Pontedera

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Dieser Artikel befasst sich mit der italienischen Stadt Pontedera. Für den italienischen Botaniker Giulio Pontedera (1688–1757) siehe Giulio Pontedera.
Pontedera
Wappen
Pontedera (Italien)
Pontedera
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Pisa (PI)
Koordinaten 43° 40′ N, 10° 38′ OKoordinaten: 43° 39′ 45″ N, 10° 37′ 57″ O
Höhe 14 m s.l.m.
Fläche 45,9 km²
Einwohner 29.223 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 637 Einw./km²
Postleitzahl 56025
Vorwahl 0587
ISTAT-Nummer 050029
Volksbezeichnung Pontederesi
Schutzpatron Faustinus und Jovita
Website Pontedera
Blick auf Pontedera
Blick auf Pontedera

Pontedera ist eine Kleinstadt mit 29.223 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der italienischen Region Toskana. Sie gehört zur Provinz Pisa und ist eines der industriellen Zentren der Region. Bekannt ist Pontedera als wichtigste Produktionsstätte des Motorrollerherstellers Piaggio.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pontedera liegt an der Mündung des Flusses Era in den Arno, etwa auf halber Strecke zwischen Pisa und Empoli. Nachbargemeinden sind Calcinaia, Capannoli, Cascina, Casciana Terme Lari, Montopoli in Val d’Arno, Palaia, Ponsacco und Santa Maria a Monte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Stadt bedeutet "Brücke über den Fluss Era". Die Ursprünge der Stadt gehen ins 13. Jahrhundert zurück. Pontedera lag auf Pisaner Gebiet an einem strategisch wichtigen Punkt an der Grenze zur Republik Florenz, und wurde daher militärisch ausgebaut. Pontedera verlor diese Bedeutung nach dem Sieg der Florentiner.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt wegen ihrer kriegswichtigen Industriebetriebe stark bombardiert und beschädigt. Ein großer Teil der Innenstadt ist in der Nachkriegszeit modern wieder aufgebaut worden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert war Pontedera ein wichtiges landwirtschaftliches Zentrum im Arnotal. Haupterwerbszweige waren neben dem Getreide- und Weinanbau die Hanf- und Leinenproduktion, so dass sich um Pontedera viele Textilbetriebe, Seilereien und Färbereien ansiedelten. Die Landwirtschaft hat heute an Bedeutung verloren.

Seit der Eröffnung des Piaggio-Werkes in den zwanziger Jahren (zunächst Motoren und Flugzeuge, nach dem Zweiten Weltkrieg Motorroller und Kleinfahrzeuge) ist der Ort industriell geprägt (Maschinenbau, Keramik, Baustoffe, Textilindustrie). Der ehemalige Werksflugplatz Pontedera wurde bis 2013 vollständig abgetragen. Der Sportwagenhersteller Mazzanti Automobili hat hier ebenso seinen Sitz wie der Schokoladenproduzent Amedei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom Ss. Jacopo e Filippo

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Dom Ss. Jacopo e Filippo wurde 1840–1864 im neoklassizistischen Stil errichtet. Der Campanile wurde nach dem Zweiten Weltkrieg an Stelle von zerstörten Türmen neu erbaut. Im Dom werden die Reliquien des heiligen Faustinus, eines römisch Märtyrers und Patron der Stadt, aufbewahrt.
  • Die Kirche Santissimo Crocifisso stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert umgestaltet und vergrößert. Sie enthält Fresken der Pisaner Schule des 14. Jahrhunderts und Werke von Ludovico Cigoli und Nino Pisano.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pontedera wurde 1974 das experimentelle Theaterzentrum Centro per la Sperimentazione e la Ricerca Teatrale gegründet (heute: Fondazione Pontedera Teatro). Es organisiert auf nationaler und internationaler Ebene Theaterproduktionen und kulturelle Initiativen, und beherbergt seit 1986 das Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richards[2].

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museo Piaggio Giovanni Alberto Agnelli ist das Museum der Piaggio-Gruppe. Es befindet sich auf dem Fabrikgelände und zeigt u.a. Exponate der Unternehmensmarken Vespa, Ape und Gilera.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Pontedera ansässige Fußballverein ist die US Città di Pontedera. Derzeit spielt der Verein in der fünften italienischen Liga.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pontedera pflegt Partnerschaften mit der nicaraguanischen Gemeinde La Paz Centro seit 2003, mit der französischen Gemeinde Fourchambault seit 2005 und mit der senegalesischen Gemeinde Khombole seit 2003.[3]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pontedera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richards
  3. Comune di Pontedera – Gmellaggi, abgerufen am 10. Juni 2017