Raiffeisen-Volksbank Ries

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Logo der Genossenschaftsbanken  Raiffeisen-Volksbank Ries eG
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Nördlingen
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 720 693 29[1]
BIC GENO DEF1 NOE[1]
Gründung 4. März 1874
Verband Genossenschaftsverband Bayern
Website www.rvbankries.de
Geschäftsdaten 2016[2]
Bilanzsumme 979,6 Mio. EUR
Einlagen 728 Mio. EUR
Kundenkredite 590 Mio. EUR
Mitarbeiter 254
Geschäftsstellen 28
Mitglieder 21.927
Leitung
Vorstand Paul W. Ritter (Vors.)
Bernhard Ströbele (stv. Vors.)
Aufsichtsrat Markus Glück (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die Raiffeisen-Volksbank Ries eG ist eine Genossenschaftsbank im Landkreis Donau-Ries (Bayern).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raiffeisen-Volksbank Ries fußt auf vielen kleinen Rieser Dorfgenossenschaften. Diese wurden großteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die ältesten Darlehenskassenvereine wurden in Alerheim (1883), in Löpsingen (1884) sowie in Hohenaltheim, Nähermemmingen und Bühl (1885) gegründet. Die erste Genossenschaft im heutigen Geschäftsgebiet der RVB Ries eG entstand jedoch 1874 in Nördlingen.

Die Idee, eine Bank zu gründen, stammte von Ernst Rohmer. Er war ab 1852 Geschäftsleiter der C.H. Beck’schen Buchhandlung in Nördlingen. Als Buchhändler, Journalist und Verleger hatte er wahrscheinlich schon früh von den Aktivitäten Schulze-Delitzschs und Raiffeisens gehört und gelesen.

Am 4. März 1874 wurde unter seiner Federführung die Gewerbebank Nördlingen im Sixensaal gegründet. Im Protokoll der Sitzung heißt es: „Die gegenseitige Haftpflicht der Mitglieder mit dem ganzen Vermögen ist es, welche die Sicherheit des Vereins begründet.“ Jedes Mitglied hatte ein hohes Interesse daran, dass es der Genossenschaft gut ging, denn jeder haftete mit seinem Vermögen. Erstmals im Ries wurden die Grundprinzipien von Raiffeisen – Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – umgesetzt.

Oft waren es Pfarrer, die die Gründungen von Darlehenskassenvereinen in den Rieser Dörfern anregten. Sie kannten die Not der Landbevölkerung und sahen den Vorteil, sich selbst im Dorf zu organisieren und sich selbst zu helfen, wie es Raiffeisen propagierte. Im Verein hatte jedes Mitglied eine Stimme, größere Anschaffungen wurden gemeinsam getätigt, Saatgut und Dünger gemeinsam zu günstigeren Preisen gekauft. Der Verein vergab Kredite für Investitionen einzelner Mitglieder und verwaltete sich selbst. Und oft übernahmen die Geistlichen Verantwortung als Vorstände und Aufsichtsräte. Vielerorts waren auch die Dorflehrer engagiert als Vereinsrechner – nicht zuletzt um ihr kleines Gehalt aufzubessern.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spürten auch die Dorfraiffeisenkassen die Auswirkungen der beiden Weltkriege und der Inflation deutlich. Das Vereinsleben lag oft viele Jahre brach. In allen Fällen jedoch organisierten sich die Genossenschaftsmitglieder nach schwierigen Phasen wieder neu und waren oft die Aktivposten in der Dorfgemeinschaft. Gemeinsam wurden landwirtschaftliche Geräte wie Kleereiber oder Saatgut-Reinigungsanlagen angeschafft. Neue Lagerhäuser für Getreide, Saatgut und Düngemittel entstanden, um das Warengeschäft besser zu organisieren. Oft wurde auch ein Büro für den Rechner eingerichtet, der dann zu festen Öffnungszeiten zu sprechen war. Zuvor waren alle Geschäfte meist beim Rechner zu Hause abgewickelt worden.

In den 1960er-Jahren beschlossen viele Raiffeisenkassen, sich zu größeren Einheiten zusammenzuschließen. So gingen im Jahr 1966 die Raiffeisenkasse Bühl und die Raiffeisenkasse Wörnitzostheim mit der Raiffeisenkasse Alerheim zusammen. Kleinsorheim schloss sich 1965 mit Möttingen zusammen, 1968 Pfäfflingen und Löpsingen. Stärkere und handlungsfähigere Einheiten entstanden.

Rechtlich musste mit Einführung des Vier-Augen-Prinzips ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt sein. Diese Vorgabe veranlasste wiederum viele kleine Kassen, sich zusammenzuschließen und einen hauptamtlichen Vorstand zu bestellen.

Die heutige Raiffeisen-Volksbank Ries entstand aus den Zusammenschluss der Raiffeisenbank Nördlingen mit der Volksbank Nördlingen 1990. 1998 kam die Raiffeisenbank Oettingen dazu, 2002 die Raiffeisenbank Möttingen und 2003 die Raiffeisenbank Oberes Kesseltal.

Rechtsgrundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtsgrundlagen der Bank sind ihre Satzung und das Genossenschaftsgesetz. Die Organe der Genossenschaftsbank sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Vertreterversammlung. Die Bank ist der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht.

Niederlassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raiffeisen-Volksbank Ries unterhält 28 Geschäftsstellen.

Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2007 hat die Bank die Stiftung der Raiffeisen-Volksbank Ries ins Leben gerufen.

Gründungen und Fusionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name der Ursprungsgenossenschaft Ort Gründungsjahr Fusionsjahr Fusion mit
Nördlingen (Volksbank) Nördlingen 1874 1990 RVB Nördlingen
Spar- und Darlehen-Cassen-Verein Alerheim Alerheim 1883 1981 Möttingen
Darlehenskassenverein Löpsingen Löpsingen 1884 1980 Nördlingen
Hohenaltheimer Darlehenskassenverein Hohenaltheim 1885 1974 Nördlingen
Nähermemminger Spar- und Darlehenskassenverein Nähermemmingen 1885 1969 Nördlingen
Bühler Darlehenskassenverein eGmuH in Bühl Bühl im Ries 1885 1966 Alerheim
- Mönchsdeggingen 1886 1991 Nördlingen
Spar- und Darlehensverein Laub Laub 1887 1969 Schwörsheim
Spar- und Darlehenskassenverein Appetshofen eGmuH Appetshofen 1887 1965 Möttingen
Schörsheimer Darlehenskassenverein Schwörsheim 1888 1981 Oettingen in Bayern
Spar- und Darlehenskassenverein Kleinsorheim Kleinsorheim 1888 1965 Möttingen
Darlehenskassenverein Balgheim Balgheim 1888 1978 Möttingen
Darlehenskassenverein Wörnitzostheim Wörnitzostheim 1888 1966 Alerheim
Grosselfinger Darlehens-Kassenverein Grosselfingen 1889 1972 Nördlingen
Megesheimer Darlehenskassenverein eGmuH Megesheim 1889 1964 Oettingen
Munninger Darlehenskassenverein Munningen 1889 1964 Heuberg
Darlehenskassenverein Wallerstein Wallerstein 1889 1989 Nördlingen
Heroldinger Spar- und Darlehnskassen-Verein Heroldingen 1889 1980 Möttingen
Darlehenskassenverein Ederheim Ederheim 1890 1971 Nördlingen
Darlehenskassenverein Hürnheim Hürnheim 1890 1968 Nördlingen
Darlehenskassenverein Auhausen Auhausen 1891 1976 Oettingen
Darlehenskassenverein Heuberg eGmuH Heuberg 1891 1964 Munningen
Marktoffinger Darlehenskassenverein Marktoffingen 1891 1981 Wallerstein
Darlehenskassenverein Lehmingen eGmuH Lehmingen 1892 1971 Oettingen
Möttinger Spar- und Darlehenskassenverein eGmuH Möttingen 1892 2002 RVB Ries
Aufhausener Darlehnskassen-Verein Aufhausen 1892 1967 Oberes Kesseltal
- Pfäfflingen 1893 1968 Löpsingen
Steinharder Darlehenskassenverein Steinhart 1894 1964 Oettingen
- Schaffhausen-Rohrbach 1895 1970 Mönchsdeggingen
Darlehenskassenverein Dürrenzimmern Dürrenzimmern 1896 1971 Nördlingen
Darlehenskassenverein Munzingen Munzingen 1896 1970 Wallerstein
- Schmähingen 1896 1968 Reimlingen
Spar- und Darlehenskassenverein Amerdingen eGmuH Amerdingen 1897 1980 Oberes Kesseltal
Darlehenskassenverein Hainsfarth Hainsfarth 1897 1962 Oettingen
Darlehenskassenverein Hochaltingen Hochaltingen 1898 1971 Oettingen
Raiffeisenkasse Minderoffingen-Bühlingen-Enslingen Minderoffingen 1898 1974 Wallerstein
Darlehenskasse Schopflohe Schopflohe 1898 1966 Fremdingen
Spar- und Darlehenskassenverein Belzheim Belzheim 1899 1975 Oettingen
Darlehenskassenverein Herblingen Herblingen 1901 1963 Hochaltingen
- Utzwingen 1901 1963 Maihingen
Enkinger Spar- und Darlehenskassenverein eGmuH Enkingen 1902 1968 Möttingen
Großsorheimer Spar- und Darlehenskassenverein Großsorheim 1902 1968 Möttingen
- Maihingen 1904 1980 Wallerstein
Darlehenskassenverein Fremdingen Fremdingen 1905 1971 Wallerstein
- Birkhausen 1908 1968 Wallerstein
- Reimlingen 1908 1979 Nördlingen
Spar- und Darlehenskassenverein Forheim Forheim 1910 1967 Oberes Kesseltal
- Baldingen 1912 1971 Nördlingen
- Kleinerdlingen 1912 1952 Nördlingen
- Holheim 1913 - anschließend Nördlingen
Ehinger Spar- und Darlehenskassenverein Ehingen 1919 1969 Oettingen
Spar- und Darlehenskassenverein Hausen eGmuH Hausen 1919 1964 Oettingen
- Herkheim 1919 1968 Reimlingen
Niederhofen-Erlbacher Spar- und Darlehenskassenverein eGmuH Niederhofen Niederhofen-Erlbach 1919 1964 Oettingen
- Bollstadt 1919 1967 Oberes Kesseltal
- Oettingen 1919 1998 RVB Ries
- Ehringen 1920 1967 Wallerstein
- Nördlingen (Raiffeisenbank) 1920 - -
- Untermagerbein 1920 1969 Mönchsdeggingen
Darlehenskassenverein Hoppingen Hoppingen 1921 1966 Heroldingen
- Rühlingstetten 1921 1965 Fremdingen
- Wemdinger Viertel 1976 - -

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Zahlen & Fakten 2016

Koordinaten: 48° 51′ 5″ N, 10° 29′ 27″ O