Markus Somm

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Markus Paul Somm[1] (* 16. März 1965 in Wettingen[2]; heimatberechtigt in Erlen[3]) ist ein Schweizer Journalist. Er ist Chefredaktor der Basler Zeitung (BaZ) und seit 1. Mai 2014 auch deren Verleger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Somm ist als Sohn des ehemaligen ABB-Schweiz-Chefs Edwin Somm in Baden aufgewachsen.[4] Er studierte Geschichte an den Universitäten München, Bielefeld und Zürich sowie Politikwissenschaft an der Harvard University[2] und schloss in Zürich mit dem Lizenziat ab. In seiner Studentenzeit galt Somm als Trotzkist und war Mitglied der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA).[5]

Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet Somm als Journalist im Bereich Schweizer Politik, zuerst beim Aargauer Volksblatt, dann beim Tages-Anzeiger, unter anderem als Bundeshauskorrespondent, und ab 2003 bei der Weltwoche, zuletzt als stellvertretender Chefredaktor.[4][2] Er schrieb Biografien über Henri Guisan und Christoph Blocher sowie eine Monografie über die Schlacht bei Marignano und veröffentlicht gelegentlich bei der Achse des Guten[6].

Nachdem Tito Tettamanti und Martin Wagner die Basler Zeitung im Februar 2010 übernommen hatten, wurde Somm am 30. August 2010 zu deren Chefredaktor ernannt.[7] Unter Markus Somm erlebte die Basler Zeitung den grössten Einbruch an Lesern in ihrer Geschichte. Im ersten Jahr seiner Tätigkeit als Chefredaktor büsste die Tageszeitung 12 Prozent, insgesamt 9340 ihrer Abonnenten, ein.[8] Von 2010 bis 2016 sank die beglaubigte Auflage um fast die Hälfte von 83'773 auf 46'237. Somm wurde am 1. Mai 2014 zusätzlich zum Verleger der BaZ und zum Verwaltungsratsmitglied berufen. Er löste damit Filippo Leutenegger ab, der am 7. Mai 2014 sein Amt als Zürcher Stadtrat antrat.[9] Als Verleger und Chefredaktor kritisierte Somm, dass es in einigen Zeitungen Journalisten gebe, die unabhängig von den Werbekunden mit missliebiger Berichterstattung agieren. Er betonte, dass dies unter seiner Führung anders sei: Unternehmen, die in seiner Zeitung Inserate schalten, so Somm, müssen sich «nicht blöde heruntermachen lassen».[10]

Auch wenn Somm Mitglied der FDP ist,[11] wird ihm eine politische Nähe zur SVP und deren Vordenker Christoph Blocher attestiert[12], dies auch vor dem Hintergrund[13] des seit 2010 in den Medien verschiedentlich vermuteten und 2014 offengelegten finanziellen Engagements von Blocher bei der Basler Zeitung. Zudem hatte Somm zuvor für die allgemein als Blocher-nah geltende Weltwoche gearbeitet und 2009 eine autorisierte Blocher-Biografie veröffentlicht.

Im Zusammenhang mit der Entlassung von Chefredaktor Markus Spillmann bei der Neuen Zürcher Zeitung im Dezember 2014 wurde er von deren Verwaltungsrat als Nachfolger auserkoren;[14] Somm verzichtete jedoch auf die Berufung, nachdem bereits der Vorschlag heftige Proteste ausgelöst hatte, und verblieb bei der Basler Zeitung.[15][16]

Somm ist mit einer Journalistin verheiratet, hat fünf Kinder und wohnt mit seiner Familie in der Region Zürich.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zinnsoldaten der Innenpolitik: Die Asylpraxis der Schweiz gegenüber revolutionären polnischen Flüchtlingen im 19. Jahrhundert. In: Monika Bankowski (Hrsg.): Asyl und Aufenthalt: Die Schweiz als Zuflucht und Wirkungsstätte von Slaven im 19. und 20. Jahrhundert. Helbing und Lichtenhahn, Basel 1994, ISBN 3-7190-1350-2, S. 47–68.
  • «Wir machen mit!» Schweizer Bürgertum an der Macht 1930 bis 1940. Unveröffentlichte Lizenziatsarbeit, Universität Zürich, Zürich 1994.
  • Christoph Blocher: Der konservative Revolutionär. Appenzeller Verlag, Herisau 2009, ISBN 978-3-85882-482-0.
  • General Guisan: Widerstand nach Schweizerart. Stämpfli, Bern 2010, ISBN 978-3-7272-1346-5.
  • Marignano. Die Geschichte einer Niederlage. Stämpfli, Bern 2015, ISBN 978-3-7272-1441-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Paul Somm (Memento vom 28. Februar 2014 im Internet Archive). In: infocube.ch. Abgerufen am 9. Januar 2013.
  2. a b c Lebenslauf (PDF-Datei; 113 kB), Website der Stiftung Freiheit & Verantwortung, abgerufen am 17. Oktober 2015.
  3. National Zeitung und Basler Nachrichten AG. In: Handelsregister des Kantons Basel-Stadt.
  4. a b «Weltwoche»-Vize Markus Somm wird neuer BaZ-Chefredaktor. In: OnlineReports. 30. November 2010.
  5. Othmar von Matt: Eine Guerilla-Kämpferin bringt Medienchefs in Erklärungsnot. In: Der Sonntag. 23. Februar 2013.
  6. Liste der Beiträge von Markus Somm bei der Achse des Guten.
  7. Markus Somm wird neuer Chefredaktor der Basler Zeitung. In: persoenlich.com. 30. August 2010.
  8. Baz-Auflage im freien Fall. In: Werbewoche. 1. Oktober 2012, abgerufen am 23. Februar 2016.
  9. Basler Zeitung schliesst Restrukturierung erfolgreich ab. In: Website der Basler Zeitung Medien. 11. April 2014 ((Medienmitteilung).
  10. Silke Fürst, Mike Meißner: Regelwerk mit Lücken an den entscheidenden Stellen. In: medienwoche.ch. 27. April 2016, abgerufen am 28. April 2016.
  11. «Es geht Ihnen doch nicht um Transparenz, es geht Ihnen um Politik!» In: SonntagsZeitung. 9. Oktober 2011, S. 23 (Interview).
  12. Iwan Städler: Blochers Anhänger war auch schon Hausbesetzer. In: Tages-Anzeiger. 15. Dezember 2014, abgerufen am 23. Februar 2016.
  13. Basel: Linke Stadt Rechtes Blatt. In: Zeit Online. 3. Juli 2015, abgerufen am 28. April 2018.
  14. Markus Somm soll Chefredaktor werden – Kader droht mit Kündigung. In: Aargauer Zeitung. 14. Februar 2014.
  15. Basels Linke «entsetzt» über den neuen BaZ-Chefredaktor Markus Somm. In: Tages-Anzeiger. 30. August 2010.
  16. Der Historiker und Vollblut-Journalist. In: SonntagsZeitung 9. Oktober 2011, S. 21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]