Pentz (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Pentz

Pentz ist der Name eines uradligen mecklenburgischen Geschlechtes, das auch in Hamburg, Holstein, Dänemark, Kurland, Pommern, Sachsen und Württemberg ansässig wurde. Zahlreiche Angehörige der Familie, deren Zweige zum Teil bis heute bestehen, standen in königlich dänischen Diensten und gelangten auch dort zu Besitz und Ansehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epitaph für Jasper v. Pentz († 1566) und seine Nachfahren im Lübecker Dom, 1631 gesetzt von Christian Graf v. Pentz

Nach einer Überlieferung kamen die Herren von Pentz ursprünglich aus der Mark Brandenburg. Sie sollen 926 von den Wenden aus der Mark vertrieben worden sein und sich dann in Mecklenburg niedergelassen haben.[1] Das heute wüst liegende Stammhaus Panitz (Pentz) im Amt Wittenburg erscheint bereits 1194 erstmals urkundlich. Als Stammvater gilt „Waltherus de Penezt“, der 1219 erstmals urkundlich u. a. auch als Eigentümer der namensstiftenden Begüterung Panitz (Pentz) mittig zwischen Banzin und Damereez gelegen genannt wird. Er wandert später nach Pommern aus und gründet dort den pommerschen Zweig (s. a. Reinfried von Pentz in Schloss Loitz), der 1489 ausstirbt. Die ununterbrochene mecklenburgische Stammreihe beginnt mit Ulrich II. von Pentz, der zwischen 1341 und 1372 in Urkunden genannt wird. Er saß auf der Burg Redefin, ein Lehnsbesitz, und war Pfandherr zu Boizenburg.[2]

Der Grundbesitz konnte im Laufe der Zeit stetig erweitert werden, erreichte vor dem Dreißigjährigen Krieg mit alleine 17 Begüterungen im Amt Wittenburg und mehr als 14.000 ha seinen Höhepunkt. Die Familie erlitt erhebliche Einschnitte sowohl in personeller als auch materieller Form als direkte bzw. indirekte Folge des Dreißigjährigen Krieges. So zogen die Truppen des Feldherrn Wallenstein 1628 quer durch das Amt Wittenburg, wo die Mehrzahl der Begüterungen lag. Dabei wurden in der Regel Feldbestände, Haus, Hof und Vieh gebrandschatzt bzw. geraubt.

Auch in den beiden Weltkriegen verloren die Pentze viele Mitglieder. Im Ersten Weltkrieg fielen fünf Pentze, im Zweiten Weltkrieg sogar sieben. 1945 befanden sich noch 5 Güter im Eigentum der Familie, die im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone entschädigungslos enteignet wurden.

Linien und Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marquard Ernst v. Pentz 1613–1657, Haus Raguth

Die älteste Linie geht auf genannten Ulrich II. (ca. 1341–1372) zurück und wird nach dem Stammsitz der Familie „Volzrader Linie“ benannt. Von dieser zweigen alle anderen Linien und Häuser ab, so auch die Häuser Raguth ( bis 1733), Scharbow ( bis 1722), Redefin Warlitz ( bis 1720), älteres Haus Melkhof ( bis 1572 ), Redefin-Krentzlin ( bis ca. 1650) und Besendorf ( bis 1768). 1523 gehörten die von Pentz zu den Mitunterzeichnern der Union der Landstände, der Ständeordnung Mecklenburgs, die bis 1918 Bestand hatte.[1] Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 19 Eintragungen von Töchtern der Familien von Pentz von 1718 bis 1859 aus Melkhof, Benz, Volzrade, Ponstorf, Klein Grabow und Warlitz zur Aufnahme in das adelige Damenstift im Kloster Dobbertin. Wappenschilder mit anhängenden Ordensstern und Allianzwappen hängen auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

Volzrader Linie (Stammhauslinie)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die auf dem Stammgut Volzrade im Amt Wittenburg (heute zur Landstadt Lübtheen gehörend) ansässige Linie gilt als die Stammhauslinie der Familie v. Pentz, von der sich alle anderen Linien und Häuser abzweigten. Die urkundlich nachweisbare Stammlinie der Familie beginnt mit Ulrich II. (ca. 1341–1372), der neben Volzrade auch Herr auf Burg Redefin war.

Hartwig v. Pentz 1674–1724, Volzrader Linie
Herrenhaus Volzrade (um 1920)

Volzrade ist ein altes Familienlehn, das auf das Jahr 1363 zurückgeht und das sich bis zur Enteignung im Jahre 1945 im ununterbrochenen Besitz der Familie befand. Bereits um 1200 war dort eine Turmhügelburg (im späteren Gutspark gelegen) entstanden und darum eine kleine Siedlung. Die Ritterburg wurde im 16. Jahrhundert zerstört und Lewin von Pentz errichtete 1592 ein Herrenhaus, das 1618 abbrannte. Um 1640 wurde von Curd von Pentz das zweite Gutshaus gebaut sowie eine Windmühle und eine Schäferei. 1827 brannte das Haus aus und 1838 wurde das dritte Herrenhaus nach Plänen von J.H. Gottfried Krug im Stil der Neorenaissance neu erbaut und 1863 aufgestockt. Von 1994 bis 2002 hat Hugo Pentz-v.Schlichtegroll das Gutshaus wieder erworben und zu seinem Wohnsitz nebst Pensionsbetrieb hergerichtet.

Von Gotthard Wilhelm v. Pentz (1720 bis 1798) setzt sich durch seinen aus 2. Ehe stammenden Sohn Gotthard Friedrich Christopher (1771–1843) die Stammhaus Linie als Gremmeliner Linie (siehe unten) fort, während sich durch den Sohn Gotthard Wilhelm (1754–1831) aus 1. Ehe die Volzrader Linie bis heute als v.Schlichtegroll-Pentz weiter fortsetzt. Das Volzrader Familienarchiv (heute im Mecklenburgischen Staatsarchiv) sowie die von starkem Familiensinn geprägten Werke „der Volzrader“ haben wesentlich zur Aufarbeitung und Dokumentation der Familiengeschichte beigetragen.

Haus Redefin-Warlitz ( auch gräfliche Linie und in dänischen Diensten)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritter Markwart v. Pentz 1573–1627. Wandgemälde im Rathaus von Glückstadt, Schleswig-Holstein

Im 16. Jahrhundert breitete sich das Geschlecht durch den Erwerb von Nütschau durch Jasper von Pentz nach Holstein aus. In Dänemark wird zuerst Claus von Pentz auf Rangun und Schartow erwähnt, der 1550 königlich dänischer Oberst war. Markwart von Pentz (* 1570), Oberst und Befehlshaber der königlich dänischen Reiterei, Amtmann zu Segeberg, Ritter des Elefanten-Ordens, wurde 1626 in der Schlacht bei Lutter schwer verletzt und erlag wenige Monate später im Februar 1627 in Wolfenbüttel seinen Verletzungen.[3] Markwart's Sohn, Christian von Pentz (* 1600), königlich dänischer Oberst und Gouverneur zu Glückstadt, heiratete 1633 Sophia Elisabeth (1619–1657), die älteste Tochter des dänischen Königs Christian IV. und der Kirsten Munk (morganatische Ehe). Er wurde 1636 Reichsgraf und Statthalter von Holstein und kam als Gouverneur der Festung Glückstadt zu Ruhm und Ansehen unter anderem auch durch den Hafenausbau gegen den Willen der Hamburger Kaufleute und durch die erfolgreiche Verteidigung der Festung Glückstadt im Dreißigjährigen Krieg. Graf Christian war ebenso wie sein Vater Mitglied des dänischen Elefantenordens. Er fiel aber bei König Christians IV. Nachfolger Friedrich III. in Ungnade und starb 1651 im Kerker.

Reichsgraf Christian v. Pentz 1600–1651, Haus Redefin-Warlitz

Adam Heinrich von Pentz auf Warlitz, kaiserlicher Oberst und königlich dänischer Hofmarschall, erhielt am 27. September 1649 die dänische Adelsnaturalisation. Das Haus Redefin-Warlitz ist 1720 erloschen.

Brahlstorfer Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Linie ist benannt nach der Begüterung in Brahlstorf, einem ca. 500 ha umfassenden Lehnsgut im Amt Wittenburg, das sich von 1438 bis 1705 in der Familie befand. Der Begründer dieser Seitenlinie ist Günther v. Pentz (1558–1626), der wiederum von der älteren Mecklenburger Stammhaus-Linie aus Volzrade abstammt. Weitere Begüterungen dieses Zweiges waren Damereez, Dersenow und Benz, sowie ab 1780 das innerhalb der Familie durch den Oberstallmeister David v. Pentz erworbene stattliche Gut Melkhof. Dessen Sohn Carl v. Pentz verkaufte schließlich im Jahr 1819 dieses sich seit 1471 in der Familie befindliche Gut an die hannoversche Familie v.d. Decken. Erwähnenswert ist ebenso Otto Markwart v. Pentz (1730 bis 1763), der als junger Kapitän und Führer der „Legion Britannique“ sowie Generaladjudant des Herzogs Friedrich von Braunschweig im Siebenjährigen Krieg zu Ehren kam.

Pentz (1932): Otto Markwart's mutmaßlicher Sohn, Ernst Otto Pentz (1752–1795) war kurfürstlich braunschweig-lüneburgischer „Sergeant“ im Grubenhagenschen Landregiment zu Nörten. Er und seine Nachkommen führten die Namensform von Pentz unbeanstandet. Eine Aufnahme in das Adeliges Taschenbuch. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser B. erfolgte am 6. Dezember 1932 zu Berlin durch Beschluss der Abteilung für adelsrechtliche Fragen der Deutschen Adelsgenossenschaft. Das Wappen ist identisch mit dem Stammwappen des mecklenburgischen Uradelsgeschlechts von Pentz.[2] Nachfahren dieses Zweiges, die 1885 in die USA ausgewandert sind leben noch heute ( Robert Alexander II v. Pentz )

Ältere Mecklenburgische Linie (Haus Volzrade-Gremmelin)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus Gremmelin
Gotthard Christopher v. Pentz 1771–1843, Gremmeliner Linie

Diese Linie geht auf den genannten Ulrich von Pentz (ca. 1341–1372) zurück und setzt durch Gotthard Friedrich Christopher v. Pentz (1771–1843) die Volzrader Linie fort (siehe oben). Dieser erwarb auch 1802 das 847 ha große Gut Gremmelin bei Güstrow. Aus der älteren Mecklenburgischen Linie stammte auch Friedrich von Pentz (1841–1921), preußischer Generalmajor außer Dienst. Gotthard Friedrich Christopher's Sohn, der Domänenrat Gotthard von Pentz (1798–1878), auf Gremmelin war verheiratet mit Marie von Hafften. Der erstgeborene Sohn aus dieser Ehe, Friedrich von Pentz (1843–1902), begründete die spätere freiherrliche Linie im Königreich Sachsen (s. unten). Insgesamt hatten Gotthard und Marie 11 Kinder von denen 10 überlebten. Der zweite Sohn, Alexander (1845–1905) erbte Gremmelin und war mit Frieda, Tochter seines Gutsnachbarn, Domänenrat Carl Paetow auf Lalendorf, verheiratet. Der vierte Sohn, Dr. jur. Franz von Pentz (1850–1908), erlangte Bedeutung als Bürgermeister von Teterow.

Alexanders 3. Sohn Oberst Christian von Pentz (1882–1952), heiratete 1912 Annemarie, Tochter des späteren Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

Klaus von Pentz (* 1912), ein Enkel des Alexander von Pentz und der Frieda Paetow, wurde Pfarrer und heiratete 1941 Gisela, Tochter des königlich preußischen Landrats Wilhelm von Bismarck, Fideikommissherrn auf Briest, und der Edith Gräfin von der Schulenburg.

Der letzte Eigentümer von Gremmelin vor der Enteignung 1945 war Friedrich Carl von Pentz (1877–1953). Sein Sohn Alexander (1927–2016) und Enkel Markwart (1963- ) haben seit 1992 größere Teile der landwirtschaftlichen Flächen wieder erworben und bewirtschaftet. Nachkommen aus der gesamten Linie gibt es bis heute.[3]

Sächsische (Freiherrliche) Linie (Haus Brandis-Zwethau)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Brandis

Im 19. Jahrhundert gelangte die ältere mecklenburgische Linie auch in Sachsen zu Besitz. Friedrich von Pentz († 1856), königlich sächsischer Major der Kavallerie, wurde durch seine Heirat mit Ernestine Schirmer Herr auf Brandis. Sein Alleinerbe wurde Friedrich von Pentz (1843–1902), ältester Sohn des Gotthard von Pentz auf Gremmelin (1798–1878). Der spätere Freiherr Friedrich heiratete 1875 in Thelkow Marie (1847–1924), Tochter des Pastors Friedrich Steinmetz. Das Paar hatte fünf Kinder, Gotthard, Walter, Erna, Mathilde und Helene.

Die Tochter Helene Freiin von Pentz (1889–1965) heiratete 1916 in Brandis Carl-Heinrich von Stülpnagel (1886–1944), zuletzt General der Infanterie, der 1944 als Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 hingerichtet wurde.

Walter Freiherr von Pentz (1882–1968) war Herr auf den Gütern Zwethau, Friedrichshöhe und Berg, die ihm 1945 alle enteignet wurden. Aus seiner 1909 in Dresden geschlossenen Ehe mit Erika Freiin von Rochow (1886–1974) gingen fünf Kinder, drei Töchter und zwei Söhne, hervor. Der jüngste Sohn Hans-Detlef Freiherr von Pentz (1927–2010) wurde zum Dr. rer. nat. promoviert und auch Ehrenritter des Johanniterordens.[4] Nach längeren Auslandsaufenthalten fand Hans-Detlef Freiherr von Pentz seine letzte Ruhe in Berchtesgaden.[5] Nachkommen der freiherrlichen Linie gibt es bis heute.[4]

Württembergische Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landoberstallmeister Dr. hc. Christian v.Pentz

Aus der älteren mecklenburgischen Linie stammte auch Christian (1855–1935), Dr. h. c., württembergischer Landoberstallmeister und Oberstleutnant a. D., der die bis heute bestehende württembergische Linie begründete. Er war ein Bruder Friedrichs (1843–1902) auf Brandis, des Begründers der freiherrlich-sächsischen Linie. Christian hat in den nahezu 20 Jahren als Landoberstallmeister des Landgestüts Marbach/Württemberg die züchterische Richtung der Württemberger Warmblutzucht wesentlich beeinflusst. Sohn Ernst-August (1890–1950) war Rittmeister und mit Karinmaria, Tochter des preußischen Obersten a. D. Egmont von Websky, verheiratet. Sohn Krischan (* 1919) fiel am 16. April 1942 am Ilmensee in Russland als Leutnant in der Aufklärungsabteilung 5, der 5. Jäger-Division. Der jüngere Sohn Gotthard (* 1922) war Werbeleiter in Stuttgart und lebte mit seiner Familie in Bad Cannstatt.[3] Gotthard hat sich sehr um die Aufarbeitung der Familiengeschichte verdient gemacht und unter anderem den Band 3 der Familiengeschichte publiziert. Er ist heute der Senior der Familie.

Kurländische Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls aus der Volzrader Linie stammte Gotthard von Pentz (1773–1820), der als Oberstallmeister nach Kurland übersiedelte. Sein Sohn Alfons von Pentz (1814–1881) wurde in Vircava (Würzau) in Kurland geboren und war Sekretär des kurländischen Feuerversicherungs-Vereins. In Riga hatte er 1856 Elisabeth Pychlau geheiratet, mit der er die beiden Söhne Gotthard (1857–1927) und Alfred (1868–1939) hatte. Alfons starb in Köln, während der in Mitau geborene Sohn Gotthard, der seit 1900 mit Maria (1862–1943), Tochter Friedrichs von Brackel (1826–1896), Direktors der Bauernrentenbank in Riga, verheiratet war, als Gutspächter in Riga verstarb. Der ebenfalls in Mitau geborene Alfred war Landwirt und Herr auf Geguschina bei Kowno, das er 1912 verkaufte. Er verzog dann mit seiner Frau, Marie von Heimowsky, und fünf Kindern nach Hamburg. Sohn Heinrich von Pentz (* 1913) war 1960 im nahen Winsen an der Luhe Polizeibeamter.[3] Nachkommen dieser Linie gibt es bis heute.

Jüngere Mecklenburgische Linie ( Jüngeres Haus Toddin-Pätow)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Urkunde vom 27. August 1471 wird der Knappe Ullrich Pentz aus der Volzrader Stammhaus-Linie erstmals urkundlich erwähnt.[6] Er ist der Eigentümer von Hufen und Höfen in Melkhof.

Hans Henning v. Pentz 1890–1982, Toddiner Linie

Die bis heute bestehende „Toddiner Linie“ aus dem 1. Ast stammt von diesem Lütke Ulrich von Pentz, urkundlich 1471 bis 1511 ab. Zu ihr gehört u. a. Karl von Pentz (1817–1897), großherzoglich mecklenburgischer Oberst und Flügeladjutant aus dieser Linie. Seiner Ehe mit Anna von Oertzen entsprossen zwei Söhne und zwei Töchter. Sohn Friedrich (* 1855), Rechtsritter des Johanniterordens, fiel 1914 vor Ypern als preußischer Oberstleutnant z.D. im Landwehr-Regiment Nr. 78. Seine Söhne waren Hans Henning (* 1890), preußischer Hauptmann a. D., Aufsichtsratsmitglied der Siemens-Planiawerke. Friedrichs († 1914) anderer Sohn war Dr. jur. Ulrich von Pentz (* 1893), preußischer Hauptmann a. D., Herr auf Gut Naudin, das ihm 1945 enteignet wurde, Gutspächter und vormals Direktor der Landwirtschaftskammer Bremen. Sein Onkel war Kuno von Pentz (1857–1936), preußischer Geheimer Regierungsrat und Geheimer Baurat a. D., der mit Anna, Tochter des preußischen Majors Adolf von Żychlinski, verheiratet war.[3]

Aus dem 2. Ast dieser Linie, die von Chrisitan Gottfried v. Pentz (1672–1726) abstammt, wurden Nachfahren in Dänemark ansässig. Gottfried von Pentz war königlich dänischer General der Infanterie, der am 29. Februar 1776 als Generalmajor die dänische Adelsnaturalisation erhielt. Anfang des 19. Jahrhunderts war Detlev von Panitz (Pentz), königlich dänischer Kammerherr, Stiftsmann zu Aalborg und Amtmann von Aalborghuus. Dieser 2. Ast ist mit Detlev 1821 im Mannesstamme erloschen.[1][2]

Kuriosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer wieder in Verbindung mit dem Adelsgeschlecht von Pentz gebracht wird die in Wolgast (Pommern) gebürtige Dichterin Julie de Roquette (* 1763), die zwar tatsächlich eine geborene Penz war, jedoch sehr wahrscheinlich nicht diesem namensgleichen Adelsgeschlecht entstammte. In zeitnahen Quellen gewinnt man den Eindruck, dass die Dichterin selbst die Namensverwechselung anfangs ertrug, später, mit wachsender Berühmtheit, sogar forcierte. Die Geschlechtsgeschichtsschreibung konnte ihre adelige Abstammung bis heute nicht nachweisen.

Familienverband der Herren und Freiherren von Pentz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1892 besteht ein Familienverband, der nach Bedarf Familientage abhält. Der Verband wurde 1968 wieder neu gegründet und beim Amtsgericht Bremen als e.V. eingetragen.

Standeserhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus der Linie Redefin-Warlitz kommende Christian von Pentz auf Neudorf, königlich dänischer Amtmann und Gouverneur von Glückstadt, wurde am 2. Juni 1636 zu Linz in den Reichsgrafenstand erhoben. Er erhielt am 27. September 1638 zu Brandeis eine Bestätigung des Reichsgrafenstandes mit einer Wappenbesserung. Bereits mit seinem Tod 1651 erlosch die reichsgräfliche Linie.[2]

Aus der Linie Volzrade-Gremmelin stammte Friedrich von Pentz (1843–1902), Fideikommissherr auf Brandis mit Posthausen, Berg vor Eilenburg und Friedrichshöhe, der am 23. Oktober 1901 zu Dresden den königlich sächsischen Freiherrenstand erhielt.[2]

Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überwiegende Mehrzahl der Güter der Familie lag in Mecklenburg. Im Landeshauptarchiv Schwerin sind über die Jahrhunderte insgesamt über 170 Besitzungen der Pentze verzeichnet, manche verblieben über Jahrhunderte, andere wiederum nur für wenige Jahrzehnte im Eigentum der Familie. Einige der Betriebe finden sich allerdings auch in Sachsen und Dänemark. Nachstehend ein Auszug der bedeutendsten Besitzungen:

  • Volzrade (1363 bis 1945)
  • Bandekow (1363–1599)
  • Banzin (1652–1664)
  • Benz (1363–1735)
  • Besendorf (1361–1772)
  • Brahlstorf (1438–1707)
  • Camin (1615–1664)
  • Damerrez (1230–1677)
  • Dersenow (1420–1732)
  • Düssin (1442–1496)
  • Fjællebro, DK, (1739–1770)
  • Goldenitz (1753–1784)
  • Gösslow (1363–1764)
  • Redefin (1363–1670)
  • Jessenitz (1363–1794)
  • Meilgaard, DK, (ca. 1750)
  • Mühlenbeck (1607–1648)
  • Penzlin bei Kuppentin (1777- )
  • Raguth (1496–1736)
  • Scharbow (1435–1647)
  • Toddin (1432–1672)
  • Warlitz (1422–1638)
  • Neudorf (Ortsteil von Hohwacht) (1570–1640)"
  • Wandsbeck (ca. 1640–1650)
  • Melk(h)of, 1471–1819 , Gut Melkof, ein altes Familienlehen, gehörte von 1471 bis 1819 der Familie und wechselte in dieser Zeit zwischen den Raguther, Besendorfer, Toddiner und Brahlsdorfer Linien.
  • Nütschau, 1530–1573
  • Burg Landskron, 1651–1683
  • Klein Grabow (Krakow am See), 1802–1823
  • Schloss Bellin (1880–1900)
  • Rittergut Geguschina bei Kowno, verkauft 1912
  • Rittergut Neu-Patricken bei Allenstein, bis 1923
  • Schloss und Rittergut Brandis mit Posthausen, 1849–1934
  • Buschhof bei Mirow, 1912–1941
  • Rittergüter Friedrichshöhe und Berg bei Eilenberg, enteignet 1945
  • Gremmelin, 1802–1945 (enteignet), seit 1992 die Landwirtschaft wieder bewirtschaftet
  • Naudin, 1923–1945 (enteignet)
  • Zwethau, 1908 bis 1945 ( enteignet)
  • Plattehof Eimbeckhausen / Niedersachsen (seit 1952)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen stehenden, rot bezungten, hersehenden[7] roten Löwen, der mit vierzehn goldenen Kugeln belegt ist. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken vier rechtwinklig verschränkte, je mit einem natürlichen Pfauenspiegel besteckte rote Stäbe.[2]

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Abdrücke von Petschaften zeigen den Löwen nicht stehend oder schreitend, sondern nach rechts aufgerichtet wie in Siebmachers Wappenbuch von 1605, in dem die Familie „Pentzen“ heißt und bei den Rheinländischen erscheint. Die Blasonierung sagt: „ein weisser Schild, darin ein rother Löwe mit einer gelben Krone, die Kugeln in dem Löwen weiss. Auf dem Helme eine gelbe Krone, die Pfauenfedern von ihrer Farbe, die Helmdecken roth und weiss.“ In der Ausgabe von 1701 werden sie unter den Holsteinischen geführt. Dort im Schild ein nach der rechten Seite aufgerichteter gekrönter Löwe, der auch aus dem gekrönten Helm wächst. Bei Spener Opus heraldicum (1680–1690) heißt die Familie Penzen, der Löwe ist zum Kampf bereit, nach der rechten Seite gekehrt und mit silbernen Pfennigen belegt. J.A. Rudolphi schreibt in seiner Heraldica Curiosa (1698): „einen gekrönten, links-fortschreitenden rothen Löwen mit ausgeschlagener rother Zunge und geteilten Schwanz / bestreut mit silbernen Platten / in silbernen Schild / Pentzen am Rhein.“[8]

In den Nachrichten von adeligen Wappen Band III (1791) von Christian Friedrich August von Meding wird ein Siegel von 1332 erwähnt, das eine nach der Rechten greifende Adler- oder Greifenklaue zeigt, das Wappen des nach Pommern ausgewanderten und 1489 letztmalig erwähnten Zweiges. Ein Siegel von Ulrici de Penz in Mecklenburg aus dem Jahre 1357 zeigt allerdings einen gekrönten, gehenden, oder leopardierten Löwen. Weiter heißt es: „eben dieser Löwe, noch nicht gehend, macht doch jetzt das Wappenbild dieses alten Geschlechts aus, so dass im silbernen Felde ein rother Löwe in seiner gewöhnlichen, aufgerichteten Stellung zu sehen ist. Derselbe ist golden gekrönt und am Leibe mit vierzehn goldenen Pfennigen, oder wie Andere wollen, Flecken belegt.“ Weiter gibt er an, dass sich auf einem Lackabdruck auf dem gekrönten Helm vier runde, Fackeln ähnliche Schäfte befänden, von denen zwei aufrecht ständen, die anderen zwei aber quer durch die ersten gesteckt wären, jeder oben mit einer Pfauenfeder besetzt, die oberen querliegend an der rechten, die unteren an der linken Seite.[8]

Nach Kneschkes Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien. (1856) zeigt das Wappen in Silber ein nach der rechten Seite schreitenden, gekrönten roten Löwen mit roter ausgeschlagener Zunge und in die Höhe geworfenen Schweif, der mit 14 goldenen Kugeln bzw. Pfennigen belegt ist. Auf dem Schild ein bekrönter Helm, welcher zwei nebeneinander aufgerichtete, an der Spitze mit einer Pfauenfeder besteckte, silberne Lanzenschäfte trägt, durch die zwei weitere Lanzenschäfte quer so gesteckt sind, dass die Spitze des unteren durch den rechten, die des oberen durch den linken Schaft bedeckt wird. Die Helmdecken sind rot-silbern.[8]

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Band 1: Digitalisat des Exemplars der Harvard University Library, ehemals Dublette (?) mit Vorbesitzer-Stempel Geheimes und Staatsarchiv Schwerin
Band 2: Digitalisat des Exemplars der Harvard University Library, ehemals Dublette (?) mit Vorbesitzer-Stempel Geheimes und Staatsarchiv Schwerin
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adelslexicon. Supplement – Band 1, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1839, S. 360–361. (Digitalisat)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser A Band IV, Band 22 der Gesamtreihe, S. 510–518. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1960.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser A Band X, Band 65 der Gesamtreihe, S. 274–277. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1977.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Band 119 der Gesamtreihe, S. 249–250. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1999, ISSN 0435-2408.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser 1906. Siebenter Jahrgang, S.557ff
  • Ruth Möller, Christian von Pentz Das rätselvolle Leben des Glückstädter Gubernators Christian Reichsgraf von Pentz (1610?-1651), Books on Demand 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pentz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. im Verein mit mehreren Historikern. In: Siebenter Band auf Google Books. Ernst Heinrich Kneschke, 1867, S. 91, abgerufen am 13. Oktober 2013.
  2. a b c d e f Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Band 119 der Gesamtreihe, S. 249–250.
  3. a b c d e Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser A Band IV, Band 22 der Gesamtreihe, S. 510–518.
  4. a b Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser A Band XVII, Band 107 der Gesamtreihe, S. 300ff.
  5. Gemeindebrief Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berchtesgaden, Nr. 130, Juli – Oktober 2010, Beerdigungsanzeigen (Dr. Hans-Detlef von Pentz, 82 Jahre, Berchtesgaden, am 5. März 2010) (Memento des Originals vom 24. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berchtesgaden-evangelisch.de (PDF; 3,8 MB)
  6. F. von Meyenn: Urkundliche Geschichte der Familie von Pentz. Band I, Urkunde vom 27. Aug. 1471, Nr. 179, Bärensprungsche Hofbuchdruckerei, Schwerin 1891.
  7. Das GHdA schreibt statt „hersehenden“ „leopardierten Löwen“, doch ist dieser Begriff in der Blasonierung anders belegt: von einem leopardierten Löwen spricht man bei einem schreitenden, geradeaus blickenden Löwen; der Pentz-Löwe steht jedoch und ist hersehend, sieht also zum Beschauer.
  8. a b c Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien, Band 3, S. 354–356.
  9. Friedrich von Meyenn: Ein Rechnungsbuch des Klosters Dobbertin. In: MJB 59 (1894) S. 205.