House of One

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The House of One c/o Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin e. V.
(The House of One)
Logo
Zweck: Errichtung eines interreligiösen Gebäudes (Kirche, Moschee und Synagoge unter einem Dach)
Vorsitz: Roland Stolte
Gründungsdatum: 2011 [1]
Sitz: Berlin
Website: www.house-of-one.org

Das House of One ist ein geplantes interreligiöses Gebäude, das voraussichtlich ab 2019Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren am Petriplatz im Berliner Ortsteil Mitte entstehen soll. Das Gebäude soll unter seinem Dach eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee beherbergen. Die Baukosten des Gebäudes, die mit 43,5 Millionen Euro beziffert werden, sollen vor allem durch eine Crowdfunding-Kampagne erbracht werden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der Petrikirche, 1951

Auf dem Petriplatz waren im Laufe von Ausgrabungsarbeiten im Jahr 2006 Überreste von fünf verschiedenen Kirchenbauten gefunden worden. Die Überreste der ursprünglich hier stehenden Petrikirche wurden 1964 entfernt. In der Folge wurde der Petriplatz unter anderem auch als Parkplatz genutzt.

Nach einer Sicherung der vorgefundenen Fundamente der Petrikirche wurden diese aus Konservierungsgründen wieder mit Erdreich verfüllt. Bei Errichtung des House of One sollen die Fundamente wieder freigelegt und in die Architektur des Hauses integriert werden. Eine Besichtigung der Fundamente soll möglich sein.

Ebenso wurden die dort gefundenen Gebeine Verstorbener gesichert. Diese sollen in Zukunft in einem Ossuarium am Petriplatz ihre letzte Ruhe finden.[3]

Das Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustelle des House of One in Berlin-Mitte am Petriplatz

Das Gebäude des House of One wird nach Entwürfen des bekannten Berliner Architekturbüros Kuehn Malvezzi gebaut. Die Architekten haben sich im Rahmen eines weltweiten Architekturwettbewerbs unter zahlreichen Entwürfen durchgesetzt.[4]

Der schließlich ausgewählte Entwurf mit einer klaren Formensprache gruppiert die drei religiösen Räume im Inneren des Gebäudes um einen zentralen Raum herum, der als zentraler Raum der Begegnung gedacht ist. Jeder der drei Sakralräume soll jedoch die Besonderheiten der jeweiligen Religion widerspiegeln.[5]

Das Gebäude des House of One soll in unterschiedlichen Phasen gebaut werden. Bereits bei Erreichen einer Spendensumme von zehn Millionen Euro kann mit dem Bau begonnen werden.

Trägerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täger des Projektes House of One ist seit dem 8. September 2016 die Stiftung House of One.[6] Sie ist aus dem Verein Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin e. V. hervorgegangen. Der Verein wird als Freundeskreis des House of One weitergeführt.[7] Im Vorstand des Vereins wird die jüdische Seite vertreten durch das Abraham-Geiger-Kolleg und die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die christliche Seite durch die evangelische Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien und die muslimische Seite durch das Forum für Interkulturellen Dialog.[8]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzierung des mit 43,5 Millionen Euro veranschlagten Vorhabens soll überwiegend durch eine Crowdfunding-Kampagne erfolgen. Am 3. Juni 2014 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz der offizielle Start der Spendenkampagne verkündet. Die Fundraising-Aktion baut auf die Unterstützung vieler Kleinspender. Über die Website können die Spender symbolische Steine kaufen und eine Botschaft hinterlassen. Bis August 2016 betrug der Spendenstand rund 4,3 Millionen Euro.[9]

Im Juli 2016 erhielt das Projekt eine Finanzierungszusage in Höhe von 2,2 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt im Rahmen des Förderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ sowie weitere 1,2 Millionen Euro vom Land Berlin.[10]

Das Grundstück wird vom Eigentümer, dem Bezirk Berlin Mitte zur Verfügung gestellt. Der Eigenanteil der Initiative beträgt 100.000 Euro.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gregor Hohberg, Roland Stolte: Das Haus der drei Religionen. Bet- und Lehrhaus Berlin. Entwürfe für einen Sakralbau von morgen. DOM publishers; 1. Auflage 2013, ISBN 978-3-86922-260-8.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: House of One – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drei Religionen bauen gemeinsam. taz, die tageszeitung, abgerufen am 25. Oktober 2015..
  2. „House of One“ – Ein Haus, drei Religionen am Petriplatz. In: Berliner Morgenpost, 3. Juni 2014.
  3. Ausgrabungsfunde: Ein Knochenhaus am Petriplatz. In: Berliner Zeitung, 15. November 2012.
  4. Architektur: Die Liebe zum Ziegelmauerwerk. In: Der Tagesspiegel, 12. März 2013.
  5. Ein Lehr- und Bethaus für Berlin: Lessings Ringparabel wird Architektur. In: Frankfurter Allgemeine, 14. September 2012.
  6. Amtsblatt für Berlin. Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, Entstehung einer Stiftung, Bekanntmachung vom 9. August 2016, JustV II D 4. Landesverwaltungsamt Berlin, 19. August 2016, abgerufen am 25. September 2016 (PDF): „Aufgrund des § 2 Absatz 2 des Berliner Stiftungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Juli 2003 (GVBl. S. 293) wird bekannt gemacht, dass die zur Entstehung erforderliche Anerkennung der Stiftung House of One – Bet- und Lehrhaus Berlin als rechtsfähig erfolgt ist.“
  7. Stiftung House of One gegründet. Mit der konstituierenden Sitzung des Stiftungsrates am 8. September hat das interreligiöse Dialog- und Bauprojekt House of One eine neue Trägerstruktur erhalten: die Stiftung House of One. house-of-one.org, 23. September 2016, abgerufen am 25. September 2016: „Dem Stiftungsrat gehören an: Pfarrer Gregor Hohberg, Rabbiner Dr. Andreas Nachama, Imam Kadir Sanci, Renate Franke, Barbara Witting, Süleyman Bag, Karl-Heinz Blickle, Celal Findik, Dr. Dirk Fischer, Dr. Dirk Pilz, Gerrit Popkes, Mike de Vries. In das Verwaltungsdirektorium wurden berufen Roland Stolte (Vorsitz und Konzept), Katrin Hasskamp (Marketing, ab 1.1.2017) und kommissarisch Fredrick Barkenhammar (Fundraising).“
  8. Interreligiöses Projekt in Berlin-Mitte: „The House of One“ – Ein Gotteshaus, drei Religionen. In: Der Tagesspiegel, 3. Juni 2014.
  9. Startseite. house-of-one.org, abgerufen am 26. August 2016 (deutsch).
  10. KNA: Neue Stiftung soll "House of One" voranbringen. Es ist ein interreligiöses Mammutprojekt: In Berlin soll mit dem "House of One" ein Gotteshaus für Juden, Christen und Muslime entstehen. Doch für den Baustart fehlt noch eine entscheidende Zutat. katholisch.de, 23. September 2016, abgerufen am 25. September 2016: „Die Kosten werden auf 43 Millionen Euro veranschlagt. Der Bund sicherte bereits 2,2 Millionen Euro zu, das Land Berlin weitere 1,2 Millionen Euro. Darüber hinaus spendeten private Unterstützer aus mehr als 20 Ländern nach Angaben des bisherigen Trägervereins bislang rund eine Million Euro. Die Träger wollen mit der ersten Bauphase beginnen, wenn zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen.“
  11. Berliner „House of One“ wird mit 3,4 Millionen gefördert. Diesseits.de, abgerufen am 14. Juli 2016.
  12. Viele Religionen – ein Raum?!: Analysen, Diskussionen und Konzepte. Das Haus der drei Religionen. Bet- und Lehrhaus Berlin (Gregor Hohberg, Roland Stolte). Bärbel Beinhauer-Köhler, Mirko Roth, Bernadette Schwarz-Boenneke, abgerufen am 31. Januar 2016 (deutsch).

Koordinaten: 52° 30′ 47,7″ N, 13° 24′ 14,5″ O