Olympische Winterspiele 1968/Biathlon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biathlon bei den
Olympischen Winterspielen 1968
Grenoble 1968 Winter Olympic logo.svg
Biathlon pictogram.svg
Information
Austragungsort FrankreichFrankreich Autrans Méaudre-en-Vercors
Wettkampfstätte Autrans
Nationen 16
Athleten 72 (72 Blue Mars symbol.svg)
Datum 12–15. Februar 1968
Entscheidungen 2
Innsbruck 1964

Bei den X. Olympischen Spielen 1968 in Grenoble fanden zwei Wettbewerbe im Biathlon statt. Austragungsort war Autrans, das provisorisch errichtete Zielstadion befand sich südwestlich des Dorfes. Erstmals auf dem olympischen Programm stand der Staffelwettbewerb.

Die Sportart war als olympische Disziplin immer noch nicht von allen anerkannt, es gab weiter Kritiker. Das Schießen an sich stand da auf dem Prüfstand, weil es eine militärische Nähe widerspiegele. Außerdem seien trotz Regeländerung immer noch die guten Schützen zu sehr im Vorteil gegenüber den guten Läufern. Aber es gab inzwischen auch mehr Befürworter. Die Ausweitung auf eine zweite Disziplin in Form der Staffel trug mit zu einer wachsenden Attraktivität bei. Die Regeln hatten sich geändert – siehe dazu Beschreibung bei den einzelnen Wettbewerben.[1]

Bilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 1 1 1 3
2 NorwegenNorwegen Norwegen 1 1 2
3 SchwedenSchweden Schweden 1 1

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkurrenz Gold Silber Bronze
Einzel 20 km NorwegenNorwegen Magnar Solberg Sowjetunion 1955Sowjetunion Alexander Tichonow Sowjetunion 1955Sowjetunion Wladimir Gundarzew
Staffel 4×7,5 km Sowjetunion 1955Sowjetunion Alexander Tichonow, Nikolai Pusanow,
Wiktor Mamatow, Wladimir Gundarzew
NorwegenNorwegen Ola Wærhaug, Olav Jordet,
Magnar Solberg, Jon Istad
SchwedenSchweden Lars-Göran Arwidson, Tore Eriksson,
Olle Petrusson, Holmfrid Olsson

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzel 20 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiasieger 1964: Wladimir Melanin URS (Karriere beendet) / Weltmeister 1967: Sowjetunion 1955Sowjetunion Wiktor Mamatow (URS).

Platz Land Sportler Zeit (h) Fehler
1 NorwegenNorwegen NOR Magnar Solberg 1:13:45,9 00
2 Sowjetunion 1955Sowjetunion URS Alexander Tichonow 1:14:40,4 02
3 Sowjetunion 1955Sowjetunion URS Wladimir Gundarzew 1:18:27,4 02
4 Polen 1944Polen POL Stanisław Szczepaniak 1:18:56,8 01
5 FinnlandFinnland FIN Arve Kinnari 1:19:47,9 02
6 Sowjetunion 1955Sowjetunion URS Nikolai Pusanow 1:20:14,5 03
7 Sowjetunion 1955Sowjetunion URS Wiktor Mamatow 1:20:20,8 01
8 Polen 1944Polen POL Stanisław Łukaszczyk 1:20:28,1 04
9 FinnlandFinnland FIN Kalevi Vähäkylä 1:20:56,5 03
10 Deutschland Demokratische Republik 1968DDR GDR Horst Koschka 1:21:37,7 03
12 Deutschland BRBR Deutschland FRG Theo Merkel 1:22:10,5 04
18 Deutschland Demokratische Republik 1968DDR GDR Dieter Speer 1:24:13,3 06
21 Deutschland Demokratische Republik 1968DDR GDR Hansjörg Knauthe 1:25:04,9 02
24 Deutschland Demokratische Republik 1968DDR GDR Heinz Kluge 1:26:55,2 07
32 Deutschland BRBR Deutschland FRG Gerhard Gehring 1:28:26,8 08
39 Deutschland BRBR Deutschland FRG Xaver Kraus 1:30:40,2 12
40 OsterreichÖsterreich AUT Paul Ernst 1:31:47,9 06
41 Deutschland BRBR Deutschland FRG Herbert Hindelang 1:31:48,5 10
47 OsterreichÖsterreich AUT Horst Schneider 1:33:49,6 09
50 OsterreichÖsterreich AUT Adolf Scherwitzl 1:34:21,7 04
56 OsterreichÖsterreich AUT Franz Vetter 1:36:25,0 10

Datum: 12. Februar 1968, 09:00 Uhr
Totalanstieg: 620 m, Maximalanstieg: 58 m, Höhenunterschied: 125 m

60 Teilnehmer aus 16 Ländern, davon 59 in der Wertung.

Das Einzelrennen fand unter schwierigen Bedingungen statt, denn fast pausenlos fiel eiskalter Regen, der die Treffsicherheit der Schützen stark beeinträchtigte. Viermal waren aus einer Entfernung von 150 m je fünf Schüsse mit Biathlongewehren abzugeben, liegend nach 3,6 und 12,5 km, stehend nach 8,5 und 17,4 km. Der Zieldurchmesser beim Liegendschießen betrug 25 cm (Innenkreis 12,5 cm), beim Stehendschießen 45 cm (Innenkreis 35 cm). Wurde der Außenkreis getroffen, erhielt der Teilnehmer eine Strafminute, bei einem vollständigen Fehlschuss zwei Strafminuten. Olympiasieger Magnar Solberg, der erstmals einen Biathlonwettkampf außerhalb Skandinaviens bestritt, blieb als einer von nur zwei Teilnehmern fehlerfrei. Tichonow war zwar der beste Läufer, doch zwei Fehlschüsse kosteten ihm den Olympiasieg. Der Bewerb fand bei leichtem Regen und Temperaturen über dem Gefrierpunkt statt. Die Österreicher hatten erwartungsgemäß keine Chance.[2]

Staffel 4 × 7,5 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Olympischen Spielen erstmals ausgetragen; Weltmeister 1967: NOR (Jon Istad
Ragnar Tveiten
Ola Wærhaug
Olav Jordet).

Platz Land Sportler Zeit (h) Fehler
1 Sowjetunion 1955Sowjetunion URS Alexander Tichonow, Nikolai Pusanow,
Wiktor Mamatow, Wladimir Gundarzew
2:13:02,4 02
2 NorwegenNorwegen NOR Ola Wærhaug, Olav Jordet,
Magnar Solberg, Jon Istad
2:14:50,2 05
3 SchwedenSchweden SWE Lars-Göran Arwidson, Tore Eriksson,
Olle Petrusson, Holmfrid Olsson
2:17:26,3 00
4 Polen 1944Polen POL Józef Różak, Andrzej Fiedor,
Stanisław Łukaszczyk, Stanisław Szczepaniak
2:20:19,6 04
5 FinnlandFinnland FIN Juhani Suutarinen, Heikki Flöjt,
Kalevi Vähäkylä, Arve Kinnari
2:20:41,8 05
6 Deutschland Demokratische Republik 1968DDR GDR Heinz Kluge, Hans-Gert Jahn,
Horst Koschka, Dieter Speer
2:21:54,5 04
7 Rumänien 1965Rumänien ROM Gheorghe Cimpoia, Constantin Carabela,
Nicolae Bărbășescu, Vilmoș Gheorghe
2:25:39,8 04
8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Ralph Wakley, Edward Williams,
Bill Spencer, John Ehrensbeck
2:28:35,8 08
9 Deutschland BRBR Deutschland FRG Herbert Hindelang, Theo Merkel,
Xaver Kraus, Gerhard Gehring
2:29:56,6 06
10 FrankreichFrankreich FRA Daniel Claudon, Serge Legrand,
Aimé Gruet-Masson, Jean-Claude Viry
2:31:12,9 10
11 OsterreichÖsterreich AUT Paul Ernst, Adolf Scherwitzl,
Horst Schneider, Franz Vetter
2:33:47,1 10
12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR Marcus Halliday, Alan Notley,
Peter Tancock, Frederick Andrew
2:34:40,9 09
13 OsterreichÖsterreich AUT Isao Ono, Miki Shibuya,
Shozo Okuyama, Hajime Yoshimura
2:35:21,0 09
KanadaKanada CAN George Ede, Knowles McGill,
George Rattai, Esko Karu
DNF

Datum: 15. Februar 1968, 14:00 Uhr
Totalanstieg: 195 m
Maximalanstieg: 50 m
Höhenunterschied: 65 m

Der Start des Rennens musste wegen dichten Nebels um fünfeinhalb Stunden verschoben werden (vorerst hatte es bereits eine Absage gegeben, ehe doch nach dieser Zeitspanne begonnen wurde).[3]
Es nahmen 14 Staffeln mit je vier Läufern teil, die Kanadier gaben das Rennen unterwegs auf. Zu absolvieren waren zwei Schießprüfungen, stehend nach 2,5 km, liegend nach 5,0 km. Bei jeder Prüfung mussten aus einer Entfernung von 150 m fünf Glasteller getroffen werden (Durchmesser beim Liegendschießen 12,5 cm, beim Stehendschießen 30 cm), die Schützen hatten je acht Patronen zur Verfügung. Für jedes nicht getroffene Ziel musste eine Strafrunde von 150 m Länge absolviert werden. Die einzige Mannschaft ohne Fehlschuss war jene aus Schweden, die beste Einzelleistung erzielte Magnar Solberg in der dritten Runde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Olympischen Spiele 1968 Mexico City Grenoble, Hrsg. Bertelsmann Sportredaktion in Zusammenarbeit mit dem Sport-Informations-Dienst (sid), Gütersloh 1968, S. 66 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Olympischen Spiele 1968 Mexico City Grenoble, Hrsg. Bertelsmann Sportredaktion in Zusammenarbeit mit dem Sport-Informations-Dienst (sid), Gütersloh 1968, S. 66 f.
  2. «Fehlschüsse kosteten den Sieg». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 13. Februar 1968, S. 13 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  3. «Gold für die Sowjetunion». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1968, S. 15 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).