Weyhe

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Weyhe in Niedersachsen; zu anderen Bedeutungen siehe Weyhe (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weyhe
Weyhe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weyhe hervorgehoben
Koordinaten: 52° 59′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 60,25 km²
Einwohner: 30.291 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 503 Einwohner je km²
Postleitzahl: 28844
Vorwahlen: 04203, 0421, 04294
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 047
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
28844 Weyhe
Webpräsenz: weyhe.de
Bürgermeister: Andreas Bovenschulte (SPD)
Lage der Gemeinde Weyhe im Landkreis Diepholz
Landkreis Diepholz Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Landkreis Osnabrück Landkreis Nienburg/Weser Bremen Delmenhorst Landkreis Verden Landkreis Vechta Landkreis Oldenburg Landkreis Cloppenburg Stemshorn Lemförde Quernheim Brockum Marl Quernheim Hüde Lembruch Dümmer Diepholz Drebber Barnstorf Wetschen Dickel Rehden Hemsloh Barver Freistatt Wehrbleck Bahrenborstel Varrel Kirchdorf Wagenfeld Barenburg Barenburg Eydelstedt Sulingen Drentwede Scholen Ehrenburg Neuenkirchen Maasen Borstel Siedenburg Mellinghausen Staffhorst Schwaförden Asendorf Affinghausen Sudwalde Süstedt Schwarme Martfeld Bruchhausen-Vilsen Bruchhausen-Vilsen Twistringen Bassum Syke Weyhe StuhrKarte
Über dieses Bild

Weyhe ist eine selbständige Gemeinde im Norden des Landkreises Diepholz im Land Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyhe schließt direkt an die südliche Grenze der Stadt Bremen an. Im Westen grenzt Weyhe an die Gemeinde Stuhr, welche im Landkreis Diepholz als einzige eine größere Bevölkerungszahl als Weyhe hat. Östliche Nachbarn sind die Stadt Achim und die Samtgemeinde Thedinghausen, im Süden grenzt Weyhe an die Stadt Syke.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Kirchweyhe entfließt die Ochtum dem Kirchweyher See, der von der Hache und dem Süstedter Bach gespeist wird. Die Ochtum fließt in Richtung Nordwesten in das Bundesland Bremen und bildet dabei teils die Grenze zwischen Niedersachsen und Bremen. Schlussendlich mündet die Ochtum zwischen Lemwerder-Altenesch und Bremen-Seehausen in die Weser.

Durch den Ortsteil Sudweyhe fließt ungefähr parallel zur Hache die Sudweyher Beeke, welche in den Süstedter Bach mündet.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Weyhe 8,5 – 9,0 °C und es fallen etwa 700 mm Niederschlag im Jahr. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen gerechnet werden.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flächennutzung der Gemeinde Weyhe [2] ist landwirtschaftlich geprägt, im Jahr 2005 wurden 65,8 % der Gemeindefläche als Landwirtschaftsfläche ausgewiesen. Betrachtet man die Ergebnisse der Erhebungen der Flächeninanspruchnahme im Zeitraum 1981 bis 2005, so ist allerdings eine deutliche Verschiebung von Landwirtschaftsfläche zu Gunsten anderer Nutzungsarten festzustellen. Gegenüber 1981 wurde die Landwirtschaftsfläche von 4458 ha auf 3966 ha verringert, was eine Abnahme von 11,1 % darstellt. Die Flächeninanspruchnahme für Gebäude- und Freifläche hat um 249 ha (+36,4 %) zugenommen, die Erholungsfläche hat um 49 ha (+144 %) zugenommen und sich somit mehr als verdoppelt. Die Verkehrsfläche hat um 59 ha (+ 16 %) zugenommen.

Flächennutzung der Gemeinde Weyhe
Tabelle II: Flächennutzung 1981–2005
Nutzung 1981 1989 1997 2005
Katasterfläche (ha)
Insgesamt 6022 6024 6025 6025
Gebäude- und Freifläche 766 875 961 1045
Betriebsfläche 61 23 35 24
Erholungsfläche 34 44 54 83
Verkehrsfläche 371 389 414 430
Landwirtschaftsfläche 4458 4327 4168 3966
Waldfläche 134 141 160 225
Wasserfläche 167 186 197 209
Andere Nutzung 31 39 35 43

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Weyhe tauchte schon um 860 auf.[3], [4] Grund war ein Bericht über die Wunderheilungen am Grab Willehads. Erzählt wird von einem Mädchen aus „Wege“ (Kirch- oder Sudweyhe), das seit langem keine Kraft mehr in ihrem Körper hatte. Als sie schwer erkrankte und an das Grab des heiligen Bischofs geführt wurde, habe sie ihre Kräfte und ihre Gesundheit zurückerhalten.

Weÿe Adel Sitz in der Grafschaft Hoya, 1654

Etwa 400 Jahre später ist in der sogenannten Weserbrückenliste von „zwei Dörfern“ die Rede. Man kann ziemlich genau sagen, dass es sich um Kirchweyhe und Sudweyhe handelte. Kirchweyhe und Sudweyhe sind bald darauf in anderen historischen Quellen als „Kerckwege“ (1277) und „Suthweige“ (um 1300) zu finden.

In der Westhälfte der heutigen Gemeinde Weyhe erstreckten sich die Ortsteile Angelse, Erichshof, Hagen, Hörden und Melchiorshausen, die der damaligen Gemeinde Leeste angehörten. Früheste schriftliche Hinweise stammen aus der Zeit um 1185. Erwähnt wird dabei unter anderem der Verwalter des erzbischöflich-bremischen Meierhofes in „Leste“ (Leeste).

Um 1800 fand ein reger Warenaustausch zwischen Bremen und Weyhe statt. Nicht nur landwirtschaftliche Produkte, sondern auch gewerbliche Erzeugnisse wurden in der Weserstadt getauscht oder zum Verkauf geboten.

1873 eröffnete die über Kirchweyhe führende Eisenbahnstrecke BremenOsnabrück. In der Folge entstand in Kirchweyhe ein sechs Kilometer langer, südwärts bis zum benachbarten Weiler Barrien reichender Rangierbahnhof mit wenigen Gleisen. Fachkräfte zogen mit ihren Familien nach Kirchweyhe und sorgten für einen rapiden Bevölkerungsanstieg. Noch um 1925 ernährte die Eisenbahn rund zwei Drittel aller Einwohner in Kirchweyhe, außerdem viele Familien aus den damaligen Nachbargemeinden. Der Rangierbahnhof ist nach seiner Stilllegung 1968 verkleinert worden [5], Reste des Nordschuppens werden von einer Firma genutzt.

Zeitleiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaften der heutigen Gemeinde Weyhe in der Kurhannoverschen Landesaufnahme vom 1773
  • Um 860: Erste bis heute bekannte schriftliche Erwähnung Weyhes („Wege“).
  • 1158: Kaiser Friedrich I. gestattet die Besiedelung des bis dahin unbebauten Bruchlandes in Kirchweyhe und/oder Sudweyhe und Dreye.
  • 1167: Während eines Adelsaufstands gegen Heinrich den Löwen erobern Widersacher des Welfenherzogs das „Castrum Wege“ (die Burg Weyhe).
  • Um 1185: Ältester schriftlicher Hinweis auf die Existenz des Ortsteils Leeste.
  • Um 1250: Errichtung der Felicianus-Kirche im Ortsteil Kirchweyhe.
  • 1582: Kirchweyhe, Sudweyhe und Leeste geraten nach dem Aussterben der Hoyaer Grafen unter welfische Herrschaft.
  • 1790: Die „Kolonie Erichshof“ entsteht auf den Betriebsflächen des im 16. Jahrhundert gegründeten Vorwerks Erichshof. Sie ist Teil des lutherischen Kirchspiels Leeste.
  • 1794: Gründung der evangelisch-lutherischen Superintendantur, die bis 1934 bestehen blieb.
  • 1824: Der Bau einer „Ziegelbrennerey“ in Sudweyhe wird genehmigt. Ein traditioneller Weyher Gewerbezweig beginnt sich zu entwickeln. Bis 1896 entstehen in den Marschen von Ahausen, Leeste, Sudweyhe und Dreye vier weitere Betriebe.
  • 1826: Im Weserdorf und Zollort Dreye gründet der Bremer Fabrikant G. F. Sengstake eine Seifensiederei – Pionier der Industrialisierung in diesem Ortsteil, der größten Gewerbeansiedlung in Weyhe bis heute.
  • 1873: Fertigstellung der Bahnstrecke Bremen–Osnabrück, in der Folge Errichtung des Rangierbahnhofes.
  • 1928: Die „Kolonie Erichshof“ wird mit der Gemeinde Leeste vereinigt.
  • 1945: Die Endkämpfe um Bremen führen zu zahllosen schweren Zerstörungen im Gebiet der heutigen Gemeinde Weyhe.
  • 1992: Weyhe erhält den Status „selbstständige Gemeinde“.
  • 2000: Die Einwohnerzahl erreicht 30.000.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Weyhe durch den Zusammenschluss der Gemeinden Kirchweyhe, Leeste und Sudweyhe neu gebildet.[6] Die Gesamtfläche der neuen Gemeinde beträgt 6025 Hektar. Zur Gemeinde Kirchweyhe gehörten die Ortsteile Kirchweyhe, Lahausen und Dreye, zur Gemeinde Sudweyhe die Ortsteile Sudweyhe, Jeebel und Ahausen. Ebenso selbständig war zum Zeitpunkt die Gemeinde Leeste mit den Ortsteilen Leeste, Erichshof, Hörden, Angelse, Hagen und Melchiorshausen.

Tabelle I: Einwohnerverteilung
Ortsteil Einwohnerzahl *)
Kirchweyhe 9.317
Leeste 8.713
Lahausen 4.046
Sudweyhe 3.071
Erichshof 2.428
Melchiorshausen 1.889
Dreye 1.205
Jeebel 541
Ahausen 187

*) Stand: 31. Dezember 2005

Lage der Ortsteile der Gemeinde Weyhe

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Weyhe 1974–2006

Die Gemeinde Weyhe hat seit der Gründung im Jahr 1974 einen starken Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen. Die Einwohnerzahl stieg von 21556 im Jahr 1974 auf 30325 im Jahr 2006 [7]. Dies bedeutet einen Bevölkerungsanstieg von über 40 % innerhalb eines Zeitraumes von 32 Jahren. Bemerkenswert ist die Zunahme der Einwohner von 23584 im Jahr 1984 auf 29592 im Jahr 1998, was einen Anstieg von 25 % bedeutet. Die positive Bevölkerungsentwicklungen in Weyhe, wie auch in der Nachbargemeinde Stuhr, sind insbesondere auf eine hohe Lebensqualität, die Vielzahl von Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten und die dynamisch wachsende Wirtschaftsstruktur zurückzuführen [8]. In den letzten Jahren stagniert der Anstieg jedoch, genauer gesagt, in den Jahren 2000 bis 2006 ist die Einwohnerzahl in der Gemeinde Weyhe statistisch nur um 85 Personen gestiegen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Weyhe besteht aus 38 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 30.001 und 40.000 Einwohnern.[9] Die 38 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD).

Die letzten Kommunalwahlen ergaben das folgende Ergebnis:

Tabelle III: Kommunalwahlen 1996–2011
Jahr Wahl-
beteiligung
CDU SPD FDP Grüne
 %
2011 49,3 26,5 45,2 5,4 21,3
2006 46,1 27,4 50,3 10,2 12,2
2001 48,3 30,6 50,8 7,5 10,9
1996 61,5 32,1 48,3 5,4 13,8


Tabelle IV: Landtagswahlen 2003–2008
Jahr CDU SPD FDP Grüne Linke NPD
 %
2008 35,7 33,5 8,5 10,4 8,2 1,5
2003 41,7 38,6 7,0 10,0


Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Weyhe ist Andreas Bovenschulte (SPD). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit 55,6 % der Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat Nils Krämer erhielt 44,4 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,3 %.[10] Bovenschulte trat sein Amt am 1. November 2014 an und löste den bisherigen Amtsinhaber Frank Lemmermann (SPD) ab, der nicht mehr kandidiert hatte.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus der Gemeinde Weyhe im Ortsteil Leeste

Die Gemeindeverwaltung ist größtenteils im Rathaus im Ortsteil Leeste untergebracht. Hier finden die Bürger das Bauamt, das Ordnungsamt, das Einwohnermeldeamt, das Standesamt, sowie ein Bürgerbüro. Darüber hinaus betreibt die Gemeinde einen eigenen Baubetriebshof, in der Straße Im Bruch, neben der Zentralen Sportanlage gelegen. Dessen Mitarbeiter kümmern sich um die Entgegennahme von Problemabfällen, den Winterdienst, die Straßenreinigung, die Pflege von Sportplätzen, Kinderspielplätzen und Grünanlagen sowie die Reparatur und Instandhaltung von gemeindeeigenen Einrichtungen und Gebäuden. Für Verkehrs- und Umweltdelikte ist das Ordnungsamt zuständig, für alle weiteren Sicherheitsfragen das Polizeikommissariat im Ortsteil Leeste. Die Sozialstation der Gemeinde befindet sich im Ortsteil Kirchweyhe und sorgt für die Betreuung und Pflege kranker, alter und behinderter Menschen entsprechend ihren Bedürfnissen in vertrauter, häuslicher Umgebung. 2007 wurde dieses Gebäude in „Martha-Schubert-Haus“ umbenannt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Weyhe zeigt im Schild einen aufsteigenden Löwen über drei roten Schrägbalken. Das Gemeindewappen leitet sich aus dem Wappen der Familie „von Weyhe“ ab, einem Grafengeschlecht, das in Weyhe wahrscheinlich seit dem 12. Jahrhundert ansässig war und auch anderswo in Norddeutschland zu finden ist (unter anderem Lüneburger Heide).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1972 unterhält Weyhe eine Partnerschaft mit dem französischen Coulaines. Die Interessengemeinschaft „IG Weyhe/Coulaines“ ist für die Organisation und Durchführung von Austauschprogrammen zuständig. Als weitere Partnerstadt folgte 1990 das lettische Madona. Die Organisation und Durchführung von Austauschprogrammen erfolgt in Zusammenarbeit mit dem „Verein zur Förderung der Partnerschaft zwischen Weyhe und Madona“. Im Oktober 2000, zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft, wurde die Straße „Madona-Allee“ im Ortsteil Kirchweyhe eingeweiht.

Religionen, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute (Stand: 1. Januar 2015) sind von der Bevölkerung Weyhes 14.133 evangelisch, 2372 katholisch und 660 anderer Religionsangehörigkeit. 14.653 Menschen sind konfessionslos.[11].

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das privat betriebene „Weyher Theater“, direkt am Marktplatz in Kirchweyhe gelegen, ist ein Komödientheater und bietet 313 Besuchern Platz. Aufgeführt werden unter anderem Boulevard-Stücke, Musik-Theater, niederdeutsche Komödien und Weihnachtsmärchen. In der Spielzeit 2007/2008 besuchten über 70.000 Zuschauer die 335 Vorstellungen das Theater; somit ist das Weyher Theater das erfolgreichste Komödientheater Norddeutschlands.

Marktplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchweyher Marktplatz liegt in Bahnhofsnähe und stellt das heutige Zentrum von Weyhe dar. Der Marktplatz ist quadratisch angelegt und verhältnismäßig groß, er hat eine Fläche von 4225 m², dazu kommen noch Parkplätze, umgebende Straßen und ein Kinderspielplatz. Auf dem Marktplatz ist samstags von 8–13 Uhr Markttag; man bekommt frisches Gemüse und Obst der Saison von lokalen Anbietern und Lebensmittel für den täglichen Bedarf.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felicianuskirche Kirchweyhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felicianuskirche in Kirchweyhe, erbaut 1250
Die Marienkirche in Leeste, erbaut 1770
Die Wassermühle in Sudweyhe, erbaut etwa 1510
Der Lahauser Spieker, erbaut 1880

Der romanische Backsteinturm der Kirchweyher ev.-luth. Felicianuskirche stammt aus der Zeit um 1250 und ist das älteste noch erhaltene Bauwerk der Gemeinde Weyhe. Das ursprünglich romanische Kirchenschiff musste 1858 wegen Baufälligkeit geschlossen werden und wurde 1861 abgerissen. 1863 wurde die neue, im neugotischen Stil errichtete, und größer zugeschnittene Kirche eingeweiht.[12] Im Jahr 2006 bekam die Kirche eine neue Kuhn-Orgel.

Marienkirche Leeste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leester ev.-luth. Marienkirche stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Während das Kirchenschiff, ein Backsteinbau, 1770 errichtet wurde, fügte man den quadratischen Westturm erst 20 Jahre später an. Die Kanzel ist aus dem Jahr 1770, die Empore von 1852. Die große Kirchenglocke wurde bereits 1513 gegossen und fand ihren Platz im Westturm im Jahr 1770. An der Nordseite des Kirchenschiffs stehen Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Bahnhof und Post in Kirchweyhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Gebäude des Kirchweyher Bahnhofs wurde von der Hamburg-Venloer Eisenbahn errichtet und 1873 fertiggestellt. Es ist ein für die damalige Ziet typischer neoromanischer Ziegelbau rotsteinfarbenen Baustil dar.
  • Das Postamt in der Bahnhofstraße wurde 1913 vom Gastwirt Johann Koch erbaut und ist bis heute von der Post gemietet.

Mühlengut Sudweyhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sudweyher Wassermühle[13] und der sogenannte Sudweyher Gutshof waren bis 1982 eine gemeinsame Liegenschaft und eine wirtschaftliche Einheit. Sie liegen in Sudweyhe an dem Fluss Hache. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1513. Die Sudweyher Wassermühle gehörte bis zum Kauf der Gemeinde Weyhe im Jahr 1982 zum gegenüberliegenden Gutshof, einem ehemaligen Rittergut. Neben der Sudweyher Wassermühle befindet sich die vermutlich 1807 errichtete Mühlenscheune. In dem Gebäudekomplex der alten Wassermühle mit Scheune, in dem nicht nur Ausstellungen aller Arten, sondern auch regelmäßige Freiluft-Veranstaltungen stattfinden, ist auch das Gemeindearchiv untergebracht. Das heutige Gebäude des Gutshofs entstand um 1819 an Stelle des baufälligen Vorgängerbaus; das Herrenhaus wurde 1999 abgetragen.

Lahauser Spieker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahrzeichen des Ortsteils Lahausen, der Lahauser Spieker, wurde im Jahr 1880 als Fachwerkhaus erbaut. Spieker ist der niederdeutsche Ausdruck für Speicher. Er steht direkt an der Lahauser Straße zwischen Lahausen und Jeebel. Das Gebäude wurde in den Jahren 1987 bis 1989 von allen zehn Lahauser Ortsvereinen restauriert. 1991 erwarb die Gemeinde Weyhe den Spieker. Heute ist der Spieker Probenraum der Lahauser Bühne.

Weitere Bauwerke sind in der Liste der Baudenkmale in Weyhe verzeichnet.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die verschiedenen Weyher Ortsteile verstreut, manchmal etwas versteckt, finden sich einige sehr unterschiedliche Skulpturen und Objekte von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. Diese Kunst-Objekte sind aus den verschiedensten Materialien gestaltet – aus Bronze, Edelstahl, Schmiedeeisen, Marmor, Stein und aus Ziegeln:

  • Auf dem Gelände des Rathauses in Leeste von Thomas Recker das Mahnmal Gegen das Vergessen (Ziegel, 1993) für alle Opfer des Nationalsozialismus; außerdem die Edelstahl-Skulptur Beeren (1995) von Katharina Franck und die Skulptur Figura (Schmiedeeisen, 2001) von Elsa Töbelmann und Henning Greve.
  • Auf dem Marktplatz in Kirchweyhe ein Maskenbrunnen (1997) aus Ziegel und Ton mit Bronzefiguren, gestaltet von Studenten der Hochschule für Künste in Bremen.
  • Vor der Sparkasse in Leeste die Skulpturengruppe Die fünf Sinne (Stein, 2003) von Norbert Thoss.
  • Vor der Sparkasse in Erichshof Die Liegende (Marmor, 2004) von Amir Amorowitsch.
  • Beim Freibad in Kirchweyhe eine Stahlskulptur von Herbert Bodzin (1976).

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Weyhe verfügt über ein umfangreiches Bildungsangebot, fast alle gängigen Schularten sind vertreten. Für die rund 3500 Schülerinnen und Schüler stehen sechs Grundschulen in den Ortsteilen Leeste, Kirchweyhe, Sudweyhe, Erichshof, Lahausen und Melchiorshausen, zwei Kooperative Gesamtschulen in den Ortsteilen Kirchweyhe (5. – 10. Klasse) und Leeste (5. – 12. Klasse) sowie ein Förderzentrum und Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen im Ortsteil Melchiorshausen zur Verfügung.

Die Gemeinde Weyhe unterhält Kindergärten in den Ortsteilen Leeste, Kirchweyhe, Sudweyhe, Dreye, Erichshof, Lahausen und Melchiorshausen. Kinderhorte der Gemeinde sind in den Ortsteilen Leeste, Kirchweyhe und Lahausen angesiedelt. Die Einrichtungen freier Träger befinden sich in den Ortsteilen Kirchweyhe und Leeste.

Es gibt zwei öffentliche Bibliotheken in Weyhe:

  • Bibliothek Kirchweyhe, Kooperative Gesamtschule Kirchweyhe.
  • Bibliothek Leeste, Kooperative Gesamtschule Leeste.

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyhe besitzt mehrere Sportplätze. So sind zum einen die Kooperativen Gesamtschulen Kirchweyhe und Leeste jeweils mit Mehrzweckhallen und Sportplätzen ausgestattet.

Im Ortsteil Leeste, gleich neben dem Rathaus, befindet sich die Zentrale Sportanlage (ZSA) der Gemeinde. Dort gibt es Fußball- und Tennisplätze der Vereine TSV Weyhe-Lahausen und SC Weyhe, eine Tartanbahn, eine Weitsprunganlage, eine Mehrzweckhalle sowie einen Gastronomiebetrieb. Im Oktober 2011 wurde ein zweiter Fußball-Kunstrasenplatz fertiggestellt.

Im Ortsteil Melchiorshausen, an der B6 direkt hinter dem Partyraum "Village", befindet sich die Tennisanlage des reinen Tennisclubs TC 71 Weyhe mit dazugehörigem vereinseigenem Clubhaus.

Das 1974/75 erbaute Weyher Freibad liegt im Ortsteil Kirchweyhe und verfügt über ein 50 m-Becken, einen 5-Meter-Sprungturm, ein Schwimmerbecken, ein Nichtschwimmerbecken sowie Kinderbecken und Wasserrutsche. In einem kleinen beheizten Hallenbad ist ein Lehrschwimmbecken vorhanden, das in der Wintersaison den Schulen vormittags und allen anderen Badegästen nachmittags angeboten wird. Das Freibad liegt inmitten eines großen Freigeländes unweit der Hache und ist umgeben von altem Baumbestand.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Weyhe existieren zahlreiche traditionelle Sport- und Schützenvereine, unter anderen der größte Verein SC Weyhe, dessen American-Football-Team in der Saison 2004 und 2007 in der 2. Bundesliga spielte. Die U-17 (B-Jugend) spielt in der Saison 2009/2010 in der Fußball Bundesliga-Nord. Die Gemeindejugendpflege bietet zusammen mit dem Verein PRO YOUgend e. V. Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche an. Ein weiterer traditioneller Sportverein ist der TSV Weyhe-Lahausen e. V. 1949. Angeboten wird Fußball, Turnen, Badminton, Korbball und Wandern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr

Weyhe liegt an der stark frequentierten Verkehrsachse zwischen Bremen und dem Ruhrgebiet. Seit Dezember 2010 verkehren hier Züge der S-Bahn Bremen. Ab 2013 ist geplant, die Stadtbahnlinie 8 der Bremer Straßenbahn AG über Huchting hinaus auf den Gleisen der Bremen-Thedinghauser Eisenbahn über Stuhr und Brinkum nach Weyhe-Leeste zu verlängern.

  • Der Ortsteil Kirchweyhe verfügt über einen Bahnhof, an dem Regionalexpress-Züge der Deutschen Bahn auf der Strecke Bremen bzw. Bremerhaven-Lehe - Osnabrück (RE 9) und die Linie RS 2 der NordWestBahn halten.
  • Der Ortsteil Dreye besitzt ebenfalls einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Bremen – Osnabrück. Hier halten lediglich Züge der Linie RS 2 der NordWestBahn.
  • Der Ortsteil Melchiorshausen kann auch über den Haltepunkt Barrien der Nachbargemeinde Syke erreicht werden. Auch hier halten lediglich Züge der Linie RS 2 der NordWestBahn.
Straßenverkehr

Weyhe ist über zwei Abfahrten der Bundesautobahn 1 zu erreichen:

  • Die Ortsteile Leeste, Erichshof, Hörden und Melchiorshausen über die Abfahrt Bremen/Brinkum.
  • Die Ortsteile Dreye, Kirchweyhe, Lahausen, Sudweyhe und Jeebel über die Abfahrt Bremen-Arsten.

Weyhe gehört dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen an. Die folgenden Buslinien bedienen Weyher Ortsteile:

  • Linie 102: Bremen Hbf – Bremen-Neustadt – Brinkum – Melchiorshausen – Syke.
  • Linie 120: Bremen Hbf – Bremen-Neustadt – Brinkum – Leeste – Kirchweyhe.
  • Linie 121: Bremen Hbf – Bremen-Neustadt – Dreye – Kirchweyhe.
Flugverkehr
Schiffsverkehr
  • Der Ortsteil Dreye liegt direkt an der Weser und besitzt im durch Kiesabbau entstandenen Wieltsee einen Jachthafen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Dreye bildet mit knapp 150 Gewerbebetrieben den Gewerbeschwerpunkt von Weyhe. Einen Kilometer von der Bundesautobahn 1 entfernt haben sich Unternehmen wie Aldi-Nord mit einer Regionalniederlassung und eigener Kaffeerösterei, die Vakumix AG, der Dachdeckereinkauf Nordwest eG, Hofmeister & Meincke GmbH & Co, Bultmann Produktions- und Vertriebs GmbH und Cadillac Plastic GmbH angesiedelt. Im Ortsteil Leeste hat die überregional bekannte Fruchtsaftkelterei Hans Döhle GmbH (Goldquell) seit mehr als 50 Jahren ihren Produktionsstandort, allerdings 2011 die Produktion eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alphabetisch geordnet

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Meyer: Weyhe – Daten, Ereignisse, Bilder einer Gemeinde. WM-Verlag-Weyhe, 1999, ISBN 3-9807444-0-X
  • Wilfried Meyer: Weyhe im Wandel der Zeit, Band 1. 1981, 2. überarbeitete Aufl. 1986, 3. überarbeitete Aufl. 2006, WM-Verlag, Weyhe, ISBN 3-9807444-6-9
  • Wilfried Meyer: Weyhe im Wandel der Zeit, Band 2. WM-Verlag, Weyhe 2005, ISBN 3-9807444-4-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weyhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Niedersächsisches Landesamt für Statistik, Hannover. Katasterfläche in Niedersachsen
  3. Wilfried Meyer: Weyhe im Wandel der Zeit. 3. überarbeitete Auflage, WM-Verlag-Weyhe 2006, ISBN 3-9807444-6-9
  4. Wilfried Meyer: Weyhe im Wandel der Zeit. Band 2. WM Verlag-Weyhe, 2005, ISBN 3-9807444-4-2
  5. Preuss, E: Einzelblatt über den Bf. Kirchweyhe. Aus: Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe, 63. Ergänzungslieferung 2006
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 190.
  7. Niedersächsisches Landesamt für Statistik, Hannover. Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsbewegung in Niedersachsen
  8. Offizielle Internetpräsenz des Landkreis Diepholz, http://www.diepholz.de/
  9. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 10. November 2014
  10. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 10. November 2014
  11. [1]
  12. http://www.weyhe.de/internet/page.php?site=9000230&id=9000230&typ=2
  13. https://www.weyhe.de/portal/seiten/wassermuehle-sudweyhe-9000228-21850.html