Gina Lückenkemper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gina Lückenkemper Leichtathletik

2018 DM Leichtathletik - 100 Meter Lauf Frauen - Gina Lueckenkemper - by 2eight - DSC7759.jpg
Lückenkemper bei den Deutschen
Leichtathletik-Meisterschaften 2018

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 21. November 1996 (22 Jahre)
Geburtsort HammDeutschland
Größe 170 cm
Gewicht 57 kg
Beruf Studentin (Wirtschaftspsychologie)
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 60 Meter (Halle): 7,11 s
100 Meter: 10,95 s
200 Meter: 22,67 s
Verein LAZ Soest (2009–2015)
LG Olympia Dortmund (2016–2017)
Bayer 04 Leverkusen (2018)
SCC Berlin (seit 2019)
Trainer Ulrich Kunst, erster Trainer: Harald Bottin
Medaillenspiegel
Europameisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 3 × Bronze
U20-Weltmeisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
U20-Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 3 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Hallenmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Logo der EAA Europameisterschaften
0Bronze0 Amsterdam 2016 200 m
0Bronze0 Amsterdam 2016 4 × 100 m
0Silber0 Berlin 2018 100 m
0Bronze0 Berlin 2018 4 × 100 m
Logo der IAAF Juniorenweltmeisterschaften
0Bronze0 Eugene 2014 4 × 100 m
Logo der EAA Junioreneuropameisterschaften
0Gold0 Eskilstuna 2015 200 m
Logo des DLV Deutsche Meisterschaften
0Gold0 Kassel 2016 200 m
0Gold0 Erfurt 2017 100 m
0Silber0 Erfurt 2017 4 × 100 m
0Gold0 Nürnberg 2018 100 m
0Silber0 Nürnberg 2018 4 × 100 m
0Silber0 Berlin 2019 100 m
Logo des DLV Deutsche Hallenmeisterschaften
0Gold0 Leipzig 2017 60 m
0Gold0 Leipzig 2017 4 × 200 m
letzte Änderung: 3. August 2019

Gina Lückenkemper (* 21. November 1996 in Hamm, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Leichtathletin. Sie ist spezialisiert auf den Sprint, sowohl im Einzel als auch in der Staffel.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lückenkemper wuchs in Soest auf.[1] 2016 machte sie Abitur am Conrad-von-Soest-Gymnasium. Lückenkemper studiert Wirtschaftspsychologie an der Ruhr-Universität Bochum.

Als Mitglied des Nachwuchselite-Teams der Sportstiftung NRW wird sie seit 2014 gefördert.[2]

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erfahrungen sammelte Lückenkemper beim TUS Ampen auf den Mittelstrecken. So wurde sie bereits mit zwölf Jahren Zweite der Frauenklasse auf der 5-Kilometer-Strecke des Silvesterlaufs in Soest. 2009 wechselte sie zum LAZ Soest und zu Trainer Harald Bottin. Nachdem sie zunächst gute Leistungen im Hochsprung gezeigt hatte, kam 2011 der Durchbruch mit dem Wechsel von der 75-Meter-Strecke auf die 100 Meter.

2012 startete Lückenkemper erstmals international. Bei den U20-Weltmeisterschaften in Barcelona war sie mit 15 Jahren die jüngste Teilnehmerin und schaffte es bis ins Halbfinale. 2013 erreichte sie bei den U18-Weltmeisterschaften in Donezk auf den 200 Metern den fünften Platz. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2014 wurde sie Achte und gewann mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel mit Lisa Marie Kwayie, Lisa Mayer und Chantal Butzek die Bronzemedaille.

2015 wechselte Lückenkemper zunächst den Trainer; ihr aktueller Heimtrainer ist Uli Kunst. Im gleichen Jahr wurde sie bei den Junioreneuropameisterschaften in Eskilstuna Europameisterin auf der 200-Meter-Strecke.[3] Bei den Frauen schaffte Lückenkemper die Norm über 100 Meter für die Weltmeisterschaften in Peking. Mit 11,34 Sekunden verpasste sie knapp das Halbfinale. Mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel schaffte sie auf Position drei laufend mit Rebekka Haase, Alexandra Burghardt und Verena Sailer den fünften Platz.

Lückenkemper schaffte Mitte Mai 2016 beim Sprinter- und Läufer-Meeting in Herzogenaurach die Olympianorm über 100 Meter, Anfang Juni in Regensburg über 200 Meter. In Kassel wurde Lückenkemper Deutsche Meisterin über 200 Meter und sicherte sich somit wegen der erreichten Norm die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. In Amsterdam gewann sie bei den Europameisterschaften über 200 Meter die Bronzemedaille,[4] ebenso mit der Sprintstaffel. Bei den Olympischen Spielen belegte sie mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel den vierten Platz.[5] Im 200-Meter-Lauf erreichte sie die Halbfinalrunde.

2017 wurde Lückenkemper in Leipzig mit persönlicher Bestleistung von 7,14 Sekunden Deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter und qualifizierte sich für die Halleneuropameisterschaften in Belgrad. Einen weiteren Meistertitel holte sie ebenfalls in persönlicher Bestzeit von 1:35,41 min mit der Staffel über 4-mal-200-Meter. Im April gewann Lückenkemper gemeinsam mit Lara Matheis, Tatjana Pinto und Rebekka Haase die Silbermedaille in der 4-mal-200-Meter-Staffel in einer Zeit von 1:30,68 min bei den IAAF World Relays 2017 auf den Bahamas. Die Mannschaft setzte sich dabei knapp gegen das Team aus den USA durch.[6] Auf den Start in der später siegreichen 4-mal-100-Meter-Staffel der deutschen Frauen verzichtete die eigentlich fest gesetzte Sprinterin anschließend aufgrund einer Erkältung.[7] Im nordfranzösischen Lille wurde Lückenkemper Team-Europameisterin, beim 100-Meter-Lauf belegte sie den zweiten Platz und siegte mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. In Erfurt holte sie im 100-Meter-Lauf in 11,10 s den Deutschen Meistertitel. Den Vorlauf hatte sie trotz eines Stolperers in der Startphase mit persönlicher Bestleistung von 11,01 s gewonnen. Bei den Weltmeisterschaften in London lief sie mit neuer persönlicher Bestleistung von 10,95 s die schnellste Zeit aller Vorläufe und ist damit nach sechs DDR-Sprinterinnen die insgesamt siebte deutsche Sprinterin, die unter elf Sekunden blieb.[8] Als bisher letzte Deutsche war Katrin Krabbe mit 10,99 s (Zwischenlauf: 10,91 s) bei ihrem WM-Titel 1991 in Tokio unter elf Sekunden gelaufen.[8] Im anschließenden Halbfinale wurde Lückenkemper Sechste.[9] Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel wurde Lückenkemper bei den Weltmeisterschaften in London zusammen mit Tatjana Pinto, Lisa Mayer und Rebekka Haase Vierte.

2018 feierte Lückenkemper bei den Europameisterschaften in Berlin mit der Silbermedaille im 100-Meter-Finale ihren bis dato größten Erfolg.[10] Sie musste sich nur Dina Asher-Smith aus Großbritannien geschlagen geben. Zuvor war sie im Halbfinale mit 10,98 s einen Europäischen U23-Rekord gelaufen, den sie im Finallauf einstellte und damit zum dritten Mal unter elf Sekunden blieb.[11] In der Sprintstaffel erreicht sie mit Tatjana Pinto, Lisa Marie Kwayie und Rebekka Haase Bronze.

Vereinszugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lückenkemper war zunächst beim TUS Ampen und wechselte 2009 zum LAZ Soest. Ab dem 1. Januar 2016 trat sie für die LG Olympia Dortmund an. Im Jahr 2018 startete Lückenkemper für den TSV Bayer 04 Leverkusen, 2019 wechselte sie auf Grund eines Ausrüsterwechsels in Leverkusen zum SCC Berlin.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei der ersten Sportgala des Kreises Soest 2014 wurde sie zur Sportlerin des Jahres gewählt. 2016 wurde sie erneut zur Sportlerin des Jahres im Kreis Soest gewählt.
  • Bei der Wahl der NRW-Sportler des Jahres 2015 sowie 2017 gewann sie den Felix-Award als beste Nachwuchssportlerin.

Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 3. Februar 2018)

Halle
  • 60 m: 7,11 s 21. Januar 2018 in Dortmund
  • 200 m: 23,69 s 1. März 2014 in Halle (Saale)
  • 4 × 200 m: 1:35,41 min 19. Februar 2017 in Leipzig
Freiluft
  • 100 m: 10,95 s (+1,3 m/s) 5. August 2017 in London
  • 200 m: 22,67 s (0,0 m/s) 5. Juni 2016 in Regensburg

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher U18-Hallenrekord am 2. März 2013 in Ancona in Italien beim Hallenländerkampf 200 m / 23,89 s
  • Europäischer U23-Rekord am 7. August 2018 in Berlin bei den Europameisterschaften 100 m / 10,98 s

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

national
international

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gina Lückenkemper – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gina Lückenkemper trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Soest ein. In: soest.de. Abgerufen am 20. August 2017.
  2. Talentförderung Trackteam BURG-WÄCHTER. Abgerufen am 17. August 2017.
  3. Silke Morrissey: 200-Meter-Gold: Gina Lückenkemper rennt auf und davon. leichtathletik.de, 18. Juli 2015, abgerufen am 2. Mai 2017.
  4. Christian Fuchs: Gina Lückenkemper holt Bronze. leichtathletik.de, 7. Juli 2016, abgerufen am 2. Mai 2017.
  5. Silke Morrissey / Jan-Henner Reitze: Final-Feuertaufe gemeistert - DLV-Quartett Vierter. leichtathletik.de, abgerufen am 2. Mai 2017.
  6. Bob Ramsak: Women's 4x200m final - IAAF/BTC World Relays Bahamas 2017 (englisch) IAAF. 22. April 2017. Abgerufen am 23. April 2017.
  7. Silke Bernhart: Sensations-Gold für deutsche 4x100 Meter-Sprinterinnen. leichtathletik.de, 24. April 2017, abgerufen am 2. Mai 2017.
  8. a b NDR: Lückenkemper sprintet unter elf Sekunden. Abgerufen am 5. August 2017.
  9. Gina Lückenkemper verpasst 100-Meter-Finale. Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017, abgerufen am 7. August 2017.
  10. Frauen: 100 Meter Finale. In: leichtathletik.de. Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV), 7. August 2018, S. 1, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  11. Harald Koken: Silber: Gina Lückenkemper wieder unter 11 Sekunden, Berlin 2018, auf: leichtathletik.de, vom 7. August 2018, abgerufen 8. August 2018
  12. Gina Lückenkemper sprintet in Zukunft für den SCC Berlin. In: leichtathletik.de. 30. November 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.