Gisikon

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Gisikon
Wappen von Gisikon
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1055i1f3f4
Postleitzahl: 6038
UN/LOCODE: CH GIK
Koordinaten: 672800 / 219686Koordinaten: 47° 7′ 27″ N, 8° 23′ 53″ O; CH1903: 672800 / 219686
Höhe: 418 m ü. M.
Fläche: 1,08 km²
Einwohner: 1189 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 1101 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
18,9 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.gisikon.ch
Karte
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Gisikon (schweizerdeutsch: Gisike) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisikon liegt im luzernischen Teil des Reusstals zu Füssen des Rooterberges. Mit einer Fläche von 107,66 ha ist der Ort die flächenmässig kleinste Gemeinde im Kanton Luzern. Von der Fläche wird knapp die Hälfte (49,5 %) landwirtschaftlich genutzt, 25,2 % sind Siedlungsfläche und weitere 19,8 % Wald und Gehölz. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich am Rooterberg auf 646 m ü. M., der tiefste an der Reuss auf 406 m ü. M.

Gisikon grenzt an Honau, Inwil und Root.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 111
1850 153
1870 156
1888 133
1920 202
1950 185
1960 201
1970 234
1980 370
1990 625
2000 845
2010 1'085
2011 1'123
2012 1'162
2013 1'129
2014 1'143

Die Bevölkerungszahl wuchs von 1798 bis 1850 stark (1798–1850: +37,8 %). Nach einem Rückgang zwischen 1870 und 1888 um 14,7 % folgte eine Wachstumsschub, der bis 1920 anhielt (1888–1920: +51,9 %). Anschliessend stagnierte die Zahl der Bewohner jahrzehntelang. Mit dem Bau der Autobahn Luzern–Zug Ende der Siebziger-Jahre begann dann ein sprunghafter Bevölkerungsanstieg auf heute 1'189 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2015).[3] Seit 1990 zählt Gisikon zur Agglomeration Luzern.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast die gesamte Bevölkerung, genau 92,33 %, spricht als Umgangssprache Deutsch. Ferner sprechen im Alltag 1,53 % Albanisch und weitere 1,18 % Französisch, Italienisch (Stand 2000).

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell ist die Bevölkerung römisch-katholisch (57.81 %). Religiöse Minderheiten bilden die 12.8 % evangelisch-reformierten Personen, 18.81% sind konfessionslos und 10.48% gehören einer anderen Konfession an.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 1'134 Einwohnern 936 Schweizer und 198 (= 17,5 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 82,5 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (27,3 %), Portugal (15,7 %), Serbien inklusive Kosovo (10,6 %), Italien (6,1 %), Spanien (3,0 %) und der Türkei (1,5 %). 27,3 % stammten aus dem übrigen Europa und 8,6 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nebenamtlich arbeitende Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen:

  • Alois Muri (parteilos): Gemeindepräsident
  • Josef Lötscher (CVP): Infrastruktur
  • Yolanda Heinrich Blum (CVP): Sozialvorsteherin
  • Bruno Vogel (FDP): Umwelt

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Gisikon: SVP 43,0 %, CVP 25,0 %, FDP 15,0 %, SP 7,1 %, glp 6,2 %, GPS 1,6 %.[6]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Gisikon: SVP 44,8 %, FDP 19,4 %, CVP 17,1 %, SP 8,5 %, glp 4,6 %, GPS 2,9 %, BDP 1,2 %.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs betätigte sich eine grosse Mehrheit der Erwerbstätigen als Bauern, Müller und Steinhauer. Das letztere Gewerbe existiert heute nicht mehr, da die natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Mittlerweile gibt es auch nur noch 5 Landwirtschaftsbetriebe. Dies bedeutet, dass nur noch (Stand 2011) 7.6 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig sind. 46.8 % leben von Arbeit in Industrie- und Handwerk, 38.3 % der Beschäftigen arbeiten in Berufen im Dienstleistungsbereich. Von 474 Erwerbstätigen in Gisikon sind 272 Zupendler (v.a. aus der Region). Gleichzeitig gibt es 399 Wegpendler (ein Drittel in den Kanton Zug, daneben v.a. in die Stadt Luzern und nach Root).

In Gisikon befinden sich die zwei traditionellen Restaurants Gasthof Tell und Hotel Garni an der Reuss. Seit September 2012 gibt es ausserdem den Treffpunkt 6038, der unter einem Dach ein Café mit Spielzimmer für Kinder, eine Ludothek und einen kleinen Einkaufsladen mit regionalen Produkten vereint.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisikon verfügt über einen Autobahnanschluss, Gisikon-Root, an die A 14 auf der linken Seite der Reuss.

Die Gemeinde ist auf der Schiene (Strecke Luzern–Zug–Zürich) und per Bus (Linie 23 Luzern–Ebikon–Gisikon-Root, Linie 110 Hochdorf–Rotkreuz und Linie 348 Gisikon-Sins) an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen.

  • S 1BaarZugCham – Rotkreuz – Gisikon-Root – LuzernEmmenbrückeSempach-NeuenkirchSursee. Ab Fahrplanwechsel 2015/2016 verkehrt die S1 durchgehend weiter nach Sursee.
  • VBL 23 Gisikon Bahnhof – Root – Root D4, Oberfeld – Dierikon – Ebikon Hofmatt – Maihof – Schwanenplatz – Luzern Bahnhof
  • Postauto 110 Rotkreuz – Honau – Gisikon – Eschenbach – Hochdorf. (Teilweise Rotkreuz – Honau – Gisikon Bahnhof)
  • ZVB 348 Gisikon Bahnhof – Körbligen – Dietwil – Sins, Schulstrasse

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weder archäologische Spuren noch schriftliche Zeugnisse erzählen vom Ursprung Gisikons. Die Endung des Ortsnamens auf -ikon lässt auf alemannische Landnahme vom 6. bis 8. Jahrhundert schliessen. Der Name geht wohl auf Siedler namens Gising zurück. Die älteste noch erhaltene Erwähnung Gisikons datiert auf das Jahr 1270. Bald darauf geriet der Ort unter die Herrschaft der Habsburger. Bis zum Verkauf durch die Familie von Moos an die Stadt Luzern im Jahr 1422 war es Lehen wechselnder Herren. Im Jahr 1653 erhielt der Ort Steuerprivilegien, weil er im Gegensatz zu den meisten Landgemeinden im grossen Bauernkrieg zu den Herren in der Stadt hielt.

Das Gisiker Wappen hat auf Blau eine balkenweise gestellte goldene Brücke mit zwei silbernen Pfeilern. Es stellt also die Brücke dar, die in der Geschichte eine so wichtige Rolle spielte. Seit 1426 beriet der Luzerner Rat über die Frage eines Brückenbaus in Gisikon. Er beschloss 1431 den Bau einer gedeckten Brücke über die Reuss mit einer neuen Zollstation. Daneben entstanden eine Gastwirtschaft zur Versorgung der Händler und Reisenden und im 18. Jahrhundert ein Landjägerposten. Der Brückenzoll wurde auf Personen, Vieh und Handelswaren erhoben. Im 18. Jahrhundert war der Brückenzoll in Gisikon nach Reiden, Emmenbrücke und dem Untertor in Luzern die viertbedeutendste Zolleinnehmerei. Das letzte Zollhaus, der heutige Gasthof Tell, stammt von 1848.

Im Sonderbundskrieg ereignete sich eine der entscheidenden Kampfhandlungen bei Gisikon. Nach dem Gefecht bei Gisikon am 23. November 1847 kapitulierte der Kanton Luzern am folgenden Tag als zweiter Kanton des Sonderbunds. Der eidgenössische Kommandant in diesem Gefecht war der Tägerwilener Brigadekommandant Johann Konrad Egloff, der 1848 Mitglied im Regierungsrat des Kantons Thurgau wurde.[8][9]

Wegen Kriegsschäden aus dem Jahr 1847 am alten Flussübergang baute der Kanton um 1854 eine neue Brücke.[10] 1934 entstand bei Gisikon wiederum eine neue Brücke über die Reuss, die 1974 wegen dem Autobahnanschluss durch eine breitere Brücke mit einer Eisenbahnunterführung ersetzt wurde.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gisikon wurde 2005 in nur sieben Wochen ein neues Schulhaus erstellt. Darin findet nun der Unterricht der Integrativen Schule inkl. Basisstufe für rund 100 Schülerinnen und Schüler der Gemeinden Gisikon und Honau statt. Ab der 7. Schulklasse findet der Schulbesuch in der Nachbargemeinde Root statt. Seit 2010 bietet die Gemeinde Gisikon schul- und familienergänzende Tagesstrukturen an. Diese Tagesstrukturen werden von Montag bis Freitag und während acht Ferienwochen angeboten. Die Räumlichkeiten des «Leutturms» befinden sich im Gemeindehaus direkt neben dem Schulhaus. Der Turnunterricht der Schule Gisikon findet im angrenzenden Zentrum Mühlehof statt.

Freizeitangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ufer der Reuss, der Gisiker Wald sowie die Naturschutzzone Feldhof bilden Naherholungsgebiete. Im Reusstal sind Wanderungen oder Radtouren und auf dem Fluss Kanufahrten möglich.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116), ISBN 978-3-906131-90-0, S. 123–128.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gisikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Gisikon
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Gisikon
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  8. Peter Giger: Abriss zur Geschichte der Kanti Frauenfeld, Kantonsschule Frauenfeld
  9. Nachruf zu Johann Konrad Egloff, gew. Oberst-Divisionär. In: Allgemeine Schweizerische Militärzeitung. 8. Januar 1887, S. 1–2, abgerufen am 31. Dezember 2015 (PDF; 2,5 MB).
  10. Brücke von Gisikon.