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Olympische Winterspiele 1968/Rennrodeln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Rennrodeln bei den
Olympischen Winterspielen 1968
Information
Austragungsort FrankreichFrankreich Villard-de-Lans
Wettkampfstätte Piste de luge
Nationen 14
Athleten 85 (26 Frauen und 59 Männer)
Datum 11.–13. Februar 1968
Entscheidungen 3
Innsbruck 1964

Bei den X. Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble fanden drei Wettbewerbe im Rennrodeln statt. Die Naturbahn in Villard-de-Lans war genau 1000 Meter lang, hatte 14 Kurven und überwand eine Höhendifferenz von 110 Metern. Alle Wettbewerbe mussten wegen hoher Temperaturen mehrmals verschoben oder gar verkürzt werden.

Medaillenspiegel

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Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 DDR1113
2 Österreich112
3 Italien11
4 BR Deutschland123

Medaillengewinner

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Konkurrenz Gold Silber Bronze
Einsitzer MännerÖsterreich Manfred Schmid Thomas Köhler Klaus-Michael Bonsack
Einsitzer FrauenItalien Erika Lechner Christa Schmuck Angelika Dünhaupt
Doppelsitzer Klaus-Michael Bonsack, Thomas KöhlerÖsterreich Manfred Schmid, Ewald Walch Wolfgang Winkler, Fritz Nachmann

(alle Laufzeiten in Sekunden, Gesamtzeiten in min)

Einsitzer Männer

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Olympiasieger 1964: Thomas Köhler (GDR/EUA).

Platz Land Sportler 1. Lauf 2. Lauf 3. Lauf Gesamt
1  AUT Manfred Schmid 57,1657,7357,592:52,48
2  DDR Thomas Köhler 57,6857,4757,512:52,66
3  DDR Klaus-Michael Bonsack 57,9057,6357,802:53,33
4  POL Zbigniew Gawior 57,5558,3557,612:53,51
5  AUT Josef Feistmantl 57,7858,0657,732:53,57
6  FRG Hans Plenk 57,3058,3758,002:53,67
7  DDR Horst Hörnlein 57,4958,0458,572:54,10
8  POL Jerzy Wojnar 58,1658,3658,082:54,62
9  FRG Leonhard Nagenrauft 57,8758,4558,392:54,71
10  ITA Emilio Lechner 57,9458,6358,532:55,10
11  FRG Wolfgang Winkler 58,0858,8658,412:55,35
12  ITA Giovanni Graber 58,0958,5958,882:55,56
14  AUT Helmut Thaler 58,4259,0358,602:56,05
16  ITA Siegfried Mair 58,2259,5158,452:56,18
17  FRG Fritz Nachmann 58,5459,0558,822:56,41
18  ITA Raimondo Prinoth 58,8059,1658,892:56,85
36  LIE Werner Sele 60,9261,2761,693:03,88
41  LIE Simon Beck 63,5264,5463,593:11,65

1. und 2. Lauf: 11. Februar 1968, 07:00 Uhr
3. Lauf: 13. Februar 1968, 08:00 Uhr

50 Teilnehmer aus 14 Ländern, 47 davon in der Wertung. Ausgeschieden: Peter Kretauer (AUT), Julius Schädler (LIE), Wolfgang Scheidel (GDR).

Der ursprüngliche Zeitplan lautete wie folgt: Erster und zweiter Lauf am 8. Februar, dritter Lauf am 10. Februar, vierter Lauf am 12. Februar.
Nach den ersten beiden Läufen gab es für den 12. Februar erneut eine Absage. Schmid führte vor Köhler, Hörnlein, Bonsack, Plenk, Feistmantl, Gawior, Nagenrauft, Wojnar und Lechner; Thaler lag auf Rang 14. Der vierte Lauf war für den 14. Februar angesetzt, doch die Bahn war wegen der Wärmegrade viel zu weich. Am 15. Februar gab es nach einer zweieinhalbstündigen Sitzung des Exekutivkomitees des Internationalen Rodelverbandes den Beschluss, dass sowohl bei den Damen als auch Herren der vierte Lauf unterbleibt. Manfred Schmid hatte nur im ersten Lauf Bestzeit erzielt.[1][2][3]

Einsitzer Frauen

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Olympiasiegerin 1964 und Weltmeisterin 1967: Ortrun Enderlein (GDR/EUA).

Platz Land Sportlerin 1. Lauf 2. Lauf 3. Lauf Gesamt
1  ITA Erika Lechner 48,7649,3950,512:28,66
2  FRG Christa Schmuck 49,1549,8450,382:29,37
3  FRG Angelika Dünhaupt 49,3449,8850,342:29,56
4  POL Helena Macher 49,5550,0250,482:30,05
5  POL Jadwiga Damse 49,6450,4350,082:30,15
6  TCH Dana Beldová 49,2250,3650,772:30,35
7  POL Anna Mąka 49,6950,0550,662:30,40
8  FRG Ute Gähler 49,7849,9350,712:30,42
9  AUT Helene Thurner 49,6450,1550,712:30,50
10  AUT Marlene Korthals 49,7250,3151,302:31,33
15  AUT Elfriede Wäger 51,9350,4452,042:34,41
21  ITA Erica Prugger 61,9050,9151,402:44,21

1. und 2. Lauf: 11. Februar 1968, 08:45 Uhr
3. Lauf: 13. Februar 1968, 10:00 Uhr

26 Teilnehmerinnen aus 10 Ländern, davon 21 in der Wertung.

Die vier Läufe waren ursprünglich an den gleichen Tagen geplant wie beim Einzelrennen der Männer (somit der erste und zweite Lauf am 8. Februar ab 8 h geplant).
Nach 2 Läufen lag Enderlein vor Müller, Lechner, Knösel. Schmuck, Dünhaupt, Macher, Beldová. Gähler und Maka; die Österreicherinnen nahmen die Plätze 11 (Thurner), 12 (Korthals) und 18 (Wäger) ein (siehe bitte Fußnote zu Herren-Einsitzer).
Ortrun Enderlein, Anna-Maria Müller und Angela Knösel aus der DDR lagen nach drei Läufen auf den Plätzen 1, 2 und 4. Kurz vor dem Start des dritten Laufs hatte der polnische Juryvorsitzende Lucjan Świderski eine Stichkontrolle durchgeführt, indem er etwas Schnee auf die Seitenfläche der Eiskante des Schlittens legte. Da dieser schmolz, schlussfolgerte Świderski, dass die Kufen ihrer Schlitten erhitzt worden seien.[4] Dies war seit 1964 verboten, da durch das Erhitzen ein Zeitvorteil von rund einer halben Sekunde erzielt werden kann. Enderlein, Müller und Knösel wurden daraufhin von der Jury disqualifiziert. Da kein vierter Lauf mehr ausgetragen wurde, ging die Goldmedaille an Erika Lechner, während Christa Schmuck und Angelika Dünhaupt Silber und Bronze zugesprochen erhielten.

Olympiasieger 1964: Josef Feistmantl, Manfred Stengl (AUT) / Weltmeister 1967: Klaus-Michael Bonsack, Thomas Köhler (GDR).

Platz Land Sportler 1. Lauf 2. Lauf Gesamt
1  DDR Klaus-Michael Bonsack, Thomas Köhler 47,8847,971:35,85
2  AUT Manfred Schmid, Ewald Walch 48,1648,181:36,34
3  FRG Wolfgang Winkler, Fritz Nachmann 48,5848,711:37,29
4  FRG Hans Plenk, Bernhard Aschauer 48,7048,911:37,41
5  DDR Horst Hörnlein, Reinhard Bredow 48,8049,011:37,81
6  POL Zbigniew Gawior, Ryszard Gawior 49,0148,841:37,85
7  AUT Josef Feistmantl, Wilhelm Biechl 48,8149,301:38,11
8  ITA Giovanni Graber, Enrico Graber 49,0149,141:38,15
9  POL Lucjan Kudzia, Stanisław Paczka 49,0949,081:38,17
10  ITA Ernesto Mair, Siegfried Mair 49,1049,571:38,67

1. und 2. Lauf: 18. Februar 1968, 08:00 Uhr

15 Teams aus 8 Ländern, davon 14 in der Wertung. Ursprünglich hätte der Wettbewerb am 15. Februar stattfinden sollen, doch konnte er wegen der warmen Temperaturen (die Bahn befand sich auch am 17. Februar weiterhin in einem desolaten Zustand, nicht einmal Trainings waren möglich gewesen) erst am letzten Wettkampftag (18. Februar) ausgetragen werden.[5][6]

Einzelnachweise

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  1. «Zwei Läufe – Manfred Schmid führt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 13. Februar 1968, S. 11.
  2. «Weiterhin Debatten, Lauf verschoben ». In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 15. Februar 1968, S. 13.
  3. «Schmid ist nun Olympiasieger». In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 16. Februar 1968, S. 16.
  4. Wolf-Sören Treusch: Olympische Winterspiele 1968 in Grenoble: „Allemagne“ gegen „Ostdeutschland“ Deutschlandfunk Kultur, 11. Februar 2018.
  5. Spalte 4, unten: «Rodler warten weiter». In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 18. Februar 1968, S. 13.
  6. unten links: «Rodeln – letzter Versuch»; «Kleine Zeitung», Steiermark-Ausgabe vom 18. Februar 1968, S. 25.