Roland Wöller

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Roland Wöller (* 19. Juli 1970 in Duisburg) ist ein deutscher Politiker (CDU). Von 2007 bis 2008 war er zunächst sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft und von 2008 bis 2012 sächsischer Staatsminister für Kultus und Sport.

Familie, Ausbildung und Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1990 in Heilbronn absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank, für die er anschließend in Freiberg, Görlitz und Tokio arbeitete. Das in Berlin aufgenommene Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre schloss er 1999 an der TU Dresden als Diplom-Volkswirt ab. Von Februar bis Oktober 1999 war er Chef des Leitungsbüros im Sächsischen Staatsministerium für Kultus. 2002 wurde er bei Ulrich Kluge[1] am Fachbereich Geschichte der Philosophischen Fakultät der TU Dresden zum Dr. phil. promoviert. Von 2003 bis 2006 nahm er die Vertretung einer Professur an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) wahr. Von 2006 bis Februar 2015 war er dort Professor für Volkswirtschaftslehre und Umweltökonomie. Als Mitglied der Landesregierung von 2007 bis 2012 war er als Fachhochschullehrer beurlaubt.[2]

2008 geriet seine Doktorarbeit in Plagiatsverdacht. Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der TU Dresden hielt 2011 die Menge der Übereinstimmungen zwischen der Magisterarbeit eines Studenten und Wöllers Dissertation für bedenklich, der Doktorgrad wurde allerdings nicht aberkannt.[3] Daraufhin distanzierte sich sein ehemaliger Doktorvater öffentlich von ihm.[4]

Wöller ist evangelisch-lutherisch, verheiratet mit Corinna Franke-Wöller und lebt in Freital.

Politik, Wahl- und Regierungsämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1988 ist Wöller Mitglied der CDU, bereits seit 1987 Mitglied der Jungen Union.

Er war von 1995 bis 1999 Vorsitzender des Landesverbandes der Jungen Union Sachsen und Niederschlesien und gehört seit 1995 dem CDU-Landesvorstand an. Ab 1999 war er Kreisvorsitzender der CDU Weißeritzkreis sowie ab dem 22. September 2007 der CDU Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Er war bis 2010 auch Mitglied des Kreistages Weißeritzkreis.

Bei der Landtagswahl in Sachsen 1999 zog Wöller erstmals in den Sächsischen Landtag ein. Seit 2004 vertritt er dort den Wahlkreis Weißeritzkreis 1 bzw. den Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 1. Dort leitete er seit 2002 den Arbeitskreis für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien der CDU-Fraktion.

Am 25. September 2007 wurde er von Ministerpräsident Georg Milbradt als neuer Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft im Kabinett Milbradt II vorgestellt.[5] Von dessen Nachfolger Stanislaw Tillich wurde er am 17. Juni 2008 als Kultusminister in das Kabinett Tillich I berufen.[6] Am 30. September 2009 wurde er in das Kabinett Tillich II übernommen. Am 20. März 2012 trat er von seinem Amt als Kultusminister zurück, da er den bildungspolitischen Kurs der sächsischen Staatsregierung – Kürzungen im Etat würden zwangsläufig zu einem Abbau an Lehrerstellen führen – nicht mehr mittragen wolle.[7]

Bei der Landtagswahl in Sachsen 2014 wurde er mit 45,1 % der Erststimmen erneut direkt in den Landtag gewählt und fungiert dort als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Januar bis August 2016 war er Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft.[8][9] Ferner ist er Berater für politische Strategie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland Wöller: Der Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands 1952–1975. Düsseldorf 2004, S. 5.
  2. Ehemalige Hochschullehrer HTW Dresden. In: HTW Dresden.
  3. Martin Machowecz, Stefan Schirmer: Wissenschaft: Tacheles, Herr Doktor!. In: Die Zeit. Nr. 32, 4. August 2011.
  4. Martin Machowecz: Plagiatsvorwurf: "Scharlatan". In: Die Zeit. 12. Januar 2012, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 25. Oktober 2016]).
  5. Milbradt beruft drei neue CDU-Minister. In: Sächsische Zeitung. 25. September 2007.
  6. Ministerpräsident Tillich beruft drei neue Minister ins Kabinett der sächsischen Staatsregierung. Mitteilung der Sächsischen Staatskanzlei. In: VSWG.de, 18. Juni 2008.
  7. Krise in Sachsens Bildungspolitik: Kultusminister Wöller tritt zurück. In: Spiegel Online, 20. März 2012.
  8. Prof. Dr. Roland Wöller neuer BVMW-Bundesgeschäftsführer. In: BVMW.de, abgerufen am 14. Januar 2016.
  9. Wöller hat den BVMW verlassen. In: Politik & Kommunikation. (politik-kommunikation.de [abgerufen am 13. Juli 2017]).
  10. SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany: Kabinett: Stellt! die! ein! - DER SPIEGEL 17/2016. Abgerufen am 13. Juli 2017.