Filippo Inzaghi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filippo Inzaghi

Filippo Inzaghi (2011)

Spielerinformationen
Geburtstag 9. August 1973
Geburtsort PiacenzaItalien
Größe 181 cm
Position Stürmer
Junioren
Jahre Station
1982–1985
1985–1991
San Nicolò
Piacenza Calcio
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1991–1995
1992–1993
1993–1994
1995–1996
1996–1997
1997–2001
2001–2012
Piacenza Calcio
UC AlbinoLeffe (Leihe)
Hellas Verona (Leihe)
AC Parma
Atalanta Bergamo
Juventus Turin
AC Mailand
39 (15)
21 (13)
36 (13)
15 0(2)
33 (24)
120 (57)
202 (73)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1993–1996
1997–2007
Italien U-21
Italien
14 0(3)
57 (25)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2012–2013
2013–2014
2014–2015
2015–
AC Mailand U-16
AC Mailand Primavera
AC Mailand
FC Venedig
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Filippo „Pippo“ Inzaghi (* 9. August 1973 in Piacenza, Italien) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger -trainer.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Gehversuche im italienischen Profifußball machte der 1,81 m große und 74 kg schwere Filippo Inzaghi in der Saison 1991/92 bei seinem Heimatverein FC Piacenza, für den er in der Serie B, der zweithöchsten italienischen Spielklasse, zu zwei Einsätzen kam. Im Jahr darauf schoss er 13 Tore in 21 Serie-C1-Spielen (dritte italienische Liga) für die UC AlbinoLeffe.

Nach jeweils einjährigen Intermezzi in Verona und wieder Piacenza debütierte Inzaghi in der Saison 1995/96 mit der AC Parma in der Serie A und schoss dabei zwei Tore in 15 Spielen.

Endgültig etablierte sich Inzaghi dann in der Saison 1996/97, als ihm in seinem zweiten Jahr in der Serie A 24 Tore in 33 Spielen für Atalanta Bergamo gelangen. Dadurch wurden die Topklubs Italiens auf ihn aufmerksam und er wechselte 1997 zu Juventus Turin, für die er vier Spielzeiten mit großem Erfolg spielte, 1997/98 italienischer Meister wurde und insgesamt 57 Tore in 120 Serie-A-Spielen verbuchen konnte.

Vor der Saison 2001/02 wechselte Filippo Inzaghi für die Ablösesumme von angeblich rund 40 Milliarden Lire (umgerechnet über 20 Millionen Euro) und zusätzlich für den Mittelfeldakteur Cristian Zenoni zum AC Mailand[1], mit dem er 2002/03 die UEFA Champions League gewann und 2003/04 seinen zweiten Scudetto holte.

In der Serie-A-Saison 2006/07 kam er auf 20 Spiele und erzielte dabei nur zwei Tore. Der jüngere Stürmer Alberto Gilardino wurde ihm in der Liga oft vorgezogen und so kam Inzaghi häufig nur als Joker zum Einsatz. In der Champions League jedoch führte er seine Mannschaft mit vier Toren bis ins Finale gegen den FC Liverpool, in dem er mit zwei Treffern Milan zum 2:1-Sieg führte.

Am 4. Dezember 2007 erzielte Filippo Inzaghi gegen den Celtic FC sein 63. Europapokal-Tor und löste damit Gerd Müller als erfolgreichsten Torschützen in der Geschichte des Fußball-Europapokals ab. In der Liste der Champions League-Rekordtorschützen ist er mit 50 Toren aktuell Neunter (Stand: 18. Oktober 2016). Für den AC Mailand erzielte Inzaghi 47 Champions-League-Tore und stellte damit einen Vereinsrekord auf.

Nachdem er in der Woche zuvor in der Champions League beim 2:2 gegen Real Madrid noch beide Tore erzielt hatte, zog sich Inzaghi am 10. November 2010 im Spiel gegen US Palermo einen Kreuzbandriss sowie einen Meniskusschaden im linken Knie zu.

Nach der Saison 2011/12 beendete Inzaghi seine Karriere.

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzaghi gab sein Debüt in der italienischen Nationalmannschaft am 8. Juni 1997 während des Tournoi de France gegen Brasilien.

Bei der Weltmeisterschaft 1998 erreichte er mit Italien das Viertelfinale. Inzaghi kam zweimal zum Einsatz und schoss dabei kein Tor. 2000 wurde Inzaghi Vize-Europameister, er bestritt dabei vier Partien und erzielte zwei Treffer. Bei der WM 2002 scheiterte er mit seiner Mannschaft schon im Achtelfinale gegen den Gastgeber Südkorea und kam nur zweimal zum Einsatz.

Ende April 2004 musste sich der Stürmerstar einer Knie-Operation unterziehen und wurde auf Grund dieser Verletzung nicht für die EM-Endrunde 2004 in Portugal berücksichtigt. 2006 wurde Inzaghi Weltmeister. Bei seinem einzigen Einsatz, im Gruppenspiel gegen Tschechien, erzielte er den Treffer zum Endstand von 2:0.

Mit insgesamt 25 Toren in 57 Länderspielen rangiert er auf dem sechsten Platz der ewigen Torschützenliste Italiens.

Spielstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filippo Inzaghi galt im Allgemeinen nicht als großer Techniker, schneller Sprinter oder physisch starker Spieler.[2] Die niederländische Fußballlegende Johan Cruyff sagte sogar über Inzaghi, dass dieser eigentlich gar nicht Fußballspielen könne.[3] Seine mangelnde Laufbereitschaft kommentierte Inzaghi selbst mit den Worten: "Zum Laufen sind andere da".[4]

Er galt ferner als ein Spieler, der bei leichtem Körperkontakt theatralisch zu Boden fiel und auf diese Art versuchte, Elfmeter zugesprochen zu bekommen.[5]

Inzaghi war dennoch einer der erfolgreichsten Torjäger im Europapokal. Auch in der italienischen Nationalmannschaft und für seine Vereine konnte er sich oft in der Torschützenliste eintragen. Dies verdankte er insbesondere seiner Spielweise:

Inzaghi war ein typischer Strafraumstürmer, der sich stets an der Grenze zum Abseits positionierte und das Tor immer anvisierte.[6] Dies ermöglichte ihm, nach einem guten Zuspiel eines Mannschaftskameraden und einem entsprechend abgestimmten Lauf den Ball in einem direkten Duell mit dem gegnerischen Torwart ins Tor zu befördern.[7] Dieses Spiel an der Abseitsgrenze hatte jedoch auch zur Folge, dass er häufiger als jeder andere Spieler in der Serie A im Abseits stand, was Sir Alex Ferguson mit dem Ausspruch, Inzaghi sei "im Abseits geboren", kommentierte.[8] Oftmals hatte er jedoch das Glück, dass seine Abseitsposition nicht erkannt wurde, sodass er erfolgreich zum Abschluss kam.[9] Ferner hatte er einen ausgeprägten Torinstinkt mit außerordentlicher Reaktionsschnelle, wodurch er oft im richtigen Moment am richtigen Ort stand, um den Ball ins Tor zu befördern.[10] Zudem verfügte er über hohe Schuss- und Kopfballgenauigkeit, sodass er auch aus schwierigen Winkeln treffen konnte.

Saisonstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein Liga Saison Liga Coppa Italia Europapokal Andere Gesamt
Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore
Piacenza Calcio Serie B 1991/92 2 0 1 0 - - - - 3 0
Gesamt 2 0 1 0 - - - - 3 0
UC AlbinoLeffe Serie C1 1992/93 21 13 - - - - - - 21 13
Gesamt 21 13 - - - - - - 21 13
Hellas Verona Serie B 1993/94 36 13 1 1 - - - - 37 14
Gesamt 36 13 1 1 - - - - 37 14
Piacenza Calcio Serie B 1994/95 37 15 4 2 - - - - 41 17
Gesamt 37 15 4 2 - - - - 41 17
AC Parma Serie A 1995/96 15 2 1 0 6 2 - - 22 4
Gesamt 15 2 1 0 6 2 - - 22 4
Atalanta Bergamo Serie A 1996/97 33 24 1 1 - - - - 34 25
Gesamt 33 24 1 1 - - - - 34 25
Juventus Turin Serie A 1997/98 31 18 4 1 10 6 1 2 46 27
1998/99 28 13 1 0 10 6 3 1 42 20
1999/00 33 15 2 1 8 10 - - 43 26
2000/01 28 11 - - 6 5 - - 34 16
Gesamt 120 57 7 2 34 27 4 3 165 89
AC Mailand Serie A 2001/02 20 10 1 2 7 4 - - 28 16
2002/03 30 17 3 1 16 12 - - 49 30
2003/04 14 3 3 2 9 2 2 0 28 7
2004/05 11 0 2 0 2 1 - - 15 1
2005/06 23 12 2 1 6 4 - - 31 17
2006/07 20 2 5 3 12 6 - - 37 11
2007/08 21 11 - - 6 5 2 2 29 18
2008/09 26 13 - - 6 3 - - 32 16
2009/10 24 2 2 1 7 2 - - 33 5
2010/11 6 2 - - 3 2 - - 9 4
2011/12 7 1 2 0 - - - - 9 1
Gesamt 202 73 20 10 74 41 4 2 300 126
Karriere Gesamt 466 197 35 16 114 70 8 5 623 288

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Auslaufen seines Vertrages mit dem AC Mailand nach der Saison 2011/12 wurde er dort Jugendtrainer im U-16-Bereich.[11] 2013 wurde er Cheftrainer der ersten Jugendmannschaft, AC Mailand Primavera, die in der eigens für Jugendteams vorgesehenen Campionato Nazionale Primavera antritt.

Zur Saison 2014/15 übernahm Inzaghi das Profiteam vom entlassenen Clarence Seedorf. Nach nur einer Saison und einem für Vereinsverhältnisse enttäuschenden zehnten Platz, der das erneute Verpassen des internationalen Wettbewerbs bedeutete, erklärte der AC Mailand am 16. Juni 2015 die Entlassung Inzaghis.[12] Sein Nachfolger im Amt wurde der Serbe Siniša Mihajlović, der zuvor für zwei Saisons den Ligakonkurrenten Sampdoria Genua trainiert hatte.[13]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft

Piacenza Calcio

Juventus Turin

AC Mailand

Persönliche Auszeichnungen

Sonstiges

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filippos jüngerer Bruder Simone Inzaghi war ebenfalls italienischer Nationalstürmer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Filippo Inzaghi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Inzaghi e' rossonero
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]
  5. [4]
  6. [5]
  7. [6]
  8. [7]
  9. [8]
  10. [9]
  11. http://www.acmilan.com/en/news/show/142540
  12. Transfermarkt.de: Fix: AC Milan trennt sich von Inzaghi; veröffentlicht und abgerufen am 16. Juni 2015
  13. Transfermarkt.de: Bestätigt: Mihajlovic übernimmt Traineramt beim AC Mailand; veröffentlicht und abgerufen am 16. Juni 2015