Ehrenburg (Niedersachsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ehrenburg
Ehrenburg (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ehrenburg hervorgehoben

Koordinaten: 52° 45′ N, 8° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Samtgemeinde: Schwaförden
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 48,97 km2
Einwohner: 1507 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27248
Vorwahl: 04275
Kfz-Kennzeichen: DH, SY
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 015
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststr. 157
27252 Schwaförden
Bürgermeister: Hans-Jürgen Schumacher (WUL)
Lage der Gemeinde Ehrenburg im Landkreis Diepholz
Landkreis DiepholzNiedersachsenNordrhein-WestfalenNordrhein-WestfalenLandkreis OsnabrückLandkreis Nienburg/WeserBremenDelmenhorstLandkreis VerdenLandkreis VechtaLandkreis OldenburgLandkreis CloppenburgStemshornLemfördeQuernheimBrockumMarlQuernheimHüdeLembruchDümmerDiepholzDrebberBarnstorfWetschenDickelRehdenHemslohBarverFreistattWehrbleckBahrenborstelVarrelKirchdorfWagenfeldBarenburgBarenburgEydelstedtSulingenDrentwedeScholenEhrenburgNeuenkirchenMaasenBorstelSiedenburgMellinghausenStaffhorstSchwafördenAsendorfAffinghausenSudwaldeSchwarmeMartfeldBruchhausen-VilsenTwistringenBassumSykeWeyheStuhrKarte
Über dieses Bild

Ehrenburg (Plattdeutsch: Ehrenborg) ist eine Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Schwaförden an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schwaförden hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenburg liegt südlich vom Naturpark Wildeshauser Geest ungefähr in der Mitte zwischen Bremen und Osnabrück. Der Bruchwald bei Ehrenburg liegt in der Nähe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalförden, Schweringhausen, Stocksdorf und Wesenstedt sind Ortsteile der Gemeinde Ehrenburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt
Twistringen
Gemeinde
Neuenkirchen
Gemeinde
Drentwede
Nachbargemeinden Gemeinde
Scholen
Gemeinde
Eydelstedt
Stadt
Sulingen

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Ehrenburg 8,5°–9,0 °C, und es fallen rund 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Amtssiegel aus dem 18. Jahrhundert zeigt zwei Bärentatzen (symbolisiert die Zugehörigkeit zur Grafschaft Hoya) und die drei Türme der Ehrenburg.

Das Wappen stammt aus der Neuzeit und wurde erst 1985 genehmigt. Die Waage im unteren Teil symbolisiert das bis 1859 ansässige Gericht. Im oberen Teil wird die Festung (Burg) aus einem Amtssiegel stilisiert.

Gericht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1447 wird das Gericht Ehrenburg erwähnt. Die Grafen von Hoya oder ihre Beamten sprachen hier Recht. 1859 wurde das Gericht aufgelöst und kam nach Sulingen. Der Amtsbezirk Ehrenburg umfasste bis dahin die Orte Twistringen, Heiligenloh, Neuenkirchen, Schmalförden, Scholen, Schwaförden, Sulingen, Varrel und Barenburg.

Die Ehrenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merianstich von 1654

Der Ort wurde nach der im Wald verschütteten Ehrenburg benannt.
Sie ist 1346 von den Grafen von Hoya gegen die Mindener Bischöfe befestigt worden.[2] 1427 wird sie erstmals erwähnt. Anlässlich einer Verpfändung von 1507 wird die Burg als Amtssitz bezeichnet. Zwischen 1512 und 1526 war die Burg durch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg besetzt. Während der von 1519 bis 1523 dauernden Hildesheimer Stiftsfehde wurde sie zerstört. Ab 1546 erfolgte der Wiederaufbau als starke Grenzbefestigung gegen das Niederstift Münster. Mit der Burg konnte die Straße Nienburg-Vechta kontrolliert werden. Im Dreißigjährigen Krieg soll sie von kaiserlichen Truppen zerstört worden sein und war nach dem Krieg ruinös. Nach dem Krieg wurden die Befestigungen nicht mehr erneuert, die Reste der Gebäude wurde in neue Fachwerkbauten des Amtssitzes einbezogen. Der Merianstich von 1654 zeigt den damaligen Zustand. Die Burg verfiel dennoch in der Folgezeit, der Umzug des Amtssitzes von 1740 in ein neues, kurfürstlich hannoversches Amtshaus auf dem Gelände der 500 m westlich gelegenen Domäne bedeutete ihr Ende.

Die Burg besaß einen ungefähr quadratischen Grundriss von ca. 50 m Seitenlänge. Die Wallreste sind heute noch teilweise zwei Meter hoch erhalten. Auf dem Burghügel sind nur noch geringe Spuren von Fundamenten aus Bruchsteinen und Ziegeln vorhanden.

Zu dem vergleichsweise großen Amt gehörte Sulingen als sein bedeutendster Ort. 1828 wurde das Amt Barenburg an Ehrenburg angeschlossen. Das hannoversche Amt Ehrenburg wurde 1852 vom neu gebildeten Amt Sulingen übernommen. Das Amtshaus in Ehrenburg ist später verschwunden, die ehemalige Burg heute nur noch anhand des Burghügels lokalisierbar.[3]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Schweringhausen, Stocksdorf und Wesenstedt in die Gemeinde Schmalförden eingegliedert. Am 27. April 1976 wurde diese Gemeinde amtlich in Ehrenburg umbenannt.[4]

Evangelische Kirche in Schmalförden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Ehrenburg (Niedersachsen) sind zwölf Baudenkmale aufgeführt.

Deutung des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1427 Ernborg, 1470 Erenborch, 1512 Der Ernnborg, 1520 und 1583 Erenburg(k). Damit geht der Ortsname auf eine Burg zurück. Angesichts des mittelalterlich-ritterlichen Ehrenkodex liegt es nahe, im ersten Namensbestandteil des mittelniederdeutsche „ere“ für „Ehre“ zu sehen. Eine weitere Deutung knüpft an das mittelniederdeutsche „eren“ von „Erz“, „ehern“ an, so dass es eherne Burg heißen könnte.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Ehrenburg setzt sich aus elf Abgeordneten zusammen.

CDU SPD WUL WGE Grüne Gesamt
2016 4 2 3 2 0 11 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Hans-Jürgen Schumacher wurde am 3. Februar 2004 gewählt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich der Gemeinde verläuft in etwa fünf Kilometer Entfernung die Bundesstraße 61, die von Bassum nach Minden führt.
Westlich der Gemeinde verläuft außerdem in etwa 8 km Entfernung die Bundesstraße 51, die von Twistringen nach Bremen sowie nach Osnabrück führt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Zeiller: Ehrenburg. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Ducatus Brunswick et Lüneburg (= Topographia Germaniae. Band 15). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654, S. 76–77 (Volltext [Wikisource]).
  • Hans Gerke: Ehrenburg. Ein Heimatbuch für die Gemeinden Anstedt, Cantrup, Neuenkirchen, Rathlosen, Schmalförden, Scholen, Schweringhausen, Stocksdorf und Wesenstedt. Sulingen 1972.
  • Heimatverein Kirchspiel Schmalförden: Kirchspiel Schmalförden. 1239–1989. Ein Heimatbuch. Sulingen 1989.
  • Heimatverein Kirchspiel Schmalförden: Kirchspiel Schmalförden. Höfe – Familien – Fluren. Heimatbuch 2. Sulingen 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ehrenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Matthäus Merian in seiner Topographia Germaniae
  3. Ehrenburg – verschwundene Burg (Memento des Originals vom 14. September 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burgeninventar.de.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 189 f.
  5. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 3. Dezember 2016; abgerufen am 4. August 2019.