Buchrain LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Buchrainf zu vermeiden.
Buchrain
Wappen von Buchrain
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1052i1f3f4
Postleitzahl: 6033
UN/LOCODE: CH BHR
Koordinaten: 668888 / 21637447.094798.346458Koordinaten: 47° 5′ 41″ N, 8° 20′ 46″ O; CH1903: 668888 / 216374
Höhe: 458 m ü. M.
Fläche: 4.80 km²
Einwohner: 6143 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 1280 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 18,0 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.buchrain.ch
Karte
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Buchrain (schweizerdeutsch: Bueri) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Buchrain liegt auf den östlichen Ausläufern des Hundsrückens, eingebettet zwischen Reuss und Rontal. Ebenfalls zu Buchrain gehört das Dorf Perlen.

Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Hundsrücken auf 484 m ü. M., der tiefste an der Reuss auf 412 m ü. M.

Die Gemeinde Buchrain grenzt im Westen an Emmen, im Nordwesten an Eschenbach, im Norden an Inwil, im Osten an Root, im Südosten an Dierikon und im Süden an Ebikon.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 234
1850 312
1870 324
1880 701
1920 932
1960 1'395
1980 2'855
1990 4'040
2000 4'983
2010 5'826

Buchrain zählte 1850 312 Einwohner, wuchs dann zwischen 1870 und 1880 stark von 324 auf 701 Einwohner an. Bis 1960 gab es ein stetes mässiges Wachstum auf 1'395 Einwohner. Anlässlich der Volkszählung im Jahre 2000 wurden 4'976 Personen gezählt. Mittlerweile leben 6'077 Menschen in Buchrain (Stand: 31. Dezember 2013)[3].

Sprachen[Bearbeiten]

87,8 % der Bewohner geben Deutsch als Hauptsprache an. Daneben sind, durch Einwanderung, Albanisch, Serbokroatisch (3,5 %) und Italienisch (1,8 %) die nächstbedeutenderen Sprachen (Stand 2000).

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung war bis zur Gründung der modernen Schweiz geschlossen katholisch. Durch Einwanderung aus anderen Kantonen der Schweiz und aus dem Ausland hat sich dies gewandelt. 67,3 % der Bevölkerung sind Römische-Katholiken; 13,5 % Evangelisch-Reformierte; 5,6 % Muslime; 4,0 % orthodoxe Christen und 6,3 % Bekenntnislose (Stand 2000).

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2012 waren von den 6'049 Einwohnern 5'019 Schweizer und 1'030 (= 17,0 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft besteht aus 83,0 % Schweizer Staatsbürgern. Die ausländischen Bewohner stammen aus Serbien inklusive Kosovo (25,1 %), Deutschland (18,2 %), Italien (11,7 %), der Türkei (5,3 %), Portugal (3,2 %) und Spanien (1,2 %). 21,7 % stammen aus dem übrigen Europa und 13,6 % sind aussereuropäischer Herkunft.[5]

Schulen, Bildung[Bearbeiten]

Für die Schulbildung stehen das Dorfschulhaus (Primarstufe), das Haus Dorfhalde (Kindergarten), das ‹Wüesthuus› (Kindergarten und Musikschule) und das Schulzentrum Hinterleisibach (Kindergarten, Primarschule, Realschule und Sekundarschule, 1989 eröffnet) zur Verfügung. Am 2. Juni 2007 wurde die 4. Etappe des Schulzentrums Hinterleisibach eröffnet. Dazu gehören eine dritte Turnhalle und neue Garderoben, zwei Beachvolleyballfelder, ein Skaterpark, ein Kunstrasen, weitere Schulräume sowie eine neue Aula.

Schuljahr
(2005/2006)
Kindergarten Primarschule
(Regelklasse)
Primarschule
(Kleinklasse)
Sekundarstufe
(Niveau A+B)
Sekundarstufe
(Niveau C)
Sekundarstufe
(Niveau D)
Abteilungen 5 24 1 9 3 0
Lernende 98 480 14 158 51 0

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde ist die Wirth & Co AG, ein Maschinen- und Lackierbetrieb. Im Jahr 2000 gab es 841 Zugpendler und 1977 Wegpendler (v.a. in die Stadt Luzern, nach Ebikon und in den Kanton Zug). Nur noch wenige Bewohner sind in der Landwirtschaft tätig (3,1 %). 38,1 % finden ihr Auskommen im industriellen Bereich; 58,8 % in Dienstleistungsbetrieben.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Buchrain ist durch die Buslinie Luzern-Ebikon-Buchrain-Perlen (VBL Linie 22) an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen. Seit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 besitzt Buchrain eine eigene S-Bahn Haltestelle an der Bahnstrecke Zug–Luzern.

Durch die Gemeinde führen die Kantonsstrasse von Inwil nach Ebikon und die Autobahn A14, an welche Buchrain seit dem 22. Juni 2011 angeschlossen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Buchrains ist über 1'000 Jahre alt. Zu Beginn war Buchrain ein Dinghof (landwirtschaftliche Liegenschaft zur Pacht mit grundherrlichem Beamten, welcher unter anderem auch die Zinsen eingezogen und die Gerichtsbarkeit ausgeübt hat) des Benediktinerklosters St. Leodegar zu Luzern. Im Jahre 840 verlor das Kloster seine Selbständigkeit und wurde eine Propstei des Klosters Murbach im Elsass. 1178 wurde dann «Buorren» erstmals als Ortschaft erwähnt.

Im Jahre 1291 geriet der Abt von Murbach in grosse Geldnot und musste seine Dinghöfe an König Rudolf von Habsburg verkaufen. So geriet Buchrain unter österreichische Herrschaft und wurde der Vogtei Rothenburg zugeteilt. 1332 schloss sich Luzern dem Bund der Eidgenossen an, viele Buchrainer sympathisierten mit den Luzernern und kämpften bei der Schlacht bei Sempach 1386 auf der Seite der Eidgenossen. Danach ging Buchrain mitsamt der Vogtei Rothenburg an Luzern.

Buchrain lag im Mittelalter an einem der wichtigsten Handelswege durch die Schweiz, welcher vom Grimsel- und Brünigpass nach Luzern und bis zum Rhein führte. Zeugen von der Bedeutung dieses Handelsweges sind die Burgen Nünegg, Richensee, Hallwil und Lenzburg. 1907 wurde die erste Brücke über die Reuss gebaut und der bis anhin so wichtige Fährbetrieb konnte eingestellt werden. Eine weitere Verkehrserleichterung brachte schliesslich die Autobusverbindung von Luzern über Buchrain nach Perlen, welche den Betrieb im Jahre 1928 aufnahm.

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen zum Grossrat des Kantons Luzern wurde die CVP mit 28,6 % der Stimmen stärkste Partei. Danach folgen die FDP mit 27,4 %, die SVP mit 18,7 %, die SP mit 16,0 % und das Grüne Bündnis mit 4,6 %. Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen:

Gemeinderat[Bearbeiten]

  • Käthy Ruckli (CVP): Gemeindepräsidentin
  • Heinz Amstad (FDP): Bauvorsteher
  • Patrick Bieri (FDP): Finanzvorsteher
  • Erwin Arnold (CVP): Sozialvorsteher
  • Ivo Egger (SP): Bildungsvorsteher

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die 1455 errichtete Pfarrkirche St. Agatha und Jakobus d. Ä. Erstes Gotteshaus an diesem Platz bereits im Jahre 1257. Bei der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Agatha der Zürcher Architekten Naef, Studer und Studer aus den Jahren 1971-72 wurde die organische Raumform des Kirchenraums einer klar ablesbaren kubischen Raumform einbeschrieben. Kapellen, der skulpturale Glockenturm sowie Eingang und Treppenhäuser sind dem Sichtbetonbau angesetzt, farbige Akzente unterstreichen diese additive Komposition.[6]

Regelmässige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bueri Chilbi: Alle Jahre am letzten vollen Wochenende im Oktober findet in Buchrain die Bueri Chilbi statt. Die Veranstaltung dauert zwei Tage und findet auf dem Areal des Dorfschulhauses seit 1972 statt. Organisiert wird dieser Event von der Aktivriege des STV Buchrain.

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Luzerner Gemeinden und ihre Wappen. Chapelle-sur-Moudon 1987 ISBN 2-88114-006-8
  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Luzern; Band 1. Basel 1946.
  • 100 Jahre Perlen 1873-1973. Jubiläumsschrift, 1973.
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 46–64.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Buchrain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1052/w012_010t_gd1052_zz_d_0000_002_008.html
  3. http://www.buchrain.ch/de/portrait/zahlenunddaten/
  4. http://www2.lustat.ch/download/lustat_new/gd/1052/w012_003t_gd1052_ss_d_2012_001.html
  5. http://www2.lustat.ch/gp_1052_gb2014.pdf
  6. Christa Zeller: Schweizer Architekturführer 1920-1990; Band 1: Nordost- und Zentralschweiz. Zürich: Werk Verlag 1996. ISBN 3-909145-11-6. S. 227