Pamela Dutkiewicz

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Pamela Dutkiewicz Leichtathletik

Pamela Dutkiewicz (2016)
Pamela Dutkiewicz bei den Olympischen Spielen 2016

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 28. September 1991 (25 Jahre)
Geburtsort KasselDeutschland
Größe 170 cm
Gewicht 60 kg
Beruf Studentin (Grundschullehramt)
Karriere
Verein LG Baunatal-Fuldabrück (bis 2007)
TV Wattenscheid 01 (seit 2008)
Trainer Slawomir Filipowski
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Halleneuropameisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Deutsche Hallenmeisterschaften 4 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften
0Bronze0 2017 London 100 m Hürden
Halleneuropameisterschaften
0Bronze0 2017 Belgrad 60 m Hürden
Deutsche Meisterschaften
0Silber0 Kassel 2016 4 × 100 m Staffel
0Gold0 Erfurt 2017 100 m Hürden
0Bronze0 Erfurt 2017 4 × 100 m Staffel
Deutsche Hallenmeisterschaften
0Gold0 Dortmund 2013 4 × 200 m Staffel
0Bronze0 Leipzig 2014 60 m Hürden
0Gold0 Leipzig 2014 4 × 200 m Staffel
0Silber0 Karlsruhe 2015 60 m Hürden
0Silber0 Karlsruhe 2015 4 × 200 m Staffel
0Gold0 Leipzig 2016 4 × 200 m Staffel
0Gold0 Leipzig 2017 60 m Hürden
letzte Änderung: 12. August 2017

Pamela Dutkiewicz (* 28. September 1991 in Kassel) ist eine deutsche Leichtathletin, die sich auf den 100-Meter-Hürdenlauf spezialisiert hat. Ihr bisher größter Erfolg ist der Gewinn der Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2017 in London.

Berufsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Abitur bestand sie 2011 am Märkischen Gymnasium in Bochum-Wattenscheid. Seitdem studiert sie an der TU Dortmund für ein Lehramt an der Grundschule.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Leichtathletikkarriere begann Dutkiewicz im Alter von zehn Jahren bei der LG Baunatal/Fuldabrück, Trägerverein GSV Eintracht Baunatal. Zuletzt trainierte sie dort bei Sigfried Henning und Michael Birkelbach. Wie für die Leichtathletik typisch, probierte Dutkiewicz in jungen Jahren alle Disziplinen aus und stellte sich damit sportlich breit auf. 2005 gewann sie bei den deutschen Blockmehrkampf-Meisterschaften die Silbermedaille. Sie trat im Block Sprint/Sprung an, der die Disziplinen 100 Meter, 80 Meter Hürden, Weitsprung, Hochsprung und Speerwurf umfasst.

Ihr Talent für den Hürdensprint wurde früh entdeckt. Seit ihrem 15. Lebensjahr hat sie sich immer mehr darauf spezialisiert. 2007 wechselte Dutkiewicz Verein und Trainer. Beim TV Wattenscheid 01 schloss sie sich 2008 der Trainingsgruppe von Slawomir Filipowski an. Im Alter von 16 Jahren zog sie in das zugehörige Sportinternat in Wattenscheid. Später sagte sie dazu: „Das war der beste Schritt meines Lebens. Ich war bis dahin noch ein ziemliches Mama-Kind, aber der Umzug ins Internat hat mir geholfen, selbständiger zu werden“.

Dutkiewicz musste in ihrer Leichtathletik-Laufbahn viele Rückschläge verkraften. 2010 unterbot sie mehrfach die Norm über 100 Meter Hürden für die U20-Weltmeisterschaften in Moncton. Im direkten Vergleich war sie immer schneller als ihre deutschen Konkurrentinnen. Bei einem Wettkampf in Mannheim – dem Stichtag für die U20-WM – hatten allerdings zwei andere Athletinnen die Nase vorn. Obwohl Dutkiewicz in der gesamten Saison konstanter gelaufen war, wurde sie nicht für die U20-WM nicht nominiert. Mit ihrer Zeit von 13,37 s belegte sie in der damaligen U20-Weltbestenliste Position 6.

Dutkiewicz war 2012 beim Unfall der Schwebebahn an der TU Dortmund[1] direkt betroffen. Sie saß in der vollautomatischen Hochbahn, als diese einen Müllcontainer rammte. Sie trug ein Schleudertrauma und eine Platzwunde an der Lippe davon, die mit fünf Stichen genäht wurde. Das Schleudertrauma verursachte lange Zeit Gleichgewichtsprobleme, worunter die folgenden Wettkämpfe gelitten haben.

2014 begann Dutkiewiczs Aufschwung. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig gewann sie ihre erste nationale Medaille bei den Erwachsenen. In 8,19 s über 60 Meter Hürden lief sie auf Platz 3. Bei den deutschen Meisterschaften in Ulm lief Dutkiewicz in 12,95 s auf den vierten Platz. Die damalige Norm für die Europameisterschaften lag bei 13,00 s. Trotzdem wurde sie nicht nominiert, da bei Europameisterschaften pro Nation nur drei Sportler an den Start gehen dürfen. Die Zeit von 12,95 s über 100 Meter Hürden war trotzdem ein Durchbruch für sie; damit belegte sie 2014 Platz 15 der europäischen Bestenliste.

In der Hallensaison 2015 lief Dutkiewicz bei den deutschen Meisterschaften über 60 Meter Hürden auf den Rang 2. Die Zeit von 8,07 s bedeutete gleichzeitig die Norm für die Halleneuropameisterschaften. Dutkiewicz knickte allerdings wenige Meter hinter dem Ziel mit beiden Füßen um und riss sich beidseitig die Bänder. Bis zum Jahresende konnte sie nicht mehr ins Wettkampfgeschehen eingreifen. In dieser Zeit nahm sie eine Ernährungsumstellung vor, an deren Ende sie zehn Kilogramm abgenommen hatte.[2]

2016 gab sie ihr Comeback. In der Hallensaison konnte sie an ihre guten Zeiten aus dem Jahr 2015 anknüpfen. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften unterlief ihr im Finale allerdings ein Fehlstart, weshalb sie disqualifiziert wurde. In ihrem ersten Lauf in diesem Jahr über 100 Meter Hürden schaffte sie indes mit 13,02 s die EM-Norm (13,05 s). Nur eine Woche später unterbot sie in Regensburg mit 12,85 s auch die Olympianorm von 13,00 s deutlich. Bei den deutschen Meisterschaften in Kassel stürzte sie an der dritten Hürde und kam nicht ins Ziel. Ähnliches passierte ihr im Finale der Europameisterschaften in Amsterdam, als sie über die erste Hürde stürzte; aber schon der Finaleinzug war für Dutkiewicz ein großer Erfolg. Sie selbst gab an, dass sie deutlich schneller geworden sei und dass die höhere Geschwindigkeit auf die Hürdentechnik und den Abstand zwischen den Hürden erst abgestimmt werden müsse. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro erreichte sie die Halbfinalläufe, bei denen sie in 12,92 s Zwölfte wurde.

2017 wurde Dutkiewicz in Leipzig über 60 Meter Hürden mit persönlicher Bestzeit Deutsche Hallenmeisterin in 7,79 s und belegte bei den Halleneuropameisterschaften in Belgrad den 3. Platz. Im nordfranzösischen Lille wurde Dutkiewicz Team-Europameisterin, beim 100-Meter-Hürdenlauf landete sie auf Platz 6. In Erfurt sicherte sie sich den deutschen Meistertitel in dieser Disziplin. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London gewann sie in 12,72 s überraschend die Bronzemedaille.[3]

Vereinszugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pamela Dutkiewicz war bis 2007 bei der LG Baunatal-Fuldabrück und startet seit 2008 für den TV Wattenscheid 01. Dort ist sie in der Trainingsgruppe von Slawomir Filipowski, der auch die 400-Meter-Läuferin Esther Cremer trainiert hat. In der Vergangenheit gehörten auch Yasmin Kwadwo (Sprint) und Maral Feizbakhsh (400 Meter) zur Trainingsgruppe. Dutkiewicz ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der 4-mal-100-Meter- und der 4-mal-200-Meter-Staffel des TV Wattenscheid. Mit der 4-mal-200-Meter-Staffel gewann sie in den Jahren 2013, 2014 und 2016 den deutschen Meistertitel in der Halle. Dutkiewicz hat bei einer Größe von 1,70 m ein Wettkampfgewicht von 60 kg.

Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halle (60 Meter Hürden)

  • 2013: 8,21 s
  • 2014: 8,17 s
  • 2015: 8,07 s
  • 2016: 8,08 s
  • 2017: 7,79 s

Freiluft (100 Meter Hürden)

  • 2010: 13,37 s
  • 2011: 13,72 s
  • 2012: 13,45 s
  • 2013: 13,39 s
  • 2014: 12,95 s
  • 2016: 12,85 s
  • 2017: 12,61 s

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pamela Dutkiewicz ist die Tochter von zwei gebürtigen Polen, die ebenfalls gute Sportler waren. Die Mutter Brygida Dutkiewicz (geb. Brzeczek) ist mehrfache polnische Meisterin über 800 Meter (Bestzeit: 2:02,39 min). Ihr Vater Marian Dutkiewicz war Fußballer in der höchsten polnischen Liga und in der U21-Auswahl Polens. Pamela Dutkiewicz ist bis zu ihrem 16. Lebensjahr in Baunatal aufgewachsen, seit 2007 lebt sie im Ruhrgebiet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uni-Hochbahn rammt Müllcontainer Spiegel Online, 15. Mai 2012.
  2. Jürgen Bröker: Ein Unfall machte sie zur schnellsten Frau Europas Welt.de, 29. Juli 2017.
  3. Pamela Dutkiewicz nach Bronze-Lauf fassungslos RP.online, 12. August 2017.