Mauro Camoranesi

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Mauro Camoranesi
Camoranesi 2016.jpg
Mauro Camoranesi 2016
Personalia
Name Mauro Germán Serra Camoranesi
Geburtstag 4. Oktober 1976
Geburtsort TandilArgentinien
Größe 174 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
0000–1994 Jorge Newbery Tandil Gimnasia y Esgrima Tandil
1994 Club Atlético Aldosivi
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1994–1996 Club Atlético Aldosivi
1995–1996 → Santos Laguna (Leihe) 22 0(8)
1997 Montevideo Wanderers 6 0(1)
1997–1998 CA Banfield 38 (16)
1998–2000 CD Cruz Azul 78 (32)
2000–2002 Hellas Verona 50 0(7)
2002–2010 Juventus Turin 224 (27)
2010–2011 VfB Stuttgart 7 0(0)
2011–2012 CA Lanús 35 0(0)
2012–2014 Racing Club 39 0(3)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2003–2010 Italien 55 0(4)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 28. April 2013

Mauro Germán Serra Camoranesi [kamoraˈneːzi] (* 4. Oktober 1976 in Tandil, Argentinien) ist ein ehemaliger argentinischer Fußballspieler, der für die italienische Nationalmannschaft spielte. Nach Stationen in Argentinien, Uruguay und Mexiko spielte er von 2000 bis 2010 in Italien in der Serie A für Hellas Verona und Juventus Turin und absolvierte insgesamt 274 Partien, in denen er 34 Tore erzielte. Nach einem halben Jahr in der Bundesliga in Deutschland beim VfB Stuttgart kehrte Camoranesi nach Argentinien zurück, wo er bei CA Lanús und bei Racing Club seine Karriere ausklingen ließ. Von 2003 bis 2010 spielte er 55 Mal für die Squadra Azzurra und wurde 2006 in Deutschland Weltmeister.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vergangenheit spielte Mauro Camoranesi für Santos Laguna (1996–1997) und CD Cruz Azul (1998–2000) in Mexiko sowie beim Club Atlético Banfield (1997–1998) in seinem Geburtsland Argentinien. Im Jahr 2000 wechselte Camoranesi nach Italien, wo er zunächst für Hellas Verona spielte.

Im Sommer 2002 wurde er von Rekordmeister Juventus Turin verpflichtet. Mit den Turinern gewann er 2003 die italienische Meisterschaft. Nachdem Juventus aufgrund des Manipulationsskandals nach der Saison 2005/06 in die Serie B absteigen musste, machten Transfergerüchte um Camoranesi die Runde. Die Fans der Bianconeri stellten Camoranesis Loyalität zum Verein in Frage und er wurde zu Beginn der Spielzeit 2006/07 von Juventus-Fans ausgepfiffen. Mit guten Leistungen eroberte er sich im Saisonverlauf jedoch den Respekt der Fans zurück und war Stammspieler im Team von Didier Deschamps, das den direkten Wiederaufstieg schaffte. Im Juli 2007 wurde sein Vertrag bei der Juve bis 2010 verlängert, bereits 2008 verlängerte er um noch ein weiteres Jahr. Am 7. August 2010 löste Mauro Camoranesi seinen Vertrag bei den Turinern auf[1], nachdem er dort auf das Abstellgleis geraten war.

Nachdem die Gazzetta dello Sport auf einen Wechsel von Mauro Camoranesi in die Premier League zu Birmingham City spekulierte[2], unterschrieb dieser Ende August 2010 in der Bundesliga beim VfB Stuttgart. Dort erhielt er einen Einjahresvertrag mit einer Option für eine weitere Spielzeit. Seinen Einstand für die Stuttgarter feierte er am 11. September 2010, als er am 3. Spieltag der Bundesliga-Spielzeit 2010/11 gegen den SC Freiburg gleich in der Anfangsformation stand. Der VfB Stuttgart verlor das Spiel mit 1:2 und das Sportmagazin „kicker“ hatte die Leistung Camoranesis mit der Note 3 bewertet.[3] Fünf Tage nach dem Spiel hatte Christian Gross moniert, dass Camoranesi mehr Effizienz zeigen müsse und „mehr Einfluss“ von ihm erwarte.[4] Einen Tag später stand er im ersten Europa League-Gruppenspiel gegen Young Boys Bern in der Anfangsformation und zeigte hierbei eine durchwachsene bis ausreichende Leistung (kicker-Note 4).[5] Wiederum zwei Tage später kam er am 4. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach zu seinem zweiten Bundesligaspiel und zeigte eine gute Leistung. Von „kicker“ wurde Camoranesi mit einer 2 bewertet.[6] Diesen krönte er mit der Vorlage für den zweiten Treffer der Schwaben durch Georg Niedermeier. Die Stuttgarter gewannen das Spiel letztlich mit 7:0. Im nächsten Spiel gegen den 1. FC Nürnberg wurde Camoranesi eingewechselt um im nächsten Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen zwar in der Anfangsformation zu stehen, jedoch nach einer Notbremse des Feldes verwiesen zu werden. Der VfB Stuttgart stand nach sechs Spieltagen auf dem 18. und letzten Tabellenplatz. Aus diesem Grund wurde Christian Gross im Oktober 2010 durch Jens Keller ersetzt. Unter ihm verlor Camoranesi seinen Stammplatz. So wurde er erst gar nicht eingesetzt oder wurde lediglich eingewechselt. Einzig in den Europa League-Gruppenspielen gegen den FC Getafe und im zweiten Gruppenspiel gegen Young Boys Bern stand er in der Anfangsformation. Nachdem der VfB zwischenzeitlich die Abstiegsränge verließ, jedoch wieder dorthin zurückrutschte, musste auch Jens Keller seinen Posten räumen. Bruno Labbadia wurde sein Nachfolger. Unter ihm kam Camoranesi noch im letzten Europa League-Gruppenspiel gegen Odense BK zum Einsatz, nachdem er in der 62. Minute eingewechselt wurde. Am 26. Januar 2011 wurde sein Vertrag aufgelöst und kehrte nach Argentinien zurück.[7] Camoranesi kam für die Schwaben im Punktspielbetrieb lediglich zu sieben Einsätzen, während er in der Europa League in allen sechs Gruppenspielen zum Einsatz kam.

Am 3. Februar 2011 schloss er sich CA Lanús an[8] und erarbeitete sich dort einen Stammplatz,[9] fiel allerdings auch durch seine Disziplinlosigkeit auf.[10] Im Juli 2012 wechselte er innerhalb der Liga zum Racing Club, war dort allerdings kein Stammspieler. Im Jahr 2014 beendete Mauro Camoranesi seine aktive Karriere.

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camoranesi stammt aus Argentinien, doch da seine Vorfahren aus Italien stammen und er kein Spiel für die argentinische Nationalmannschaft absolvierte, war er für die italienische Nationalelf spielberechtigt. Sein erstes Spiel für die Squadra Azzurra absolvierte er am 12. Februar 2003 unter Giovanni Trapattoni beim 1:0-Sieg im Freundschaftsspiel in Genua gegen Portugal.[11] In der Qualifikation für die Europameisterschaft 2004 in Portugal kam er zu fünf Einsätzen und konnte sich mit den Italienern in der Folge als Gruppensieger für die Endrunde qualifizieren. Da kam er in den Gruppenspielen gegen Dänemark und Schweden zum Einsatz und schied als Gruppendritter aus.

Auch in der Qualifikation für die Weltmeisterschaftsendrunde 2006 in Deutschland war er in sechs Partien zum Einsatz gekommen. Nachdem sich die Squadra Azzurra als Gruppensieger für die Endrunde in der Bundesrepublik qualifizieren konnte, kam er in der Folge unter Marcello Lippi, der nach der EM 2004 die Nachfolge von Trapattoni antrat, zu fünf Einsätzen und wurde durch ein Sieg nach Elfmeterschießen im Finale gegen Frankreich Weltmeister. Nach erfolgter Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz – Mauro Camoranesi kam zu sieben Einsätzen – nominierte Lippis Nachfolger Roberto Donadoni ihn für den italienischen Kader und setzte ihn allen drei Gruppenpartien ein. Dabei qualifizierten sich die Italiener als Gruppenzweiter für das Viertelfinale und schieden dort gegen den späteren Titelträger Spanien aus, hierbei wurde Camoranesi für Simone Perrotta eingewechselt.[12] Als Weltmeister 2006 war die italienische Nationalmannschaft für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika qualifiziert und Trainer Marcello Lippi, der nach der EM 2008 wieder Trainer der italienischen Nationalmannschaft wurde, berief ihn für den Kader für das Testturnier für die Weltmeisterschaftsendrunde. Dabei kam Mauro Camoranesi in zwei Partien zum Einsatz und schied nach der Gruppenphase aus. Auch bei der WM-Endrunde im folgenden Jahr in Südafrika war er nach sechs Qualifikationsspielen mit von der Partie und auch dieses Mal schied Italien nach der Gruppenphase aus. Nach dem Turnier wurde er vom neuen Nationaltrainer Cesare Prandelli nicht mehr nominiert.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nationalmannschaft

Im Verein

* aberkannt im Rahmen des italienischen Fußball-Skandals 2005/2006

Individuell

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mauro Camoranesi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Camoranesi: consensual rescinding of contract vom 31. August 2010 auf juventus.com
  2. spox (Hrsg.): Camoranesi von Turin nach Birmingham. 7. August 2010, abgerufen am 31. Juli 2013.
  3. kicker online (Hrsg.): Freiburg dreht das Spiel. 11. September 2010, abgerufen am 31. Juli 2013.
  4. kicker online (Hrsg.): Delpierre als Hoffnungsträger. 15. September 2010, abgerufen am 31. Juli 2013.
  5. kicker online (Hrsg.): Cacaus Zitter-Elfer gibt dem VfB Sicherheit. 16. September 2010, abgerufen am 31. Juli 2013.
  6. kicker online (Hrsg.): Pogrebnyak glänzt beim Schützenfest. 16. September 2010, abgerufen am 31. Juli 2013.
  7. Henrik Lerch: Das war's - Camoranesi verlässt den VfB Stuttgart. In: Stuttgarter Nachrichten. Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, 26. Januar 2011, abgerufen am 27. Juli 2019.
  8. Un campeón del mundo llega a Lanús (Memento des Originals vom 5. Februar 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.clublanus-beta.com.ar vom 3. Februar 2011 auf clublanus-beta.com.ar
  9. Camoranesi denkt gern an den VfB Stuttgart zurück. In: Stuttgarter Nachrichten. Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, 5. April 2011, abgerufen am 27. Juli 2019.
  10. Fabian Biastoch: Was macht eigentlich... Mauro Camoranesi? In: Goal. 10. September 2013, abgerufen am 27. Juli 2019.
  11. Erstes Spiel für die Squadra Azzurra, Webpräsenz des italienischen Fußballverbandes (italienisch)
  12. Einwechslung im Viertelfinale, Webpräsenz des italienischen Fußballverbandes (italienisch)