MTV Braunschweig

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MTV Braunschweig
Name Braunschweiger MTV von 1847 e. V.
Vereinsfarben Rot-Weiß
Gegründet 1847
Mitglieder ca. 6.000
Vorsitzender Otto Schlieckmann
Homepage www.mtv-braunschweig.de

Der MTV Braunschweig (eigentlich: Braunschweiger MTV von 1847) ist der mitgliederstärkste und älteste Sportverein Braunschweigs.

Geschichte[Bearbeiten]

Der MTV (Männer-Turnverein) Braunschweig wurde im Jahr 1847 gegründet. Der Verein bekanntse sich offen zu den Zielen der demokratischen deutschen Revolution von 1848/1849.[1]

Am 22. April 1859 löste sich der MTV auf, nachdem er zuvor in der Reaktionsära wie andere Turnvereine auch unter polizeiliche Aufsicht gestellt worden war. Bereits knapp 19 Monate später, am 2. Dezember 1860, erfolgte jedoch auf Bestreben Wilhelm Brackes die Wiedergründung des Vereins.[2]

Im Jahr 1888 führte der MTV Braunschweig als erster norddeutscher Verein das Frauenturnen ein. 1891 fand am ersten Februar-Sonntag die erste Braunkohlwanderung statt, die seit diesem Zeitpunkt jedes Jahr von der Matthäuskirche in Braunschweig nach Königslutter am Elm geführt hat. Seit 1977 kehren die Wanderer nach 25 Kilometer in Bornum am Elm ein. Im Jahr 1900 wurde der Verein zum eingetragenen Verein. Im Jahr 1938 wurde die Sportorganisation von der NSDAP übernommen.

Im Oktober 1945 wurde der MTV wieder als Sportverein zugelassen. Im Jahr 1964 wurde der Kennel-Sportpark, in dem fast alle Übungsgruppen, die ihr Training draußen durchführen können, trainierten, eingeweiht. Im Jahr 1993 hatte der Verein erstmals über 6.000 Mitglieder.[3] Am 1. August 2012 verließ der MTV den Kennel-Sportpark und zog zur Sportanlage Rote Wiese.[4]

Aktuell[Bearbeiten]

Derzeit hat der MTV Braunschweig etwa 6.000 Mitglieder. Seit 1987 richtet der MTV alljährlich den Braunschweiger Nachtlauf aus, der im Juni durch die gesperrte Braunschweiger Innenstadt führt.

Angebotene Sportarten (Auswahl)[Bearbeiten]

Angeboten werden unter anderem:

Leichtathletik[Bearbeiten]

In der Leichtathletik gehört der MTV gegenwärtig zu den Braunschweiger Vereinen, die sich in der LG Braunschweig zusammengeschlossen haben.

Fußball[Bearbeiten]

Die Fußballabteilung des MTV war vor allem in der Zeit unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgreich. 1945 war der ehemalige Erstligist Leu Braunschweig im MTV aufgegangen; von 1948 bis 1954 spielte man danach in der damals zweitklassigen Landes- bzw. (ab 1949) Amateuroberliga Niedersachsen, bis der SC Leu sich zum Ende der Saison 1953/54 wiedergründete und den Startplatz des MTV in der Liga übernahm.[5] Die Fußballmannschaft des MTV spielte in der Folgezeit zumeist im unterklassigen Amateurfußball.

Handball[Bearbeiten]

Die Handballabteilung des MTV wurde 1923 gegründet.[6] 1982 ging der MTV eine Spielgemeinschaft mit dem PSV Braunschweig ein.[7] 1985 stieg die Herrenmannschaft das erste Mal in die Regionalliga Nord auf.[8] Schon eine Saison später gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga.[9] Dort belegte der MTV/PSV in der Saison 1987/88 den 9. Platz der Nordstaffel. Die folgende Saison 1988/89 beendete man als Vorletzter und musste somit nach nur zwei Spielzeiten in der 2. Bundesliga wieder absteigen. Nach einer Saison in der Regionalliga stieg man 1990 in die Oberliga ab. Erst 2002 konnte man wieder in die Regionalliga aufsteigen und dort bis 2006 spielen. Nachdem der Verein zwischenzeitlich bis in die Verbandsliga abgestiegen war, gelang in der Saison 2014/15 der Wiederaufstieg in die Oberliga Niedersachsen.

Insgesamt spielte der MTV 15 Jahre lang in der Oberliga Niedersachsen. Damit befindet man sich auf dem 5. Platz der ewigen Rangliste. In der Saison 1980/81 sorgte der MTV im Oberligaspiel gegen den Lokalrivalen Eintracht Braunschweig für einen kuriosen Rekord. Man trennte sich mit einem Spielstand von 9:9. Ein Remis mit so wenig Toren gab es seitdem nie wieder.[10]

Die männliche A-Jugend des Vereins spielte von 2011 bis 2014 in der Jugend-Bundesliga.

Bekanntester ehemaliger Spieler des MTV ist Volker Mudrow, der aktuell die 1. Herren des MTV trainiert. Weiterhin hat es Benjamin Chatton als ehemaliger Spieler des MTV in die 1. Handball-Bundesliga geschafft, er ist aktuell Geschäftsführer bei der TSV Hannover-Burgdorf.[11]

Basketball[Bearbeiten]

Die Basketballabteilung gründete 1978 eine Spielgemeinschaft mit der Freien Turnerschaft Braunschweig, die bis in die erste Basketball-Bundesliga aufstieg. Im Jahr 2000 gab man die Lizenz an eine Profisport-GmbH weiter, die seit 2006 unter dem Namen NewYorker Phantoms Braunschweig in der höchsten Spielklasse antritt. Die SG Braunschweig selbst spielte im Anschluss lange Zeit zweitklassig. Seit der Zusammenführung der regionalen Divisionen der 2. Basketball-Bundesliga 2007 in Pro A und Pro B spielt man als Spot Up Medien Baskets Braunschweig in der drittklassigen Pro B.

Schwimmen[Bearbeiten]

In den späten 1940er und frühen 1950er Jahren gehörte der MTV, für den u. a. Europameister Heinz-Günther Lehmann, Walter Klinge und Rupprecht Köninger starteten, zu den führenden Schwimmvereinen Deutschlands. Insgesamt errangen die MTV-Schwimmer in dieser Zeit 29 deutsche Meistertitel.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Sportler und Trainer[Bearbeiten]

Im MTV waren oder sind zahlreiche bekannte und erfolgreiche Sportler tätig. Dazu gehören u.a.:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Erich Pollmann: Das Herzogtum im Kaiserreich (1871–1914), in: Horst-Rüdiger Jarck / Gerhard Schildt (Hrsg.): Die Braunschweigische Landesgeschichte. Jahrtausendrückblick einer Region, Braunschweig 2000, S. 851
  2. Kurt Hoffmeister: Zeitreise durch die Braunschweiger Sportgeschichte: 180 Jahre Turnen und Sport in Braunschweig, Braunschweig 2010, S. 11
  3. Geschichte des MTV. Abgerufen am 25. November 2012 (PDF; 40 kB).
  4. Umzug auf die Rote Wiese. Abgerufen am 25. November 2012.
  5. Hoffmeister: Zeitreise durch die Braunschweiger Sportgeschichte, S. 54 u. S. 86
  6. Hoffmeister: Zeitreise durch die Braunschweiger Sportgeschichte, S. 54
  7. Das Handball-Archiv, abgerufen am 22. September 2012
  8. Abschlusstabelle Regionalliga 1985/86
  9. Abschlusstabelle der 2. Bundesliga 1987/88
  10. Rekorde der Oberliga Niedersachsen. Abgerufen am 24. Februar 2010.
  11. Website der TSV Hannover-Burgdorf. Abgerufen am 12. August 2012.
  12. Kurt Hoffmeister: Meister und Medaillen. Braunschweigs Olympiasieger, Welt-, Europa-, Deutsche Meister 1946-1986, Braunschweig 1986, S. 18-21

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: MTV Braunschweig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien