Jürgen Marcus

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Jürgen Marcus, 1998
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
Ein Festival der Liebe
  DE 21 15.05.1973 (32 Wo.)
Der Grand prix d'amour
  DE 50 15.08.1974 (4 Wo.)
Ein Lied zieht hinaus in die Welt
  DE 42 15.10.1975 (4 Wo.)
Das Beste - Gedenk-Edition
  DE 24 06.07.2018 (1 Wo.)
  AT 46 13.07.2018 (1 Wo.)
  CH 90 08.07.2018 (1 Wo.)
Singles[1]
Nur Du (El cóndor pasa)
  DE 32 15.07.1970 (4 Wo.)
Nur Liebe zählt
  DE 47 12.07.1971 (1 Wo.)
Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben
  DE 2 24.07.1972 (27 Wo.)
Ein Festival der Liebe
  DE 3 19.02.1973 (20 Wo.)
Schmetterlinge können nicht weinen
  DE 8 13.08.1973 (20 Wo.)
  AT 13 15.10.1973 (8 Wo.)
Irgendwann kommt jeder mal nach San Francisco
  DE 17 07.01.1974 (12 Wo.)
Grand prix d’amour
  DE 22 22.04.1974 (14 Wo.)
Ich hab' die Liebe nicht erfunden
  DE 23 02.09.1974 (9 Wo.)
Ein Lied zieht hinaus in die Welt
  DE 3 10.03.1975 (26 Wo.)
  AT 15 15.05.1975 (8 Wo.)
  CH 4 16.05.1975 (10 Wo.)
Ein Engel, der mich liebt
  DE 44 07.07.1975 (3 Wo.)
Auf dem Karussell fahren alle gleich schnell
  DE 32 06.10.1975 (17 Wo.)
Komm mit – auf die Sonnenseite der Straße
  DE 28 02.02.1976 (6 Wo.)
Der Tingler singt für euch alle
  DE 46 17.05.1976 (1 Wo.)
Die Uhr geht vor – Du kannst noch bleiben
  DE 33 21.02.1977 (8 Wo.)
Engel der Nacht
  DE 31 23.02.1981 (9 Wo.)
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Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948 in Herne; † Mitte Mai 2018 in München[2]; bürgerlich Jürgen Beumer) war ein deutscher Schlagersänger, der in den 1970er Jahren seine größten Erfolge feierte. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, Ein Festival der Liebe und Ein Lied zieht hinaus in die Welt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Marcus, 1976
Jürgen Marcus beim Eurovision Song Contest 1976
Jürgen Marcus, 1974

Marcus absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Danach trat er als Sänger in verschiedenen Amateur-Beatbands seiner Heimatstadt auf. Wegen der Ähnlichkeit seines bürgerlichen Namens Jürgen Beumer mit dem Namen des Eiskunstläufers Hans-Jürgen Bäumler wählte er den Künstlernamen „Jürgen Marcus“. 1967 wurde er Sieger des European-Festivals in Brüssel. 1968 und 1969 war er beim Beat-Festival von Recklinghausen erfolgreich. Schließlich bekam er 1969 die Rolle des „Claude“ in einer deutschen Aufführung des Musicals Hair.

Der erfolgreiche Musikproduzent Jack White nahm den Sänger unter Vertrag und produzierte 1970 seine erste Single Nur Du (El cóndor pasa). Darauf folgte nach Du bist mein ganzes Leben (1970) und Nur Liebe zählt (1971) sein bis heute erfolgreichster und wohl bekanntester Titel Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (1972), der 15 Wochen in den deutschen Top Ten vertreten war und bis auf Platz 2 vorstieß. Marcus trat in vielen Fernseh-Musiksendungen auf, darunter 36 mal in der ZDF-Hitparade. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und wirkte 1972 auch in dem Jack-White-Film Heut hau’n wir auf die Pauke unter Regie von Ralf Gregan mit.

Unter Whites Regie veröffentlichte Marcus insgesamt 23 Singles und zahlreiche Alben, bis er sich 1979 von ihm löste. Die Top-Ten-Erfolge darunter waren Ein Festival der Liebe (diesen Titel sang er auch im Film Blau blüht der Enzian), Schmetterlinge können nicht weinen (1973) und Ein Lied zieht hinaus in die Welt (1975), mit dem er sich für Deutschland beim Grand Prix Eurovision de la Chanson bewarb, jedoch wegen der Jurybewertung nicht über Platz 9 bei der Vorentscheidung hinauskam. Bereits im Vorjahr hatte er sich mit dem Titel Grand Prix d’amour an diesem Wettbewerb beteiligt.

1975 strahlte das ZDF die Personality-Show Jürgen Marcus: Einer für Viele aus. 1976 nahm er mit dem auf Französisch gesungenen Lied Chansons pour ceux qui s’aiment (deutsche Version: Der Tingler singt für euch alle) für Luxemburg am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil und erreichte Platz 14.

Unter wechselnden Produzenten wie Michael Möller, Rainer Pietsch oder Uve Schikora veröffentlichte Marcus bis in die frühen 1980er-Jahre am Chanson orientierte Stücke oder Coverversionen, jedoch ohne kommerziellen Erfolg. Weitere Zusammenarbeiten mit Ralph Siegel und Bernd Meinunger oder auch eine Pop-orientierte Single als „J. Marcus“ (1988) in englischer Sprache brachten dem Sänger kein Comeback. Er trat in den folgenden Jahrzehnten meist mit seinen älteren Erfolgen aus den 1970er-Jahren auf

1998 erreichte er mit seinem Lied Mach’s gut bis zum nächsten Leben Platz 6 beim bislang einzigen Grand Prix des Schlagers.

Im August 2004 erschien das Comeback-Album Ich glaub an die Welt, sein erstes Album seit 22 Jahren. 2006 folgte das erste Weihnachtsalbum Tausend Lichter, tausend Kerzen. Am 13. Juni 2008 wurde das Album Für immer veröffentlicht. Produziert wurde es von Christian Bruhn. Es enthält Texte von Michael Kunze, Georg Buschor, Robert Jung, Stefan Waggershausen, Tobias Reitz, Edith Jeske und Peter Zentner. Am 5. August 2011 erschien die Single Ich schau in mein Herz. Eine Woche später folgte das Album Zeitreif, das von dem Komponisten-Duo Helmut Kohlpaintner und Michael Schinkel produziert wurde.

Im April 2017 gab Jürgen Marcus wegen seiner Lungenerkrankung seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft bekannt, bereits seit 2012 unternahm er keine öffentlichen Auftritte mehr.[3]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 outete sich Marcus als erster bedeutender Sänger der Schlagerbranche in der Bild am Sonntag als homosexuell.[4] Seit 1995 war er mit seinem Manager Nikolaus Fischer liiert.[5]

Jürgen Marcus verstarb Mitte Mai 2018, wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag, an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in seiner Münchener Wohnung.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: Nur Du (El Condor Pasa)
  • 1971: Nur Liebe zählt
  • 1971: Warum kann ich deine Liebe nicht vergessen (Massachusetts)
  • 1972: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben
  • 1973: Ein Festival der Liebe
  • 1973: Schmetterlinge können nicht weinen
  • 1974: Irgendwann kommt jeder mal nach San Francisco
  • 1974: Grand Prix d’amour
  • 1975: Ein Lied zieht hinaus in die Welt
  • 1975: Auf dem Karussell fahren alle gleich schnell
  • 1975: Ein Engel der mich liebt
  • 1976: Komm mit auf die Sonnenseite der Straße
  • 1976: Der Tingler singt für euch alle
  • 1976: Auf dem Bahnhof der vielen Gleise
  • 1977: Die Uhr geht vor – Du kannst noch bleiben
  • 1977: Lass mich doch raus aus meiner Jacke
  • 1977: Das weiß die ganze Nachbarschaft
  • 1978: Was hast du heute Abend vor
  • 1978: Davon stirbt man nicht
  • 1979: Schlaf heute hier
  • 1980: Ein Lächeln
  • 1980: Unser Leben
  • 1981: Engel der Nacht
  • 1981: Wenn du liebst
  • 1982: Ich würde gerne bei dir sein
  • 1982: Das Lied vom Glücklichsein
  • 1983: Ich lieb dich mehr
  • 1983: Die Sterne lügen nicht
  • 1986: Ich hab dich gesehen
  • 1988: Liberation Day
  • 1989: Schau was Liebe ändern kann
  • 1998: Mach’s gut bis zum nächsten Leben
  • 2004: Nochmal mit dir
  • 2004: Ich glaub an die Welt
  • 2005: Ich bereue nichts
  • 2005: Geh mit der Sonne
  • 2006: Nur mein Herz weint
  • 2006: Deine Sorgen möcht’ ich haben
  • 2008: In weißen Jeans
  • 2011: Ich schau in mein Herz
  • 2011: Keine Zeit für Lügen
  • 2012: Was kann ich dafür

Alben (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Heut haun wir auf die Pauke (Schlagerfilm mit Jack White)
  • 1973: Ein Festival der Liebe
  • 1974: Der Grand Prix d’amour
  • 1975: Premiere
  • 1975: Ein Lied zieht hinaus in die Welt
  • 1976: Ich bin Jürgen
  • 1976: Der Tingler singt für euch alle
  • 1977: Das weiß die ganze Nachbarschaft
  • 1977: Die Uhr geht vor – du kannst noch bleiben
  • 1978: Jürgen Marcus
  • 1979: Ein Teil von mir
  • 1980: Portrait
  • 1981: Engel der Nacht
  • 1982: Ich will dich so wie du bist
  • 2004: Ich glaub an die Welt
  • 2006: Tausend Lichter, tausend Kerzen (Weihnachtsalbum)
  • 2008: Für immer
  • 2011: Zeitreif

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jürgen Marcus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE-AT-CH / DE2 / CH
  2. Schlagerstar Jürgen Marcus ist tot. In: n-tv, 29. Mai 2018. Abgerufen am 29. Mai 2018.
  3. "Jürgen Marcus ist schwer erkrankt" bei N-TV, abgerufen am 20. April 2017
  4. JÜRGEN MARCUS smago! Serie "Schlager-Rückblick "vor 40 Jahren". Abgerufen am 30. Mai 2018.
  5. n-tv Nachrichten: Jürgen Marcus ist schwer erkrankt. In: n-tv.de. (n-tv.de [abgerufen am 30. Mai 2018]).
  6. Schlager: Sänger Jürgen Marcus ist tot. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 30. Mai 2018]).