Johannes Stöhr

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Johannes Stöhr (* 19. Februar 1931 in Berlin) ist ein deutscher römisch-katholischer Priester des Bistums Berlin. Er war Hochschullehrer für katholische Dogmatik und ist der erste deutsche Diözesanpriester, der sich der Priestergemeinschaft des Opus Dei anschloss, der er seit der ersten Hälfte der 1970er Jahre angehört.[1] Als Dogmatiker trat er mit Veröffentlichungen zur Mariologie hervor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Stöhr wurde in Berlin als eines von sechs Geschwistern geboren. Er legte sein Abitur am Canisius-Kolleg in Berlin ab. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Freiburg im Breisgau erfolgte 1958 Stöhrs Priesterweihe. Mit einer Arbeit zur Theologie des seligen Raimundus Lullus hatte er sich 1956 promoviert. Am 1. August 1958 wurde er zunächst Kaplan in der Pfarrei Mater Dolorosa in Berlin-Lankwitz[2] und ein Jahr später in der Rosenkranz-Basilika in Berlin-Steglitz. Nach seiner Habilitation 1963 über Die theologische Wissenschaftslehre des Juan de Perlin SJ wurde er Dozent in Freiburg i. Br., dann ab 1966 außerordentlicher Professor für Dogmatische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Bamberg. Als diese 1973 in der Universität Bamberg aufging, wurde Stöhr ordentlicher Professor bzw. Lehrstuhlinhaber für das Fach an der Universität. Seit 1999 ist er emeritiert und wirkt als Subsidiar in der vom Klerus des Opus Dei geführten Kölner Innenstadtpfarrei St. Pantaleon. Johannes Stöhr lebt seither in Köln.[3]

1970 wurde er zum Magister der Raimundus-Lullus-Akademie des Spanischen Forschungsrates ernannt. Auch mit dem Opus Dei kam er Anfang der 1970er Jahre in Bayern in nähere Berührung und wurde von Klaus Becker angeworben, dem ersten deutschen Opus-Dei-Numerarier[4] und späteren Diözesanrichter im Erzbistum Köln[5], den er bei der Würzburger Synode kennen gelernt hatte. Dieser brachte Stöhr in Kontakt mit der von der Organisation geführten Universität Navarra.[1] Stöhr erbat die Mitgliedschaft in der zum Opus Dei gehörenden Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz und wurde in den 1980er Jahren Gastprofessor der ebenfalls Opus-Dei-geführten Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz in Rom sowie seit 1988 der Universität Navarra in Pamplona, außerdem an der Gustav-Siewerth-Akademie in Weilheim-Bierbronnen sowie im Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad. Weiter hielt er etwa einmal monatlich Vorlesungen im Priesterseminar der 1987 errichteten Diözese San Bernardo bei Santiago de Chile, die sich ebenfalls in Händen des Opus Dei befindet. Nach seiner Emeritierung 1999 hatte er eine Professur für Dogmatik und Mittelalterliche Geistesgeschichte an der Gustav-Siewerth-Akademie inne und leitete die dortige Abteilung für Katholische Theologie.

Johannes Stöhr war Mitherausgeber (mit German Rovira) des vom Internationalen Mariologischen Arbeitskreis in Kevelaer (IMAK), einer 1977 errichteten Einrichtung des Opus Dei,[6] herausgegebenen Mariologischen Jahrbuchs. Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen in deutscher und spanischer Sprache, u. a. Artikel in dem von Remigius Bäumer und Leo Scheffczyk herausgegebenen Marienlexikon, im Lexikon für Theologie und Kirche,[7] und in weiteren theologischen und philosophischen Nachschlagewerken und Fachzeitschriften.

Auch nach seiner Emeritierung nimmt Stöhr Stellung zu aktuellen theologischen oder auch universitären Fragestellungen in der Zeitschrift Theologisches, in der er der verantwortliche Redakteur ist.[8] So ist für ihn die Aufnahme von Liedern Martin Luthers oder Huub Oosterhuis’ in das 2013 erschienene Gotteslob „skandalös“.[9]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Theologie des seligen Raimundus Lullus nach seinen Spätschriften, Freiburg im Breisgau 1956
  • Die theologische Wissenschaftslehre des Juan de Perlin SJ (1569–1638), Münster/Westfalen 1967, Verlag Aschendorff
  • Wann werden Sakramente gültig gespendet? Eine Untersuchung zur Frage der erforderlichen Intention des Sakramentenspenders, Aschaffenburg 1980, Pattloch, ISBN 3-557-91173-X
  • Geduldig sein – Warum und wie?, Patrimonium-Verlag, Aachen 2014, ISBN 978-3-86417-025-6.
  • Unsichtbare Mächte und Gewalten – Die Engel Gottes, Patrimonium-Verlag, Aachen 2018, ISBN 978-3-86417-113-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eigendarstellung: Un sacerdote alemán. In: Lucas Francisco Mateo-Seco, Rafael Rodríguez-Ocaña: Sacerdotes en el Opus Dei. Secularidad, vocación y ministerio. Ediciones Universidad de Navarra, Pamplona 1994, ISBN 84-313-1283-1, S. 196–200 (spanisch).
  2. Annelen Hölzner-Bautsch: 100 Jahre Kirche Mater Dolorosa – Geschichte der katholischen Gemeinde in Berlin-Lankwitz – 1912 bis 2012. Herausgeber: Katholische Pfarrgemeinde Mater Dolorosa, Selbstverlag, Berlin (2012), S. 127 (online, abgerufen am 30. August 2019).
  3. theologica, Dogmatische Theologie. Website von Johannes Stöhr, abgerufen am 27. März 2016.
  4. Opus Dei (Hrsg.): Der selige Josemaria Escrivá. In: Informationsblatt Nr. 21 (Mai 2002), Köln 2002, S. 10–13 (online).
  5. Günter Assenmacher: Msgr. Dr. Becker zum Ehrenprälaten ernannt. Erzbischöfliches Offizialat, 27. August 2010, abgerufen am 1. September 2019.
  6. Peter Hertel: Schleichende Übernahme. Das Opus Dei unter Papst Benedikt XVI. Publik-Forum Verlag, Oberursel 2007, ISBN 978-3-88095-161-7, S. 120.
  7. Autorenverzeichnis. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 11. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, S. 677*; von Johannes Stöhr stammen die Artikel Pérez de Ayala, Martín (1504–1560, Bd. 8, Sp. 28f.) und Sain(c)tes, Claude de (1525–1591, Bd. 8, Sp. 1433f.).
  8. Impressum theologisches.net, abgerufen am: 3. Februar 2015.
  9. Johannes Stöhr: Dreamliner – Startschwierigkeiten? Notizen zum Vorabdruck des neuen Gebet- und Gesangbuches. Artikel auf der Website von Johannes Stöhr, 14. Juli 2013, abgerufen am 27. März 2016 (pdf; 530 kB).