Portofino

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Portofino
Wappen
Portofino (Italien)
Portofino
Staat Italien
Region Ligurien
Metropolitanstadt Genua (GE)
Koordinaten 44° 18′ N, 9° 12′ OKoordinaten: 44° 18′ 14″ N, 9° 12′ 28″ O
Höhe m s.l.m.
Fläche 2 km²
Einwohner 420 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 210 Einw./km²
Stadtviertel San Sebastiano
Angrenzende Gemeinden Camogli, Santa Margherita Ligure
Postleitzahl 16034
Vorwahl 0185
ISTAT-Nummer 010044
Volksbezeichnung Portofinesi
Schutzpatron Sankt Georg
Website www.comune.portofino.genova.it

Portofino (ligurisch Portofin, lateinisch Portus Delphini) ist eine italienische Gemeinde mit 420 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) östlich von Genua in Ligurien. Ihr Territorium ist mit zwei Quadratkilometern das kleinste in der Metropolitanstadt Genua.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portofino liegt im westlichen Abschnitt des Golfo del Tigullio an einer Bucht der gleichnamigen Halbinsel. Von der Regionalhauptstadt Genua ist die Gemeinde circa 36 Kilometer entfernt. Die Halbinsel von Portofino stellt die geographische Trennlinie zwischen dem Golf von Tigullien und dem Golfo Paradiso dar.

Die Nachbargemeinden von Portofino sind Camogli und Santa Margherita Ligure. Mit diesen beiden Gemeinden verwaltet Portofino das Meeresschutzgebiet Portofino, in dem es sich befindet. Zudem gehört die Gemeinde zum Naturpark Portofino.

Die exponierte landschaftliche Lage des Naturhafens hat nicht zuletzt durch den Zuzug von Prominenten den Ort weltbekannt gemacht. Die touristische Infrastruktur stößt dadurch regelmäßig an ihre Grenzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Plinius dem Älteren wurde der Ort vom Römischen Reich unter dem Namen Portus Delphini (Delfinhafen) gegründet.[2] Wahrscheinlich bezieht sich der ursprüngliche Name auf die starke Verbreitung dieser Meeressäuger im Golf von Tigullien. Das Fischerdorf wird in einer Urkunde aus dem Jahr 986 erwähnt, in der Adelheid von Burgund, die Frau von Lothar II., die Gemeinde der nahegelegenen Abtei von San Fruttuoso schenkt. Heute unterliegt die Abtei der Verwaltung von Camogli.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bucht bei Portofino

1171 wurde das kleine Dorf zusammen mit der nahegelegenen Stadt Santa Margherita Ligure unter die Verwaltungshoheit von Rapallo gestellt. Ab dem Jahr 1229 wurde Portofino, wie auch das gesamte Territorium von Rapallo, ein Teil der Republik Genua. Dadurch konnten die genuesischen Handelsschiffe den geschützten Naturhafen des Ortes als Zuflucht nutzen.

1409 wurde Portofino vom französischen König Karl VI. an Florenz verkauft. Kurze Zeit darauf wurde der missliebige Regent jedoch aus Genua vertrieben und die Ortschaft an Genua zurückgegeben. Im weiteren 15. Jahrhundert wechselte die Verwaltung von der Familie der Fregosi zu den Familien der Spinola, Fieschi, Adorno und Doria. 1608 wurde Portofino dem Hafenamt von Rapallo unterstellt.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 ging die Gemeinde nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses (1814–1815) zusammen mit den anderen Gemeinden der Republik Genua in das Königreich Sardinien über. 1861 wurde Portofino in das Königreich Italien eingegliedert. Während des Zweiten Weltkriegs wurden bei der nahegelegenen Ortschaft Olivetta 20 Partisanen von faschistischen Soldaten erschossen. Die Erschießung, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1944 stattfand, erfolgte auf Befehl des Polizeichefs von Genua Friedrich Engel[3]. Zwischen August und Oktober 1943 operierte eine deutsche Seenotfliegerstaffel von Portofino aus.

Demographische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem großen Besucheransturm, erst britischer, später deutscher Touristen zu Beginn der 1990er Jahre, ist die Wirtschaft Portofinos nahezu ausnahmslos an den Tourismus gebunden. Die Gemeinde und ihr Umland sind ein wichtiges Ausflugsziel für Besucher aus aller Welt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chiesa di San Giorgio
Der Friedhof

Die romanische Chiesa di San Giorgio aus dem 12. Jahrhundert wurde nach ihrer kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1950 rekonstruiert. In der Kirche werden die Reliquien von Sankt Georg aufbewahrt. Im historischen Teil von Portofino steht die Chiesa di San Martino. Sie wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert errichtet und ist wie auch die Chiesa di San Giorgio in romanischem Stil gehalten. Sie ist dem Heiligen Martin von Tours geweiht.

Im Ort befindet sich außerdem das Oratorio di Nostra Signora dell’Assunta, das der Unbefleckten Empfängnis gewidmet wurde und Sitz einer Bruderschaft ist. Das Oratorium wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert teilweise umstrukturiert. Dabei ging der ursprüngliche Charakter weitestgehend verloren. Das Hauptportal besteht aus Schiefer und stammt aus der Renaissance. Darüber befindet sich eine Lünette aus dem Jahre 1555, das in einem Flachrelief Maria mit Kind umgeben von den lokalen Glaubensbrüdern darstellt. Im Innenraum stehen zwei Prozessionskreuze, ein weißes und ein schwarzes, die 105 beziehungsweise 115 Kilogramm wiegen und auch heute noch zum Patronatsfest zur Prozession getragen werden.

Festungsbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb des Ortes steht das Castello Brown, früher auch Castello di San Giorgio genannt. Es wurde im 14. Jahrhundert errichtet, später zu einer Privatvilla umgebaut und dient heute als Museum der Gemeinde.

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Portofino finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, an denen bekannte Personen aus dem Bereich Kultur und Showgeschäft teilnehmen. Am 23. April findet das Patronatsfest für Sankt Georg statt.

Literatur, Film und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chiesa di San Martino

Portofino ist der Schauplatz der 1922 hier im Castello Brown entstandenen Novelle Enchanted April der britischen Autorin Elizabeth von Arnim sowie des gleichnamigen Films des Regisseurs Mike Newell (1992). Durch das Lied Love in Portofino, das Fred Buscaglione und Leo Chiosso 1958 schrieben, wurde Portofino in den 1950er Jahren weltweit bekannt. Im Film Come September von 1961 mit Gina Lollobrigida und Rock Hudson in der Rolle des reichen Robert L. Talbot diente das Luxus-Hotel Splendido oberhalb von Portofino als Talbots Villa, die während dessen Abwesenheiten vom Personal als Hotel betrieben wurde. Am Golf von Tigullien und in Portofino wurden in den 1990er Jahren eine Reihe weiterer italienischer, aber auch ausländische Kinofilme gedreht.

1995 wählten Michelangelo Antonioni und Wim Wenders Portofino als Kulisse für den Film Jenseits der Wolken mit John Malkovich und Sophie Marceau. Außerdem spielten die amerikanische Soapopera Reich und Schön und das italienische Pendant CentoVetrine für einige Folgen in der Gemeinde. Portofino wurde in den Universal Studios von Orlando in Florida nachgebaut.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portofino unterhält Partnerschaften mit der irischen Stadt Kinsale sowie mit der spanischen Inselstadt Palma de Mallorca.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Chiesa di San Giorgio auf das Ligurische Meer

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portofino liegt an der Provinzstraße 227, die das Fischerdorf mit Santa Margherita Ligure verbindet. Eine direkte Anbindung an die Autobahn besteht nicht. Die nächste Autobahnzufahrt befindet sich bei Rapallo zur A12. Portofino verfügt nur über wenige Parkmöglichkeiten, und die Zufahrt wird von der lokalen Polizei limitiert.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Rapallo und Santa Magherita gibt es Busverbindungen. Der Portofino am nächsten liegende Bahnhof ist der von Santa Margherita Ligure an der Bahnstrecke Pisa–La Spezia–Genua. Er liegt im Abschnitt Genua–La Spezia. Dort ist auch eine Bushaltestelle der Azienda Trasporti Provinciali, von der aus Busse nach Portofino abfahren.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen von Portofino

Von Rapallo legt ein Schiff mit einem Zwischenstopp in Santa Margherita Ligure ab. Weitere Seeverbindungen bestehen von Camogli und San Fruttuoso aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort beherbergte eine Reihe von bekannten Persönlichkeiten:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Plinius der Ältere, HN, III, VII, 2 ; Die Geschichte Portofinos auf der Homepage der Gemeinde (it.)
  3. Darstellung des ILSREC Genova

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Portofino – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien