Andrea Barzagli

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Andrea Barzagli
Andrea Barzagli BGR-ITA 2012.jpg
Andrea Barzagli (2012)
Spielerinformationen
Geburtstag 8. Mai 1981
Geburtsort FiesoleItalien
Größe 187 cm
Position Innenverteidiger
Junioren
Jahre Station
Rondinella Calcio
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1998–2000 Rondinella Calcio 51 (3)
2000 AC Pistoiese 5 (0)
2001 Rondinella Calcio 13 (1)
2001–2003 Ascoli Calcio 46 (3)
2003–2004 AC Chievo Verona 29 (3)
2004–2008 US Palermo 142 (3)
2008–2011 VfL Wolfsburg 75 (1)
2011– Juventus Turin 171 (2)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2002 Italien U-20 8 (0)
2003–2004 Italien U-21 15 (0)
2004– Italien 61 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 24. April 2017

2 Stand: 2. Juli 2016

Andrea Barzagli (* 8. Mai 1981 in Fiesole) ist ein italienischer Fußballspieler.

Er spielt auf der Position eines Verteidigers bei Juventus Turin in der Serie A und gehörte zum Weltmeisterkader der italienischen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karriere in Italien (1998–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Barzagli begann seine Karriere im nahe seiner Heimatstadt Fiesole gelegenen Florenz bei Rondinella Calcio in der Serie D. Hier spielte er zweieinhalb Spielzeiten, ehe er zur AC Pistoiese in die Serie B wechselte, wo er sich jedoch nicht durchzusetzen vermochte und 2001 für kurze Zeit nochmals zu Rondinella zurückkehrte. Zur Saison 2001/02 wechselte Barzagli erstmals zu einem Verein außerhalb der Toskana, nämlich zum Serie-C1-Verein Ascoli Calcio. Dort konnte er sich einen Stammplatz erspielen. In der ersten Saison in Ascoli gelang der Aufstieg in die zweithöchste italienische Liga.

Dank seinen überzeugenden Leistungen rückte er ins Blickfeld von verschiedenen Serie-A-Vereinen. So war es wenig überraschend, als Barzagli am Ende der Saison 2002/03 von Ascoli zur AC Chievo Verona wechselte, wo er auf Anhieb den Sprung in den Stammkader schaffte. Nach einer Spielzeit in Verona wechselte er zur US Palermo, wo er vier Jahre lang in der Stammformation stand und in der Saison 2007/08 auch Mannschaftskapitän war.

VfL Wolfsburg (2008–2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2008/09 wechselte Andrea Barzagli für etwa zehn Millionen Euro zum Bundesligisten VfL Wolfsburg, wo er einen Dreijahresvertrag erhielt. Dort traf er auf Cristian Zaccardo, der kurz zuvor ebenfalls aus Palermo nach Deutschland gewechselt war. Er gewann 2009 mit den Wölfen den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. In dieser Saison kam er auf insgesamt 3060 Spielminuten – damit war er neben den Torhütern Jens Lehmann (VfB Stuttgart), Gerhard Tremmel (Energie Cottbus), Dennis Eilhoff (Arminia Bielefeld) und Frank Rost (Hamburger SV) der einzige Feldspieler, der an allen 34 Spieltagen von der ersten bis zur 90. Minute auf dem Spielfeld stand. Das Fachblatt Kicker bescheinigte ihm der „Abwehr-Stabilisator“ der Meisterelf gewesen zu sein, bemängelt aber, dass von ihm „kaum Impulse für die Offensive“ ausgingen.[1]

In der darauffolgenden Saison 2009/10 konnten weder der VfL Wolfsburg noch Andrea Barzagli an die Erfolge vom Vorjahr anknüpfen. Unter Trainer Armin Veh, der den zu Schalke 04 abgewanderten Felix Magath ersetzen sollte, stand Barzagli nicht immer in der Stammelf des VfL. Nach der Entlassung von Veh Ende Januar 2010 aber bekam er unter Interimscoach Lorenz-Günther Köstner wieder mehr Einsatzzeiten. Am Ende der Saison kam Barzagli auf 24 Einsätze in der Bundesliga, jeweils zwei in der Champions League und im DFB-Pokal und drei in der Europa League. In dieser Saison, die der VfL auf dem achten Platz beendete, konnte Barzagli schließlich auch sein erstes Tor schießen. Am 4. April 2010 erzielte er mit dem Kopf das 2:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim (Endstand 4:0).

In seiner dritten Saison bekam Barzagli vom neuen Trainer Steve McClaren mit dem deutschen Nationalspieler Arne Friedrich und dem Dänen Simon Kjær zwei Konkurrenten für die Innenverteidigerposition. Beim DFB-Pokalspiel gegen Preußen Münster stand das Duo Friedrich/Kjær über 90 Minuten auf dem Platz, Barzagli musste auf der Bank Platz nehmen. Da sich Konkurrent Arne Friedrich aber verletzte und anschließend operiert wurde, bedeutete das für Andrea Barzagli, dass er am 1. Spieltag gegen den FC Bayern München wieder auf dem Platz stehen und an Stelle von Friedrich spielen konnte. Nachdem er zu Beginn der Rückrunde seinen Stammplatz im Wolfsburger Team an den wieder genesenen Friedrich verloren hatte, verließ Barzagli den VfL ein halbes Jahr vor Vertragsende.

Rückkehr nach Italien (2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für etwa eine halbe Million Euro[2] wechselte er Ende Januar 2011 zurück nach Italien und heuerte bei Juventus Turin an. Dort hatte er sofort wieder einen festen Platz und bestritt fast alle verbleibenden Saisonspiele der Serie A über die volle Distanz.

Im Spitzenspiel in der Saison 2013/2014 gegen den AS Rom, absolvierte Barzagli sein 100. Serie A Spiel für Juventus Turin.

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrea Barzagli bestritt insgesamt 23 Partien für die italienischen U-20- und U-21-Auswahlen und konnte 2004 unter Trainer Claudio Gentile den U-21-EM-Titel und die Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Athen gewinnen.

Barzagli debütierte am 17. November 2004 unter Marcello Lippi beim 1:0-Sieg gegen Finnland in der italienischen A-Nationalmannschaft. Seither gehört er zum ständigen Kreis der Nationalspieler und konnte mit Italien mit dem Gewinn des WM-Titels bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland den größten Erfolg seiner Karriere feiern.

Auch bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz stand Barzagli im Kader der Italiener. Er absolvierte bei diesem Turnier eine Partie und zog sich im Vorfeld des Viertelfinales gegen den späteren Europameister Spanien, in dem die Azzurri im Elfmeterschießen unterlagen, eine Knieverletzung zu, die ihn zu einer einmonatigen Pause zwang.[3]

Mit seinem Mitwirken beim 2:2-Unentschieden am 20. August 2008 im Stade du Ray in Nizza gegen Österreich war er der erste A-Nationalspieler Italiens, der bei einem Bundesligisten, der nicht Bayern München heißt, unter Vertrag steht. Am 6. September 2008 spielte Barzagli beim 2:1-Sieg im WM-Qualifikationsspiel in Nikosia gegen Zypern sein vorerst letztes Länderspiel. Zwar stand er vier Tage später beim 2:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Georgien zwar im Kader jedoch kam er seitdem lange Jahre nicht mehr zu einer Nominierung.

Im Oktober 2011, als er wieder in Italien bei Juventus Turin spielte, wurde Barzagli nach drei Jahren wieder in die Nationalmannschaft Italiens nominiert, als er für die EM-Qualifikationsspiele gegen Serbien und Nordirland nominiert wurde. Am 7. Oktober 2011 feierte er beim 1:1-Unentschieden im EM-Qualifikationsspiel gegen Serbien seine Rückkehr in die Nationalmannschaft. Bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine wurde Barzagli Vize-Europameister. Das Abschneiden Italiens, das bei der WM 2010 in der Vorrunde ausgeschieden war, wurde als Erfolg und Wiedergeburt der Mannschaft angesehen. In den der ersten Spielen gegen Spanien und Kroatien ließ Nationaltrainer Prandelli mit drei Verteidigern und einem breiten Mittelfeld spielen. Ab dem dritten Spiel bis zum Finale agierte man mit einer Viererabwehrkette und Barzagli spielte als Stammkraft in der rechten Innenverteidigung hinter Spielmacher Andrea Pirlo das Turnier durch.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er als Stammspieler in das italienische Aufgebot aufgenommen. Er und Leonardo Bonucci waren die einzigen beiden Spieler im Kader, die in allen fünf Partien eingesetzt wurden. Dabei verpasste er keine Spielminute. Im Viertelfinale gegen Deutschland gehörte er zu den erfolgreichen Schützen im Elfmeterschießen, trotzdem verlor das Team und schied aus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft
VfL Wolfsburg (2008–2011)
Juventus Turin (seit 2011)
Auszeichnungen
  • AIC-Mannschaft des Jahres (1): 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andrea Barzagli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kicker Sportmagazin Nr. 48/2009, S. 11
  2. Barzagli: Zurück in Italien, kicker, 26. Januar 2011
  3. Barzagli in Wien operiert – Ein Monat Pause. mopo.de, 20. Juni 2008, abgerufen am 10. Juli 2008.