Kravaře v Čechách

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Kravaře
Wappen von Kravaře
Kravaře v Čechách (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Česká Lípa
Fläche: 1576,7681[1] ha
Geographische Lage: 50° 38′ N, 14° 24′ OKoordinaten: 50° 37′ 56″ N, 14° 23′ 32″ O
Höhe: 280 m n.m.
Einwohner: 797 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 471 03
Kfz-Kennzeichen: L
Verkehr
Bahnanschluss: Řetenice–Lovosice–Česká Lípa–Liberec
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 6
Verwaltung
Bürgermeister: Vít Vomáčka (Stand: 2009)
Adresse: náměstí Míru 166
471 03 Kravaře
Gemeindenummer: 561720
Website: www.kravarecl.cz
Lage von Kravaře v Čechách im Bezirk Česká Lípa
Karte

Kravaře (deutsch Graber) ist eine Gemeinde des Okres Česká Lípa in der Region Liberec in Tschechien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bieberbach (Aufnahme 2011)

Die Stadt liegt im nördlichen Böhmen im Böhmischen Mittelgebirge im Tal des Baches Bobří potok (Bieberbach), westlich von Stvolínky (Drum). Etwa einen Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich der Keffelberg, ein Ausläufer des Rückens des Mittelgebirges, der sich vom Zinkenstein (Buková hora) aus in östlicher Richtung erstreckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz und Kirche der Stadt

Der sehr alte Ort brannte am 6. März 1646 ganz und nach dem Wiederaufbau später noch einmal teilweise ab, wodurch die meisten Urkunden verloren gingen.[3] Die Pfarrkirche zu Mariä Geburt, die bereits 1384 ihren eigenen Seelsorger hatte, wurde bei dem Brand von 1646 vollständig zerstört, jedoch bald darauf wieder hergestellt.[3] Ältere Formen des Ortsnamens sind Grabern, Kraber, Grabow, Krawar und Radaussow.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt Graber, die eine überwiegend deutschböhmische Bevölkerung hatte, der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Als Folge des Münchner Abkommens gehörte Graber von 1938 bis 1945 zum Landkreis Leitmeritz, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde fast die gesamte deutschböhmische Bevölkerung aus Graber vertrieben.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 965 in 175 Häusern[3][4]
1930 932 [5]
1939 861 [5]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kravaře besteht aus den Ortsteilen Janovice (Johnsdorf), Kravaře (Graber), Rané (Morgendorf), Sezímky (Zossnitz), Veliká (Grossendorf) und Víska (Dörfel)[6]. Grundsiedlungseinheiten sind Janovice, Kravaře, Rané und Sezímky[7].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Janovice u Kravař, Kravaře v Čechách und Rané[8].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gemeinde besitzt ein mächtiges gezimmertes ehemaliges Gemeindehaus im Ortsteil Víska. Darinnen ist eine Ausstellung von Dorfkunst als Zweigstelle des Kreis-Hauptmuseums von Česká Lípa, welches selbständig oder mit Führung besucht werden kann.
  • Im Ort sind gemauerte Reihenhäuser, überwiegend im Empire - Stil errichtet, vorhanden, die nach dem Stadtbrand von 1860 errichtet wurden.
  • Der Ort besitzt eine Kirche der geborenen Jungfrau Maria des Frühbarock aus dem Jahr 1650. Sie wurde von 1744 bis 1749 umgebaut, der obere Teil des Turmes stammt aus der Zeit von 1868.
  • Im Ort steht eine barocke Säule aus dem Jahr 1708.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph May († 1820), Pädagoge, 1792–1819 Direktor des Taubstummen-Instituts in Wien und Verfasser eines Lehrbuchs für Taubstumme

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turisticka Mapa České středohoří východ, Klub Českych Turistu, 3. Ausgabe 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kravaře (Česká Lípa District) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/561720/Kravare
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. a b c Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 329, Ziffer 2).
  4. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 198, Ziffer 5).
  5. a b Verwaltungsgeschichte Landkreis Leitmeritz (M. Rademacher, 2006)
  6. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/561720/Obec-Kravare
  7. http://www.uir.cz/zsj-obec/561720/Obec-Kravare
  8. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/561720/Obec-Kravare