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Kristina Vogt

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Kristina Vogt (2023)

Kristina Vogt (* 3. Juni 1965 in Münster) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke), ehemaliges Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und seit August 2019 Bremer Wirtschaftssenatorin.

Ausbildung und Beruf

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In Münster legte Vogt das Abitur ab. Sie ist Rechtsanwaltsfachangestellte und hat einen erwachsenen Sohn, den sie als alleinerziehende Mutter aufzog. Seit 1984 wohnt sie im Bremer Westen.[1][2] Sie betrieb zeitweise eine Gaststätte in Walle und war danach wieder in ihrem Ausbildungsberuf tätig.[3]

Vogt ist seit 2008 Mitglied der Partei Die Linke und war von 2010 bis 2011 Mitglied im Landesvorstand ihrer Partei. Von 2008 bis 2011 war sie als sachkundige Bürgerin im Beirat des Stadtteils Bremen-Walle aktiv. Vom Februar 2011 bis zum Juni 2011 war Vogt zudem Mitglied der Deputation für Umwelt, Bau und Verkehr.

Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen 2011 war sie Spitzenkandidatin der Bremer Linken und gehört seit dem 8. Juni 2011 als Mitglied zur Bremischen Bürgerschaft. Sie wurde zur Fraktionsvorsitzenden der Linken gewählt.

Sie vertrat in der 18. Wahlperiode ihre Fraktion in den Ausschüssen: Armutsbekämpfung, (nichtständig) Änderung der Landesverfassung, Verfassungs- und Geschäftsordnung, Wahlprüfung, Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit und war Mitglied in der Parlamentarischen Kontrollkommission (Gaststatus). Sie war zudem Mitglied in der Deputation für Bildung.

Bei der Bürgerschaftswahl 2015 trat sie erneut als Spitzenkandidatin der Bremer Linken zur Bürgerschaftswahl an.
In der 19. Legislaturperiode war sie als Fraktionsvorsitzende Mitglied in der Deputation für Bildung, im Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss und in der Parlamentarischen Kontrollkommission (Gaststatus).

Bei der Bürgerschaftswahl 2019 trat sie wieder als Spitzenkandidatin der Bremer Linken an. Von August 2019 bis Juli 2023 war sie Bremer Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa im Senat Bovenschulte I als Nachfolgerin von Senator Martin Günthner (SPD). Sie schied somit aus der Bürgerschaft aus.

Bei der Bürgerschaftswahl 2023 war sie zum vierten Mal in Folge Spitzenkandidatin ihrer Partei.[4] Am 5. Juli 2023 wurde sie zur Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation im Senat Bovenschulte II gewählt.

„Staatsräte-Affäre“: Staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren und Untersuchungsausschuss

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Im Oktober 2025 leitete die Bremer Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Kristina Vogt wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil des Landes Bremen ein. Laut Medienberichten soll geprüft werden, ob die Initiative zum Ausscheiden des früheren Staatsrats Sven Wiebe aus der Senatsverwaltung im Jahr 2023 von Wiebe selbst ausging und ob Vogt ihn unter diesen Umständen in den einstweiligen Ruhestand versetzen durfte. Als Folge seiner Entlassung erhält Wiebe Versorgungsbezüge, die ihm im Falle eines freiwilligen Ausscheidens nicht zugestanden hätten.[5]

In diesem Zusammenhang vollstreckte die Staatsanwaltschaft am 17. Oktober 2025 gerichtliche Beschlüsse zur Durchsuchung der Räume des Wirtschaftsressorts sowie von Vogts und Wiebes Privatwohnungen. Durch die freiwillige Herausgabe von Beweismitteln konnte in allen Fällen die Durchsuchung abgewendet werden.[6]

Vogt wies die Vorwürfe zurück und erklärte über ihren Anwalt, sie habe sich rechtmäßig verhalten. Die Opposition im Bremer Landtag forderte Aufklärung und brachte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ins Gespräch.[7][8][9][10]

In einer Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses der Bürgerschaft am 7. November 2025 schloss Vogt einen Rücktritt aus. Sie habe Sven Wiebe in den einstweiligen Ruhestand versetzt, weil dieser nicht mehr den Anforderungen des Amts als Staatsrat entsprochen habe. Ein Sitzungsprotokoll der Wirtschaftsdeputation, nach dessen Inhalt Vogt in der Sitzung vom 22. September 2023 bestätigt habe, dass Wiebe auf eigenen Wunsch ausscheide, sei in diesem Punkt falsch.[11]

Mit den Stimmen aller Oppositionsparteien (CDU, FDP, Bündnis Deutschland) wurde in der Bürgerschaft am 25. November 2025 die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beschlossen, der sich u. a. auch mit den Umständen der Entlassung Sven Wiebes beschäftigen soll.[12]

Commons: Kristina Vogt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Kristina Vogt, Listenplatz 1. Die Linke Bremen, abgerufen am 14. Mai 2023.
  2. Jörg Esser: Bremens Linken-Spitzenkandidatin: „Wichtige Immobilien aufkaufen“. Kreiszeitung, 14. Mai 2023.
  3. Benno Schirrmeister: Vorsitzende der Bremer Linksfraktion: Heldin der Arbeit. In: Die Tageszeitung: taz. 7. Mai 2015, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. November 2025]).
  4. Vogt ist Linken-Spitzenkandidatin zur Bremer Bürgerschaftswahl – politik&kommunikation. In: politik-kommunikation.de. 6. September 2022, abgerufen am 6. September 2022.
  5. Darum geht es bei den Ermittlungen gegen Bremens Wirtschaftssenatorin - buten un binnen. 20. Oktober 2025, abgerufen am 22. November 2025.
  6. Verdacht der Untreue: Ermittlungen gegen Wirtschaftssenatorin Vogt - buten un binnen. Abgerufen am 28. November 2025.
  7. n-tv NACHRICHTEN: Bovenschulte zur Staatsräte-Debatte: "Sicher ein Fehler". Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  8. Zu viel Geld für Staatsrat? Wirtschaftssenatorin wehrt sich. 21. Oktober 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  9. CDU kritisiert Kristina Vogt und Andreas Bovenschulte scharf. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  10. Darum geht es bei den Ermittlungen gegen Bremens Wirtschaftssenatorin - buten un binnen. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  11. Bremen: Senatorin Vogt schließt Rücktritt aus. 7. November 2025, abgerufen am 23. November 2025.
  12. dpa: Regierungskrise in Bremen: Untersuchungsausschuss wegen Staatsräte-Affäre. In: Die Zeit. 25. November 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 28. November 2025]).