karlen, SVP (Stand 2016).

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1764 1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2017[3]
Einwohner 365 724 839 781 678 671 625 651 580 608 624 640

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berglandwirtschaft und sanfter Tourismus sind die wichtigsten Erwerbszweige Habkerns. 2018 gab es noch ungefähr 55 Bauernbetriebe, die mit 1400 Stück im Sommer 6 Alpen mit 20 Sennereien bestossen. Die zwei Gastbetriebe, vier Massenlager und etwa 40 Ferienwohnungen generierten 2017 16.000 Logiernächte pro Jahr. Wandertouristen und Einheimische nutzen die stündliche Postautoverbindung mit Interlaken und Skifahrer den einen Skilift.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. C. Remijn: Kirchengeschichte von Unterseen, 1979
  • Melchior Sooder: Habkern, Basel 1964 und 1982

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Anne-Marie Dubler: Habkern. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Gemeinde Habkern - Berneroberland Schweiz: Gemeinde Habkern - Berneroberland Schweiz. Abgerufen am 8. Mai 2017.
  4. Peter Grunder: Die Krise im alpinen Tourrismus - Interlakens Boutique-Station, GastroJournal, 15. März 2018, S. 8