Kirchdorf (bei Sulingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchdorf
Kirchdorf (bei Sulingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchdorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 36′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Samtgemeinde: Kirchdorf
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 47,76 km2
Einwohner: 2145 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27245
Vorwahl: 04273
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 021
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 12
27245 Kirchdorf
Webpräsenz: www.kirchdorf.de
Bürgermeister: Holger Könemann (Parteilos)
Lage der Gemeinde Kirchdorf im Landkreis Diepholz
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Kirchdorf ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Kirchdorf (Landkreis Diepholz, Niedersachsen). Sie liegt ungefähr 50 km südlich von Bremen und 10 km südlich von Sulingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchdorf gehörte zum Amt Uchte und war mit diesem zunächst unter der Herrschaft der Grafen von Hoya. Nach deren Aussterben 1582 fiel das Amt an die Landgrafen von Hessen-Kassel, durch den Wiener Kongress 1814 an das Königreich Hannover. 1885 wurde Kirchdorf dem Kreis Sulingen zugeschlagen, der 1932 mit dem Kreis Diepholz zum Landkreis Grafschaft Diepholz vereinigt wurde.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1380 Karcktorpe, 1405 Kerckdorpe, 1520 Karcktorpp, 1530 Karcktorpp und 1628 Kerkdorf.

Nach örtlicher Überlieferung soll der Ort seinen Namen der Kirche verdanken, die eine Gräfin von Hoya habe bauen lassen, nachdem man ihr weitergeholfen hatte, als ihr Reisewagen im Schnee steckengeblieben war. Es heißt, sie habe sich auf dem Wege zu ihrem Mann befunden, der zu der Zeit bei seinem Bruder, dem Bischof von Minden, Kriegsdienste leistete. Es könnte sich um Heinrich II. und seine Gemahlin gehandelt haben.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Kuppendorf und Scharringhausen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat umfasst 13 Mitglieder die der Wählergemeinschaft Kirchdorf angehören. Vorsitzender ist Bürgermeister Holger Könemann. (Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 5. März 2015 ist Holger Könemann ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Kirchdorf. Gemeindedirektor war von 1974 bis 2004 Armin Tiemann.

Bisherige Amtsinhaber:

  • 1974–1991: August Hormann
  • 1991–2006: Günter Sprick
  • 2006–2015: Franz Böckmann
  • seit 2015: Holger Könemann

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen der Gemeinde Kirchdorf zeigt schräggeteilt durch einen goldenen Wellenbalken von Blau und Rot, oben eine goldene Kirche, unten eine goldene Brunnenschale mit sprudelnder Quelle. Der Wellenbalken ist mit drei schräggestellten blauen Pflugscharen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchdorfer Heide
Moorschnuckenherde auf der Kuppendorfer Heide

Im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ belegte Kirchdorf 2008 im Landkreis Diepholz den 2. Platz.

Im Südosten der Gemeinde befindet sich neben der Kuppendorfer Straße eine große zusammenhängende Heidefläche, die Kuppendorfer Heide. Der Fortbestand der Kuppendorfer Heide wird durch eine Moorschnuckenherde gewährleistet, die einen übermäßigen Bewuchs mit Bäumen und Sträuchern verhindert. An den Rändern der Gemeinde befinden sich mehrere Hochmoore.

St. Nikolai-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St. Nikolai-Kirche in Kirchdorf ist Mittelpunkt eines Kirchspiels mit sechs Dörfern: Bahrenborstel, Holzhausen, Kirchdorf, Kuppendorf, Scharringhausen und Woltringhausen.

Sie wurde erbaut in den Jahren 1831 bis 1833 durch Konsistorialbaumeister Hellner. Auf dem Grundriss eines Kreuzes wurde eine klassizistische Kirche errichtet, deren Nüchternheit und Schlichtheit hinweist auf die Mitte des evangelischen Glaubens: Das Wort Gottes. Die Kanzel ist der einzige Einrichtungsgegenstand, der Verzierungen aufweist.

Der Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert und hat seinen schlanken Helm im Jahre 1805 erhalten. Die Kirche ist die räumlich größte im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz. Sie wurde konzipiert für 1200 Personen. 1964 erfolgte eine grundlegende Sanierung, bei der auch der ursprünglich romanische Taufstein restauriert wurde. Die Orgel wurde 1972 durch die Firma Emil Hammer Orgelbau errichtet. Die große Glocke stammt aus dem Jahre 1500, die beiden kleinen Glocken aus den Jahren 1952 und 1953.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchdorf ist Standort einer Grundschule sowie einer Außenstelle in Bahrenborstel. Alle Kinder aus der Samtgemeinde können im Anschluss an die Grundschulzeit die Oberschule Kirchdorf oder das Gymnasium Sulingen besuchen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 189.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien