Lalendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lalendorf
Lalendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lalendorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 45′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Krakow am See
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 140 km²
Einwohner: 3599 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18279
Vorwahl: 038452
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 063
Adresse der Amtsverwaltung: Zum alten Dorf 1
18279 Lalendorf
Webpräsenz: amt-krakow-am-see.de
Bürgermeister: Reinhard Knaack (Die Linke)
Lage der Gemeinde Lalendorf im Landkreis Rostock
Rostock Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Ludwigslust-Parchim Admannshagen-Bargeshagen Bartenshagen-Parkentin Börgerende-Rethwisch Hohenfelde (Mecklenburg) Nienhagen (Landkreis Rostock) Reddelich Retschow Steffenshagen Wittenbeck Baumgarten (Warnow) Bernitt Bützow Dreetz (Mecklenburg) Jürgenshagen Klein Belitz Penzin Rühn Steinhagen (Mecklenburg) Tarnow (Mecklenburg) Warnow (bei Bützow) Zepelin Broderstorf Klein Kussewitz Blankenhagen Poppendorf (Mecklenburg) Roggentin (bei Rostock) Broderstorf Thulendorf Altkalen Behren-Lübchin Boddin Finkenthal Gnoien Lühburg Walkendorf Behren-Lübchin Glasewitz Groß Schwiesow Gülzow-Prüzen Gutow Klein Upahl Kuhs Lohmen (Mecklenburg) Lüssow (Mecklenburg) Mistorf Mühl Rosin Plaaz Reimershagen Sarmstorf Diekhof Dolgen am See Hohen Sprenz Laage Wardow Dobbin-Linstow Hoppenrade Krakow am See Kuchelmiß Lalendorf Lalendorf Alt Sührkow Dahmen Dalkendorf Groß Roge Groß Wokern Groß Wüstenfelde Hohen Demzin Jördenstorf Lelkendorf Prebberede Schorssow Schwasdorf Sukow-Levitzow Thürkow Warnkenhagen Alt Bukow Am Salzhaff Bastorf Bastorf Biendorf (Mecklenburg) Carinerland Kirch Mulsow Rerik Bentwisch Blankenhagen Gelbensande Mönchhagen Rövershagen Benitz Bröbberow Kassow Rukieten Schwaan Vorbeck Wiendorf (Mecklenburg) Cammin (bei Rostock) Gnewitz Grammow Nustrow Selpin Stubbendorf (bei Tessin) Tessin (bei Rostock) Thelkow Zarnewanz Elmenhorst/Lichtenhagen Kritzmow Lambrechtshagen Papendorf (Warnow) Pölchow Stäbelow Ziesendorf Bad Doberan Dummerstorf Graal-Müritz Güstrow Kröpelin Kühlungsborn Neubukow Sanitz Satow TeterowKarte
Über dieses Bild

Lalendorf ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Rostock. Sie liegt in der geografischen Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Die Gemeinde wird vom Amt Krakow am See mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Städten Güstrow, Teterow, Laage und Krakow am See liegt die Gemeinde Lalendorf in der wald- und seenreichen Region der Mecklenburgischen Seenplatte und an den Westausläufern der Mecklenburgischen Schweiz. Diese langgezogene Endmoräne erreicht im Tabaksberg nahe dem Ortsteil Carlsdorf 106 m ü. NN. Das Gemeindegebiet an der Grenze zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bildet die Wasserscheide zwischen den Flüssen Warnow und Peene. Im Gemeindegebiet liegen neben dem Warinsee, dem Radener See und dem Ziest (Tiefer Ziest und Flacher Ziest) mehrere kleinere Seen. Der kleine Fluss Lößnitz (Aalbach) entwässert den größten Teil des Gebietes über die Nebel zur Warnow. Lalendorf hat im Süden einen Anteil am Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See. Lalendorf bildet mit 26 Ortsteilen auf knapp 140 Quadratkilometern die größte Gemeinde im Amt Krakow am See

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mamerow
  • Vietgest
  • Wattmannshagen
  • Alt Krassow
  • Bansow
  • Bergfeld
  • Carlsdorf
  • Dersentin
  • Friedrichshagen
  • Gremmelin
  • Klaber
  • Krevtsee
  • Langhagen
  • Lübsee
  • Neu Krassow
  • Neu Zierhagen
  • Niegleve
  • Nienhagen
  • Raden
  • Reinshagen
  • Roggow
  • Rothspalk
  • Schlieffenberg
  • Tolzin
  • Vogelsang

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mamerow und Vietgest wurden am 1. Juli 2001 eingemeindet.[2] Wattmannshagen kam am 1. Januar 2004 hinzu.[3] Am 25. Mai 2014 wurde Langhagen nach Lalendorf eingemeindet, wodurch die Gemeinde Lalendorf nunmehr deckungsgleich mit dem früheren Amt Lalendorf ist. Bekannt wurde Lalendorf durch herausragende Funde auf dem Gräberfeld von Lalendorf aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., welche in die Reihe der Fürstengräber vom Lübsow-Typ einzuordnen sind. In dem um 150 erstellten Weltatlas Geographike Hyphegesis von Klaudios Ptolemaios ist der Ort Marionis altera als einer von 94 Städten Germaniens erwähnt. Diesen Ort bringt man mit dem heutigen Lalendorf in Verbindung.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaber gehörte im 15. Jahrhundert der Familie von Müggesfeld, 1517 wird Wedige von Maltzahn mit dem Gut belehnt, die Familie bleibt Eigentümer bis 1648. Danach wechselten die Herren auf Klaber häufig, bis es 1797 in den Besitz der Familie von Lowtzow gelangte, die das Gut bis zur Enteignung 1945 hielt.

Lalendorf wurde 1361 erstmals erwähnt. Das ehemalige Gut Lalendorf wurde durch den Bau der Bahnlinien Güstrow-Teterow 1864 und Rostock-Waren (Müritz) 1886, an deren Kreuz sich der Bahnhof Lalendorf befindet, aufgewertet. Lalendorf ist heute ein Zentrum landwirtschaftlicher Produktion (unter anderem Pferdezucht im Ortsteil Vogelsang). Dank der günstigen Infrastruktur haben sich in den letzten Jahren einige Firmen und Unternehmen im Lalendorfer Gewerbegebiet niedergelassen. Auch der Tourismus entwickelt sich im Gemeindegebiet - so entstand am Flachen Ziest eine Ferienhaussiedlung. Lalendorf verfügt über eine Grund- Haupt- und Realschule, eine Kindertagesstätte, eine Gemeinschaftsarztpraxis, eine Apotheke sowie eine Praxis für Physiotherapie, des Weiteren über ein Gemeinwesenzentrum und einen Jugendclub.

Langhagen: Am 29. Dezember 1941 fuhr im Bahnhof Langhagen der Wehrmachtszug W 96 031 aufgrund einer falsch gestellten Weiche auf zwei Lokomotiven auf. Dabei kamen 27 Menschen ums Leben, 33 weitere wurden verletzt.[4]
Bei dem schweren Eisenbahnunfall von Langhagen am 1. November 1964 im Bahnhof Langhagen kamen 44 Menschen ums Leben und 70 weitere wurde teilweise schwer verletzt, als ein Schnellzug aus Berlin, der in Richtung Rostock unterwegs war, auf einen entgleisten Kieswagenzug auffuhr.

Lübsee: Gut u.a. der Familien von Lützow (1807), zu Schaumburg-Lippe (1826), von Meibom (1842), Staudinger (1843), Albert Prinz von Sachsen-Altenburg (1900) und Walter Graf von Schaesberg-Thannheim (1935).

Raden wurde u.a. von Rheinländern besiedelt. In den 1930er Jahren kam die Karnevals-Tradition nach Raden und Lalendorf.

Rothspalk: In Rothspalk war ursprünglich die Familie von Maltzahn (Moltzan) ansässig. Von 1693 bis 1811 war Gut Rothspalk im Besitz von Clemens Heinrich von Thomstorff und dessen Erben. Johann Freiherr von Moeller-Lilienstern, Hamburger Kaufmann aus einer norwegischen Familie, erwarb das Gut. Er ließ 1811/15 das Gutshaus bauen. 1928 kaufte Siegfried Schulz das Gut, das 1945 enteignet wurde. 1998 kaufte der Enkel Andreas Schulz, Teilflächen des Gutes ohne Gutshaus zurück.

Schlieffenberg war ab 1781 Gutsbesitz des Staatsministers und Generalleutnants Martin Ernst von Schlieffen, der die Lehngüter Niegleve und Tolzin und das Bauerndorf Zierhagen erwarb. Zierhagen wurde zum Gut umgestaltet. Das klassizistische Herrenhaus (Schloss) Schlieffenberg von 1802, ein dreigeschossiger Bau mit Walmdach und Mittelrisalit wurde von 1859 bis 1863 erheblich historisierend erweitert und umgebaut. Zwei Turme flankierten das Bauwerk und der mittige Treppengiebel erinnert an norddeutsche Rathäuser. 1933 erwarb die Mecklenburgische Landgesellschaft das Gut und siedelte es auf. Der Berliner Chirurg Erwin Gohrbandt erwarb das Schloss, das 1947 abbrannte und danach gesprengt und abgetragen wurde.

Vietgest wurde erstmals 1346 urkundlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert war der Ort geteilt in Kleinen Vietgest und Großen Vietgest mit dem Gut. Gutsbesitzer waren u.a. die Familien Oldenburg (ab 15. Jh.), J. F. Boldt (ab 1786), Baron Cornelius von Herzeele (ab 1819) und Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1841–1945). Das barocke Herrenhaus Vietgest nach Plänen von Johann Friedrich Busch stammt von 1794; es folgten nach 1841 neue Wirtschaftsgebäude. Das Haus wurde nach 1945 Ferienheim der CDU und war nach 1990 bis um 2013 Hotel.

Vogelsang wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt, als der Fürst Lorenz von Werle den Brüdern von Wozenitz das Gut überließ, die es mehr als dreieinhalb Jahrhunderte besaßen. Gutsbesitzer waren dann die Familien von Plessen (ab 1734) die das Dorf anlegten, Manecke, Rudloff und von 1884 bis 1945 Julius Hüniken. Das Gut wurde um 1946 volkseigenes Gut. Das Gutshaus stammt von um 1884, der Marstall von 1897.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. März 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 151 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Rot ein silberner Leistenschragen, bewinkelt von vier zweiblättrigen goldenen Eichenzweigen mit einer Eichel.“

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot, Silber (Weiß) und Rot gestreift. Die roten Streifen nehmen je ein Viertel, der silberne (weiße) Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des silbernen (weißen) Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe und ein Drittel der Länge des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Schlieffenberg
  • Herrenhaus Bansow im Tudorstil vom 19. Jahrhundert
  • Gutshaus Dersentin
  • Klassizistisches Gutshaus Gremmelin von um 1800
  • Kirche in Klaber aus dem 14. Jahrhundert
  • Gutshaus Klaber: Zweigeschossiger Putzbau mit Krüppelwalm als Fachwerk- (Anf. 19. Jh.) und Backsteinbau (Mitte 19. Jh.)
  • Dorfkirche Lübsee: Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert
  • Panzerdenkmal Lalendorf mit dem sowjetischen Panzer T-34, inzwischen das letzte Panzerdenkmal in Mecklenburg-Vorpommern
  • Dorfkirche Langhagen von 1910
  • Holländermühle in Mamerow – heute Wohnhaus
  • Katholische St.-Michael-Kirche in Raden von 1950/51
  • Wassermühle in Reinshagen an der Lößnitz
  • Hallenkirche in Reinshagen von 1270
  • Herrenhaus Rothspalk mit Kapelle: Johann Freiherr von Moeller-Lilienstern ließ 1811/15 den klassizistischen, eingeschossigen, 13-achsigen Putzbau nach Plänen von Joseph Ramée bauen. Zu DDR-Zeiten waren im Gutshaus Flüchtlinge untergebracht, danach die Schule und später Lagerräume für eine Magdeburger Fabrik. Das Gutshaus wurde privatisiert und nach 2000 saniert
  • Naturschutzgebiet Schlichtes Moor, eines der tiefgründigsten Kesselmoore in Mecklenburg-Vorpommern
  • Kirche Schlieffenberg
  • Dorfschmiede in Vietgest
  • Herrenhaus Vietgest, der letzte bedeutende Barockbau in Mecklenburg - heute Hotel
  • Herrenhaus Vogelsang im Tudorstil von um 1894
  • Neobarockes Gutshaus Wattmannshagen

Kultur

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lalendorf befinden sich mehrere Baggerseen mit aktivem Kiesabbau, einem Kieswerk und einem Asphaltmischwerk. Lalendorf hat als Standort für die Recyclingindustrie überregionale Bedeutung, so befindet sich im Ort eine Bodenreinigungsanlage, eine Kühlschrankrecyclinganlage und eine Sortieranlage für Elektro- und Elektronikschrott. Im Ort gibt es einige Handwerksfirmen und Agrargenossenschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Westen des Gemeindegebietes führt in Nord-Süd-Richtung die Bundesautobahn 19 (RostockBerlin) mit der Anschlussstelle Güstrow. In Ost-West-Richtung verbinden die Bundesstraße 104 die Gemeinde Lalendorf mit Güstrow und Teterow und die Landesstraße 11 mit Krakow am See und Teterow. In der Gemeinde kreuzen die Bahnlinien Rostock–Neustrelitz und Güstrow–Neubrandenburg.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann-Pogge-Schule Lalendorf mit neu gestaltetem Schulhof
  • Feuerwehren: Lalendorf, Niegleve-Wattmannshagen, Gremmelin, Langhagen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pogge-Gedenkstein in Roggow

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  4. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 93.
  5. http://www.kirchengemeinde-reinshagen.de/kino-im-pfarrhaus/

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Herrmann: Archäologie in der Deutschen Demokratischen Republik. Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, ISBN 3-332-00308-9.
  • Steffen Kober: Die germanischen Fürstengräber der Lübsow-Gruppe. Grin Verlag 2007, ISBN 978-3638759106.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lalendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien