Treben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Treben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Treben hervorgehoben
Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs­gemeinschaft: Pleißenaue
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 10 km2
Einwohner: 1201 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04617
Vorwahlen: 034343, 03447 (Lehma und Hauptort von Trebanz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 048
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Breite Straße 2
04617 Treben
Webpräsenz: www.treben.de
Bürgermeister: Klaus Hermann (CDU)
Lage der Gemeinde Treben im Landkreis Altenburger Land
AltenburgAltkirchenDobitschenDrogenFockendorfGerstenbergGöhren (bei Altenburg)GöllnitzGöpfersdorfGößnitzHaselbach (bei Altenburg)HeukewaldeHeyersdorfJonaswaldeKriebitzschLangenleuba-NiederhainLöbichauLödlaLuckaLumpzigMehnaMeuselwitzMonstabNöbdenitzNobitzPonitzPostersteinRositzNobitzSchmöllnStarkenbergThonhausenTrebenVollmershainWildenbörtenWindischleubaThüringenLandkreis GreizSachsen-AnhaltSachsenKarte
Über dieses Bild

Treben ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue und liegt etwa sieben Kilometer nördlich der Kreisstadt Altenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich rechts- und linksseitig der Pleiße mit dem Zufluss Gerstenbach und liegt im Überflutungsgebiet, so waren die Folgen des Hochwassers 2002 verheerend, der Hauptort stand nahezu komplett unter Wasser. Erste Hochwasserschutzdämme wurden bereits 1839 aufgeschüttet, allerdings brachten diese nicht die nötigen Erfolge, so dass zwischen 1951 und 1953 die Talsperre Windischleuba angelegt werden musste. Sie dient heute nicht mehr dem Schutz vor Hochwasser, überdies verlandet sie zusehends. Seitdem der Nachbarort Thräna im Jahr 1952 in den sächsischen Kreis Borna wechselte, grenzt der Ort an Sachsen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) die Stadt Borna mit dem Ortsteil Thräna im sächsischen Landkreis Leipzig, Fockendorf, Windischleuba, Gerstenberg, Meuselwitz und Haselbach im Landkreis Altenburger Land sowie das durch das Hochwasserrückhaltebecken Regis-Serbitz von Treben getrennte Regis-Breitingen im Landkreis Leipzig.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile sind neben dem Hauptort Treben die ehemaligen Gemeinden Plottendorf, Primmelwitz, Serbitz, Lehma und Trebanz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1181 als sorbischer Ort. Das Rittergut wird erstmals im Jahre 1329 erwähnt, damals höchstwahrscheinlich eine Wasserburg. Das heutige Gebäude wurde 1543 errichtet und beherbergt heute sowohl Gemeinde- als auch Verbandsverwaltung. Trebens Kirche in unmittelbarer Nähe des Herrenhauses wurde bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut und enthält eine Kreutzbach-Orgel aus dem Jahr 1862.

Treben gehörte zum wettinischen Amt Altenburg,[2][3] welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte er bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900)[4] bzw. zum Landratsamt Altenburg (ab 1900).[5] Treben gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam der Ort zum Landkreis Altenburg.

Aufgrund des Braunkohlebergbaus im Süden Leipzigs entstand 1854 in Plottendorf eine Tonwarenfabrik, 1821 begann der Abbau eines 10 Meter mächtigen Braunkohleflözes in Serbitz. Es existieren in der Gemeinde vier Gedenkstellen, die an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Treben, Serbitz, Plottendorf und Lehma erinnern.

Im Ortsteil Plottendorf wurden 1942 in einem Lager 33 Zwangsarbeiter untergebracht, die im Schwelwerk Regis arbeiten mussten.[6]

Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam Treben mit dem verkleinerten Kreis Altenburg an den Bezirk Leipzig. Der Trebener Nachbarort Thräna wurde durch die Reform von diesem getrennt und dem Kreis Borna zugeteilt, wodurch seine historische Verbindung zum Altenburger Land und zu Thüringen endete. Kirchlich blieb Thräna jedoch mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen und seiner Pfarrkirche in Treben verbunden. Heute gehört Treben zum Evangelisch-Lutherischen Kirchspiel Altenburg-Rasephas – Altenburg-Zschernitzsch – Treben der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[7]

Mit der Neugründung des Freistaats Thüringen gehört Treben seit 1990 wieder zu diesem. Lag der Ort seit 1990 im Landkreis Altenburg, kam er mit der Kreisreform im Jahr 1994 zum Landkreis Altenburger Land.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plottendorf und Primmelwitz kamen am 1. Juli 1950 zur Gemeinde.[8] Serbitz wurde am 1. Mai 1965 eingemeindet.[8] Lehma und Trebanz, die aus der Stadt Meuselwitz ausgegliedert wurden, kamen am 30. Dezember 2008 hinzu.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1933 – 0879
  • 1939 – 0891
  • 1994 – 1115
  • 1995 – 1134
  • 1996 – 1107
  • 1997 – 1106
  • 1998 – 1079
  • 1999 – 1060
  • 2000 – 1047
  • 2001 – 1040
  • 2002 – 0989
  • 2003 – 0991
  • 2004 – 0986
  • 2005 – 0965
  • 2006 – 0944
  • 2007 – 0915
  • 2008 – 13001
  • 2009 – 1293
  • 2010 – 1292
  • 2011 – 1268
  • 2012 – 1254
  • 2013 – 1255
  • 2014 – 1219
  • 2015 – 1231
  • 2016 – 1198
  • 2017 – 1201
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

1 nach Eingliederung von Lehma und Trebanz

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 ist der CDU-Politiker Klaus Hermann Bürgermeister der Gemeinde. Er wurde zuletzt am 5. Juni 2016 mit einer Mehrheit von 97,3 % ohne Gegenkandidaten und einer Wahlbeteiligung von 37,4 % (- 5,1 %p) im Amt bestätigt.[10]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammensetzung des Gemeinderats wurde bei der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt. Alle Gemeinderäte gehören der CDU-Fraktion an.

Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Treben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Treben - Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue

Im denkmalgeschützten Ensemble des ehemaligen Ritterguts Treben, zu dem neben dem Herrenhaus zwei weitere Gebäude gehören, finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, wie z. B. Konzerte, Kabarett, Buchlesungen, Vorträge und Ausstellungen. Es ist zugleich Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue. Der nördliche Teil des Herrenhauses war ursprünglich eine Burganlage der Burggrafen von Altenburg. Für die Restaurierung und Nutzung des Herrenhauses erhielt die Gemeinde Treben 2006 den Thüringer Denkmalschutzpreis in der Kategorie „Anerkennungen“.[11] An Veranstaltungstagen und auf Anfrage kann das Rittergut besichtigt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treben ist über den Haltepunkt Treben-Lehma an der Bahnstrecke Leipzig–Hof an das Streckennetz der S-Bahn Mitteldeutschland angeschlossen. Die Züge der Linie S5 verkehren im Stundentakt zwischen Zwickau, Altenburg, Leipzig und Halle (Saale). Durch Treben und Serbitz führt die Bundesstraße 93.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treben ist Sitz einer Staatlichen Regelschule (Mittelschule).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Treben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungsbeitrag

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Das Amt Altenburg im Buch „Geographie für alle Stände“, ab S. 201
  3. Die Orte des Amts Altenburg ab S.83
  4. Der Ostkreis des Herzogtums Sachsen-Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Das Landratsamt Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 26, ISBN 3-88864-343-0
  7. Webseite des Evangelisch-lutherischen Kirchspiels, zu dem Thräna gehört
  8. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  10. Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen auf der Seite des Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 31. Juli 2016
  11. Thüringer Staatskanzlei: Thüringischer Denkmalschutzpreis 2006. Abgerufen am 3. August 2017.
  12. Robert Eitner: Thüring, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 220.