Patricia Riekel

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Helmut Markwort, Patricia Riekel (Mitte) und Liz Mohn auf der Bertelsmann Party 2013

Patricia Riekel (* 19. Juni 1949 in Haarlem, Niederlande) ist eine deutsche Journalistin und war Chefredakteurin der Zeitschriften Amica (2009 eingestellt) und Bunte sowie der deutschen InStyle, die von Hubert Burda Media herausgegeben wurden bzw. werden.[1]

Leben und Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patricia Riekel wurde 1949 in Haarlem, Niederlande, geboren, wohin ihr Vater August Christian Riekel emigrieren musste, nachdem über ihn im nationalsozialistischen Deutschland Berufsverbot verhängt worden war. Als Patricia Riekel fünf Jahre alt war, zog die Familie ins deutsche Tutzing am Starnberger See zurück, wo sie mit drei Geschwistern aufwuchs. Nach der Schule begann sie zunächst eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin, brach diese aber ab und absolvierte von 1968 bis 1970 ein Volontariat beim Münchner Merkur. Im Anschluss daran war sie für ein Jahr bei der Augsburger Allgemeinen als Redakteurin tätig.

Daraufhin wechselte Riekel in das Redaktionsteam der Zeitschrift Quick (Bauer Media Group). 1974 trat sie in den Burda-Verlag ein, wo sie in der Redaktion der Frauenzeitschrift freundin tätig war. Sie arbeitete zu dieser Zeit eng mit Josef von Ferenczy zusammen und wurde für ihn als Autorin tätig.[2]

Nach drei Jahren verließ Riekel die freundin-Redaktion, um sich die nächsten 14 Jahre als freie Redakteurin zu betätigen. In dieser Position lieferte sie weiterhin Beiträge für die Zeitschrift freundin, schrieb aber auch für Printmedien wie Elle, Bild am Sonntag, Gong, Quick, Für Sie, Petra und andere. Riekel produzierte eine große Bandbreite an Genres, von der Psychoserie bis zum Tageshoroskop. Im Jahr 1991 gab Riekel dann ihre freiberufliche Redakteurstätigkeit auf und wurde stellvertretende Chefredakteurin von die aktuelle, die zwei und TV Serien. 1995 berief man sie zur Chefredakteurin von die aktuelle, die 1979 von Helmut Markwort etabliert worden war und den sie auf diesem Weg kennenlernte. In dieser Zeit rief sie auch das „Radio der Frau“ ins Leben und machte Psycho-Sendungen bei Radio Gong 2000, dessen Chefredakteur ebenfalls Markwort war. Außerdem verfasste Riekel Sach- und Drehbücher. Zwei Jahre später wechselte sie wieder zu Hubert Burda Media. Dort übernahm sie 1997 die Position der Chefredakteurin der Zeitschrift Bunte.[3] Das Jahr, als Riekel dort antrat, war das erste Jahr, in dem ein Politiker auf dem Titel erschien: Gerhard Schröder. Seitdem ist Politik ein fester Bestandteil jeder Ausgabe. Im gleichen Jahr kam die redaktionelle Leitung von InStyle hinzu, deren Chefredakteurin sie – zusätzlich zur Bunten – 1999 wurde.

Im November 2003 startete mit Riekel als Moderatorin in der ARD die Sendung Bunte TV, die jedoch im Frühjahr 2004 wegen geringer Zuschauerresonanz wieder eingestellt wurde. Als offizieller Grund dafür wurde der späte Sendeplatz genannt. Die Sendereihe stellte im Stil des Printmagazins wöchentlich zwei prominente Personen in einer Homestory vor.

Im April 2016 teilte der Verlag mit, dass Riekel die Chefredaktion der Bunten, die sie 20 Jahre innehatte, zum 1. Juli 2016 aufgeben würde. Ihr Nachfolger wurde Robert Pölzer. Sie bleibt jedoch Herausgeberin der Gruppe „Burda Style“, zu der unter anderem Bunte, Donna, freundin und Harper’s Bazaar gehören

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patricia Riekel ist mit Helmut Markwort, dem ehemaligen Chefredakteur und Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Focus“, liiert[4] und lebt in München-Herzogpark. Über ihr Privatleben ist wenig bekannt, dieses hält sie erfolgreich von der Presse fern.

Journalistische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968–1970 Volontariat beim Münchner Merkur, München
  • 1970–1971 Redaktion Augsburger Allgemeine, Augsburg
  • 1971–1974 Redaktion Quick, München
  • 1974–1976 Redaktion freundin
  • 1977–1991 Arbeit als freie Journalistin für Elle, Bild am Sonntag, Cosmopolitan, Für Sie, Petra, Gong, Quick u. a. Verfasste mehrere Sach- und Drehbücher.
  • 1991–1994 Stellvertretende Chefredakteurin die aktuelle, die zwei und TV Serien. München
  • 1995–1996 Chefredakteurin die aktuelle, München
  • 1997–2016 Chefredakteurin Bunte
  • Seit 1999 Chefredakteurin InStyle, München
  • 2003 Moderatorin des ARD-Magazins Bunte TV
  • 2005–2009 Chefredakteurin Amica, München
  • Seit 2006 Vorsitzende der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung
  • Seit 2009 Herausgeberin der Zeitschriften der Gruppe „BurdaStyle“

Journalistische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bunte schrieb rote Zahlen, als Patricia Riekel 1997 die Geschäftsführung übernahm. Seither hatte Riekel sie Schritt für Schritt wieder etabliert. 2015 erreichte die Zeitschrift wöchentlich 3,51 Millionen[5] Menschen, von denen über drei Millionen weiblich sind. Sie verfügt über den viertgrößten Etat einer deutschen Zeitschrift, die Financial Times Deutschland schätzt ihn auf mehr als 50 Millionen Euro.

Bekannt geworden ist Riekel im Rahmen ihrer Tätigkeit außerdem durch einen 1998 mit großflächigen Anzeigen in der FAZ ausgefochtenen Streit mit Ernst August von Hannover aufgrund der Berichterstattung über dessen Frau Prinzessin Caroline.[6]

In einem offenen Brief an Renate Künast verteidigte Riekel die Recherchemethoden der Bunten damit, dass es zur Kontrollfunktion der Presse gehöre, über das Privatleben von Politikern Bericht zu erstatten.[7]

Ende 2013 verklagte Jörg Kachelmann die Bunte u. a. auf insgesamt über 3,2 Millionen Euro Schmerzensgeld wegen Verstößen gegen das Persönlichkeitsrecht. Riekel wird dabei beschuldigt, ihm in einem Editorial der Bunten unterstellt zu haben, er habe eine Scheinhochzeit inszeniert, um vor Gericht besser dazustehen.[8]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde Patricia Riekel durch das Branchenmagazin Horizont als „Medienfachfrau des Jahres“ ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patricia Riekel, Jens Corssen: Ab heute ändere ich mich: Problemlösung in Lebenskrisen. Heyne, München 1988, ISBN 3-453-03108-3.
  • Steffen Burkhardt: Das Orakel vom Arabellapark: Steffen Burkhardt über Patricia Riekel. In: Stephan Weichert, Christian Zabel (Hrsg.): Die Alpha-Journalisten: Deutschlands Wortführer im Porträt. Herbert von Halem Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-938258-29-3, S. 314–323.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit „Bunte“-Chefin Patricia Riekel: „Wir Menschen brauchen Klatsch“. In: RP Online. 21. November 2007.
  2. Alexander Antonoff: Das elfte Gebot – Konsalik, Kolle und der Kommunikator: Die Philosophie des Medienmanagers Josef von Ferenczy. In: Welt Online. 25. September 2000.
  3. Christian Mayer: Patricia Riekel über Stars. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 143/2008, 21. Juni 2008, S. VIII.
  4. Sagen Sie jetzt nichts, Patricia Riekel. In: SZ-Magazin. Nr. 26/2009.
  5. Reichweite der Zeitschrift Bunte in den Jahren 2004 bis 2015. In: Statista. Abgerufen am 30. August 2016.
  6. Aufgrund des Beitrages in der Bunten mit dem Titel Sonderflug mit einer Toten schaltete Ernst August von Hannover Anzeigen in der FAZ und beschwerte sich über unseriösen Journalismus von Seiten der Bunten. Mit Unterstützung des Bunte-Verlegers Hubert Burda ließ daraufhin Patricia Riekel Gegenanzeigen (ebenfalls in der FAZ) schalten und warf ihrem Gegner vor, Zensur betreiben zu wollen (vgl. hierzu Gisela Freisinger: Hubert Burda: Der Medienfürst. Campus, Frankfurt/New York 2005, ISBN 359337417X, S. 360–361).
  7. „Bunte“-Chefin Riekel weist Künast auf Aufgaben der Presse hin. In: Der Tagesspiegel. 3. März 2010.
  8. Stefan Niggemeier: Riekelhaft. In: Blog von Stefan Niggemeier (über Patricia Riekels Editorial).