Walisische Fußballnationalmannschaft

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Wales
Cymru
Spitzname(n) The Dragons (Die Drachen)
Verband Football Association of Wales
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Adidas
Cheftrainer Wales Ryan Giggs (seit 2018)
Wales Rob Page (seit 2020 interimsweise)
Kapitän Gareth Bale
Rekordtorschütze Gareth Bale (38)
Rekordspieler Chris Gunter (108)
Heimstadion Millennium Stadium
FIFA-Code WAL
FIFA-Rang 19. (1582,13 Punkte)
(Stand: 21. Juni 2022)[1]
Heim
Auswärts
Bilanz
688 Spiele
220 Siege
152 Unentschieden
316 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
Schottland Schottland 4:0 Wales Wales 1807
(Glasgow, Schottland; 25. März 1876)
Höchster Sieg
Wales 1807 Wales 11:0 Irland Irland 1783
(Wrexham, Wales; 3. März 1888)
Höchste Niederlage
Schottland Schottland 9:0 Wales Wales 1807
(Glasgow, Schottland; 23. März 1878)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 1958)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 1958
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2016)
Beste Ergebnisse Halbfinale (2016)
(Stand: 8. Juni 2022)

Die walisische Fußballnationalmannschaft ist die Auswahl der besten Fußballspieler aus Wales. Sie erreichte ihren größten Erfolg bei der bisher einzigen Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft, der WM 1958, als das Team erst im Viertelfinale gegen Brasilien mit 0:1 scheiterte.

Die Mannschaft qualifizierte sich 2016 erstmals für die Endrunde einer Europameisterschaft und konnte bis ins Halbfinale vordringen, welches die Auswahl mit 0:2 gegen den späteren Europameister Portugal verlor. 1976 scheiterte Wales im damals zur Qualifikation zählenden Viertelfinale.

Im Juli 2015 erreichte Wales zum ersten Mal in der Geschichte einen Platz in den Top Ten der FIFA-Weltrangliste.

Der Wappenspruch der walisischen Nationalmannschaft lautet Gorau Chwarae Cyd Chwarae (ˈɡɔrai ˈχwarai kiːd ˈχwarai) – walisisch für Am besten spielen – zusammenspielen.

Mitte Januar 2018 übernahm Ryan Giggs das Traineramt bei den Walisern, mit einem Vertrag bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022.[2] Nachdem Giggs wegen Vorwürfen der häuslichen Gewalt festgenommen wurde und später klar wurde, dass er sich gerichtlich verantworten musste, übernahm Ende 2020 Giggs’ Co-Trainer Rob Page interimsweise die Leitung der Nationalmannschaft.[3]

Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ergebnisse sind aus walisischer Sicht aufgeführt.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnisse[4] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen
1934 Italien nicht teilgenommen
1938 Frankreich nicht teilgenommen
1950 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Schottland gescheitert. Die Qualifikation wurde auch als British Home Championship gewertet.
1954 Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Schottland gescheitert. Die Qualifikation wurde auch als British Home Championship gewertet.
1958 Schweden Viertelfinale Brasilien 6. Jimmy Murphy Wales war zunächst in der Qualifikation an der Tschechoslowakei gescheitert, wurde dann Israel zugelost und konnte sich nach zwei Siegen zum ersten Mal für die WM qualifizieren, wo auch zum bisher einzigen Mal alle vier britischen Verbände teilnahmen, von denen neben Wales nur Nordirland das Viertelfinale erreichte. Beide kamen nur durch Entscheidungsspiele um den 2. Platz ins Viertelfinale.
1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert.
1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Sowjetunion gescheitert
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Europameister Italien gescheitert.
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation zusammen mit England an Polen gescheitert
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Sowjetunion und der Tschechoslowakei gescheitert
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Schottland gescheitert
1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und dem späteren Weltmeister Deutschland gescheitert
1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Belgien gescheitert
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Belgien gescheitert
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen und der Ukraine gescheitert, die in den Play-offs an Deutschland scheiterte
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Polen gescheitert
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und Russland gescheitert, das in den Play-offs ebenfalls scheiterte.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Belgien und Kroatien gescheitert
2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien und Irland gescheitert, das in den Playoffs an Dänemark scheiterte.
2022 Katar qualifiziert In der Qualifikation im Play-off-Finale gegen die Ukraine durchgesetzt

Europameisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wales qualifizierte sich 2016 erstmals für die Teilnahme an einer Endrunde. Das beste Ergebnis bis dahin war das Erreichen des Viertelfinales 1976, das noch vor der eigentlichen Endrunde ausgetragen wurde. In der Fußball-Europameisterschaft 2016 schoss Gareth Bale gegen die Slowakei das erste Tor von Wales in einer Europameisterschaft.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1960 Frankreich nicht teilgenommen
1964 Spanien nicht qualifiziert In der Vorrunde an Ungarn gescheitert.
1968 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation, die gleichzeitig als British Home Championship ausgetragen wurde, am späteren Dritten England gescheitert.
1972 Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert, das sich ebenfalls nicht für die Endrunde qualifizieren konnte.
1976 Jugoslawien nicht qualifiziert Im Viertelfinale am Gastgeber und späteren Vierten gescheitert.
1980 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Deutschland gescheitert
1984 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien gescheitert
1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark gescheitert.
1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Weltmeister Deutschland gescheitert.
1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Deutschland und Bulgarien gescheitert.
2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und Dänemark gescheitert.
2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und in der Relegation an Russland gescheitert.
2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Tschechien und Deutschland gescheitert.
2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Montenegro gescheitert.
2016 Frankreich Halbfinale Portugal 0:2 (0:0) In der Qualifikation setzte sich Wales gemeinsam mit Belgien durch. Die Vorrunde wurde mit dem Gruppensieg vor England, der Slowakei und Russland gekrönt. Nach Siegen über Nordirland und die hoch favorisierten Belgier wurde Wales erst im Halbfinale von Portugal gestoppt.
2021 Europa Achtelfinale Dänemark 0:4 (0:1) Wales hatte sich mit dem Millennium Stadium in Cardiff auch für die Austragung von Endrundenspielen beworben, wurde aber nicht berücksichtigt. Nach einem Remis gegen die Schweiz, einem Sieg gegen die Türkei und einer Niederlage gegen Italien qualifizierte sich Wales für das EM-Achtelfinale, in welchem Wales gegen Dänemark verlor.

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader für das WM-Play-off-Spiel gegen die Ukraine am 5. und die UEFA-Nations-League-Spiele am 1., 8. und 11. Juni 2022[5]

Für den Kader bei der Fußball-Europameisterschaft 2021, siehe:

Nr.[6] Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt Letztes Spiel
Torwart
Adam Davies 17. Juli 1992 3 0 England Sheffield United 2019 29. März 2022
01 Wayne Hennessey 24. Januar 1987 102 0 England FC Burnley 2007 5. Juni 2022
Danny Ward 22. Juni 1993 26 0 England Leicester City 2016 8. Juni 2022
Abwehr
04 Ben Davies 24. April 1993 72 1 England Tottenham Hotspur 2012 8. Juni 2022
0 Chris Gunter 21. Juli 1989 108 0 England Charlton Athletic 2007 1. Juni 2022
05 Chris Mepham 5. November 1997 30 0 England AFC Bournemouth 2018 8. Juni 2022
17 Rhys Norrington-Davies 22. April 1999 10 1 England Sheffield United 2020 8. Juni 2022
14 Connor Roberts 23. September 1995 37 3 England FC Burnley 2018 8. Juni 2022
06 Joe Rodon 22. Oktober 1997 26 0 England Tottenham Hotspur 2019 8. Juni 2022
Neco Williams 13. April 2001 20 1 England FC Fulham 2020 5. Juni 2022
Mittelfeld
Joe Allen 14. März 1990 71 2 England Stoke City 2009 5. Juni 2022
Ethan Ampadu 14. September 2000 34 0 Italien FC Venedig 2017 5. Juni 2022
13 Rubin Colwill 27. April 2002 5 1 Wales Cardiff City 2021 8. Juni 2022
09 Brennan Johnson 23. Mai 2001 11 0 England Nottingham Forest 2020 8. Juni 2022
03 Dylan Levitt 17. November 2000 12 0 Schottland Dundee United 2020 8. Juni 2022
16 Joe Morrell 3. Januar 1997 28 0 England FC Portsmouth 2019 8. Juni 2022
Aaron Ramsey 26. Dezember 1990 73 20 Schottland Glasgow Rangers 2008 5. Juni 2022
07 Matthew Smith 22. November 1999 17 0 England Doncaster Rovers 2018 8. Juni 2022
Sorba Thomas 25. Januar 1999 4 0 England Huddersfield Town 2021 1. Juni 2022
Jonny Williams 9. Oktober 1993 33 1 England Swindon Town 2013 5. Juni 2022
08 Harry Wilson 22. März 1997 37 5 England FC Fulham 2013 8. Juni 2022
Sturm
11 Gareth Bale (C)ein weißes C in blauem Kreis 16. Juli 1989 104 38 Spanien Real Madrid 2006 8. Juni 2022
Nathan Broadhead 5. April 1998 0 0 England AFC Sunderland
Mark Harris 29. Dezember 1998 5 0 Wales Cardiff City 2021 1. Juni 2022
20 Daniel James 10. November 1997 34 5 England Leeds United 2018 8. Juni 2022
23 Rabbi Matondo 9. September 2000 11 0 Belgien Cercle Brügge 2018 8. Juni 2022
Kieffer Moore 8. August 1992 26 8 Wales Cardiff City 2019 5. Juni 2022

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 8. Juni 2022)

Am 20. November 2018 löste Chris Gunter den langjährigen Rekordnationalspieler Neville Southall als Rekordhalter ab.[7]

Rekordspieler[8][9]
Spiele Spieler Zeitraum Tore
108 Chris Gunter 2007–aktiv 0
104 Gareth Bale 2006–aktiv 38
102 Wayne Hennessey 2007–aktiv 0
92 Neville Southall 1982–1997 0
86 Ashley Williams 2008–2019 2
85 Gary Speed 1990–2004 7
78 Craig Bellamy 1998–2013 19
77 Joe Ledley 2005–2018 4
75 Dean Saunders 1986–2001 22
73 Peter Nicholas 1979–1992 2
73 Ian Rush 1980–1996 28
73 Aaron Ramsey 2008-aktiv 20
72 Mark Hughes 1984–1999 16
72 Joey Jones 1976–1986 1
72 Ben Davies 2008-aktiv 1
71 Joe Allen 2009–aktiv 2
68 Ivor Allchurch 1951–1966 23
66 Brian Flynn 1975–1984 7
65 Andy Melville 1989–2004 3
64 Ryan Giggs 1991–2007 12
64 Sam Vokes 2008–aktiv 11

Gareth Bale löste am 22. März 2018 durch drei Tore beim 6:0 gegen China Ian Rush als walisischen Rekordtorschützen ab.[10]

Rekordschützen[8][11]
Tore Spieler Zeitraum Spiele
38 Gareth Bale 2006–aktiv 104
28 Ian Rush 1980–1996 73
23 Ivor Allchurch 1951–1966 68
23 Trevor Ford 1947–1957 38
22 Dean Saunders 1986–2001 75
20 Aaron Ramsey 2008–aktiv 73
19 Craig Bellamy 1998–2013 78
16 Robert Earnshaw 2002–2012 59
16 Mark Hughes 1984–1999 72
16 Cliff Jones 1954–1970 59
15 John Charles 1950–1965 38
14 John Hartson 1997–2005 51
13 John Toshack 1969–1980 58

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Walisische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 21. Juni 2022, abgerufen am 26. Juni 2022.
  2. spiegel.de: Neuer Job für ManUnited-Legende – Giggs wird Nationalcoach von Wales Artikel vom 15. Januar 2018
  3. Ryan Giggs: Wales manager will not take charge of November games. BBC Sport, 3. November 2020, abgerufen am 26. Juni 2021 (englisch).
    Robert Page to take charge of Wales at Euro 2020 after Ryan Giggs charged with assault. BBC Sport, 23. April 2021, abgerufen am 26. Juni 2021 (englisch).
  4. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF-Datei; 195 kB)
  5. faw.cymru: Cymru squad announced for FIFA World Cup Play-off Final & UEFA Nations Leagues
  6. Nummern beim Spiel gegen die Niederlande am 8. Juni 2022
  7. faw.cymru: Gunter the fitting record-breaker
  8. a b rsssf.com: Wales – Record International Players (Stand: 16. November 2021)
  9. PLAYERS → played for Wales national team (Stand: 8. Juni 2022)
  10. weltfussball.de: Bale nach Dreierpack neuer Rekordtorschütze von Wales
  11. PLAYERS → Wales national football team goal scorers (Stand: 12. Oktober 2021)