Melanie Leonhard

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Melanie Leonhard (2011)

Melanie Leonhard (* 14. Juli 1977 in Hamburg) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie war von 2015 bis 2020 Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg und ist seit 2020 Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration. Von 2011 bis 2015 war sie Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und seit 2018 ist sie Vorsitzende der SPD Hamburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonhard zog im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie von Wilhelmsburg nach Harburg und besuchte nach dem Realschulabschluss an der Katholischen Schule Harburg das Lessing-Aufbaugymnasium.[1] Nach dem Abitur 1996 und einem Freiwilligen Sozialen Jahr begann sie 1998 ein Studium der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politikwissenschaft und Geographie an der Universität Hamburg, das sie 2004 mit dem akademischen Grad Magistra Artium abschloss. 2009 wurde sie an der Universität Hamburg mit einer Arbeit über Die Entwicklung eines Familienunternehmens: Die Reeder- und Schiffbauerfamilie Rickmers im deutschen Schiffbau und der deutschen Schifffahrt von 1834–1918 promoviert. Von 2008 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der E.R. Capital Holding, der Holdinggesellschaft der E.R. Schiffahrt und der Nordcapital, und von 2013 bis 2015 Leiterin der Abteilung Stadtgeschichte Harburg des Archäologischen Museums Hamburg.[2]

Leonhard ist verheiratet, hat einen Sohn und wohnt in Hamburg-Marmstorf.[3] Sie ist römisch-katholisch.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melanie Leonhard im Bundesrat (2019)

Leonhard trat 1999 der SPD bei. Von 2004 bis 2011 war sie Mitglied der Bezirksversammlung Harburg und dort zuletzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Bei der Bürgerschaftswahl 2011 wurde sie über Platz 9 der Landesliste in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Sie war Mitglied im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss, im Innenausschuss und im Stadtentwicklungsausschuss. Außerdem war sie familienpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 wurde sie über Platz 6 der Landesliste erneut in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt[4] und bei der Bürgerschaftswahl 2020 über Platz 4 der Landesliste.[5] Ihr Bürgerschaftsmandat ruht aber seit ihrer Berufung in den Senat.

Am 1. Oktober 2015 wurde sie als Nachfolgerin von Detlef Scheele als Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in den Senat Scholz II berufen.[6] Nachdem sie diesen Posten auch im Senat Tschentscher I ausübte, gehört sie dem Senat Tschentscher II als Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration an.[7]

Ab dem 21. Juni 2014 war sie stellvertretende Vorsitzende der SPD Hamburg und am 24. März 2018 wurde sie mit 94,6 Prozent der Delegiertenstimmen als Nachfolgerin von Olaf Scholz, der Bundesfinanzminister im Kabinett Merkel IV wurde, zur Landesvorsitzenden gewählt.[8] Am 9. Juni 2018 wurde sie mit 95 Prozent der Delegiertenstimmen im Amt bestätigt.[9]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonhard ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rickmer Rickmers,[10] Vorstandsmitglied des Museums- und Heimatvereins Harburg Stadt und Land[11] und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Lesen.[12]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Unternehmerfamilie Rickmers 1834–1918: Schiffbau, Schifffahrt, Handel (= Deutsche maritime Studien. Bd. 8). Hauschild, Bremen 2009, ISBN 978-3-89757-452-6 (Zugleich: Hamburg, Universität, FB Geschichte, Dissertation, 2009 unter dem Titel: Leonhard, Melanie: Die Entwicklung eines Familienunternehmens: Die Reeder- und Schiffbauerfamilie Rickmers im deutschen Schiffbau und der deutschen Schifffahrt von 1834–1918).
  • mit Jörn Lindner 175 Jahre Rickmers. Hoffmann & Campe, Hamburg 2009, ISBN 978-345-55011-1-7.
  • Rickmers: Vom Segelschiff zum Konzern. Schiffahrt, Schiffbau, Handel 1834–1918. In: Jürgen Elvert, Sigurd Hess, Heinrich Walle (Hrsg.) Maritime Wirtschaft in Deutschland. Schifffahrt – Werften – Handel – Seemacht im 19. und 20. Jahrhundert. Vorträge der Schifffahrtshistorischen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Schifffahrts- und Marinegeschichte (DGSM) in Hamburg vom 5. – 7. November 2010. (= Historische Mitteilungen der Ranke Gesellschaft. Bd. 82). Steiner, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10137-0, S. 33–44

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Melanie Leonhard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Vieles wirkt bis heute nach“ neue-kirchenzeitung.de, 11. Januar 2017
  2. Stadtgeschichte im Helms-Museum: Melanie Leonhard ist am Zug harburg-aktuell.de, 16. Oktober 2013
  3. Melanie Leonhard: Ein Marmstorferin an der Spitze der Hamburger SPD harburg-aktuell.de, 10. März 2018
  4. Von Gewinnern und Verlierern im Kampf ums Bürgerschaftsmandat harburg-aktuell.de, 17. Februar 2015
  5. Harburgs Bürgerschaftabgeordnete: Es gab einige Überraschungen harburg-aktuell.de, 25. Februar 2020
  6. Hamburgs neue Sozialsenatorin Leonhard offiziell im Amt zeit.de, 1. Oktober 2015
  7. Hat sich bewährt, kann weg zeit.de, 7. Juni 2020
  8. Die Hamburger SPD hat eine neue Vorsitzende faz.net, 24. März 2018
  9. Die Hamburger SPD hat eine neue Vorsitzende welt.de, 10. Juni 2018
  10. Impressum rickmer-rickmers.de
  11. Vereinsvorstand amh.de
  12. Kuratorium stiftunglesen.de