Innogy

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innogy SE

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Rechtsform Europäische Gesellschaft
ISIN DE000A2AADD2
Gründung 2016[1]
Sitz Essen, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 42.904 (2018)[3]
Umsatz 37 Mrd. Euro (2018)[3]
Branche Energieversorgung
Website www.innogy.com
Stand: 31. Dezember 2018

Die Innogy SE (Eigenschreibweise innogy; Kofferwort aus engl. innovation „Neuerung“ und energy „Energie“) ist eine börsennotierte, ursprünglich von RWE 2016 gegründete Tochtergesellschaft der E.ON. Innogy betreibt Verteilnetze, vertreibt Energie und erzeugt elektrischen Strom zum größten Teil aus erneuerbaren Energien.[4]

Im März 2018 gaben RWE und E.ON bekannt, dass RWE im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Vermögenswerten und Geschäftsbereichen den gesamten durch RWE gehaltenen Innogy-Anteil an E.ON überträgt. Dabei erhält RWE sowohl das bisherige Erneuerbare-Energien-Geschäft von Innogy als auch alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON.[5][6][7] Die Transaktion wurde nach behördlichen Genehmigungen am 18. September 2019 abgeschlossen.[8]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innogy ist überwiegend als Netzbetreiber und im Energievertrieb tätig. Außerdem plant, baut und betreibt das Unternehmen Stromerzeugungsanlagen, vor allem Windkraftanlagen (On- und Offshore), Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen.[9] Mitte 2009 hatte die RWE Innogy, eine der Vorgängergesellschaften, Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von mehr als 1,4 Gigawatt. Im März 2011 waren es bereits 2,4 GW mit weiter steigender Tendenz (1,1 GW in Bau).[10] Im Jahr 2012 produzierte RWE rund 4,2 % ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen (einschließlich der heute von Innogy verwalteten Wasser- und Biomassekraftwerke).[11]

Unter dem Namen RWE Innogy GmbH wurde ab 2008 die Sparte für erneuerbare Energien im RWE-Konzern gegründet. Sie übernahm den Namen der im Jahr 2002 von RWE übernommenen Innogy plc. 2016 wurde die Innogy SE gegründet (zunächst als RWE International SE), auf die die Sparten Erneuerbare, Netze und Vertrieb der RWE übertragen wurden. Innogy ist vorrangig in Europa aktiv, mit Schwerpunkten in Deutschland, Großbritannien (Übernahme der Aktivitäten von RWE npower), Frankreich, Spanien, Polen, Portugal und Italien.[9] Im Juli 2017 hat Innogy eine Tochtergesellschaft für Elektromobilität in den USA gegründet.[12]

Am 12. Dezember 2017 veröffentlichte Innogy eine Gewinnwarnung.[13] Daraufhin gab 19. Dezember 2017 Werner Brandt, Aufsichtsratsvorsitzender von Innogy, die Trennung von CEO Peter Terium bekannt.[14][15]

Verkauf an E.ON und Restrukturierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. März 2018 wurde der Verkauf von Innogy an E.ON bekanntgegeben; gleichzeitig gewährt E.ON im Zuge einer Kapitalerhöhung im Volumen von 20 Prozent RWE eine Beteiligung von 16,7 Prozent.[16] Den bisherigen Minderheitsaktionären von Innogy bot E.ON im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots den Kauf ihrer Aktien in bar an. Für 9,4 Prozent der stimmberechtigten Aktien wurde das Übernahmeangebot angenommen, dadurch stieg der mögliche Gesamtanteil von E.ON an Innogy nach Vollzug der Transaktion auf mindestens 86,2 Prozent.[17]

Durch die Transaktion wollen RWE und E.ON ihre Aktivitäten neu bündeln. Die Transaktion ist wie folgt strukturiert:[5]

  • E.ON erwirbt von RWE deren 76,8 %-Anteil an Innogy. Im Rahmen eines Tauschs von Geschäftsaktivitäten erhält RWE alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON und das erneuerbare Energiegeschäft von Innogy, eine Minderheitsbeteiligung von 16,67 Prozent an der erweiterten E.ON sowie weitere Vermögensgegenstände. RWE wird zudem 1,5 Milliarden Euro an E.ON zahlen.
  • E.ON unterbreitet den Minderheitsaktionären von Innogy ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Der Gesamtwert dieses Angebots von 40,00 Euro je Aktie setzt sich aus dem Angebotspreis von 36,76 Euro je Aktie sowie den Zahlungen aus unterstellten Dividenden der Innogy für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 von insgesamt 3,24 Euro je Aktie zusammen.

Nach Erklärungen der beiden Partien wird die Transaktion wie folgt begründet:[5]

  • E.ON erwartet Synergien in Höhe von 600 bis 800 Millionen Euro jährlich, die ab 2022 realisiert werden sollen.
  • E.ON solle zu einem fokussierten Betreiber europäischer Energienetze und Anbieter moderner Kundenlösungen werden, mit einer Positionierung als Innovationstreiber der Energiewende in Europa. Damit wolle man sich auf Ansprüche der Energiekunden in Deutschland und Europa vorbereiten, etwa im Bereich der Elektromobilität oder der zunehmenden Vernetzung von Produktion und Angeboten in lokalen Netzstrukturen.
  • RWE werde zu einem führenden europäischen Stromerzeuger bei den erneuerbaren Energien mit einem attraktiven Wachstumspotenzial, kombiniert mit der Versorgungssicherheit aus konventionellen Kraftwerken und dem Energiehandel.

Im Einzelnen wurde vereinbart, dass RWE im Rahmen eines Tauschs der Geschäftsaktivitäten folgende erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON erhalten wird:[5]

  • eine durchgerechnete Beteiligung von 16,67 Prozent an E.ON im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung von E.ON aus genehmigtem Kapital;
  • alle wesentlichen erneuerbaren Energieaktivitäten von E.ON;
  • das erneuerbare Energie-Geschäft von Innogy, sowie
  • die Minderheitsbeteiligungen, die E.ONs Tochtergesellschaft PreussenElektra an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen hält und
  • Innogys Gasspeichergeschäft sowie den Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag. Des Weiteren sieht die Vereinbarung eine Zahlung von RWE an E.ON in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vor.

Ende Januar 2019 meldete E.ON die geplante Übernahme von Innogy bei der EU-Kommission an.[18] Im März 2019 meldete E.ON einen Anteil von 3,02 % des stimmberechtigten Grundkapitals von Innogy erworben zu haben, zusätzlich dazu ist für weitere 9,41 % der Aktien das freiwillige Übernahmeangebot angenommen worden.[19] Zusammen mit dem zu übernehmenden Anteil von RWE kam E.ON damit auf 89,23 % aller Innogy-Aktien.[19] Die kartellrechtliche Erlaubnis sowie der Abschluss der Transaktion werden für September 2019 erwartet.[20] Anfang September 2019 teilte E.ON mit, durch weitere Anteile aus zwischenzeitlich erfolgten Zukäufen, nach der Freigabe der Transaktion die 90 % Schwelle zu erreichen und schnellstmöglich einen Squeeze-out der verbleibenden Minderheitsaktionäre veranlassen zu wollen.[21] Nach der Übertragung der Anteile von RWE auf E.ON am 18. September 2019 bekräftigte E.ON die Absicht die verbliebenen Anteile durch einen umwandlungsrechtlichen Squeeze-out zu übernehmen.[8]

Anlagen (vor Abschluss der Transaktion mit E.ON)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark Thornton Bank, Bauphase 1, Windenergieanlagen D1 bis D6

Innogy betreibt unter anderem die On- und Offshore-Windparks

Lage von Nordsee Ost innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht und deren Anbindung ans Festland
Luftaufnahme des Windparks Rhyl Flats

sowie das Biomasseheizkraftwerk Wittgenstein (Deutschland, 5 MW) und das Holzheizkraftwerk Berlin-Neukölln/Gropiusstadt (21,5 MW elektrisch, 164 MW thermisch).

Tochterunternehmen (vor Abschluss der Transaktion mit E.ON)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weitere erneuerbare Energien
    • Belectric Solar & Battery Holding (Photovoltaik), mit ka-tek (Systemintegration Mittel- und Hochspannung), Jurchen Technology (Montage- und Kabel-Systeme) und Padcon (Leitstand)
    • Innogy Renewables UK
  • weitere Beteiligungen
    • Innogy Consulting
    • Innogy Gas Storage NWE
    • Lemonbeat GmbH
    • eluminocity GmbH[22]

Aktie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktien der Innogy sind seit dem 7. Oktober 2016 im Prime-Standard-Segment der Börse Frankfurt notiert. Es war der bis dahin viertgrößte Börsengang in Deutschland (nach Telekom im Jahr 1996 sowie Deutsche Post und Infineon, beide im Jahr 2000) und der größte seit 16 Jahren.[23] Rund 3 Milliarden Euro flossen an die RWE und 2 Milliarden an Innogy. Zum Ausgabepreis von 36 Euro betrug der Börsenwert des Unternehmens damit 20 Milliarden Euro. Im Besitz der RWE waren 76,8 Prozent der Anteile.[24][25] Vom 19. Dezember 2016 bis 16. September 2019 war die Innogy-Aktie im MDAX gelistet. Nachdem im Zuge der Übernahme durch E.ON der Streubesitz unter 10 % fiel, musste die Aktie außerplanmäßig den MDAX verlassen.[26]

Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Dezember 2016 gibt es die Innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft[27], die unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Internationale Lichtkunst jährlich den International Light Award an Lichtkünstler vergibt.[28]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWE Fact Book Renewable Energy (April 2009) (PDF; 1,1 MB)
  2. Vorstand und Aufsichtsratsvorsitz von Innogy im Oktober 2019. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  3. a b Geschäftsbericht 2018. (pdf) In: innogy.com. Abgerufen am 17. August 2019.
  4. Rechtliche Informationen: Stromkennzeichnung 2017. In: innogy.com. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  5. a b c d EON und RWE: Zwei europäische Energieunternehmen fokussieren ihre Aktivitäten. In: rwe.com. 12. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  6. Ad-hoc-Mitteilung: RWE und EON erzielen Grundsatzeinigung über den Verkauf der 76,8 %igen Beteiligung an Innogy im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Geschäftsaktivitäten. In: rwe.com. 11. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  7. Ad-hoc-Mitteilung: EON schließt Vereinbarung mit RWE über Erwerb von Innogy im Rahmen eines weitreichenden Tauschs von Geschäftsaktivitäten. In: eon.com. 12. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  8. a b DGAP-News: E.ON SE vollzieht Erwerb der innogy-Anteile von RWE. In: www.finanznachrichten.de. 18. September 2019, abgerufen am 19. September 2019.
  9. a b Innogy Unternehmensbroschüre@1@2Vorlage:Toter Link/www.rwe.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Fact Book Renewable Energy (March 2011)@1@2Vorlage:Toter Link/www.rwe.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 3 MB)
  11. RWE Facts and Figures 2012 (PDF; 11 MB), p. 156
  12. Elektromobilität: Innogy gründet Tochtergesellschaft in USA. www.innogy.com, abgerufen am 11. August 2017.
  13. Innogy: Aktie der RWE-Tochter bricht nach Gewinnwarnung ein. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  14. Rheinische Post 20. Dezember 2017: Der fliegende Holländer
  15. Ex-Innogy-Chef Peter Terium: Kurzer Höhenflug – abrupter Absturz. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  16. Eon, RWE, Innogy: Wie sich die Energiebranche durch den Innogy-Verkauf verändern wird. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  17. E.ON schließt freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot erfolgreich ab. In: energyfortomorrow.de. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  18. E.ON meldet geplante Übernahme von Innogy bei EU-Kommission an. In: energyfortomorrow.de. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  19. a b DGAP-Stimmrechte: innogy SE. 15. März 2019, abgerufen am 14. August 2019.
  20. ROUNDUP 2: Starker Energiehandel gibt RWE Schub. Abgerufen am 14. August 2019.
  21. DGAP-News: E.ON SE: Geplante Übernahme von innogy: E.ON will innogy zügig integrieren und kündigt Ausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre der innogy SE an. Abgerufen am 14. September 2019.
  22. Innogy beteiligt sich am Smart City Startup eluminocity. (innogy.com [abgerufen am 1. Dezember 2017]).
  23. Innogy: der größte deutsche Börsengang seit 2000, Süddeutsche Zeitung, 7. Oktober 2016.
  24. Innogy-Aktien knapp über Ausgabepreis, Deutsche Welle, 7. Oktober 2016.
  25. IPO: RWE muss nachträglich Abstriche bei Innogy-Börsengang machen Finanzen.net, am 21. Oktober 2016
  26. Außerplanmäßige Anpassung in MDAX Änderungen werden am 16. September wirksam. In: www.dax-indices.com. 11. September 2019, abgerufen am 14. September 2019.
  27. Über die Stiftung. Neue Energieimpulse für die Gesellschaft. innogy-stiftung.com, abgerufen am 6. Mai 2017.
  28. Der Award. Zentrum für Internationale Lichtkunst (ilaa.eu), abgerufen am 6. Mai 2017.