Sulingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sulingen
Sulingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sulingen hervorgehoben
52.6819444444448.801111111111147Koordinaten: 52° 41′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche: 110,65 km²
Einwohner: 12.568 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27232
Vorwahl: 04271
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 040
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Galtener Straße 12
27232 Sulingen
Webpräsenz: www.sulingen.de
Bürgermeister: Dirk Rauschkolb (parteilos)
Lage der Stadt Sulingen im Landkreis Diepholz
Landkreis Diepholz Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Landkreis Osnabrück Landkreis Nienburg/Weser Bremen Delmenhorst Landkreis Verden Landkreis Vechta Landkreis Oldenburg Landkreis Cloppenburg Stemshorn Lemförde Quernheim Brockum Marl Quernheim Hüde Lembruch Dümmer Diepholz Drebber Barnstorf Wetschen Dickel Rehden Hemsloh Barver Freistatt Wehrbleck Bahrenborstel Varrel Kirchdorf Wagenfeld Barenburg Barenburg Eydelstedt Sulingen Drentwede Scholen Ehrenburg Neuenkirchen Maasen Borstel Siedenburg Mellinghausen Staffhorst Schwaförden Asendorf Affinghausen Sudwalde Süstedt Schwarme Martfeld Bruchhausen-Vilsen Bruchhausen-Vilsen Twistringen Bassum Syke Weyhe StuhrKarte
Über dieses Bild

Sulingen ist eine 50 km südlich von Bremen im Zentrum des Landkreises Diepholz gelegene Einheitsgemeinde mit Stadtrechten.

Geografie[Bearbeiten]

Kernstadt und die Ortschaften von Sulingen

Lage[Bearbeiten]

Sulingen liegt 50 km südlich von Bremen, 35 km östlich von Diepholz und 30 km westlich von Nienburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Sulingen besteht aus den Stadt-/Ortsteilen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden der gesamten Stadt Sulingen sind im Nordwesten und Norden die Samtgemeinde Schwaförden, im Osten die Samtgemeinde Siedenburg und im Süden und Südwesten die Samtgemeinde Kirchdorf.

Flüsse und Bäche[Bearbeiten]

Sulingen wird durchflossen von der Sule, dem Kuhbach, der Kleinen Aue und der Allerbeeke (diese ist z. T. östlicher Grenzfluss zur Samtgemeinde Siedenburg).

Geschichte[Bearbeiten]

Altertum[Bearbeiten]

Aus der älteren Bronzezeit um 2000–800 v. Chr. stammt ein 1899 in Nechtelsen gefundenes Griffzungenschwert. Ein Einbaum, 1952 gefunden in der Sule bei Nordsulingen, stammt aus der Zeit zwischen 400 und 300 v. Chr.

Mittelalter[Bearbeiten]

Am 30. Mai 1029 wurde die Siedlung Sulingen erstmals urkundlich erwähnt. In dieser ersten Urkunde wurde ein burgloser Oberhof des Bistum Minden in Sulingen erwähnt. Der bischöfliche Oberhof fiel erst am Ende des Mittelalters an die Grafschaft Hoya. Um den Oberhof bildete sich im späten 15. Jahrhundert der Flecken Sulingen. Vermutlich weil sich in Sulingen keine Burg befand, war der Ort lange Zeit weder Sitz einer Vogtei noch eines Amtes, sondern gehörte zum Amt Ehrenburg (Niedersachsen), war aber innerhalb dieses Amtes der bedeutendste Ort.

1347 und 1349 wurde Sulingen von der Pest heimgesucht. Es sollen nur 27 Familien überlebt haben.

Sulingen war um 1300 bis 1527 Bezirk des Archidiakonats. Die Archidiakone (ab 1381 die Mindener Dompröpste) übten die kirchlichen Gerichtsbarkeit aus. Mit der Reformation wurde das Bistum Minden mit dem Diözenanteil Sulingen durch den Mindener Fürstbischof Hermann von Schaumburg evangelisch-lutherisch. Nun war ein evangelischer Superintendent für Sulingen zuständig.

Neuzeit[Bearbeiten]

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die erste Schule in Sulingen gebaut. Schwarze Pest, Plünderungen, Brandschatzungen und Einquartierungen prägten die Zeit im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648).

An Anfang des 18. Jahrhunderts brannte die Superintendentur, das Kantorhaus, der Ratskeller und das Haus von J. Dencker ab. 1719 führte ein weiterer Großbrand zur fast vollständigen Zerstörung des Ortes. Mit dem Wiederaufbau wurde der Ingenieur-Leutnant Eden beauftragt, der die Stadtpläne vor und nach dem Brand zeichnete. Im 18. Jahrhundert hatte der Ort fünf Sensenschmieden und neue Gilden bildeten sich. 1779 entstand die Kornbrennerei Lüning. 1791 erhielt Chr. Friedrich Lüning die Posthalterei-Urkunde für die Route Hannover-Nienburg-Sulingen-Diepholz-Osnabrück. In der Relaisstation mussten mindestens 16 Pferde unterhalten werden. Als Rittergut wurde Lünings Besitz nach dem Erwerb des gegenüberliegende Gutes bezeichnet. Am 3. Juni 1803 wurde die Konvention von Sulingen paraphiert, deren Ratifikation anschließend von Napoleon verweigert wurde, so dass die Kapitulation Kurhannovers erst durch die Konvention von Artlenburg am 5. Juli 1803 vollzogen wurde.

1852 wurde das königlich hannoversche Amt Sulingen mit Amtsgericht gebildet. Nach der Annexion des Königreich Hannover durch Preußen 1866, entstand 1885 aus dem Amt der Kreis Sulingen. Die erste Sparkasse eröffnet und zwei Bürgerparks wurden angelegt. Sulingen erhielt eine Telegrafenstation, das erste Krankenhaus und das Elektrizitätswerk an der Südstraße. Die Volkshochschule am Mühlenhof und eine gewerbliche Berufsschule wurden gebaut.

Seit 1900[Bearbeiten]

Aus Anlass des Baues der Umgehungsstraße ausgebaggert: der Stadtsee

Die Bahnstrecke Rahden-Sulingen wurde am 29. September 1900 eröffnet. 1901 folgte die Strecke Sulingen-Bassum mit Anbindung nach Bremen. Der Ort entwickelte sich zum außen gelegenen Bahnhof. 1904 kamen die „Sulinger Nachrichten“ heraus. 1911 war der Beginn der elektrischen Straßenbeleuchtung. Seit 1925 gab es in Sulingen eine Mittelschule. 1927 fand die Inbetriebnahme des Kreiskrankenhauses an der Schmelingstraße mit 42 Betten statt.

Durch die Zusammenlegung mit dem damaligen Kreis Grafschaft Diepholz musste Sulingen 1932 den Kreissitz für den Kreis Sulingen an Diepholz abgeben.

1929 – 900 Jahre nach der ersten Erwähnung – erhielt Sulingen das Stadtrecht. Von 1923 bis 1997 war Sulingen durch eine weitere Eisenbahnstrecke, die von Nienburg nach Diepholz führte, ein Eisenbahnkreuzungspunkt. 1994 verließ der letzte Personenzug Sulingen.

1990 wurde im Zuge des Baues der Umgehungsstraße, die den Verkehr der Bundesstraßen 61 und 214 vom bebauten Stadtgebiet fernhält, der Stadtsee ausgebaggert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Groß Lessen, Klein Lessen, Lindern, Nordsulingen und Rathlosen eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen Ende der 1980er-Jahre und 2000 ist die Einwohnerzahl um fast 2000 Personen gestiegen. Bevölkerungsentwicklung von 1987 bis 2007 als Balkendiagramm

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die 27 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 29. November 2013 ist Dirk Rauschkolb Bürgermeister der Stadt Sulingen. Er gewann die Bürgermeisterwahl am 6. Oktober 2013 mit 58,1 % gegen seinen Mitbewerber. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,9 %.

Bisherige Amtsinhaber der Stadt
  • ~1852: Windels
  • 2001–2013: Harald Knoop (parteilos)
  • seit 2013: Dirk Rauschkolb (parteilos)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Sulingen

Das heutige Wappen geht auf das Wappensiegel Sulingens von 1581 zurück, in dem eine aufwärts gerichtete Bärentatze und ein lateinisches „S“ nebeneinander stehen. Das Wappen trägt eine Mauerkrone. Das heutige Wappen unterscheidet sich von dem früheren nur dadurch, dass es heraldisch berichtigt worden und in seiner Zusammensetzung genau festgelegt ist.

Die genaue Bedeutung des Wappens ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass das von der Stadt Sulingen geführte Wappen mit der heraldisch nach außen gerichteten Bärentatze und dem Buchstaben „S“ nur ein Ortswappen ist, dass die ehemalige Zuständigkeit der Grafen von Hoya anzeigt, die in ihrem Wappen zwei in sich abgewandte Bärenklauen führen.

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Sullogo

Das Logo der Stadt Sulingen besteht aus einem gelben und einem roten Halbkreis. Im gelben Halbkreis ist die auswärtsgerichtete Bärenklaue des Stadtwappens abgebildet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sulingen unterhält Partnerschaften mit dem dänischen Galten (seit 1986) und dem litauischen Joniškis (seit 2000).

St.-Nikolai-Kirche
Lüningsche Wassermühle
Wassermühle am Meierdamm
Windmühle Labbus
Museum am Stadtsee
Fachwerkhaus am Meierdamm

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Ev. Kirche St. Nikolai, gotische Hallenkirche mit Backsteinfassade aus dem 13. Jahrhundert, 1875 neugotisch umgestaltet.
  • Die „Alte Bürgermeisterei“ an der sog. „Kirchenkreuzung“ ist eines der ältesten Fachwerkhäuser in Sulingen. Seit 2004 ist das sorgfältig renovierte Gebäude Sitz der Tourismus-Information, für das Büro des Kulturvereins und Ort für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen (Musik, Kleinkunst), für Versammlungen, Tagungen und standesamtliche Trauungen.
  • Im Sulinger Stadtgebiet befinden sich zwei Wassermühlen. Die Mühle am Meierdamm neben dem Göpelhaus wurde 1682 als Teil des Meierhofes erbaut. Ebenfalls im 17. Jahrhundert wurde Lünings Gutsmühle gebaut. Sie wurde im Jahr 2000 sorgfältig restauriert. Es gab bis in die 1950er Jahre auch eine dritte Wassermühle außerhalb Sulingens, aber von ihr ist nichts mehr, bis auf das Anwesen des ehemaligen Müllers, erhalten.
  • Etwas außerhalb des Stadtkerns, in Labbus, befindet sich eine 1851 erbaute restaurierte Holländerwindmühle. Die Mühlentechnik ist komplett vorhanden und war bis 1987 noch kommerziell in Betrieb. Die Mühle steht seit 2010 unter anderem für standesamtliche Trauungen zur Verfügung. Das ehemalige Sacklager ist zum Mühlen-Kaffee umgebaut worden.

Museen[Bearbeiten]

Das Museum am Stadtsee liegt nördlich des Landschafts- und Erholungssees „Stadtsee“ und südwestlich des Sulinger Ortskerns an der Ecke Kurze Heide/Bachholzer Riede. Träger des Museums ist der Heimatverein Sulingen. Präsentiert wird eine Dauerausstellung von einer Küche, einem Schlafzimmer aus dem Jahr 1924, einer Stube, einer Setzerei mit Druckerei sowie einer Schuhmacherwerkstatt. Hinzu kommen wechselnde Ausstellungen mit Schwerpunktthemen.

Stadtarchiv[Bearbeiten]

Das Stadtarchiv ist das Verwaltungsarchiv der Stadt Sulingen. Es ist quasi das „Gedächtnis“, in dem die historischen Akten (das Archivgut) der Stadt Sulingen sachgerecht archiviert – gesammelt, sortiert und geordnet – und zur Einsicht für Nutzer vorgehalten werden. So stehen im Stadtarchiv Akten, Karten, Urkunden, Nachlässe und alte Ausgaben der regionalen Zeitungen für forschende Schüler, Studenten, Wissenschaftler und Autoren zur Einsicht zur Verfügung. Untergebracht sind diese Unikate – dieses Kulturgut – im Bürgerhaus, Lange Str. 67.[3][4]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Der Jüdische Friedhof in Sulingen ist ein Kulturdenkmal. Er ist einer von acht gut erhaltenen jüdischen Friedhöfen im Landkreis Diepholz. Auf dem Friedhof an der Memelstraße befinden sich 30 Grabsteine aus den Jahren 1844 bis 1934 für jüdische Verstorbene.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Verstreut stehen sehr unterschiedlicher Skulpturen und Objekte von Künstlern aus der Region:

  • Theatermasken aus Terrakotta von Heidrun Kohnert im/am Stadttheater an der Schmelingstraße (1992)
  • Stahl-Plastik Mensch von Werner Sünkenberg im Sportpark an der Werner-Kling-Straße (1992)
  • Skulptur Millstone von Thomas Schönauer vor der Volksbank Sulingen (2006)
Froschbrunnen Sulingen
    • Mahnende Hände, ein Mahnmal gegen den Krieg aus Naturstein im Mühlenhofpark (1964)
    • Leben und Kräfte, Metallskulptur auf dem Gelände der Lebenshilfe-Werkstätten in Nordsulingen (1985)
    • Ortschaftbrunnen aus Edelstahl und Naturstein am Rathaus (1988)
    • Der Sensenschmied aus Bronze in der Sulinger Innenstadt (1991)
    • Der Zeitungsleser, Brunnen aus Bronze beim Kreiszeitungsgebäude in der Lindenstraße (1993)
    • Froschbrunnen aus Bronze in der Lange Straße (1995)
    • Europa und die neun Musen aus Bronze auf dem Gelände des Gymnasiums/Stadttheaters an der Schmelingstraße (2000)
    • Brunnen aus Beton und Naturstein im Ortsteil Nechtelsen auf dem Gelände der Wasserversorgung Sulinger Land (1982)

Filmschaffende vor Ort[Bearbeiten]

Die Filmemoker (Filmemacher) sind eine Gruppe von Hobby-Filmemachern aus Sulingen, die seit 1996 neben ihren eigentlichen Berufen bisher drei Science-Fiction-Filme auf Plattdeutsch produziert haben. Die Filme sind Parodien auf die Fernsehserie Star Trek. Im Mittelpunkt steht dabei jeweils der Apparatspott – eigentlich auf plattdeutsch ein Einmachtopf, hier aber Symbol für das Raumschiff.

Unter der Regie von Martin Hermann arbeiten die Filmemoker seit 1996 zusammen. Während das Team beim ersten Apparatspott-Film aus nur zwei Personen bestand, gehörten beim zweiten Film bereits sechs Personen zum „Stab“. Das Produktionsteam bestand aus Martin Hermann, Dieter Köper, Ralf Vielhauer, Karlheinz Hespos, Karsten Witte und Detlef Klußmann. Dabei zeichnete Martin Hermann für Regie, Musik, Kamera und Schnitt verantwortlich, um Drehbuch und Produktion hat sich das gesamte Team gekümmert.

Kino[Bearbeiten]

Kino im Ortskern („Filmpalast Sulingen“) mit drei Sälen.

Musik[Bearbeiten]

  • ResoFest Sulingen, Deutschlands größtes Festival zu resophonischen Instrumenten, insbesondere zur Resonatorgitarre, findet seit 1999 jährlich mit internationaler Beteiligung statt.
  • Seit 2011 findet jährlich das Reload Festival in Sulingen statt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Der „Bullenschluck“ ist ein 43-%iger Halbbitter
  • Der „Ützentrunk“ ein ähnliches Getränk
  • Der „Sulinger Bitter-Wurzen“ ein Magenbitter

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber ist der Schuhproduzent Lloyd mit rund 550 Mitarbeitern.

Eine große Anzahl der ortsansässigen Unternehmen hat sich in dem Verein Initiative Sulingen zusammengeschlossen, um gezielt Projekte und Werbemaßnahmen zu koordinieren.

Regelmäßig findet in Sulingen die Messe Informa Sulingen statt. Mehr als 130 Aussteller aus der Region präsentieren sich auf ca. 14.500 m² Innen- und Außenfläche im Jahr 2010 bereits zum 10. Mal. Besucht wird die Messe von ca. 20.000 Besuchern an insgesamt drei Messetagen.[5]

Für die umfangreichen Initiativen wurde Sulingen im November 1997 in Saarbrücken mit dem Deutschen Solarpreis von EUROSOLAR ausgezeichnet.

Medien[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Seit der Freigabe der Ortsumgehungen in den Jahren 1991 und 1993 verläuft die B 214 südlich vom Ortskern Sulingen und verbindet die westlich gelegene Kreisstadt Diepholz mit dem östlich gelegenen Nienburg(Weser). Die B 61 schafft ebenfalls als Ortsumgehung Verbindung zum Norden nach Bremen und zum Süden nach Minden.

Bus[Bearbeiten]

Es gibt einzelne Busverbindungen nach Diepholz, Rahden, Nienburg, Bassum.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Heute[Bearbeiten]

Heute besteht ein Gleisanschluss an die von Schwefel- und Erdöltankzügen der Exxon Mobil befahrene Strecke von Diepholz über Sulingen, wo die Richtung gewechselt werden muss, nach Barenburg. Geplant ist die von Diepholz aus Richtung Südwesten nach Sulingen führenden Streckenzweig über eine Verbindungskurve (Südschleife) mit dem nach Süden zur Firma Exxon-Mobil in Barenburg verlaufenden Gleisen zu verbinden. Das umfangreiche, ehemalige Bahnhofs- und Gleisgelände soll bebaut werden. Über den Bau der so genannten Südschleife ist bislang noch nicht entschieden. Mittlerweile empfiehlt ein vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt den Erhalt der Trasse als Ausweichstrecke für den Güterverkehr aus den Seehäfen. Andererseits werden die Chancen hierfür als eher niedrig angesehen [6]

Geschichte des Sulinger Kreuzes[Bearbeiten]
Stellwerk Sf in Sulingen

Sulingen wurde früher aus vier Richtungen erreicht. Durch das Sulinger Kreuz führte von Norden nach Süden die durchgehende Eisenbahnverbindung von Bremen nach Bielefeld. Auf dieser Strecke verkehrten durchgehende Heckeneilzüge von Cuxhaven, Bremerhaven oder Wilhelmshaven nach Frankfurt am Main, Paderborn oder Hamm. Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Bassum – Rahden wurde 1994 eingestellt; des Güterverkehrs folgte 1997. Daneben lag Sulingen an der von Westen nach Osten verlaufenden Eisenbahnstrecke Diepholz – Nienburg. Hier wurde der Personenverkehr 1966 auf dem westlichen und 1969 auf dem östlichen Abschnitt eingestellt und der Güterverkehr nach Nienburg 1997.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

  • Rathaus
  • Bürgerhaus mit Stadtarchiv
  • Amtsgericht Sulingen
  • Polizeikommissariat Sulingen
  • Agentur für Arbeit
  • Freiwillige Feuerwehr Sulingen sowie die Ortsfeuerwehren Groß Lessen, Klein Lessen, Lindern, Nordsulingen, Sulingen und Rathlosen
  • Technisches Hilfswerk

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Sulingen
  • Oberschule Sulingen (ab Sommer 2012) mit
    • Hauptschule (Edenschule) mit der Förderschule
    • Realschule (Carl-Prüter-Schule)
  • Gymnasium Sulingen
  • Lindenschule Sulingen
  • Berufsbildungszentrum Sulingen (Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup)

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

  • mehrere Kindergärten bzw. Kinderheime
  • Deutsches Rotes Kreuz, Ortsvereine Sulingen, Groß Lessen, Klein Lessen, Stadt
  • das Jugendzentrum Sulingen, Galtener Straße
  • die Altenhilfe der Diakonie Freistatt
  • das Senioren-Landhaus Barrien/Sulingen
  • Das Seniorenhaus am Park ist eine Seniorenpension und ein Pflegeheim.
  • Das Haus am Suletal ist ein diakonisches Seniorenheim.

Gesundheit[Bearbeiten]

Sulingen ist Krankenhausstandort. Die Klinik gehört zum St.-Ansgar-Klinikverbund. Als Unfallklinik erhielt sie einen Hubschrauberlandeplatz.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit den Pfarrämtern Nord, Ost und Süd in Barenburg
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
  • Katholische Pfarrgemeinde St. Marien
  • Jehovas Zeugen, Versammlung Sulingen
  • Neuapostolische Kirche

Sport[Bearbeiten]

Anlagen
  • Städtischer Sportpark
  • Sportplätze in Groß Lessen, Nordsulingen und Rathlosen
  • Tennisplätze im Bürgerpark
  • Sport- und Gymnastikhallen: Amselweg, Am Deepenpool, Schmelingstraße, Edensporthalle, Am Mühlenhof und in Groß Lessen
  • Schießanlage in der Stadt und an der Breslauer Straße
Vereine
  • Schützenverein von 1848
  • DRK Bereitschaft Sulingen, Fachdienst Wasserwacht
  • ASV Sulingen Angelverein
  • Motor-Sport-Gemeinschaft Sulinger Land e. V. im ADAC

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Rudolf Eickhoff (1902–1983), Politiker (DP, CDU), Bürgermeister von Sulingen
  • Erich Plenge (1910–1999), Autor und Zeitungsverleger
  • Robert Enders (1928–2003), Kunsterzieher und Künstler, dessen lebensgroße Skulpturen vor allem das Sulinger Stadtbild bereichern
  • Liesel Westermann (* 1944), Sportlerin, Olympiateilnehmerin (Silber) und ehemalige Weltrekordlerin im Diskuswerfen
  • Walter Momper (* 1945), Politiker (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin
  • Gerd Nagel (* 1957), ehemaliger deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer
  • Ronald-Mike Neumeyer (* 1961), Politiker (CDU)
  • Michael Schulz (* 1961), ehemaliger Fußball-Nationalspieler
  • Fritz Fenne (* 1973), deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher
  • Mely Kiyak (* 1976), deutsche Schriftstellerin und Journalistin
  • Jan Rosenthal (* 1986), Fußballspieler
  • Özkan Yıldırım (* 1993), deutsch-türkischer Fußballspieler

Personen, die in dieser Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Plenge (Hrsg.): Chronik von Stadt und Land Sulingen. (Band 1–4), Sulingen 1979/1982/1984/1985, jeweils 240–256 S.
  • Eva Kurth, Hilmar Kurth: Juden in Sulingen 1753–1983. Sulingen 1986, 84 S. m. zahlr. Abb.
  • Sulingen. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen/Niedersachsen. München/Berlin 1992, S. 1265 f.
  • Helmuth Wiese: Das Sulinger Relief. (Geschichte der Häuser, die auf einem Wandrelief in der Kassenhalle der Sparkasse Sulingen dargestellt sind; Hrsg.: Kreissparkasse Diepholz), Sulingen 1987, 31 S. m. 15 Abb.
  • Harald Focke, Roderich Heldt: Sulingen in den Fünfzigern. Ein Bildspaziergang. Bassum 1997.
  • Wilfried Gerke: Von Damen und Dienstmädchen. Frauenschicksale aus fünf Jahrhunderten zwischen Diepholz und Sulingen. Diepholz 2001, 164 S. m. Abb.; ISBN 3-89728-046-9.
  • Andrea Baumert, Nancy Kratochwill-Gertich: Sulingen. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2 (1668 S.), Göttingen 2005, Seite 1456–1463.
  • Matthias Wendland: Sulingen Geschichte und Geschichten. Sulingen 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 189.
  3. Stadtarchiv Sulingen auf der Website der Stadt Sulingen
  4. Stadtarchiv Sulingen im ANKA-Handbuch
  5. „Informa Sulingen“
  6. Aktuelle Meldungen bei eisenbahnkultur.de