Gina Lückenkemper

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Gina Lückenkemper Leichtathletik

Gina Lückenkemper by Frank Haug.JPG
Lückenkemper bei der Kurpfalz Gala in Weinheim 2015

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 21. November 1996 (20 Jahre)
Geburtsort HammDeutschlandDeutschland Deutschland
Größe 170 cm
Gewicht 57 kg
Beruf Studentin (Wirtschaftspsychologie)
Karriere
Disziplin 100 Meter; 200 Meter
Bestleistung 60 Meter (Halle): 7,14 s; 100 Meter: 10,95 s
200 Meter (Halle): 23,69 s; 200 Meter: 22,67 s
Verein LG Olympia Dortmund, vorm. LAZ Soest
Trainer Ulrich Kunst, erster Trainer: Harald Bottin
Medaillenspiegel
Europameisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
U20-Weltmeisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
U20-Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Hallenmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Logo der EAA Europameisterschaften
0Bronze0 Amsterdam 2016 200 m
0Bronze0 Amsterdam 2016 4 × 100 m
 Juniorenweltmeisterschaften
0Bronze0 Eugene 2014 4 × 100 m
Logo der EAA Junioreneuropameisterschaften
0Gold0 Eskilstuna 2015 200 m
Deutsche Meisterschaften
0Gold0 Kassel 2016 200 m
0Gold0 Erfurt 2017 100 m
Deutsche Hallenmeisterschaften
0Gold0 Leipzig 2017 60 m
0Gold0 Leipzig 2017 4 × 200 m
letzte Änderung: 6. August 2017

Gina Lückenkemper (* 21. November 1996 in Hamm) ist eine deutsche Leichtathletin. Sie hat sich auf den Sprint spezialisiert und läuft auch Staffeln.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lückenkemper wurde in Hamm im nordrhein-westfälischen Ruhrgebiet geboren und wuchs in Soest auf.[1] 2016 machte sie ihr Abitur am Conrad-von-Soest-Gymnasium. Als Mitglied des Nachwuchselite-Teams der Sportstiftung NRW wird sie seit 2014 gefördert, seit 2012 wird sie vom Sicherheitsspezialisten Burg-Wächter aus Wetter (Ruhr) unterstützt.[2] Sie studiert Wirtschaftspsychologie an der Ruhr-Universität-Bochum.

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erfahrungen sammelte Lückenkemper beim TUS Ampen auf den Mittelstrecken. So wurde sie bereits mit zwölf Jahren 2. der Frauenklasse auf der 5-Kilometer-Strecke des Silvesterlaufs in Soest. 2009 wechselte sie zum LAZ Soest und zu Trainer Harald Bottin. Nachdem sie zunächst gute Leistungen im Hochsprung erlangte, kam 2011 der Durchbruch mit dem Wechsel von der 75-Meter-Strecke auf die 100 Meter.

2012 startete Lückenkemper erstmals international. Bei den U20-Weltmeisterschaften in Barcelona war sie mit 15 Jahren die jüngste aller Teilnehmerinnen und schaffte es bis ins Halbfinale. 2013 konnte sie bei den U18-Weltmeisterschaften in Donezk auf den 200 Metern den 5. Platz erreichen. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2014 wurde sie Achte und gewann mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel mit Lisa Marie Kwayie, Lisa Mayer und Chantal Butzek die Bronzemedaille.

2015 wechselte Lückenkemper zunächst den Trainer; ihr aktueller Heimtrainer ist Uli Kunst. Im gleichen Jahr wurde sie bei den Junioreneuropameisterschaften in Eskilstuna Europameisterin auf der 200-Meter-Strecke.[3] Bei den Frauen schaffte Lückenkemper die Norm über 100 Meter für die Weltmeisterschaften in Peking. Mit 11,34 s verpasste sie knapp das Halbfinale. Mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel schaffte sie auf Position drei laufend mit Rebekka Haase, Alexandra Burghardt und Verena Sailer den fünften Platz.

Seit 1. Januar 2016 tritt Lückenkemper für die LG Olympia Dortmund an. Sie schaffte Mitte Mai beim Sprinter- und Läufer-Meeting in Herzogenaurach die Olympianorm über 100 Meter. Anfang Juni folgte in Regensburg die Normerfüllung über 200 Meter. In Kassel wurde Lückenkemper Deutsche Meisterin über 200 Meter und sicherte sich somit wegen der erreichten Norm die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. In Amsterdam gewann sie bei den Europameisterschaften über 200 Meter die Bronzemedaille,[4] ebenso mit der Sprintstaffel. Bei den Olympischen Spielen belegte sie mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel den vierten Platz.[5] Im 200-Meter-Lauf erreichte sie die Halbfinalrunde.

2017 wurde Lückenkemper in Leipzig mit persönlicher Bestleistung von 7,14 s Deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter und qualifizierte sich für die Halleneuropameisterschaften in Belgrad. Einen weiteren Meistertitel holte sie ebenfalls in persönlicher Bestzeit von 1:35,41 min mit der Staffel über 4-mal-200-Meter. Im April gewann Lückenkemper gemeinsam mit Lara Matheis, Tatjana Pinto und Rebekka Haase die Silbermedaille in der 4-mal-200-Meter-Staffel in einer Zeit von 1:30,68 min bei den IAAF World Relays 2017 auf den Bahamas. Die Mannschaft setzte sich dabei knapp gegen das Team aus den USA durch.[6] Auf den Start in der später siegreichen 4-mal-100-Meter-Staffel der deutschen Frauen verzichtete die eigentlich fest gesetzte Sprinterin anschließend aufgrund einer Erkältung.[7] Im nordfranzösischen Lille wurde Lückenkemper Team-Europameisterin, beim 100-Meter-Lauf belegte sie den 2. Platz und siegte mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. In Erfurt holte sie im 100-Meter-Lauf in 11,10 s den Deutschen Meistertitel. Den Vorlauf hatte sie trotz eines Stolperers in der Startphase mit persönlicher Bestleistung von 11,01 s gewonnen. Bei den Weltmeisterschaften in London lief sie mit neuer persönlicher Bestleistung von 10,95 s die schnellste Zeit aller Vorläufe und ist damit die siebte deutsche Sprinterin, die unter elf Sekunden blieb.[8] Als bisher letzte Deutsche war Katrin Krabbe mit 10,99 s (Zwischenlauf: 10,91 s) bei ihrem WM-Titel 1991 in Tokio unter elf Sekunden gelaufen.[8] Im anschließenden Halbfinale wurde Gina Lückenkemper Sechste.[9] Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel wurde Lückenkemper bei der WM in London zusammen mit Tatjana Pinto, Lisa Mayer und Rebekka Haase Vierte.

Gina Lückenkemper ist 1,70 m groß und hat ein Wettkampfgewicht von 57 kg.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Sportgala des Kreises Soest 2014 wurde sie zur Sportlerin des Jahres gewählt. 2016 wurde sie erneut zur Sportlerin des Jahres im Kreis Soest gewählt.

Bei der Wahl der NRW-Sportler des Jahres 2015 gewann sie den Felix-Award als beste Nachwuchssportlerin.

Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 5. August 2017)

Halle
  • 60 m: 7,14 s 18. Februar 2017 in Leipzig
  • 200 m: 23,69 s 1. März 2014 in Halle (Saale)
  • 4 × 200 m: 1:35,41 min 19. Februar 2017 in Leipzig
Freiluft
  • 100 m: 10,95 s (+1,3 m/s) 5. August 2017 in London
  • 200 m: 22,67 s (0,0 m/s) 5. Juni 2016 in Regensburg

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher U18-Hallenrekord am 2. März 2013 in Ancona in Italien beim Hallenländerkampf 200 m / 23,89 s.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

national
  • 2011: 4. Platz Deutsche U18-Meisterschaften (200 m)
  • 2011: 7. Platz Deutsche U18-Meisterschaften (100 m)
  • 2012: 4. Platz Deutsche U20-Hallenmeisterschaften (200 m)
  • 2012: Deutsche U18-Meisterin (200 m)
  • 2012: 3. Platz Deutsche U18-Meisterschaften (100 m)
  • 2013: Deutsche U20-Hallenmeisterin (200 m)
  • 2013: Deutsche U18-Meisterin (200 m)
  • 2013: Deutsche U18-Vize-Meisterin (100 m)
  • 2014: Deutsche U20-Hallenmeisterin (200 m)
  • 2014: Deutsche U23-Meisterin in Wesel (200 m)
  • 2016: Deutsche Meisterin (200 m)
  • 2017: Deutsche Hallenmeisterin (60 m und 4 × 200 m)
  • 2017: Deutsche Meisterin (100 m)
international
  • 2012: Sieg beim U20-Hallenländerwettkampf Ger/Fra/Ita über 200 Meter in Val de Reuil
  • 2012: Halbfinale der U20-Weltmeisterschaften über 200 Meter in Barcelona
  • 2013: Sieg beim U20-Hallenländerwettkampf Ger/Fra/Ita über 200 Meter in Ancona
  • 2013: 5. Platz im Finale der U18-Weltmeisterschaften über 200 Meter in Donezk
  • 2014: Sieg beim U20-Hallenländerwettkampf Ger/Fra/Ita über 200 Meter in Halle (Saale)
  • 2014: 8. Platz bei den U20-Weltmeisterschaften über 200 Meter in Eugene
  • 2014: 3. Platz bei den U20-Weltmeisterschaften mit der 4-mal-100-Meter-Staffel in Eugene
  • 2015: U20-Europameisterin über 200 Meter in Eskilstuna
  • 2015: 5. Platz bei den Weltmeisterschaften mit der 4-mal-100-Meter-Staffel in Peking
  • 2016: 3. Platz bei den Europameisterschaften über 200 Meter in Amsterdam
  • 2016: 4. Platz bei den Olympischen Spielen (4 × 100 m)
  • 2017: Team-Europameisterin
  • 2017: 1. Platz Team-Europameisterschaft (4 × 100 m)
  • 2017: 2. Platz Team-Europameisterschaft (100 m)
  • 2017: 4. Platz bei den Weltmeisterschaften (4 x 100 m)
  • 2017: Als erste Deutsche seit 26 Jahren läuft sie bei der WM in London die 100 m unter 11 Sekunden (10,95 s)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gina Lückenkemper – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gina Lückenkemper trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Soest ein. In: soest.de. Abgerufen am 20. August 2017.
  2. Talentförderung Trackteam BURG-WÄCHTER. Abgerufen am 17. August 2017.
  3. Silke Morrissey: 200-Meter-Gold: Gina Lückenkemper rennt auf und davon. leichtathletik.de, 18. Juli 2015, abgerufen am 2. Mai 2017.
  4. Christian Fuchs: Gina Lückenkemper holt Bronze. leichtathletik.de, 7. Juli 2016, abgerufen am 2. Mai 2017.
  5. Silke Morrissey / Jan-Henner Reitze: Final-Feuertaufe gemeistert - DLV-Quartett Vierter. leichtathletik.de, abgerufen am 2. Mai 2017.
  6. Bob Ramsak: Women's 4x200m final - IAAF/BTC World Relays Bahamas 2017 (englisch) IAAF. 22. April 2017. Abgerufen am 23. April 2017.
  7. Silke Bernhart: Sensations-Gold für deutsche 4x100 Meter-Sprinterinnen. leichtathletik.de, 24. April 2017, abgerufen am 2. Mai 2017.
  8. a b NDR: Lückenkemper sprintet unter elf Sekunden. Abgerufen am 5. August 2017 (deutsch).
  9. Gina Lückenkemper verpasst 100-Meter-Finale. Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017, abgerufen am 7. August 2017.