Heinz-Steyer-Stadion

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Heinz-Steyer-Stadion
Heinz-Field
Die Anzeigetafel im Heinz-Steyer-Stadion
Die Anzeigetafel im Heinz-Steyer-Stadion
Frühere Namen

Stadion am Ostragehege des Dresdner SC

Daten
Ort Pieschener Allee 1
01067 Dresden, Deutschland
Koordinaten 51° 3′ 39″ N, 13° 43′ 35″ OKoordinaten: 51° 3′ 39″ N, 13° 43′ 35″ O
Eigentümer Stadt Dresden
Eröffnung 12. Oktober 1919
Erstes Spiel 12. Oktober 1919
Renovierungen 1928
Erweiterungen 1928
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 23.767 Plätze
(für 4.500 Zuschauer begrenzt)
Stand: November 2016
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Heinz-Steyer-Stadion ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage in der sächsischen Stadt Dresden. Es hieß zunächst Stadion am Ostragehege des Dresdner SC. In den 1950er Jahren wurde es nach dem 1944 hingerichteten kommunistischen Fußballspieler Heinz Steyer umbenannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das städtische Stadion ist Teil des Sportparks Ostragehege im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt und wird hauptsächlich von der Fußballabteilung und den Leichtathleten des Dresdner SC genutzt. Seit dem Jahr 2007 ist auch der American-Football-Verein der Dresden Monarchs in das Stadion gezogen. Das Stadion bietet 24.000 Zuschauern Platz, aufgrund seines Bauzustands ist es jedoch nur für 4.500 Zuschauer zugelassen.[1] Insgesamt gibt es 2.660 Sitzplätze, davon sind 1.860 überdacht.

Eröffnet wurde das Stadion auf dem Gelände des ehemaligen Ostravorwerks am 12. Oktober 1919. Es verfügte zunächst über eine Fußballwiese, zwei Laufbahnen, Leichtathletikanlagen sowie eine 42 Meter lange Zuschauertribüne. Von Beginn an war der Dresdner SC Hauptnutzer. Der DFB trug vor dem Zweiten Weltkrieg mehrere Länderspiele im Ostragehege aus, das erste fand am 5. Mai 1921 gegen Österreich (3:3) statt. Nach einem Brand im Jahr 1928 wurde das Stadion ausgebaut und hatte danach ein Fassungsvermögen von 65.000 Zuschauern. Der noch immer ungebrochene Zuschauerrekord von 61.000 wurde am 26. Mai 1935 beim Länderspiel Deutschland gegen die Tschechoslowakei (2:1) aufgestellt. Beim Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 diente das Stadion den Bomberpiloten als Orientierungspunkt, wurde selbst aber nur unwesentlich beschädigt.

Heinz-Steyer-Stadion im Jahr 1986

Nach Kriegsende spielte zunächst der DSC-Nachfolger SG Friedrichstadt im Ostragehege. Am 31. Dezember 1949 wurde anlässlich des Abschiedsspiels für das Dresdner Fußballidol Richard Hofmann (SG Friedrichstadt gegen eine DDR-Auswahl 2:0) die erste deutsche Stadion-Flutlichtanlage eingeweiht. Nach der Auflösung der SG Friedrichstadt wurde das Stadion 1950 Spielstätte der SG Deutsche Volkspolizei Dresden, die am 12. April 1953 in SG Dynamo Dresden umbenannt wurde. Danach erfolgte die Umbenennung in Heinz-Steyer-Stadion. Zwei Mal (1954 und 1959) wurde das Finale des FDGB-Pokals im Heinz-Steyer-Stadion ausgetragen. Vor 55.000 Zuschauern trug die DDR-Nationalmannschaft am 14. Juni 1955 ihr erstes Heim-Länderspiel gegen Bulgarien (0:0) aus. Als Dynamo Dresden 1957 in das Rudolf-Harbig-Stadion umzog, wurde der SC Einheit Dresden neuer Nutzer, der neben seiner Fußballsektion auch eine starke Leichtathletiksektion hatte.

Am 30. September 1961 fand das Finale um die Meisterschaft der Damen im Feldhandball statt. Das Spiel des SC Fortschritt Weißenfels gegen den SC Rotation Berlin (7:3) verfolgten im Heinz-Steyer-Stadion 12.000 Zuschauer.[2] Nachfolger der Fußballsektion des SC Einheit wurde 1966 die FSV Lok Dresden, die aber bald darauf wegen des mangelnden Zuschauerinteresses zum Sportplatz an der Pieschener Allee umzog. Nachdem 1972 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt worden waren, wurde das Stadion vielfach für sportliche Großveranstaltungen genutzt. Mehrfach war das Steyer-Stadion Zielort des internationalen Straßenradrennens Friedensfahrt, und mit der neuen Tartanbahn kamen auch internationale Leichtathletikwettbewerbe nach Dresden, so wurde jährlich das „Goldene Oval“ veranstaltet. 13 Leichtathletik-Weltrekorde wurden im Steyer-Stadion aufgestellt.[3] 1990 fand hier die letzte DDR-Leichtathletikmeisterschaft statt.

Nach seiner Wiedergründung zog 1990 der Dresdner SC erneut in das Heinz-Steyer-Stadion ein. Bei der Hochwasserkatastrophe 2002 trug das Stadion schwere Schäden davon. Im Jahr 2006 scheiterten Pläne für einen Umbau zu einem WM-tauglichen Stadion. Nachdem ein Teil der Bausubstanz als einsturzgefährdet gilt, ist das Stadium noch für 4.500 Zuschauer zugelassen. Am 12. März 2015 begann man mit dem Start von Umbaumaßnahmen mit dem Ziel, die Kapazität auf 12.000 Plätze zu erhöhen (davon 4.000 Sitzplätze). Der Umbau soll dabei auf die Hauptnutzer Leichtathletik, Fußball und American Football abgestimmt sein.[4] Mit der Fertigstellung des Ersatzneubaus für die Holztribüne wird im Jahr 2017 gerechnet, danach soll die gegenüberliegende Steintribüne ersetzt werden.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horn/Weise: Das große Lexikon des DDR-Fußballs. Schwarzkopf Verlag Berlin, 2004, ISBN 3-89602-536-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinz-Steyer-Stadion – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadionkapazität
  2. Saisonbilanzen DDR-Feldhandball-Meisterschaft Frauen 1948 - 1967. Eingesehen am 13. März 2016.
  3. a b Lars Kühl: Neue Tribüne fürs Steyer-Stadion. In: Sächsische Zeitung, 6. Januar 2016.
  4. Juliane Richter: Holztribüne am Steyer-Stadion wird jetzt abgerissen. In: Sächsische Zeitung, 12. März 2015.