Partito Autonomista Trentino Tirolese

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Parteilogo des PATT 2013

Der Partito Autonomista Trentino Tirolese (deutsch: Autonomistische Trentiner Tiroler Partei) ist eine italienische Regionalpartei. Sie versteht sich als christdemokratische Zentrumspartei, deren besonderes Anliegen die Autonomie des Trentino ist. Der PATT, der 1948 gegründet wurde, war bis 2006 Teil des Parteienbündnisses L’Unione.

Geschichte[Bearbeiten]

Die historischen Wurzeln des Partito Autonomista Trentino Tirolese werden auf die Bewegung Associazione Studi Autonomistici Regionali, kurz ASAR, zurückgeführt, als deren Erbe sich die Partei bezeichnet. Die ASAR, im September 1945 gegründet, setzte sich für die Erlangung eines Autonomiestatuts für die Region Trentino-Südtirol ein. 1947 konnte die Bewegung für eine Kundgebung in Trient ungefähr 30.000 Teilnehmer mobilisieren. Am 25. Juli 1948 beschloss die Mehrheit der Teilnehmer des letzten Kongresses der ASAR die Umwandlung in eine Partei, den Partito Popolare Trentino Tirolese (PPTT, deutsch: Trentiner Tiroler Volkspartei).

Die Transformation der Bewegung in eine Partei, sowie die Abspaltung einiger Delegierter, die eine eigene autonomistische Bewegung gründeten, führten zu einer geringer werdenden Zustimmung bei der Bevölkerung. Bei den ersten Regionalwahlen am 28. November 1948 erhielt der PPTT lediglich 16,83 % der Wählerstimmen und damit 4 Regionalratsabgeordnete, während die Democrazia Cristiana, die damals mit dem Trentiner Alcide Degasperi den italienischen Ministerpräsidenten stellte, auf 57,64 % der Stimmen kam.

In den folgenden Jahrzehnten wurden die Regierungen der Region Trentino-Südtirol und des Trentino von der DC dominiert, im Regionalrat in Koalition mit der Südtiroler Volkspartei, mit der es häufig zu Spannungen kam. Vorsitzender des PPTT in dieser Zeit war Enrico Pruner, Regionalratsabgeordneter mit Unterbrechungen von 1952 bis 1984. Das strategische Ziel Pruners war eine bessere Verständigung mit der SVP, die häufig als ältere Schwester des PATT betrachtet wird und sich dafür einsetzte, die autonome Region aufzulösen und all ihre Kompetenzen den beiden Provinzen Südtirol und Trentino zu übertragen, ein Ziel, das nach Ansicht des PPTT zur Gefahr für den Fortbestand der Autonomie des Trentino werden könnte.

Mitte der 70er Jahre benannte sich die Partei in Partito Popolare Trentino Tirolese per l’Unione Europea (PPTT-UE) um. Das per l’Unione Europea (für die Europäische Union) sollte ihren Einsatz für die europäische Integration unterstreichen. 1988 vereinigte sich die Partei mit mehreren anderen autonomistischen Bewegungen, neuer Parteiname wurde Partito Autonomista Trentino Tirolese, Parteisekretär Carlo Andreotti.

Bei den Wahlen 1993 erhielt der PATT 20,2 % der Stimmen und Andreotti wurde zum Landeshauptmann des Trentino. Aufgrund schwieriger politischer Bedingungen musste er in seiner Amtszeit bis 1999 drei verschiedene Regierungen bilden.

1999 wurde Lorenzo Dellai neuer Landeshauptmann und regierte zunächst mit einer Mitte-links-Koalition, in der auch zwei weitere autonomistische Bewegungen vertreten waren. In der Folgezeit kam es jedoch zu Annäherungen zu Silvio Berlusconis Koalition Casa delle Libertà, mit der der PATT bei den Parlamentswahlen 2001 ein regionales Bündnis einging. Der PATT-Kandidat Giacomo Bezzi unterlag jedoch dem Mitte-links-Kandidaten und im Anschluss an diese Niederlage kam es zum Bruch mit dem Mitte-rechts-Bündnis und im Regionalrat zur Koalition mit dem Mitte-links-Bündnis sowie der SVP. Aufgrund einer Absprache mit der SVP wurde für den Zeitraum von 2002 bis 2004 mit Andreotti ein PATT-Abgeordneter zum Präsidenten der Region gewählt.

Bei den Provinzwahlen 2003 koalierte die Partei erneut mit Mitte-links und erreichte 9 % der Wählerstimmen, Dellai wurde allerdings mit über 60 % der Vorzugsstimmen erneut Landeshauptmann.

Bei den Parlamentswahlen 2006 ging die Partei eine Gemeinschaftsliste mit der SVP ein. Dank des Wahlerfolges des Mitte-links-Bündnisses L’Unione, zu dem der PATT und die SVP gehören, wurde mit Giacomo Bezzi zum ersten Mal ein PATT-Politiker ins römische Abgeordnetenhaus gewählt. Bei den Neuwahlen 2008 ging dieser Sitz wieder verloren.

Bei den Parlamentswahlen 2013 verbündete sich der PATT wieder mit der Südtiroler Volkspartei und dem PD und konnte so einen Senator (Franco Panizza) und einen Abgeordneten (Mauro Ottobre) entsenden.

Landeshauptleute[Bearbeiten]

Der PATT stelle folgende Trentiner Landeshauptleute:

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

In seinem Parteiprogramm beruft sich der PATT auf die katholische Soziallehre und die "traditionelle christliche Weltanschauung der Trentiner Bevölkerung" sowie auf die Werte Freiheit, Gleichheit und Solidarität, und nicht nur in Bezug auf Einzelpersonen, sondern auch auf natürliche soziale Gebilde wie Familien und die Trentiner Bevölkerung. Das besondere Augenmerk der Partei gilt dem Föderalismus und der Selbstbestimmung und hier in erster Linie dem Erhalt und der Förderung der Autonomie des Trentino. Europapolitisch befürwortet die Partei ein Europa der Regionen.

Weblink[Bearbeiten]

Offizielle Internetpräsenz des PATT