Heinz-Steyer-Stadion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heinz-Steyer-Stadion
Heinz-Field
Heinz-Steyer-Stadion im August 2017
Heinz-Steyer-Stadion im August 2017
Frühere Namen

Stadion am Ostragehege des Dresdner SC

Daten
Ort Pieschener Allee 1
01067 Dresden, Deutschland
Koordinaten 51° 3′ 39″ N, 13° 43′ 35″ OKoordinaten: 51° 3′ 39″ N, 13° 43′ 35″ O
Eigentümer Stadt Dresden
Eröffnung 12. Oktober 1919
Erstes Spiel 12. Oktober 1919
Renovierungen 1928, 2021 (geplant)
Erweiterungen 1928, 2021 (geplant)
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 23.767 Plätze
(aus Sicherheitsgründen auf 4.500 Zuschauer begrenzt)
Stand: November 2016
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Heinz-Steyer-Stadion ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Es hieß zunächst Stadion am Ostragehege des Dresdner SC. In den 1950er Jahren wurde es nach dem, 1944 hingerichteten, kommunistischen Fußballspieler Heinz Steyer umbenannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das städtische Stadion ist Teil des Sportparks Ostragehege im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt und wird hauptsächlich von der Fußballabteilung und den Leichtathleten des Dresdner SC genutzt. Seit dem Jahr 2007 ist auch der American-Football-Verein der Dresden Monarchs in das Stadion gezogen. Das Stadion bietet 24.000 Zuschauern Platz, aufgrund seines Bauzustands ist es jedoch nur für 4.500 Zuschauer zugelassen.[1] Insgesamt gibt es 2.660 Sitzplätze, davon sind 1.860 überdacht.

Eröffnet wurde das Stadion auf dem Gelände des ehemaligen Ostravorwerks am 12. Oktober 1919. Es verfügte zunächst über eine Fußballwiese, zwei Laufbahnen, Leichtathletikanlagen sowie eine 42 Meter lange Zuschauertribüne. Von Beginn an war der Dresdner SC Hauptnutzer. Der DFB trug vor dem Zweiten Weltkrieg mehrere Länderspiele im Ostragehege aus, das erste fand am 5. Mai 1921 gegen Österreich (3:3) statt. Nach einem Brand im Jahr 1928 wurde das Stadion ausgebaut und hatte danach ein Fassungsvermögen von 65.000 Zuschauern. Der noch immer ungebrochene Zuschauerrekord von 61.000 wurde am 26. Mai 1935 beim Länderspiel Deutschland gegen die Tschechoslowakei (2:1) aufgestellt. Beim Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 diente das Stadion den Bomberpiloten als Orientierungspunkt, wurde selbst aber nur unwesentlich beschädigt.

Heinz-Steyer-Stadion im Jahr 1986
Die Anzeigetafel im Heinz-Steyer-Stadion

Nach Kriegsende spielte zunächst der DSC-Nachfolger SG Friedrichstadt im Ostragehege. Am 31. Dezember 1949 wurde anlässlich des Abschiedsspiels für das Dresdner Fußballidol Richard Hofmann (SG Friedrichstadt gegen eine DDR-Auswahl 2:0) die erste deutsche Stadion-Flutlichtanlage eingeweiht. Nach der Auflösung der SG Friedrichstadt wurde das Stadion 1950 Spielstätte der SG Deutsche Volkspolizei Dresden, die am 12. April 1953 in SG Dynamo Dresden umbenannt wurde. Danach erfolgte die Umbenennung in Heinz-Steyer-Stadion. Zwei Mal (1954 und 1959) wurde das Finale des FDGB-Pokals im Heinz-Steyer-Stadion ausgetragen. Vor 55.000 Zuschauern trug die DDR-Nationalmannschaft am 14. Juni 1955 ihr erstes Heim-Länderspiel gegen Bulgarien (0:0) aus. Als Dynamo Dresden 1957 in das Rudolf-Harbig-Stadion umzog, wurde der SC Einheit Dresden neuer Nutzer, der neben seiner Fußballsektion auch eine starke Leichtathletiksektion hatte.

Am 30. September 1961 fand das Finale um die Meisterschaft der Damen im Feldhandball statt. Das Spiel des SC Fortschritt Weißenfels gegen den SC Rotation Berlin (7:3) verfolgten im Heinz-Steyer-Stadion 12.000 Zuschauer.[2] Nachfolger der Fußballsektion des SC Einheit wurde 1966 die FSV Lok Dresden, die aber bald darauf wegen des mangelnden Zuschauerinteresses zum Sportplatz an der Pieschener Allee umzog. Nachdem 1972 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt worden waren, wurde das Stadion vielfach für sportliche Großveranstaltungen genutzt. 1978 wurde für mehr als eine Million DDR.Mark die elektronisch gesteuerte Anzeigentafel mit knapp 10000 50-Volt-Glühlampen errichtet.[3] Die Tafel selbst ist 17,2 Meter breit und 8,28 Meter hoch und knapp zweieinhalb Meter tief. Die Steuerung befindet sich im Betonbau unterhalb der Anzeigetafel. Die Eingabe der Ergebnisse erfolgte von einem separaten Raum auf der Tribüne etwa 150 Meter Luftlinien entfernt (direkt oder per Lochstreifen). Mehrfach war das Steyer-Stadion Zielort des internationalen Straßenradrennens Friedensfahrt, und mit der neuen Tartanbahn kamen auch internationale Leichtathletikwettbewerbe nach Dresden, so wurde jährlich das „Goldene Oval“ veranstaltet. 13 Leichtathletikweltrekorde wurden im Steyer-Stadion aufgestellt.[4] Darunter 1979 im Speerwerfen von Ruth Fuchs und 1986 im Weitsprung von Heike Drechsler.[5] 1990 fanden hier die letzten DDR-Leichtathletik-Meisterschaften statt.

Nach seiner Wiedergründung zog 1990 der Dresdner SC erneut in das Heinz-Steyer-Stadion ein. Bei der Hochwasserkatastrophe 2002 trug das Stadion schwere Schäden davon. Im Jahr 2006 scheiterten Pläne für einen Umbau zu einem WM-tauglichen Stadion.

Umbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem ein Teil der Bausubstanz als einsturzgefährdet gilt, ist das Stadion nur noch für 4.500 Zuschauer zugelassen. Am 12. März 2015 begann man mit Umbaumaßnahmen mit dem Ziel, die Kapazität wieder auf 10.000 Plätze zu erhöhen, u. a. mit mobilen Tribünen. Der Umbau soll dabei auf die Hauptnutzer Leichtathletik, Fußball und American Football abgestimmt sein.[6] Ein Ersatzneubau für die alte Holztribüne wurde 2017 eingeweiht.[4] Das Umbauprojekt war von der Stesad GmbH (Stadtentwicklungs-Gesellschaft der Stadt Dresden) europaweit ausgeschrieben worden, und eine Jury entschied sich im November 2020 für einen der drei Bewerber. Der Stadtrat soll nun in seiner Sitzung am 28. Januar 2021 den Vorschlag der Jury bestätigen und damit den Zuschlag erteilen.[7] Dann könnte im Sommer 2021 mit dem Abriss der alten Steintribüne begonnen werden; die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Nach dem Umbau soll die Multifunktionsarena mit dem Schwerpunkt Leichtathletik bis zu 15.000 Zuschauern Platz bieten. Mobile Tribünen in den Kurven sollen die Zuschauerkapazität des Stadions je nach Bedarf temporär regeln. Geplant sind außerdem der Bau einer Fechterhalle, multifunktionale Sporträume, Fitness- und Tagungsräume, Platz für Sportmedizin, Büros und Vereine sowie Gastronomie und eine Plaza als zentralen Eingang zum Sportpark Ostra.[7] Der vorgegebene Budgetrahmen beläuft sich auf 34 Millionen Euro netto, wovon der Freistaat Sachsen vier Millionen übernimmt. Bis 2024 soll das Stadion modernisiert sein, damit dort die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften stattfinden können.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heinz-Steyer-Stadion – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadionkapazität
  2. Saisonbilanzen DDR-Feldhandball-Meisterschaft Frauen 1948 - 1967. Eingesehen am 13. März 2016.
  3. https://www.saechsische.de/plus/die-geheimnisse-der-anzeigetafel-im-steyer-stadion-5070293.html
  4. a b Lars Kühl: Neue Tribüne fürs Steyer-Stadion. In: Sächsische Zeitung, 6. Januar 2016.
  5. https://www.saechsische.de/plus/die-geheimnisse-der-anzeigetafel-im-steyer-stadion-5070293.html
  6. Juliane Richter: Holztribüne am Steyer-Stadion wird jetzt abgerissen. In: Sächsische Zeitung, 12. März 2015.
  7. a b Carola Pönisch: Steyer-Stadion wird umgebaut, auf: wochenkurier.info, vom 19. November 2020, abgerufen 21. November 2020
  8. Stephan Lohse: Kostenexplosion – Dresden stoppt Umbau des Steyer-Stadions. In: dnn.de. 26. November 2016, abgerufen am 29. September 2017.